Dummfrage des tages

Eben in einer umfrage der TU dresden die folgende frage gelesen:

Wie stark fühlen Sie sich den folgenden Gruppen von Verkehrsteilnehmer*innen zugehörig ?

Ich fühle mich der Gruppe der Radfahrenden zugehörig […]

Nein, ich will hier weder über gender*sternchen noch über die hirn- und zungenstrafe „radfahrende“ abjauchen¹, obwohl das angesichts des überreich dargebotenen, genderbarocken, vorsätzlich verständniserschwerenden universitären neusprechs auch ein bisschen juckt.

Das wahrhaft dumme in dieser frage ist inhaltlicher natur: ich dachte immer, das mit dem radfahren sei eine sache des fahrrades, das man im alltag benutzt und nicht eine sache des gefühles. :mrgreen:

Nur für den fall, dass ihr euch mal fragt, wo einige teilweise völlig abstruse studienergebnisse in studien von BRD-universitäten so herkommen. Die fragen da nach gefühlen und danach, wie man sich fühlt, fühlte und fühlen könnte oder möchte. Das geht auch in den folgenden gefühlt zwanzig, hochgradig repetitiv gestellten fragen so weiter. Müsst ihr mal verständnis für fühlen: das ist die neue wissenschaft, die garantiert kein wissen mehr schafft, aber sich immerhin wissenschaftlich anfühlt. Und schöne diagramme kann man und frud und dingz eben auch als auswertung solcher dummfragen erstellen, und die fühlen sich ja auch so richtig nach daten und fakten an. Manche menschen sollen es mit solcher wissenschaftlicher mimikry sogar zu posten und pfründen im BRD-universitätsbetrieb gebracht haben…

Nicht daten sind der rohstoff der zukunft. Dummheit ists.

¹Für alle, die sprachgefühllos geworden sind: ich bin auch dann noch ein radfahrer, wenn ich gerade mal kein radfahrender bin.

Was man in der BRD nicht alles studieren kann!

Die staatsfromme scheiß-ARD, hier in gestalt des scheiß-SWR, berichtet mal wieder im besten staatsfrommen ton, völlig unkritisch und ohne jede nachfrage:

An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe sollen Studierende zukünftig Radverkehr studieren können. Am Donnerstag übergab Bundesverkehrsminister Scheuer die Förderbescheide

[Archivversjon]

Ich will aber lieber den verkehr mit diesen batteriebetriebenen kinderrollern für erwaxene studieren! 😀

Gemeinsam mit Studierenden soll herausgefunden werden, welche Rolle das Fahrrad künftig im alltäglichen Straßenverkehr spielen soll und kann

Ich wills mal so sagen: das kriegt man immer noch am besten raus, wenn man sich aufs fahrrad setzt und regelmäßig als kanonenfutter des straßenverkehrs unterwegs ist. Ich mache das schon seit vielen jahrzehnten.

Aber hochgelehrte professoren werfen auch schon die ersten wichtigen fragen für eine klärung auf:

Es gibt Rätsel, die immer noch nicht gelöst sind: Warum fährt das Fahrrad wirklich? […] Was bringt Leute zum Fahrrad fahren? Was ist die beste Infrastruktur, die wir bauen können?

Gerne will ich dem herrn prof. Jochen Eckert seine drei drängenden fragen an dieser stelle beantworten:

  1. Wegen der impulserhaltung (siehe bei Newton) und der ausrichtung des impulses längs der fahrtrichtung durch fest eingespannte, so genannte laufräder.
  2. Große entfernungen und ein für immer mehr menschen unbezahlbar überteuerter, sehr unbekwem und unangenehm zu nutzender und oft unzuverlässiger öffentlicher nahverkehr.
  3. Gut asfaltierte straßen ohne sinnlose, meist marode, oft als vielzweck-abstellfläche benutzte und/oder zugeparkte sonderwege mit behördlich angeordneter benutzungspflicht und vor allem ohne irgendwelche linjen und rot gekennzeichnete bereiche mit ebenfalls angeordneter benutzungspflicht, obwohl man bei der benutzung dieser blutstreifen den in der STVO geforderten abstand zum parkenden verkehr von 1,5 meter (und damit zu sich immer wieder einmal spontan öffnenden autotüren, denn in diese außenspiegel kann so ein autofahrer ja auch nicht immer reingucken) deutlich unterschreitet, wenn man diese scheiße nutzt. Solche scheißideen, die es bei androhung eines ordnungsgeldes erzwingen, dass man als geradeaus fahrender radfahrer schön rechts vom rechts abbiegenden verkehr fährt, machen die nutzung der straßen nämlich noch gefährlicher, als sie es eh schon sind. Ein „ich habe mich immer sicher auf dem radweg gefühlt, danke liebe p’litik“ ist eine verdammt beschissene inschrift für einen grabstein, und eine helmpflicht hilft nicht. Vom verkehrtplanerisch vorgestellten linksabbiegen habe ich dabei noch gar nicht angefangen.

