Die stadt hannover so:

Auf politischen Antrag wird ab dem 21. Juni auf der östlichen Fahrbahnseite des Schiffgrabens in Richtung stadtauswärts eine der beiden vorhandenen Fahrspuren dem Individualverkehr entzogen und durch entsprechende Markierung für den Radverkehr zur Verfügung gestellt

[Archivversjon]

Oh, radfahren ist gar kein individualverkehr? Deshalb ist das immer so anstrengend. Da sitzen mir vermutlich noch zwei, drei unsichtbare leute auf dem rad.

Schon lustig, wenn autofetischisten texte darüber schreiben, wie sie infrastruktur fürs fahrrad schaffen.

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der forsche forscher an allen fronten der erkenntnis, scheint jetzt einen dauerdschobb beim öffentlich-schrecklichen fernsehen zu haben. Heute hat er für die tagesschau etwas rausgekriegt, das ist so erschütternd und unerwartet, dass sich spontan eine gänsehaut bildet [archivversjon]:

Was Radfahrer mit Abstand am meisten stresst, sind Autos, die sie zu eng überholen […] wurde vor mehr als einem Jahr in der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben, dass Autofahrer einen Mindestabstand einhalten müssen, wenn sie Radfahrer überholen wollen. Und zwar innerorts 1,5 Meter und außerorts zwei Meter. Das sollte eigentlich ein ausreichender Abstand sein […] Dazu setzte sein Team Probanden auf selbst entwickelte „Sensorbikes“ und schickte sie zu Alltagsfahrten auf dem Rad durch verschiedene Städte und Gemeinden. Dabei wurden die Konflikte mit anderen im Verkehr mit Kameras dokumentiert und ausgewertet, und es wurde gleich auch noch gemessen, wie der Körper reagiert, wenn es auf dem Rad stressig wird […] „Bei mindestens einem von drei Überholvorgängen unterschritten die Autofahrer die Mindestabstände zu den Radfahrern“, sagt der Verkehrsexperte. In einzelnen Orten wurden sogar bei jeder zweiten Überholung die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten. „Manchmal war es wirklich sehr knapp“, so der Wissenschaftler

Kann ich bestätigen, und zwar völlig ohne irgendwelche kameras, sensoren und händis. Teilweise ist es auch kein wunder, denn die straßen werden ja nicht breiter, wenn man einen überholabstand in die STVO schreibt, so dass ein paar straßen, die niemals etwas anderes als einbahnstraßen hätten sein dürfen, für radfahrer zu gefühlten todesfallen werden. Aber auch da, wo wirklich genug platz ist, wird mit fuffzich zentimetern oder gar noch weniger überholt. Und das ist einfach nur arschloch.

Objektiv gefährlicher sind allerdings so genannte radwege, praktisch immer mit angeordneter benutzungspflicht, die den radfahrer hinter bäumen und geparkten autos unsichtbar machen, so dass jede kreuzung zu einem bisschen russisch ruhlett wird. Und dafür schreiben sich scheißp’litiker (oft von den scheißgrünen) dann auch noch „förderung des radverkehrs“ in ihre narzisstisch verblendete liste von p’litischen erfolgen, und der scheißjornalist schreibts einfach ab. Radfahrer werden natürlich nicht und niemals gefragt.

Nicht überraschend

Es ist gar nicht überraschend, dass die menschen während einer umlaufenden scheißseuche keine so große lust auf den öffentlichen nahverkehr und seine virenschleudern haben, so dass beinahe jeder, der sich kein auto leisten kann, aber körperlich zum radfahren imstande ist, ein fahrrad für seine wege nimmt. Subjektiv würde ich sagen, dass sich die fahrraddichte in hannover ungefähr vervierfacht hat (tendenzjell ein bisschen drunter), und das selbst noch in stadtteilen, in denen sie schon vorher hoch war. Genauer kann man es aber nur mit verkehrszählungen rauskriegen.

Und ja, da sind viele ehemalige sonntagsfahrer dabei, die zumindest anfangs keinen verkehr gewohnt waren und… ach!

Natürlich ist die fahrradinfrastruktur nicht mit dem höheren aufkommen mitgewaxen, und natürlich hat auch keiner daran gedacht, mit guten provisorien für abhilfe zu sorgen. Und so ist es gar nicht überraschend, was die polizei in ihrer unfallstatistik verlautbart:

