Endlich! Die killeranwendung für den BRD-personalausweis!!1!

„Wir digitalisieren die Verwaltung“, sagte Dobrindt. „Das spart Zeit und Geld.“ Autofahrer brauchen dafür einen der neuen Personalausweise im Scheckkartenformat mit Online-Ausweisfunktion, ein Kartenlesegerät sowie eine AusweisApp auf dem Computer. Die Auskunft auf der Homepage des Kraftfahrt-Bundesamtes sei kostenfrei

Wurde ja zeit, dass so viele jahre nach der einführung der sauteuren totgeburt eines „digitalen personalausweises“ die erste reine internetz-anwendung dafür fertig wurde. Auch weiterhin viel spaß mit den vorstellungen von irgendwelchen doofrindern von bummsdatenautobahnminister, wie man zeit und geld spart! So ein vom BSI zertifiziertes lesegerät für den BRD-personalausweis kann man schon ab dreißig øre käuflich erwerben… und inzwischen kann man sich dafür sogar seine flensburg-punkte anzeigen lassen, das lohnt sich doch!!ölf!1!!!1!

Übrigens: die ausweis-äpp (toller name dafür!) gibt es nur für windohs und mäcOS. Da gibt es mal was, was man sinnvoll in java kohden könnte, um es auf allen plattformen einsetzen zu können, da machen die so eine gemurkse! Aber von dem scheißstaat, der mir staatstrojaner auf meine kompjuter machen will und der in komplizenschaft mit den scheiß-USA meine gesamte kommunikazjon überwachen will, installiere ich mir ganz bestimmt keine softwäjhr. Da müsste ich ja bescheuert sein!

DE-mäjhl des tages

Nach wie vor ist DE-mäjhl, diese mäjhl, die man an keine e-mäjhl-adresse versenden kann und die zudem noch kosten verursacht und pflichten nach sich zieht, eine lösung, für die es leider kein passendes problem gibt. Aber unsere lösungsanbieter haben jetzt ein problem dafür gefunden. Fotografen und sogar fotoautomaten können über DE-mäjhl die fotos für einen personal-ausweis direkt an die ausstellende behörde senden, so dass man sie bei der beantragung einer neuen untertanenurkunde nicht mehr selbst dorthin tragen muss.

Das löst ja in der tat ein gigantisches und schwerwiegendes problem, das bislang nur niemand so richtig wahrgenommen hat. Was wären wir nur ohne diese sonderspezjalisten beim BSI, die uns aufzeigen, was es für gigantische probleme in unserer heiteren kleinen T-systems- und siemens-bananenrepublik gibt, die sich mit DE-mäjhl lösen lassen. Was nun der vorzug einer absurd aufwändigen infrastruktur gegenüber einem guten, altmodischen SFTP-upload auf einem sörver der ausstellenden behörde sein soll, wenn so ein fotoautomat nicht einmal direkt DE-mäjhl benutzen kann…

Die Kommunikationsstrecke zwischen dem Fotoautomaten und dem Gateway müsste dabei zusätzlich etwa durch eine TLS-Verbindung abgesichert werden

…und deshalb eh schon TLS-verschlüsselt zu einem anderen sörver übertragen muss, der daraus dann eine DE-mäjhl macht, verraten uns die fröhlichen steuergeldverbrenner allerdings nicht in ihrer presseerklärung, die so eifrig von golem wiedergegeben wird.

Übrigens golem: die übernahme von extrem bullschitthaltigen presseerklärungen in das redakzjons-CMS macht noch keinen jornalismus aus.

Früher®

Früher gabs auch schon personalausweise, und wenn man wissen wollte, was da drinstellt, dann hat man einfach reingeschaut. Das hat keinen menschen, der lesen konnte, vor ein größeres problem gestellt. Und heute ist ja alles besser, und deshalb gibt es personalausweise, die man nicht mehr einfach lesen kann, aber dafür lesegeräte. Mit so einem bundesschrottkärtchen für das personal der republik bekommt man zwar nicht automatisch eine signatur, mit der man etwa seinen PGP-schüssel signieren könnte, so dass der empfänger einer digital signierten mäjhl oder eines dokumentes überprüfen könnte, dass der absender im besitz des personalausweise war — das wäre ja erstens eine gewisse erleichterung im geschäftsverkehr und würde zweitens eine vom staat nicht mitlesbare, verschlüsselte kommunikazjon ermöglichen und aktiv unterstützen — aber dafür gibt es jetzt eine weitere bundesapp, die es ermöglicht, zusammen mit einem lesegerät und einem gefährlich veralteten brauser [na, vertraut noch jemand dem internetz-exploiter sechs?!] mal anzeigen zu lassen, was zum hackenden henker überhaupt auf diesem personalkärtchen draufsteht. Das ist übrigens ein fortschritt, denn das darf [!] man erst seit dem letzten jahr.

Mich erinnert dieses glaubenmüssen einer ausgabe eines nicht-kwelloffenen programmes ja immer ein bisschen an die behauptung gewisser windohs-optimierungsprogramme, dass jetzt alles viel besser ist, aber im entrechtungsmini… ähm… innenministerium drückt man das lieber so aus:

Dadurch wird das Vertrauen in den Online-Ausweis gestärkt und der elektronische Identitätsnachweis transparent

Wenn das die transparenz ist, will ich den nebel nicht mehr kennenlernen.

Falschrummes tun und denken

Früher™ hat der verwaltungsapparat eine neue versjon eines dokumentes mit neuen eigenschaften gemacht, weil es dafür einen sachlichen oder technischen grund gab — so eine umstellung ist ja auch niemals ganz billig. Heute führen die idjoten ein neues dokument mit tollen neuen möglichkeiten ein, und hinterher soll der sachliche und technische grund für dieses dokument erst geschaffen werden. Oder in einer publikumsabstimmung nach einem ideen-wettbewerb ermittelt werden, weil der verwaltungsapparat eigentlich selbst gar keinen guten grund kennt.

Kwaltitätsp’litik aus der BRD, hochgeschrieben von kwalitätsjornalisten und mit erschreckenden mehrheiten in die volxzertretungen gewählt…