DRM-gängelung des tages

Microsoft hat am heutigen Montag alle DRM-Server abgeschaltet, die den Kopierschutz der im Microsoft Store gekauften E-Books verwalten. In der Folge sind diese nicht mehr lesbar

Auch weiterhin viel spaß mit der ganzen technikverhindernden und enteignenden DRM-gängelscheiße unter dem wehen banner des „geistigen eigentumes“. Wenn euch doch nur vorher jemand gewarnt hätte…

Garantiert dauerhaft lesbare bücher kriegt man übrigens von portalen für so genannte „raubkopien“. Lasst euch nicht und niemals irgendeine DRM-kacke andrehen, weder bei spielen, noch bei softwäjhr, noch bei literatur, noch bei filmen, noch bei videos. Sich einem gutsherren unterwerfen zu müssen, ist schlimm. Aber sich freiwillig und ohne not einem gutsherren zu unterwerfen, obwohl es prächtig ohne diesen gutsherren geht, ist nicht nur schlimm, sondern unendlich blöd.

Ach, interessiert euch nicht und seid ihr schon längst dran gewöhnt? Na gut, viel spaß noch im neuen faschismus!

Hinfort mit dem freien internetz!

Es ist höchste zeit, das W3C zu forken. Deutscher text bei der iX.

Übrigens: wenn es statt der DRM-kackscheiße einen wirksamen adblocker fest im brauserkern gäbe, würde das einen großteil der gegenwärtigen internetzkriminalität vernichten und vielen menschen viel ärger, viel datenverlust und so manchen finanzjellen schaden ersparen. Aber daran hat — außer vielleicht einigen milljarden nutzern der großen webbrauser — niemand interesse. Schon gar nicht beim W3C, diesem herrschaftsinstrument der digitalen gutsherren.

Heise des tages

Heute in der karl-wiechert-allee: „Wir haben eine meldung, dass mozilla seine richtlinjen für die benutzung seiner marken so verändert hat, dass man als linuxdistributor jetzt auch einen „firefox“ etwas pätschen darf und ihn trotzdem noch „firefox“ nennen darf und ihm auch das zugehörige piktogramm geben darf. Was schreiben wir da mal als überschrift drüber?“ — „Schreib doch einfach ‚Debian gibt Webbrowser Iceweasel auf und setzt wieder auf Firefox‚! Das dingens heißt ja bei denen demnäxst wieder so…“

(Übrigens stand es vor diesem einlenken mozillas schon kurz davor, dass auch „redhat“ so einen „pseudofork“ mit einer handvoll pätsches für die einpassung in „redhat“ und einem neuen namen und neuen logo gemacht hätte, weil die marke „firefox“ nicht zuließ, dass man das ding ein bisschen an seine distribuzjon anpasst und immer noch „firefox“ nennt. Das wäre schon sehr schmerzhaft gewesen, wenn eines der erfolgreichsten projekte der Freien softwäjhr ausgerechnet auf linux-systemen nicht mehr als marke zu finden gewesen wäre. Um zu begreifen, was das bedeutet, haben die dummk… ähm… mitmenschen von mozilla auch nur fast ein jahrzehnt gebraucht. Vermutlich waren sie viel zu sehr damit beschäftigt, den feierfox zu verschlimmbessern und aufzumoppeln, bis er fast unerträglich wurde, so dass sie einfachere gedanken nicht denken konnten — im moment sogar mit DRM-artigen technikverhinderungen wegen wissenschon der sicherheit. Und ich habe fast ein jahrzehnt lang immer wieder mal unkundigen leuten gesagt, dass der brauser „iceweasel“ genau das selbe wie ein „firefox“ ist, nur eben mit anderem namen wegen diesem analsadistisch-idjotischen „geistiges-eigentum“-hirnfick und so einem bullschitt wie dem „ansehen einer marke“. Fast ein verdammtes jahrzehnt lang! Leute, ihr seid doch alle nicht mehr ganz knusper!)