Ein erheblicher Rückgang der Verkehrsunfallzahlen, die Anzahl der Verkehrstoten stagniert auf dem historisch niedrigen Niveau des Vorjahres, ein Rückgang der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen; dies sind die positiven Entwicklungen der Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2020 der Polizeidirektion Hannover. Dem gegenüber steht eine steigende Anzahl von Verkehrsunfällen im Radverkehr […] Im Jahr 2020 verunfallten 2.217 Radfahrende und wurden dabei verletzt oder getötet (2019: 1.782). Die Anzahl der Leichtverletzten belief sich auf 1.948 (2019: 1.571), die der Schwerverletzten auf 261 (2019: 204). Acht Radfahrende kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2019: 7). Im Fünfjahresvergleich ist ein Anstieg von 29,6 % (+506) an verunglückten Radfahrenden zu verzeichnen. Insgesamt 329 (2019: 205) Pedelecfahrende, die im Rahmen der Verkehrsstatistik zum Radverkehr gezählt werden, verunglückten im vergangenen Jahr. Vier Pedelecfahrende wurden 2020 bei Verkehrsunfällen getötet (2019: 1), 56 wurden schwer (2019: 33) und 269 leicht verletzt (2019: 171). Die Anzahl der verunglückten Pedelecfahrenden stieg in den vergangenen fünf Jahren um 321,8 % (+251). Dies resultiert aus einer deutlich höheren Teilnahme von Radfahrenden am Straßenverkehr

Verkehrszählungen hat die hannöversche polizei aber leider nur aus berlin, münchen und paris, nicht aus hannover. In hannover müssen polizei und stadtverwaltung die zunahme des radverkehrs genau so schätzen, wie ich das muss. Scheiß auf daten. Und nein, dass man hektoliterweise rote farbe auf die straßen kippt, wo vorher eine einfache linje gereicht hat, schafft eben so wenig fahradinfrastruktur wie lustige und nichts sagende markierungen derjenigen wege, auf denen nicht nur ich immer schon mit dem rad gefahren bin, als so genannte „veloroute“. Grüße auch an den hannöverschen oberwürgermeister Belit Onay von den scheißgrünen. Vielleicht lässt der demnächst mit ein paar komplizen aus dem verkehrsausschuss noch ein paar schilder radschnellweg an den straßen aufstellen, das wirds bringen… 😦

Menschenverachtende polizeisprache des tages

In Barsinghausen ist am Montag, 29.03.2021, ein Radfahrer von einem Auto erfasst worden […] Dabei wurde er von dem Auto aufgeladen und zu Boden geschleudert

Immer diese autos, die völlig ohne zutun ihres fahrerys diese radfahrerys erfassen, aufladen und zu boden schleudern, direkt auf die intensivstazjon… aber hej, zum glück gibt es ja auch eine gute nachricht:

Die Autofahrerin überstand den Unfall unverletzt

Da bin ich ja beruhigt.

Gefällt mir!

Gefällt mir, dass in hannover endlich auch polizeibeamtys¹ auf der beschissenen fahrrad-infrastruktur verunfallt werden können. Vielleicht heißt es dann, nachdem die werten polizistys¹ immer wieder ihre kollegys im krankenhaus besuchen, nicht mehr so oft in der polizeisprache, dass ein radfahrery von einem kfz erfasst wurde, wenn ihm die vorfahrt genommen wurde…

¹Ich benutze vorläufig die endung -y für ein geschlechtsneutrales wort. Das läuft gerade als neue idee in der szene um, und es das erste mal, dass mir eine solche form gefällt, weil sie unverkrampft, nicht sperrig und sprechbar ist. Und das fügt sich hervorragend in die rechte gutschreibung…

Die Umweltschutzpartei CSU

Die umweltschutzpartei CSU warnt vor umweltschäden durch zu viele radwege [archivversjon]:

Der Dietramszeller Kreisrat warnte vor dem Flächenverbrauch. Zu viel Grün müsste für Radwege versiegelt werden, was wiederum zu Lasten der Landwirtschaft und der Natur gehe

Kannstedirselbstgarnichtausdenkensowas… 🤦‍♂️️🤣️

Asozjaler „fahrradfreund“ des tages

Neues vom verkehr im reichshauptslum:

Achtung Fahrradfahrer, hier verstecken sich gefährliche Fallen! Ein Unbekannter hat ein Holzbrett mit herausstehenden Schrauben auf einem Trail im Grunewald eingegraben. René Filipekk (41) entdeckte vergangenen Sonnabend während seiner Radtour mit dem Mountainbike plötzlich einen platten Vorderreifen. Doch erst als eine Joggerin mit ihrem Schuh auf die Falle trat und diese so aus der Erde zog, erkannte er die Ursache für seinen kaputten Reifen.

[Archivversjon]

Ist ja auch zu schade, wenn immer nur autos brennen, da muss man doch auch mal ein paar radfahrern schaden machen.

Idiocracy des tages

In der BRD-idiocracy sterben erwaxene menschen daran, dass sie nicht wissen, wozu die pedale an einem fahrrad gut sind. Gruß auch an alle scheißjornalisten und scheißp’litiker, die ständig so tun, als sei das wort „motor“ gleichbedeutend mit „mobilität“.

Dass eine mütze, eine jacke und handschuhe bei saukälte ebenfalls sehr wichtig sind, versteht so ein industriell im BRD-schulwesen und im BRD-scheißjornalismus verdummter jungerwaxener natürlich auch nicht mehr.