Es war mir eine ehre, herr professor! 😉

Ich empfehle eine sofortige zusammenlegung mit den gender studies. Da wäxt dann zusammen, was zusammen gehört.

Grüße auch an Andreas Scheuer (CSU), der mich unbedingt tot sehen will.

Nicht der postilljon

Kannstedirgarnichtselbstausdenkensowas!

Statt abzuschleppen
Radweg-Markierung in Köln um Auto herumgemalt

Die von der Stadt beauftragten Arbeiter haben allerdings beim Bemalen einen etwa viereinhalb Meter langen Streifen ausgespart – genau so lang ist der dort abgestellte Audi. Statt das widerrechtlich auf dem Radweg geparkte Fahrzeug abschleppen zu lassen, haben sie mit der roten Farbe kurzerhand um das Auto herumgemalt […] Audi […] der nach Angaben eines Anwohners bereits seit Wochen dort parken soll

[Archivversjon]

Das ist bestimmt diese „verkehrswende“, von der sie alle reden.

Und nun zum krieg an der straßenfront

Da sitzt ein arschloch in seinem volxpanzer — von werbern, jornalisten und autoverkäufern meist SUV genannt — schubst einen radfahrer vorsätzlich von der straße in den graben, hält an, holt sich einen ordentlichen knüppel raus, den hölzernen griff einer axt, geht damit in den graben runter und verprügelt den radfahrer noch mit dem knüppel. Ich nenne so etwas ja einen mordversuch. Der richter am amtsgericht vechta war davon überzeugt, dass es ein vorsätzlich herbeigeführter „unfall“ war und dass hinterher wirklich noch mit dem knüppel nachgedroschen wurde, und er hat dafür auch eine gesalzene und echt jetzt mal total abschreckende strafe verhängt: zwei jahre auf bewährung wegen gefährlicher körperverletzung sowie zahlung von 3.000 øre schmerzensgeld an das krankenhausreif verletzte mordversuchsopfer [archivversjon]. So muss man mit barbarei im straßenverkehr umgehen! Begründung für das strafmaß:

Wegen des hohen Alters des Angeklagten wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Es könne sein, dass man die Strafe schlichtweg nicht überlebt, sagte der Richter

Merkt es euch: wenn ihr mal jemanden umbringen wollt, wartet damit, bis ihr alt seid, und dann seht zu, dass ihr ihn von der straße putzt und dass es vors amtsgericht vechta geht! Da kommt man billig davon.

Immerhin ist wenigstens der lappen weg!

Knastwohnung des tages

Szenen aus dem real existierenden hartz-IV-staat BRD:

Der Angeklagte habe im Juni dieses Jahres den Radfahrer absichtlich mit dem Auto gerammt, um sich als Verurteilter in einer Justizvollzugsanstalt vom Staat versorgen zu lassen, sagte ein Sprecher des Gerichts nach der Urteilsverkündung […] Der Täter sei jahrelang als Informatiker tätig gewesen, bis er seine Arbeitsstelle verloren habe, sagte der Sprecher. Als Arbeitsloser habe er sein Erspartes auf einer Europareise „verprasst“. Danach habe er geplant, jemanden mit einer Axt zu schlagen, um im Gefängnis leben zu können. Schließlich habe er den Radfahrer bei einem Frontalzusammenstoß lebensgefährlich verletzt

Wenn verzweiflung, wohnungsnot, armut und psychopatie zusammenkommen, gibt es halt öfter mal barbarei. Müsst ihr verstehen, unsichtbare hand des marktes, und wo gehobelt wird, da fallen eben späne. Aber hauptsache, unsere werte bummsregierung tut was gegen den so genannten „fachkräftemangel“ und winkt mit bummsadler-papieren in der dritten welt rum, um billige und willige leute nach schland zu holen, während die fachkräfte arbeits- und obdachlos werden.

Elektromobilität des tages

Mainz (dpa). Der Akku eines E-Bikes hat in Mainz einen Wohnhausbrand ausgelöst und das Gebäude vorerst unbewohnbar gemacht. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand, teilte die Feuerwehr mit. Eine Bewohnerin habe sich ins Freie retten können. Das Rad stand demnach im Innenhof. Das Feuer habe dann teils auf das Gebäude übergegriffen. Zur Höhe des Schadens machte die Feuerwehr keine Angaben.

