Kurz verlinkt

Archivfund in Hannover
Erklärung von SA-Mann erschüttert Einzeltäterthese zum Reichstagsbrand

Eine neu aufgetauchte eidesstattliche Versicherung eines SA-Mannes deutet auf eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Reichstagsbrand von 1933 hin

<loriot>Ach!</loriot>

Jemand, der damals gesagt hätte, dass die nazis das feuer selbst gelegt haben, wäre bestimmt als „verschwörungsteoretiker“ beschimpft worden. Genau wie leute, die heute sagen, dass der „terrorismus“, für den hier ein grundrecht nach dem anderen aufgehoben wird, zu ganz wesentlichen teilen von denjenigen staaten inszeniert oder unterstützt wird, die dann „gegen den terrorismus“ ihre kriege führen.

[Originalmeldung der alpenprawda]

Und nun zur geschichte

Seit 1850 wollen deutsche Verlage verhindern, dass ihre Inhalte auch nur zitiert werden. Die Begründung ist schockierend oft deckungsgleich mit dem, was wir heute lesen. Da gibt es eine neue Technik, zum Beispiel Telegraphie, und die würde das ach so wichtige Geschäft des Journalismus ruinieren

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Österreichischer brüller des tages (in zwei akten)

Erster akt: wird ein gesetz in rechtskraft erhoben, das unter anderem regelt, wie gesundheitswarnungen auf tabakprodukten aussehen müssen. Da steht unter anderem drin, welche schriftart verwendet werden soll. Leider hat ein typografisch unbeleckter dolmetscher mit EU-verwaltungshintergrund aus „helvetica“ die nicht existente schrift „helvetika“ gemacht.

Zwechfellzermürbendes zwischenspiel: ein änderungsantrag wird eingebracht. Die einzige änderung besteht darin, dass „helvetika“ wieder zu „helvetica“ gemacht wird. Der antrag wird mit der regierungsmehrheit abgelehnt, weil er von der opposizjon kommt. 😀

Nach einer pause, die benötigt wird, damit die zuschauer wieder die hand aus dem gesicht rauskriegen, geht es weiter.

Zweiter akt: setzt sich ein heiterer troll hin und entwirft eine typografisch nicht gerade ausgewogene schriftart, die er „helvetika“ nennt.

Vielleicht sollte man auch auf wahlplakaten warnungen aufbringen — in „helvetika“ versteht sich:

Politische Inkompetenz kann zu toedlichen Lachanfaellen und zur Verschwendung von Steuergeldern fuehren

Die lizenz für diese leider umlautfreie schriftart erzwingt von mir, dass ich dazu den folgenden hinweis gebe: die schriftart „helvetika“ ist von „neos_eu“ und kann hier heruntergeladen werden. Gern geschehen! Ich habe nämlich schmerzen vor lachen…

Übrigens ist die kommerzjelle verwendung dieses scheußlichen fonts in den lizenzbedingungen explizit ausgeschlossen worden. 😀

Nachschlag: solche hirnis gibt es nicht nur in den tälern österreichs, sondern auch in der BRD — denn die falsche schriftartbezeichnung „helvetika“ ist auch im entsprechenden BRD-gesetz verwendet worden.

Fünfzehn jahre guhgell

Ach, wie kann ich mich noch daran erinnern, wie irgendwelche p’litiker und sonstige kompetenzgranaten nach Edward Snowdens enthüllungen deutsche technikkonzerne ohne zugriff für die US-geheimdienste herbeisehnten.

Ja ja, „wir brauchen ein deutsches internetz“…

Guhgell ist jetzt fünfzehn jahre alt. Die unternehmung wurde im späten sommer des jahres 1997 von zwei stundenten gegründet, die in ihrer examensarbeit eine idee für einen algoritmus zum durchsuchen von webseits ausgearbeitet und untersucht hatten.

Es ist kein zufall, dass so etwas in deutschland niemals passieren kann. Auch heute noch nicht. Deutschland ist intellektuell rückwärtsgewandt und in seinem gesamten wirtschaftlichen apparat und seinem kreditwesen geradezu ein garant dafür, dass sich hier eine unternehmung wie guhgell unter keinen umständen gründen könnte — und die deutsche jornallje, die am tropf dieser apparate hängt, wird zu diesen temen niemals die richtigen fragen stellen.

Man stelle sich nur einmal vor, zwei studenten aus köln hätten im jahr 1997 mit einer examensarbeit und einer guten idee versucht, eine unternehmung zu gründen und wären auf der suche nach darlehen die bankhäuser ihrer stadt abgeklappert. Dort hätten sie den angestellten erzählt, dass sie auf kompjutern ihrer universität ein lauffähiges programm zum durchsuchen von HTML-seiten im so genannten web haben, das gute ergebnisse liefert und dass sie mit einem suchdienst im web geld verdienen wollen. Nicht nur, dass die wahrscheinlichkeit groß gewesen wäre, dass sie einem betont überheblichen angestellten erst einmal hätten erklären müssen, was dieses web und dieses internetz überhaupt für „dinge“ sind (und dass es dort zwar informazjonsaustausch, aber keine produkzion von materiellen gütern und kein bezahlsystem gibt), denn dieses web war erst seit zwei jahren außerhalb der universitäten bekannt. Das wäre schon demütigend genug gewesen. Aber spätestens, wenn sie erklärt hätten, dass sie noch kein tragfähiges geschäftsmodell haben und dass sie vielleicht später einmal davon leben wollen, dass sie werbeanzeigen in die suchergebnisse einbetten und dass sie den dafür benötigten marktplatz gar erst noch programmieren müssten, aber dass wird schon noch werden… ja, spätestens dann wären sie mehr oder minder offen ausgelacht und für verrückte gehalten worden.

Das darlehen hätte eher ein zulieferer für die autoindustrie bekommen, der seine produktion ausweiten oder sich diversifizieren wollte.

Deutschland ist eben ein „standort“. Da bewegt sich nichts, und zwar schon seit vielen, vielen jahren nicht mehr. Der letzte macht das licht aus!