Straßenverkehrsordnungsschulung des tages

Endlich erklärt mir (und allen anderen) mal jemand, was dieses verkehrtschild „fahrradstraße“ wirklich bedeutet, vor allem in seiner in hannover sehr häufigen darreichungsform mit zusatzzeichen „frei für KFZ“. Es ist ein etwas längerer text geworden. Kurze zusammenfassung aus der sicht eines radfahrers: das teure schild bedeutet praktisch nichts, sondern ist nur akzjonsp’litik für die „gefühlte fahrradförderung“ im rahmen der angeblichen „verkehrswende“. Selbst der sehr sachkundig schreibende autor des textes unterscheidet zwischen „echten fahrradstraßen“ und dem standardfall, den er „unechte fahrradstraßen“ und ich schlicht „bullschitt“ nenne.

Und nein, vom „privileg“ nebeneinander radfahren zu können, mache ich keinen gebrauch. Das ist doch nichts als behinderung anderer leute.

Albtraum-fahrradunfall des tages

Ein Überholmanöver ist am Mittwochmorgen im Uchte (Landkreis Nienburg) völlig verunglückt. Dabei ist eine 65-jährige Radfahrerin von der Ladung eines umkippenden Lkw-Anhängers zur Seite geworfen und komplett verschüttet worden. Erst als die Retter, die dem verletzten Lkw-Fahrer zur Hilfe eilten, eine Stimme aus dem riesigen Berg von Kompost vernahmen, der sich über die Straße verteilt hatte, wurden sie auf die Frau aufmerksam. So konnte die schwer Verletzte schließlich gerettet und ins Krankenhaus nach Sulingen gebracht werden

[Archivversjon]

Auto-darf-alles-klub des tages

Zwanzig stundenkilometer sind viel zu schnell… wenns um radfahrer geht.

Bauchschmerzen macht dem Club derzeit die Fahrradtrasse, die mitten durch die autofreie Strecke führt und der ursprünglichen Idee einer klassischen Fußgängerzone zwei gelbe Striche durch die Rechnung macht. Mehr als 400 Radfahrer pro Stunde waren hier bereits Tage vor Beginn des Pilotprojekts zu Spitzenzeiten unterwegs. „Für Gehör- und Sehbehinderte, aber auch für ältere Menschen und Kinder kann der Radweg zum Sicherheitsproblem werden“, prognostiziert Volker Krane und fordert besondere Rücksichtnahme. Durch die Verkehrsbeschilderung von 20 km/h könnten sich Radfahrer ermutigt fühlen, hier besonders zügig zu fahren. Im Falle einer langfristigen Etablierung des Projekts schlägt der Club daher eine niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzung und die deutlichere Trennung der Wege vor

Ich wills mal so sagen. „Für gehör- und sehbehinderte, aber auch für ältere menschen, kinder und wischofonzombies kann die fahrbahn zum sicherheitsproblem werden“, prognostiziert Elias Schwerdtfeger und fordert besondere rücksichtnahme. Durch die verkehrsbeschildung von 50 km/h könnten sich autofahrer ermutigt fühlen, hier besonders zügig zu fahren. :mrgreen:

Autowahn des tages

Was passiert, wenn man in der BRD mal gute radwege mit ordentlichem straßenbelag baut? Richtig, sie werden von renitenten autofahrern benutzt, und wenn da eine schranke vorgeschweißt wird, dann wird die schranke eben plattgemacht. Wo kommen wir denn da hin, wenn es gute straßen gibt, die nicht für das hl. auto sind?!

Und ja, da braucht es schranken. Verkehrszeichen interessieren diese autofahrer einen scheißdreck, wenn sie irgendwo langfahren wollen.

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der forsche forscher an allen fronten der erkenntnis, macht mal wieder einen nebendschobb, diesmal in der tagesschau-redakzjon. Und da hat er eine erkenntnis formuliert, die ist so atemberaubend, dass einem auch völlig ohne corona die luft wegbleibt:

Parkende Autos sind für Radfahrer ein weitaus größeres Sicherheitsproblem als bisher bekannt. Jeder fünfte Unfall wird durch sie verursacht – weil sie die Sicht einschränken oder die Fahrertür plötzlich aufgeht

[Archivversjon]

Die welt wird niemals mehr die gleiche sein. Wenn man mal davon absieht, dass demnächst auch weiterhin der radverkehr auf blutroten „schutzstreifen“ unmittelbar an parkenden autos vorbei auf der rechten seite von rechtsabbiegendem verkehr geradeaus geführt werden wird. Wer lieber leben möchte, kann sich ja ein auto kaufen, gibt auch ein paar tausender von BRD und EU dazu, wisst schon, wegen corona und der umwelt… 💶

Auch weiterhin viel spaß mit autofahrenden und autodenkenden scheißp’litikern, die fahrrad-infrastruktur planen. Mit benutzungspflicht und 25 øre teurem zettel, wenn man sie mal doch nicht benutzt, versteht sich, denn diese schreibtischmörder wissen genau, dass radfahrer von der benutzung nur nachteile haben.