Immerhin ist die benzintechnik (trotz erheblicher gefährlichkeit, die man auch daran sieht, dass autos auch ganz gern mal brennen) einigermaßen sicher im alltag und für die feuerwehr zu bewältigen. Ob da wohl jemand einen akku-löschversuch mit wasser gemacht hat? Die DPA-meldung schweigt natürlich über einzelheiten, die nicht ganz so gut ins aktuelle p’litische konzept passen, ist ja die DPA. :mrgreen:

Freut ihr euch eigentlich auch schon so auf das erste parkhaus, in dem ein abgestelltes elektroauto spontan zu brennen anfängt und dann springt die sprinkleranlage an? Das wird ein fest! 🔥

Mit einem muskelkraftfahrrad wäre das nicht passiert. Aber jetzt, nachdem so viele leute jeden tag aus presse und glotze hören, dass elektromotoren so umwelt und klima sind und dass sogar kinderroller für erwaxene umwelt und klima sind, weil da eben ein elektromotor drin ist, denken viele sicher schon, dass muskelkraft irgendwie schlecht und schädlich wäre. 😖

Ach ja: Ich habe einfach keine lust mehr, für so klar gekennzeichnete DPA-übernahmen auch noch die träckerübersäte, reklamevergewaltigende und lesergängelnde kwatschwebseit irgendeines presseverlages als kwelle zu verlinken, die diese dreihundertfuffzich byte text dann in einer verpackung von mindestens mehreren megabyte reklame, symbolbildern, nachgeladenen fonts und javascriptwanzen darbietet! Geh sterben, scheißverleger, und stirb schnell! Nimm dein herbeilobbyiertes scheißleistungsschutzrecht mit ins grab, du stinkendes arschloch von presseverleger!

Scheißjornalistische radfahrerverachtung des tages

Unfälle – Hövelhof:
Radfahrer ohne Helm bei Zusammenstoß tödlich verletzt

Müsst ihr verstehen, leute: der beinahe achtzigjährige radfahrer ist beim zusammenstoß mit einer schnell bewegten tonnenschweren metallmaschine fuffzich meter durch die luft geflogen und infolgedessen abgekratzt, aber das einzige, was dem nach scheiße stinkenden DPA-scheißjornalisten dazu einfällt, ist die besondere erwähnung „er trug keinen helm“ in der überschrift. Der arsch würde bestimmt auch schreiben, dass die frauen selbst schuld sind, wenn sie mal vergewaltigt werden, und zwar schon in der überschrift — und die ganzen scheißzeitungen von bild bis alpenprawda würden es einfach übernehmen und ihre scheißreklame drumherum platzieren. 😦

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, jornalist, verrecke!

Bummsminister Andreas Scheuer hat tolle ideen…

Wenn kein schild dran steht, woran erkennt man dann einen schnellweg? Richtig, an der fahrbahnbeschaffenheit wie zum beispiel am sandigen untergrund [archivversjon]:

Das Verkehrszeichen „Radschnellweg“ soll in die StVO aufgenommen werden, um die Kennzeichnung von Radschnellwegen auch unabhängig von der Fahrbahnbeschaffenheit wie z. B. auf sandigem Untergrund möglich zu machen

Da bekommt man ja schon eine ahnung davon, was nach den ideen des herrn Scheuer demnächst alles zu „radschnellwegen“ erklärt werden wird. Dass man diese schnellwege nicht so leicht erkennt, weil der untergrund sandig ist, ist ja nur ein beispiel, der untergrund könnte auch morastig, stark beschädigt, unkenntlich oder mit glasscherben übersät sein. 😦

Überaus gelungen ist übrigens auch dieser wunderhübsche entwurf eines neuen verkehrszeichens, das ein überholverbot von fahrrädern und krafträdern symbolisieren soll:

Abbildung des verkehrzeichens aus der eben verlinkten webseite

Sorry für die lausige kwalität, aber kwelle ist die eben verlinkte seite des bummsministerjums für verkehr und digitale trampelpfade unter der leitung von Andreas Scheuer. Ist ja kein bummsministerjum für grafik, wie man auch sieht. (Und übrigens auch keines für fehlerfreie rechtschreibung in dateinamen — ich habe den namen mit dem ueberholfverbot mal so gelassen, wie er ist.)