DRM-enteignung und technikverhinderung des tages

Das am Wochenende von Apple heimlich veröffentlichte Security-Update [!] für OS X 10.11 (El Capitan) legte nicht nur die Ethernet-Adapter Broadcom BCM5701 lahm, die in iMacs und Macbook Pros eingebaut sind, sondern blockierte auch den Start weiterer Programme, deren Kopierschutz die Rechner-Hardware prüft. Da der Broadcom-Chip plötzlich nicht mehr verfügbar war, folgerten die DRM-Systeme zahlreicher Musik-Programme, sie seien auf einen anderen Rechner kopiert worden und verweigerten ihren Dienst

Wer sich DRM andrehen lässt, ist selbst schuld an seiner enteignung und an derartigen problemen. Digitale güter, bei denen man mit hohem aufwand und programmiertechniken aus der vorhölle ein wesentliches und ausgesprochen nützliches wie praktisches merkmal digitaler güter — nämlich ihre beliebige verlustfreie kopierbarkeit — unterbindet, sind kaputte digitale güter. DRM bedeutet immer: es ist kaputt, mit hohem aufwand und vorsätzlich werksseitig kaputtgemacht. Wer so etwas auch noch kauft, ist vermutlich ebenfalls kaputt, und zwar in seiner eigenen CPU.

Hej, und heimlich veröffentlichte sicherheitsaktualisierungen, ach nee, „stille aktualisierungen“ heißt das im PR-reklamesprech von äppel, wenn die aktuellen NSA-hintertüren oder äppel-beglückungsideen heimlich aufgespielt werden… da kriegste ja sehnsucht nach meikrosoft¹! (Nee, nicht wirklich. Aber die veröffentlichen ihre pätsches wenigstens nicht heimlich.)

Und das enteignungsdomino geht weiter, denn striehming der marke spottifein ist genau so eine vorsätzliche enteignung und technikverhinderung wie DRM: „Spotify auf dem Mac provoziert Kernel Panic“ — nun, mit MP3 (oder besser: OGG, oder noch besser: FLAC) wäre das vermutlich nicht passiert, aber wenn man zum musikhören künstlich von einem einzigen stück scheißsoftwäjhr abhängig gemacht wird und keine wahl mehr hat, dann ist es halt scheiße. Und wer für so eine scheiße auch noch geld hinlegt… ach, ich erspare mal die liste unfreundlicher wörter zur brandmarkung von dummheit und idjotie. Geradeaus bis zum ende des ganges, dann nach rechts bis zur zweiten tür, jeder nur eine lobotomie!

¹Meikrosoft steht bei seinen aktualisierungen immer vor einem viel größeren problem, da diese auf einer riesigen bandbreite von (teilweise frickeliger) hardwäjhr laufen müssen, was sich kaum vollständig testen lässt. Bei äppel hingegen muss es nur auf ebenfalls von äppel vertriebener und kontrollierter hardwäjhr laufen. Ein vollständiger test vor der auslieferung ist prinzipjell möglich. Er sollte sogar ein bisschen automatisierbar sein. Aber äppel waren die eigenen kunden nicht das bisschen sorgfalt wert, dass der scheiß vor der auslieferung wenigstens mal mit der aktuellen hardwäjhr getestet und bei scheitern der tests entfehlert wurde. Denn äppel weiß, dass es irrazjonal-markenreligjös kaufende kunden hat, denen es nicht auf kwalität, sondern auf imätsch ankommt. Und imätsch erzeugt man nicht mit technischer sorgfalt, sondern mit der reklameabteilung.

Datenschleuder das tages

Hach ja, damals, als man einfach am kompjuter spielen konnte, ohne internetz und so. Damals wäre so eine kleine, dreckige datenschleuderei nicht passiert, mit der „valve“ über weihnachten glänzte:

[…] hatten Mitglieder gemeldet, dass sie sich nach dem Login plötzlich in fremden Benutzerkonten wiederfanden, einschließlich deren Spielebibliothek und Kaufhistorie. Valve schaltete die Plattform daraufhin ab; mittlerweile ist das Spieleportal aber wieder online

Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß dabei, irgendwo „mitglied“ werden zu müssen, wenn ihr einfach nur gekaufte spiele spielen wollt! So ist das eben, wenn man sich von digitalen gutsherren mit der DRM-knechtsschaftsfessel enteignen lässt… ihr habts echt alle nicht mehr anders verdient, vollidjoten!

„Digital restrictions management“ des tages

Mit dem Ende des Zune-Dienstes gehen dem Anwender seine Lizenzen verloren – wie es häufig der Fall ist, wenn Musikdienste eingestellt werden. Zwar können sie die Musik zunächst weiter abspielen, doch im Falle einer Neuinstallation, eines Datenverlustes oder Anwenderfehlers ist die eigene Musiksammlung Geschichte. Backups dürften die Musik nicht wiederbringen, da sie gewissermaßen aktiviert werden muss. Die legal erworbenen Rechte für die Musik lassen sich jedoch nicht mehr erneut aktivieren, wie aus den Zune-FAQ hervorgeht.

