Übrigens, werte hannöversche polizei…

…was heute in hannover zu erwarten ist, sind keine verkehrsbehinderungen, sondern autoverkehrsbehinderungen — und der wegfall von behinderungen durch den autoverkehr für radfahrer während der demonstrazjon.

Ach, radfahrer sind für euch kein verkehr? Da dröhnt kein motor, da kommt kein zeug aus dem auspuff, und deshalb ist es nix? So denkt ihr? Das merkt man.

Stichprobe des tages

Wenn die hannöversche polizei mal eine kleine stichprobe macht, ob die radfahrer auch wirklich mit anderthalb metern abstand überholt werden, stellt sie fest, dass bei mehr als der hälfte der überholvorgänge zu dicht überholt wird.

In den 1,5 Stunden Kontrollzeit wurden 33 Radfahrende im Bereich der kurzen Kontrollstrecke von acht Metern Länge überholt. Obwohl sich die meisten Radfahrenden beim überholt werden nicht unwohl fühlten, war der gemessene Abstand in 17 Fällen deutlich zu gering

Aber im gegensatz zu anderen verkehrsgefährdungen, bei denen richtige menschen (also autofahrer) gefährdet werden, ist die polizei hier sehr verständnisvoll:

Die erste Kontrollaktion dieser Art sowie verschiedene Präventionsangebote der Polizei in Hannover im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass die neuen bundesweiten Regelungen zur Stärkung des Radverkehrs noch nicht bei allen Verkehrsteilnehmenden bekannt sind, obwohl die Rechtsprechung bereits seit den 70er-Jahren gleichlautend ist

Das ist erst seit fuffzich jahren so, das hat noch nicht jeder mitgekriegt.

Hej, polizei! Mach das mal in der elisenstraße in linden! Das ist eine mörderische strecke für radfahrer. Fünfzig zentimeter überholabstand sind da standard. Und nein, die parallele limmerstraße ist kein bisschen weniger gefährlich, da sind es nur andere gefahren: straßenbahnen, busse, leute, die da trotz verbot durchfahren, schienen, völlig verpeilte fußgänger, besoffene, lebhafte kinder etc. Da komme ich nur im schritttempo voran, wenn ich nicht gerade völlig asozjal und gleichgültig bin, und meistens steige ich lieber ab. In der list geht es doch noch…

Stadt @hannover! Verkehrtausschuss! 🖌️🤦‍♂️️

Rot eingefärbter bereich auf der fahrbahn der noltestraße in hannover-linden, mit aufgebrachten fahrradpiktogrammen in form des verkehrszeichens radweg

Was genau wollt ihr mir oder jemandem anders mit so einer rot eingefärbten kreuzung — hier in linden in der noltestraße fotografiert — sagen? Es handelt sich wohlgemerkt nicht um einen radweg, obwohl ihr das verkehrszeichen für einen benutzungspflichtigen radweg noch schön auf die rotbemalte kreuzung gepinselt habt?

Was gebietet dieses (nicht in der STVO aufgeführte, aber dafür durch die benutzung einer signalfarbe umso auffälligere) verkehrtzeichen, das ihr da auf die straße gemacht habt? Was verbietet dieses verkehrtzeichen? Wo kann ich das außerhalb der STVO nachlesen, wenn es kein reines fantasieprodukt eurer arbeitsgruppe „spielen mit farbe“ im verkehrtausschuss ist? Welchen sinn soll das überhaupt haben? Dass man diese straße in beiden richtungen durchfahren kann, sehe ich übrigens daran, dass es keine einbahnstraße ist, da müsst ihr nicht noch einmal pfeile auf die fahrbahn malen. Schaut mal auf die parkenden autos…

Und das mit den „beiden richtungen“ ist die einzige sinnvolle informazjon, die ich dieser hochnotlächerlich bemalten kreuzung entnehmen kann. Alles anderes wirkt, als würde Kurt Schwitters im verkehrtausschuss sitzen und sich zur abwexlung mal an verkehrtzeichen in urlauten versuchen.