Die sind allerdings noch nicht einmal mehr dazu imstande, ihre eigenen piktogramme aus der STVO auf neuen verkehrszeichen zu verwenden. Als ich den müll eben vorbeirollen sah, glaubte ich deshalb spontan an einen fäjhk…

Nach scheiße stinkende madsack-scheißpresse des tages

Dieser vorsätzlich meinungsmachende infomüll mit weitgehendem realitätsverlust wurde gestern und vorgestern in form der kostenlosen reklamezeitung „hallo wochenende“ in ein paar hunderttausend hannöversche briefkästen verklappt:

In der gestern in wehrlose briefkästen gesteckten, kostenlosen madsack-reklamezeitung hallo wochenende abgedruckte umfragestimmen zur erhebung von bußgeldern für das parken auf radwegen -- Devin Weinhold (18), Arb. bei der Bundeswehr -- Ich bin definitiv gegen ein Bußgeld, das ist nicht gerechtfertigt meiner Meinung nach. Die Fahrradfahrer müssen ab 18 Jahren doch eh auf der Straße fahren, da stört dann ja kein Auto auf dem Radweg. Letztendlich kommt es natürlich immer auf die Situation drauf an. Wenn es viele freie Parkplätze gibt, ist ein Parken auf dem Radweg natürlich überflüssig, aber wenn keine Parkplätze vorhanden sind oder eben alle besetzt sind, ist es doch völlig okay, wenn die Autofahrer auf dem Radweg parken. -- Noah Fischer (18), Auszubildender: Meiner Meinung nach ist es auch völlig in Ordnung, wenn die Leute auf den Radwegen parken. Letztendlich können die Autofahrer ja auch oft nichts dafür, wenn es keine Parkplätze gibt oder alle belegt sind. Und die Autofahrer parken ja nur auf den Radwegen, sie fahren dort ja nicht. Was sollen sie auch sonst machen? Eigentlich entsteht ja für niemanden eine Gefahr, weil sowohl die Leute auf dem Gehweg als auch die Fahrradfahrer die Autos ja sehen und ausweichen können.

Und ich dachte immer, die leute lernen bei der führerscheinprüfung die verkehrsregeln. Schon faszinierend, dass ich als nichtinhaber einer „lizenz zum vergasen“ genauer weiß, wo man parken darf und was die bedeutung des blauen verkehrtschildes mit fahrradpiktogramm ist (benutzungspflichtiger radweg, bei nichtbenutzung zwanzig øre bußgeld) als diese beiden von der madsackpresse ausgewählten exemplare der gattung menschenverachtender benzinkutscher mit angeflanschter kotaustrittsöffnung…

Das sich hier offenbarende und unkommentiert auf papier gestempelte selbstverständnis der beiden autofahrer deckt sich leider zu gut mit meinen täglichen erfahrungen als radfahrer mit diesen ganzen motorhenkern. 😦

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Sommerzeit = Radwegtodeszeit

Ersten Ermittlungen zufolge war der 30 Jahre alte Fahrer des Mercedes gegen 19:50 Uhr aus Richtung Großburgwedel kommend die Isernhägener Straße entlanggefahren. An der Kreuzung zur Auffahrt auf die Bundesautobahn 7 fuhr er bei Grünlicht in den Kreuzungsbereich ein, um anschließend nach rechts auf den Parkplatz des Möbelhauses abzubiegen. Dabei nahm er jedoch einem Radfahrer, der auf der Isernhägener Straße weiter geradeaus in Richtung Großburgwedel fahren wollte, die Vorfahrt. Der Pkw prallte frontal gegen das Rad der Marke Voxom, wodurch der 32-Jährige schwer verletzt wurde

Gut, dieser radfahrer lebt noch. Man Aber generell sollte sich jeder radfahrer darüber klar sein, dass es der einzige und wesentliche zweck von radwegen ist, dass die radfahrer aus dem „richtigen“ verkehrsgeschehen für die herrenmenschen der straße mit ihren motoren und tonnenschweren metallmaschinen entfernt werden — es handelt sich um ein imperatives rad-weg, und deshalb auch die behördlich in form eines blauen verkehrtschild-lollis angeordnete benutzungspflicht. (Wenn der radweg für die radfahrer statt gegen sie gebaut worden wäre, brauchte man diese nicht anzuordnen, weil radfahrer vorteile von der benutzung hätten.) Und deshalb wird man als radfahrer immer wieder übersehen. Vorfahrt ist unter diesen umständen eine todesfalle, auf die man sich besser nicht verlassen sollte, wenns auch lästig ist, im zweifelsfall einfach anzuhalten. Und dass da rote farbe auf dem radweg aufgebracht wird, wenn er eine straße kreuzt (auch so eine verkehrsp’litische mode zurzeit), das bedeutet nur, dass man nach den unfällen das blut nicht mehr so sehen soll. Irgendeinen schutz für den radfahrer bietet es nicht. Antivirus-schlangenöl im wirklichen leben, sozusagen. Fühlt euch sicher, aber seid es nicht. Aber glaubt dran und seid dankbar! 😦