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß dabei, kaputte dateien zu kaufen! Das gilt übrigens auch für die DRM-geschützten spiele über „steam“, wenn das mal eingestellt werden sollte… und niemand hält es für nötig, mal offen dranzuschreiben, welches spiel nun mit und welches ohne DRM ist. Aber hej, half-life eins und zwei sind DRM-frei, das weiß ich. 😉

Enteignung und technikverhinderung des tages

Sony hat bestätigt, dass die von Sony selbst angebotene Entsperrung des Bootloaders zu einer Verschlechterung der Bildqualität beim Xperia Z3 Compact führt – worauf Nutzer des Services vorher nicht hingewiesen wurden. Grund seien bestimmte DRM-geschützte Algorithmen

Ich wollte ja eigentlich nix weiter dazu sagen, aber wer freiwillig produkte eines unternehmens kauft, dass vor noch gar nicht so langer zeit audio-CDs mit sich automatisch installierendem trojaner für eine tolle kopierschutz-idee gehalten hat, der schießt sich auch freiwillig und ganz „smart“ mit großem kaliber in die eigenen knie. Auf eins folgt zwei. „So nie“ ist ein laden, der seine völlige kundenverachtung deutlich genug belegt hat.

Die eigentlich völlig naheliegende frage, warum zum hl. henker algoritmen DRM-geschützt sind, stelle ich da schon gar nicht mehr. Toll, neu und super: endlich können auch selbstgemachte fotos wegen irgendeiner DRM-kacke irgendeiner kundenverachtenden klitsche technische probleme bereiten.

Es kann und darf ja nicht sein, dass neue technik nicht mehr die alten beschränkungen hat…

Es gibt — angesichts digitaler daten, zu deren erfreulichen eigenschaften es gehört, mit sehr geringem kostenaufwand beliebig häufig völlig verlustfrei kopiert werden zu können und deshalb keinem mangel zu unterliegen, dem nicht leicht abgeholfen werden könnte — kein anderes wort, das so widersinnig, intelligenzbeleidigend, und kuhfladendumm wäre wie das wort „E-Book-Verleih„.

Leihst du noch, oder ankerst du schon in der piratenbucht?

DRM = digitales reibach-minus…

Eine belegte tatsasche: wenn man den leuten keine musik mehr verkauft, die zur verhinderung von kopien werksseitig kaputt ausgeliefert wird (DRM nennt man das), führt das zu einer umsatzsteigerung von zehn prozent.

Meine völlig unbelegte behauptung: hätte man mit der kundenverachtenden scheiße gar nicht erst angefangen, hätte man niemals schadsoftwäjhr auf audio-CDs aufgespielt, werkseitig kaputte CDs verkauft, die in standardkonformen abspielgeräten nicht funkzjonieren und keine obskuren krypto-dateiformate vermarkten wollen, die nicht mit frei gewählter softwäjhr verwendbar sind, dann würden die umsätze heute nochmal zwanzig prozent höher liegen.

Einer ganzen generazjon von menschen habt ihr von gier ins hirn gebissenen idjoten aus der musikindustrie gezeigt, dass ihr sie als feinde betrachtet und dass ihr sie mit allen mitteln (auch offen illegalen) bekämpft. Die gewinnt ihr niemals wieder zurück, zumindest nicht jene unter ihnen, die ein restgefühl für ihre würde haben. Und das, verdammte scheiße, das ist gut so!

Geht krepieren!

„eBooks“ ausleihen

Liebe nachgeborene, habt verständnis dafür, dass es schwierig ist, in dieser vor gier und geistigem eigentum kranken zeit den verstand zu bewahren. Es ist tatsächlich bei prinzipjell verlustfrei kopierbaren und damit keineswegs knappen digitalen gütern von einer ausleihe die rede. Wie das geistige eigentum doch immer zur geistigen verarmung führt…

Technikverhinderung

Du weißst, dass du unter einem technikverhindernden regjiehm lebst, wenn es zwar kein größeres problem bereitet, materielle, dingliche waren in den USA zu bestellen, zu bezahlen und geliefert zu bekommen; wenn es aber andererseits beim versuch, das gleiche mit der auf eine datenscheibe gepressten bitfolge eines filmes zu tun, jede menge möglicher probleme gibt. Wo die kontentindustrie herrscht, ist die technik des digitalen zeitalters in den händen von betonköpfen.