Wie, ihr wollt einfach nur so tun, als würdet ihr fahrradinfrastruktur schaffen — wisst schon, klima, umwelt und verkehrswende und so — wollt aber nix wirklich und wirksam verändern und habt irgendwo noch ein paar hektoliter von dieser giftig stinkenden roten farbe gefunden, deren entsorgung als sondermüll sonst zu teuer geworden wäre? Ich verstehe.

Was diese kreuzung wirklich ein kleines bisschen gefährlich macht, sind übrigens die idjoten, die völlig asozjal und merkbefreit parken… einer von ihnen ist vorne links am rand zu sehen. Gegen die wird nix unternommen. Nirgends in hannover. Niemals sieht man politesse und politör ihre teuren zettel verteilen. Und der polizei ist es einfach egal, selbst, wenn es behindernd bis verkehrsgefährdend ist. Sagt man dann dam mitmenschen polizeibeamter bescheid, verweist er aufs ordnungsamt. Dabei könnte man mit den knöllchen aus linden vermutlich mittelfristig die stadtkasse sanieren — und wenn die aus der südstadt dazukommen, hat man wieder richtig geld. Kleiner tipp von mir ans ordnungsamt: schickt eure politessen und politöre mal nach achtzehn uhr durch die straßen! Das klingelt in der kasse!

Gruß auch an oberwürgermeister Belit Onay von den scheißgrünen!

Die stadt hannover so:

Auf politischen Antrag wird ab dem 21. Juni auf der östlichen Fahrbahnseite des Schiffgrabens in Richtung stadtauswärts eine der beiden vorhandenen Fahrspuren dem Individualverkehr entzogen und durch entsprechende Markierung für den Radverkehr zur Verfügung gestellt

[Archivversjon]

Oh, radfahren ist gar kein individualverkehr? Deshalb ist das immer so anstrengend. Da sitzen mir vermutlich noch zwei, drei unsichtbare leute auf dem rad.

Schon lustig, wenn autofetischisten texte darüber schreiben, wie sie infrastruktur fürs fahrrad schaffen.

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der forsche forscher an allen fronten der erkenntnis, scheint jetzt einen dauerdschobb beim öffentlich-schrecklichen fernsehen zu haben. Heute hat er für die tagesschau etwas rausgekriegt, das ist so erschütternd und unerwartet, dass sich spontan eine gänsehaut bildet [archivversjon]:

Was Radfahrer mit Abstand am meisten stresst, sind Autos, die sie zu eng überholen […] wurde vor mehr als einem Jahr in der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben, dass Autofahrer einen Mindestabstand einhalten müssen, wenn sie Radfahrer überholen wollen. Und zwar innerorts 1,5 Meter und außerorts zwei Meter. Das sollte eigentlich ein ausreichender Abstand sein […] Dazu setzte sein Team Probanden auf selbst entwickelte „Sensorbikes“ und schickte sie zu Alltagsfahrten auf dem Rad durch verschiedene Städte und Gemeinden. Dabei wurden die Konflikte mit anderen im Verkehr mit Kameras dokumentiert und ausgewertet, und es wurde gleich auch noch gemessen, wie der Körper reagiert, wenn es auf dem Rad stressig wird […] „Bei mindestens einem von drei Überholvorgängen unterschritten die Autofahrer die Mindestabstände zu den Radfahrern“, sagt der Verkehrsexperte. In einzelnen Orten wurden sogar bei jeder zweiten Überholung die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten. „Manchmal war es wirklich sehr knapp“, so der Wissenschaftler

Kann ich bestätigen, und zwar völlig ohne irgendwelche kameras, sensoren und händis. Teilweise ist es auch kein wunder, denn die straßen werden ja nicht breiter, wenn man einen überholabstand in die STVO schreibt, so dass ein paar straßen, die niemals etwas anderes als einbahnstraßen hätten sein dürfen, für radfahrer zu gefühlten todesfallen werden. Aber auch da, wo wirklich genug platz ist, wird mit fuffzich zentimetern oder gar noch weniger überholt. Und das ist einfach nur arschloch.