Besoffener radfahrer des tages

Einsatzkräfte der Autobahnpolizei haben am Samstag (20.07.2019) einen Radfahrer auf der Bundesautobahn 2 kurz vor der Anschlussstelle Wunstorf-Luthe in Richtung Dortmund gestoppt. Ein Atemalkoholtest hat einen Wert knapp 1,8 Promille ergeben

Vielleicht sollte auch mal jemand nachschauen, ob da noch ein gehirn im schädel ist. Es ist ja für einen radfahrer nicht möglich, versehentlich auf die autobahn zu kommen. Der ist da absichtlich langgefahren. Der hat das für eine gute idee gehalten, mal mit dem rad auf der autobahn rumzufahren. Und so besoffen, dass man das für eine gute idee hält, kann man eigentlich gar nicht sein…

Motorisierter henker des tages

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 48 Jahre alte Wedemärker mit seinem Pkw auf der Straße An den Hägewiesen in Richtung Engelbosteler Straße unterwegs. An der Kreuzung angekommen, wollte er diese in Richtung der Straße Altes Dorf überqueren. Aus bislang unbekannter Ursache bemerkte der Autofahrer offenbar den von rechts kommenden, vorfahrtberechtigten Radfahrer zu spät, sodass es zur Kollision kam. Der 56-jährige Isernhagener verletzte sich bei dem Zusammenstoß schwer und musste mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden

Dass radfahrer so etwas wie vorfahrt haben, ist ein mytos, der sich bei naiven menschen nach oberflächlicher lektüre der straßenverkehrsordnung bildet. In der wirklichkeit des motorisierten straßenverkehrs gilt eine andere regel: das „recht“ des stärkeren. Und dieses faustrecht wird seit jahren immer schlimmer, mörderischer und barbarischer. Für die bislang unbekannte ursache, aus der heraus an einer kreuzung ein radfahrer von rechts nicht bemerkt wird, habe ich aus meiner täglichen fahrraderfahrung folgende drei hypotesen anzubieten:

  1. Er hat ganz einfach nicht hingeguckt. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. „Gucken wird überbewertet“ sollte man auf so manchem grabstein meißeln. (Und ja, auch radfahrer sind immer wieder so suizidal doof, dass sie nicht gucken.)
  2. Er hat hingeguckt und es war ihm scheißegal, ob er mit seinem gaspedal einen radfahrer fordistisch ins grab schubst, wenn der PS-schwächling auf seine vorfahrt besteht, also hat er gas gegeben. Das erlebe ich zum glück nicht so oft, aber es kommt oft genug vor.
  3. Er war mit seinem beschissenen scheißhändi beschäftigt, statt auf den verkehr zu achten, ist deshalb praktisch blind gefahren und war gefährlicher als so mancher besoffene. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. Einmal ist mir sogar ein durch den stadtverkehr hannovers fahrender omnibusfahrer entgegengekommen, mit händi in der hand und den blick fest auf die skrollenden trivialitäten gerichtet — und ich war leider nicht geistesgegenwärtig genug, mir das kennzeichen zu merken und sofort die polizei anzurufen, um diesen blutdurstigen henker so aus dem verkehr zu ziehen, dass er hoffentlich nie wieder einen bus fährt. Aber beim näxsten mal ist so ein arschloch weg. Versprochen.

Und nein, ein helm hilft da gar nicht. Freundlicherweise hat die polizei auch nicht den radfahreranklagenden, schuldumkehrenden, früher niemals fehlenden hinweis geschrieben, dass der radfahrer keinen helm trug, als er seinen motorhenker fand. Dafür zumindest ein leises danke von mir.

Und nun zu den schreibtischhenkern in der verkehrsplanung

In scheißberlin hat wieder einmal einer dieser schreibtischhenker aus der verkehrsplanung einen radfahrer umgebracht, indem er ihn als geradeaus fahrenden verkehr mit straßenmarkierungen und bußgelddrohungen dazu genötigt hat, rechts von rechtsabbiegendem verkehr mit vierzig tonnen schweren menschenkwetschern zu fahren [archivversjon].

Das sind keine „schutzstreifen“. Die nennen das nur so, damit die dümmeren und leichter manipulierbaren menschen glauben, die seien harmloser als sie aussehen. Das sind verdammte und vorsätzlich aufgebaute todesfallen für radfahrer.