Kwalitätsjornalismus des tages

DPA, kwelle: bildzeitung.
Und dafür haben wir — zum schaden für das gesamte in der BRD gehosteten internetzes — das leistungsschutzrecht bekommen:

Es hätte genügt, zwei Stichwörter aus der „Bild“-Geschichte bei Google einzugeben, um festzustellen, dass die vermeintliche „Vorab“-Meldung alt und überholt ist

😦

Spämmflut rollt auf twitter zu…

Eine aufs zwitscherchen zurollende, alles mit sich reißende flut stinkender spam, das war mein erster gedanke bei dieser schlagzeile: „Internet Wahlen Wissenschaft Twitter USA: Studie: Viele Tweets bedeuten viele Wahlstimmen“ … aber zum glück ists nur der gewöhnliche agentur-bullshit der marke $tagesgeschehenReizwort mit „Twitter“, „Facebook“ oder einer ähnlichen S/M-firmierung verbinden und $behauptung dazu schreiben, am besten in form einer „studie“. So entstehen halt die nachrichten auf n-tv.

Heribert Cisab startet seinen Bullshit

Heribert Cisab, einst der meistgelesene deutschsprachige blogger, hat sein lange angekündigtes projekt Bullshit aus der taufe gehoben. Auf Bullshit.com (die .de-Variante war schon von der netzpolitischen enquete des bundestages belegt worden) will er über undefinierbares, zukünftiges zeug schreiben. Cisab hatte vor drei Jahren schlagzeilen gemacht, als er sein damaliges blog „basales denken“ für fast 47.000 euro an einen SEO-spämmer verkaufte. Unmittelbar danach machte Cisab seine immer noch sehr unreifen pläne für Bullshit öffentlich; ursprünglich sollte es sogar eine plattform für lokalen bürgerjornalismus werden, weil das damals irre modern klang.

Bullshit soll sich nicht über werbung finanzieren, sondern über seitbereiche, in denen unternehmen werbung präsentieren können. Cisab will in diesen bezahlten onlein-reklameprospekten technik so zeigen, „dass die leute das auch glauben, was die werber sie glauben machen möchten“, wie er im gespräch mit der nachrichtungsagentur DPA sagte. Dass er sich in einem satz selbst widerspricht, leugnet er nicht, er nenne das aber „transparenz“. Wenn sich deshalb ein leser beschwere oder abwende, „dann ist das eben so, schließlich habe ich mein vitamin b in der tasche und kann sogar eine nullmeldung bei der DPA unterbringen“. Als blog sieht Cisab sein projekt nicht, weil inzwischen der idee eines kronologisch sortierenden CMS jeder neuigkeitswert fehle. Nutzer können die beiträge nicht kommentieren. „Warum soll hier jemand das marketing beschädigen können? Eure temen, eure gespräche: das macht keinen sinn für mich.“, schrieb Cisab.

Mit der fokussierung auf spekulazjonen über die zukunft rückt Cisab von der ursprünglichen groben idee für Bullshit ab. Der unternehmer hatte eine plattform mit seiten für einzelne städte geplant, auf denen bürger aus ihrer umgebung berichten sollten. „Aber das mit den leuten und ihren meinungen macht immer wieder probleme beim vermarkten“, sagte er. Das projekt sei aus finanziellen gründen gescheitert: „Irgendwann war das geld weg.“

Einen genauen plan für Bullshit hat Cisab immer noch nicht: „Ob ich das für alle ewigkeiten weitermache, oder ob ich es über meine vielen konnäcktschenns aufbausche und einfach an den nächsten SEO-spämmer verhökere – keine ahnung.“ Hauptsache, das geld kommt dabei rum.

Wer es nicht gemerkt hat: Das ist natürlich eine satire auf eine heise-meldung. Die originalmeldung ist aber auch ganz besonders minderkwalitativ geraten und zeigt nur beim hinschauen, dass es sich um werbung im redakzjonellen teil handelt…