Objektiv gefährlicher sind allerdings so genannte radwege, praktisch immer mit angeordneter benutzungspflicht, die den radfahrer hinter bäumen und geparkten autos unsichtbar machen, so dass jede kreuzung zu einem bisschen russisch ruhlett wird. Und dafür schreiben sich scheißp’litiker (oft von den scheißgrünen) dann auch noch „förderung des radverkehrs“ in ihre narzisstisch verblendete liste von p’litischen erfolgen, und der scheißjornalist schreibts einfach ab. Radfahrer werden natürlich nicht und niemals gefragt.

Nicht überraschend

Es ist gar nicht überraschend, dass die menschen während einer umlaufenden scheißseuche keine so große lust auf den öffentlichen nahverkehr und seine virenschleudern haben, so dass beinahe jeder, der sich kein auto leisten kann, aber körperlich zum radfahren imstande ist, ein fahrrad für seine wege nimmt. Subjektiv würde ich sagen, dass sich die fahrraddichte in hannover ungefähr vervierfacht hat (tendenzjell ein bisschen drunter), und das selbst noch in stadtteilen, in denen sie schon vorher hoch war. Genauer kann man es aber nur mit verkehrszählungen rauskriegen.

Und ja, da sind viele ehemalige sonntagsfahrer dabei, die zumindest anfangs keinen verkehr gewohnt waren und… ach!

Natürlich ist die fahrradinfrastruktur nicht mit dem höheren aufkommen mitgewaxen, und natürlich hat auch keiner daran gedacht, mit guten provisorien für abhilfe zu sorgen. Und so ist es gar nicht überraschend, was die polizei in ihrer unfallstatistik verlautbart:

Ein erheblicher Rückgang der Verkehrsunfallzahlen, die Anzahl der Verkehrstoten stagniert auf dem historisch niedrigen Niveau des Vorjahres, ein Rückgang der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen; dies sind die positiven Entwicklungen der Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2020 der Polizeidirektion Hannover. Dem gegenüber steht eine steigende Anzahl von Verkehrsunfällen im Radverkehr […] Im Jahr 2020 verunfallten 2.217 Radfahrende und wurden dabei verletzt oder getötet (2019: 1.782). Die Anzahl der Leichtverletzten belief sich auf 1.948 (2019: 1.571), die der Schwerverletzten auf 261 (2019: 204). Acht Radfahrende kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2019: 7). Im Fünfjahresvergleich ist ein Anstieg von 29,6 % (+506) an verunglückten Radfahrenden zu verzeichnen. Insgesamt 329 (2019: 205) Pedelecfahrende, die im Rahmen der Verkehrsstatistik zum Radverkehr gezählt werden, verunglückten im vergangenen Jahr. Vier Pedelecfahrende wurden 2020 bei Verkehrsunfällen getötet (2019: 1), 56 wurden schwer (2019: 33) und 269 leicht verletzt (2019: 171). Die Anzahl der verunglückten Pedelecfahrenden stieg in den vergangenen fünf Jahren um 321,8 % (+251). Dies resultiert aus einer deutlich höheren Teilnahme von Radfahrenden am Straßenverkehr

Verkehrszählungen hat die hannöversche polizei aber leider nur aus berlin, münchen und paris, nicht aus hannover. In hannover müssen polizei und stadtverwaltung die zunahme des radverkehrs genau so schätzen, wie ich das muss. Scheiß auf daten. Und nein, dass man hektoliterweise rote farbe auf die straßen kippt, wo vorher eine einfache linje gereicht hat, schafft eben so wenig fahradinfrastruktur wie lustige und nichts sagende markierungen derjenigen wege, auf denen nicht nur ich immer schon mit dem rad gefahren bin, als so genannte „veloroute“. Grüße auch an den hannöverschen oberwürgermeister Belit Onay von den scheißgrünen. Vielleicht lässt der demnächst mit ein paar komplizen aus dem verkehrsausschuss noch ein paar schilder radschnellweg an den straßen aufstellen, das wirds bringen… 😦

Menschenverachtende polizeisprache des tages

In Barsinghausen ist am Montag, 29.03.2021, ein Radfahrer von einem Auto erfasst worden […] Dabei wurde er von dem Auto aufgeladen und zu Boden geschleudert

Immer diese autos, die völlig ohne zutun ihres fahrerys diese radfahrerys erfassen, aufladen und zu boden schleudern, direkt auf die intensivstazjon… aber hej, zum glück gibt es ja auch eine gute nachricht:

Die Autofahrerin überstand den Unfall unverletzt

Da bin ich ja beruhigt.

