Wissenschaftsmeldung des tages, monats, jahres, jahrzehnts…

Am LHC wurde ein miniatur-schwarzes-loch… ähm… ein möglicherweise neues elementarteilchen entdeckt. Oder auch nicht. So etwas wie grundlagenforschung kann eben auch mal zu völlig neuen daten führen. Oder auch mal zu völlig neuen messfehlern. (Kann sich noch jemand an die gemessene überlichtgeschwindigkeit erinnern?)

Noch darf also spekuliert werden. Das mache ich auch zu gern mal. An ein graviton glaube ich einfach nicht. Die gravitazjon ist widerspenstig und bei den problemen, die entstehen, wenn man diese schwächste kraft in das sonstige gefüge einbetten will, würde es mich nicht überraschen, wenn sie sich irgendwann als etwas ganz anderes als die anderen kräfte erweist; irgendeine „scheinkraft“, die uns bei messungen zwar als eine kraft erscheint, aber völlig andere ursachen als die anderen kräfte hat. Aber das ist natürlich spekulazjon, und zwar eine völlig haltlose und von jemanden wie mir…

Sollte es sich bei den beiden messungen wirklich um ein elementarteilchen mit der rd. vierfachen masse eines goldatomes handeln (ein top-quark hat ungefähr die masse eines goldatoms und war deshalb — die masse ist ja energie — nur mit sehr hohem aufwand im experiment nachweisbar), dann ist das eine riesensauerei. Ich bin bis heute davon ausgegangen, dass der näxste fysik-nobelpreis für die messung der gravitazjonswellen weggeht. Aber ein von keiner teorie vorhergesagtes, neues teilchen ist ebenfalls ein sicherer kandidat für den nobelpreis. Das ist schon ärgerlich, wenn mal zwei solche entdeckungen im gleichen jahr kommen. 😀

Meine schnelle spekulazjon: es handelt sich nicht um ein teilchen, sondern um eine „konfigurazjon“ von teilchen, ähnlich wie in einem atom; um einen nahen, instabilen verwandten dieser ansonsten nur gravitativ nachweisbaren „dunklen materje“, mit der ganze kosmos ausgefüllt ist, ohne dass im moment jemand einen schimmer davon hat, was das überhaupt ist. Es ist etwas, das sehr stabil ist, das ungewöhnlich dicht ist (die teilchen müssen kleiner sein als die wellenlänge der elektromagentischen strahlen, mit denen astronomie betrieben wird, sonst würden sie sichtbar), das (außer seiner gravitazjon) nicht oder nur ausgesprochen schwach untereinander oder mit etwas anderem interagiert. Die so genannte „dunkle materje“ ist ja viel häufiger im kosmos als die uns aus dem alltag vertraute materje, sie ist die eigentlich normale form der materje. Es müsste davon auch auf der erde „ein bisschen“ oder gar eine menge zeugs geben. Es ist halt nur schwierig nachzuweisen. Dunkle materje ist elektrisch neutral und nicht sichtbar, weil sie elektromagnetische wellen ziemlich ungehindert durchlässt. (Deshalb wird sie auch nicht warm und verrät sich den astronomen nicht durch ihre infrarotstrahlung.) Wenn es nun eine andere stabile und elektrisch neutrale anordnung von elementarteilchen zu einer art von „atomen“ gibt, nach möglichkeit ohne eine elektronenhülle (die für „große“ atome und eine komplexe chemie, also interakzjonen zwischen atomen aufgrund räumlich getrennter elektrischer ladungen sorgt), und wenn diese anordnung stabil genug ist, dann könnte es sich dabei um dunkle materje handeln. Das im experiment erzeugte teilchen könnte dann ein instabiler „bruder“ derartiger stabiler konfigurazjonen sein, den man dann wenigstens anhand seines zerfalls untersuchen könnte, wenn er schon nicht anders wexelwirkt.

So weit meine von eingehender fysikalischer bildung unbeeinflusst hingekrümelten spekulazius. Ich bin gespannt auf den 12. märz. Aber ich glaube nicht, dass es so schnell schon eine deutung geben wird.