„E-book“ und adobe des tages

Sorry, schnell und etwas schlampig übersetzt — die hervorhebung ist von mir:

Adobe sammelt daten über die „e-books“, die geöffnet wurden, welche seiten gelesen wurden und in welcher reihenfolge. Alle diese daten, einschließlich titel des buches, verleger und weitere metadaten des buches werden zum sörver von adobe im klartext gesendet.

Ich mache keinen witz. Adobe speichert nicht nur, was anwender tun, die senden die logdateien zu ihren sörvern auf eine weise, dass auf jeder zwischenstazjon der datenübertragung jemand mitlesen kann und das alles wissen kann.

Hej, nicht einmal für eine rot13-verschlüsselung hats gereicht, und erst recht nicht für eine wirksame. Noch besser wäre natürlich, auf die sachlich und technisch völlig überflüssige totalbespitzelung von menschen und die langfristige datenspeicherung zu verzichten. Aber den nutzern, die man so nicht nur „ganz gewöhnlich“ vor adobes marketing-hirnfickern und vor den horch- und morddiensten der USA, sondern gleich vor der ganzen welt datennackt macht, DRM-kacke mit den „e-books“ zumuten! Was bin ich froh über die piratenbucht, wo man literatur ohne überwachungsfunkzjonen… ähm… beziehen kann!

Hol dich der insolvenzverwalter, adobe!

Mein glückwunsch des tages

Mein glückwunsch des tages geht an den schreiber im auftrage des suhrkamp-verlages, der uns allen erklärt, woran man dummheit erkennt:

Wie Forssmann den Geisteszustand von eBook-Käufern beurteilt, daraus macht er auch keinen Hehl: „Natürlich kann das Papierbuch verdrängt werden, wenn die Dummheit überhandnimmt.“

Weil… ähm… das müsst ihr verstehen, die intelligenz wird vom verwendeten medium — in diesem fall: maschinell bestempeltes papier — literarisch transportiert und hat nichts mit den inhalten zu tun. Ich wünsche den verlegern auch weiterhin viel spaß an ihrer ersatzhaltestelle und lege ihnen nahe, schon einmal damit anzufangen, ihre druckmaschinen aufzuessen, denn in jetzt schon absehbarer zeit lässt sich damit kaum noch etwas anderes anfangen. Asketen unter den verlegern mögen einfach ein kloster gründen, uralte gesänge fern der lebenswirklichkeit außerhalb der mauern abmurmeln und im scriptorium mit tinte und feder kopieren, damit dabei die einzig wahre und vor allem intelligente darreichungsform von literatur entstehe! Ich wünsche ihnen dabei viele erhebende momente voller unbeschreiblicher innerlichkeit:mrgreen:

Neusprech des tages: zensur heißt jetzt anders

Die unterdrückung unerwünschter inhalte durch US-amerikanische internetz-buchhändler nennt man jetzt nicht mehr unterdrückung unerwünschter inhalte, jedenfalls nicht im ticker von heise onlein. Statt von unerwünschten inhalten spricht man von schund, und damit sind nicht irgendwelche groschenromanchen gemeint, und statt unterdrücken und unsichtbar-machen nennt man es jetzt „ausmisten von schmuddelecken“, weils ja eh nur mist betrifft. So einen mist wie sexuelle fantasien zum beispiel, die manche (erwaxene, versteht sich) leute anregend finden. Und nicht so einen mist wie gewaltverherrlichendes und menschenrechtsverachtendes schriftgut wie etwa die bibel und den ganzen daran hängenden wust sekundärer und tertiärer dumm-, fromm- und kitschliteratur.

Was für ein glück, dass die nicht die als kulturleistung hochgeachteten, literarischen werke der griechischen und römischen antike verlegen. Eine lyrische ankündigung wie dieses „Pedicabo ego vos et irrumabo“ von Gaius Valerius Catullus ginge doch glatt als „schund“ durch, den man ausmisten kann…

„Yumpu“ hat ein tolles geschäftsmodell

Jeder kann dort irgendwelche dokumente hochladen, auch wenn sie gar nicht von ihm selbst sind, die werden für wischofone und wischopädds aufbereitet und damit wird dann geld gemacht, entweder über scheißreklame oder über premium-zugänge, die was kosten.

Ich will jetzt gar nicht die möglichkeit an die wand malen, dass eine „Yumpu“ nahestehende gestalt einfach ein skript schreiben könnte, das das gesamte web nach verwertbarem durchskännt und es dann einfach hochlädt. Das wäre ja kriminell. Aber gut fürs geschäft wäre es eben auch…