Gefällt mir!

Gefällt mir, dass in hannover endlich auch polizeibeamtys¹ auf der beschissenen fahrrad-infrastruktur verunfallt werden können. Vielleicht heißt es dann, nachdem die werten polizistys¹ immer wieder ihre kollegys im krankenhaus besuchen, nicht mehr so oft in der polizeisprache, dass ein radfahrery von einem kfz erfasst wurde, wenn ihm die vorfahrt genommen wurde…

¹Ich benutze vorläufig die endung -y für ein geschlechtsneutrales wort. Das läuft gerade als neue idee in der szene um, und es das erste mal, dass mir eine solche form gefällt, weil sie unverkrampft, nicht sperrig und sprechbar ist. Und das fügt sich hervorragend in die rechte gutschreibung…

Die Umweltschutzpartei CSU

Die umweltschutzpartei CSU warnt vor umweltschäden durch zu viele radwege [archivversjon]:

Der Dietramszeller Kreisrat warnte vor dem Flächenverbrauch. Zu viel Grün müsste für Radwege versiegelt werden, was wiederum zu Lasten der Landwirtschaft und der Natur gehe

Kannstedirselbstgarnichtausdenkensowas… 🤦‍♂️️🤣️

Asozjaler „fahrradfreund“ des tages

Neues vom verkehr im reichshauptslum:

Achtung Fahrradfahrer, hier verstecken sich gefährliche Fallen! Ein Unbekannter hat ein Holzbrett mit herausstehenden Schrauben auf einem Trail im Grunewald eingegraben. René Filipekk (41) entdeckte vergangenen Sonnabend während seiner Radtour mit dem Mountainbike plötzlich einen platten Vorderreifen. Doch erst als eine Joggerin mit ihrem Schuh auf die Falle trat und diese so aus der Erde zog, erkannte er die Ursache für seinen kaputten Reifen.

[Archivversjon]

Ist ja auch zu schade, wenn immer nur autos brennen, da muss man doch auch mal ein paar radfahrern schaden machen.

Idiocracy des tages

In der BRD-idiocracy sterben erwaxene menschen daran, dass sie nicht wissen, wozu die pedale an einem fahrrad gut sind. Gruß auch an alle scheißjornalisten und scheißp’litiker, die ständig so tun, als sei das wort „motor“ gleichbedeutend mit „mobilität“.

Dass eine mütze, eine jacke und handschuhe bei saukälte ebenfalls sehr wichtig sind, versteht so ein industriell im BRD-schulwesen und im BRD-scheißjornalismus verdummter jungerwaxener natürlich auch nicht mehr.

Straßenverkehrsordnungsschulung des tages

Endlich erklärt mir (und allen anderen) mal jemand, was dieses verkehrtschild „fahrradstraße“ wirklich bedeutet, vor allem in seiner in hannover sehr häufigen darreichungsform mit zusatzzeichen „frei für KFZ“. Es ist ein etwas längerer text geworden. Kurze zusammenfassung aus der sicht eines radfahrers: das teure schild bedeutet praktisch nichts, sondern ist nur akzjonsp’litik für die „gefühlte fahrradförderung“ im rahmen der angeblichen „verkehrswende“. Selbst der sehr sachkundig schreibende autor des textes unterscheidet zwischen „echten fahrradstraßen“ und dem standardfall, den er „unechte fahrradstraßen“ und ich schlicht „bullschitt“ nenne.

Und nein, vom „privileg“ nebeneinander radfahren zu können, mache ich keinen gebrauch. Das ist doch nichts als behinderung anderer leute.