Motorisierter henker des tages

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 48 Jahre alte Wedemärker mit seinem Pkw auf der Straße An den Hägewiesen in Richtung Engelbosteler Straße unterwegs. An der Kreuzung angekommen, wollte er diese in Richtung der Straße Altes Dorf überqueren. Aus bislang unbekannter Ursache bemerkte der Autofahrer offenbar den von rechts kommenden, vorfahrtberechtigten Radfahrer zu spät, sodass es zur Kollision kam. Der 56-jährige Isernhagener verletzte sich bei dem Zusammenstoß schwer und musste mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden

Dass radfahrer so etwas wie vorfahrt haben, ist ein mytos, der sich bei naiven menschen nach oberflächlicher lektüre der straßenverkehrsordnung bildet. In der wirklichkeit des motorisierten straßenverkehrs gilt eine andere regel: das „recht“ des stärkeren. Und dieses faustrecht wird seit jahren immer schlimmer, mörderischer und barbarischer. Für die bislang unbekannte ursache, aus der heraus an einer kreuzung ein radfahrer von rechts nicht bemerkt wird, habe ich aus meiner täglichen fahrraderfahrung folgende drei hypotesen anzubieten:

  1. Er hat ganz einfach nicht hingeguckt. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. „Gucken wird überbewertet“ sollte man auf so manchem grabstein meißeln. (Und ja, auch radfahrer sind immer wieder so suizidal doof, dass sie nicht gucken.)
  2. Er hat hingeguckt und es war ihm scheißegal, ob er mit seinem gaspedal einen radfahrer fordistisch ins grab schubst, wenn der PS-schwächling auf seine vorfahrt besteht, also hat er gas gegeben. Das erlebe ich zum glück nicht so oft, aber es kommt oft genug vor.
  3. Er war mit seinem beschissenen scheißhändi beschäftigt, statt auf den verkehr zu achten, ist deshalb praktisch blind gefahren und war gefährlicher als so mancher besoffene. Das erlebe ich jeden verdammten tag meines lebens mehrfach. Einmal ist mir sogar ein durch den stadtverkehr hannovers fahrender omnibusfahrer entgegengekommen, mit händi in der hand und den blick fest auf die skrollenden trivialitäten gerichtet — und ich war leider nicht geistesgegenwärtig genug, mir das kennzeichen zu merken und sofort die polizei anzurufen, um diesen blutdurstigen henker so aus dem verkehr zu ziehen, dass er hoffentlich nie wieder einen bus fährt. Aber beim näxsten mal ist so ein arschloch weg. Versprochen.

Und nein, ein helm hilft da gar nicht. Freundlicherweise hat die polizei auch nicht den radfahreranklagenden, schuldumkehrenden, früher niemals fehlenden hinweis geschrieben, dass der radfahrer keinen helm trug, als er seinen motorhenker fand. Dafür zumindest ein leises danke von mir.

Und nun zu den schreibtischhenkern in der verkehrsplanung

In scheißberlin hat wieder einmal einer dieser schreibtischhenker aus der verkehrsplanung einen radfahrer umgebracht, indem er ihn als geradeaus fahrenden verkehr mit straßenmarkierungen und bußgelddrohungen dazu genötigt hat, rechts von rechtsabbiegendem verkehr mit vierzig tonnen schweren menschenkwetschern zu fahren [archivversjon].

Das sind keine „schutzstreifen“. Die nennen das nur so, damit die dümmeren und leichter manipulierbaren menschen glauben, die seien harmloser als sie aussehen. Das sind verdammte und vorsätzlich aufgebaute todesfallen für radfahrer.

Andreas Scheuer (CSU) kündigt meinen tod an…

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will durch mehrere Reformen mehr Platz und Rechte für Radfahrer quasi auf die Straße bringen. „Das Rad ist ein gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs“, betonte der CSU-Politiker. Das soll sich ändern

*grusel!*

[Archivversjon] (bitte auch mal meine links klicken, um zu bemerken, dass ich eben vorsätzlich sinnentstellend zitiert habe). 😉

Und, was will er jetzt machen, der bescheuerte doofrindt-nachfolger, dass sich das mit dem gleichberechtigten teil des straßenverkehrs ändert?

Ah ja, „schutzstreifen“. Also auf der rechten straßenseite gezogene, abgetrennte, meist etwas zu enge linjen (mit der ungefähren breite eines handtuches) mit bußgeldbewehrter benutzungspflicht für radfahrer, die meist als vielzweckstreifen (parken, sperrmüll, sonstwas) dienen. So dass radfahrer gezwungen werden, beim geradeausfahren rechts von rechtsabbiegendem verkehr zu fahren. Von radfahrern, die nach links wollen, ist dabei noch gar nicht geredet. Klar, so etwas kann man „schutzstreifen“ nennen, wenn man das wort „endlösung“ auch schönklingender als „massenmord“ findet. Ich bevorzuge das viel klarere wort „todesfalle“ — und diese totalverkackte scheißidee irgendwelcher leute, die garantiert nie im normalen alltag mit dem fahrrad durch deutsche städte mit ihrem mörderischen stadtverkehr fahren, greift immer mehr um sich. Vor ein paar tagen habe ich mich wegen einer polizeimeldung mal zu einem längeren rant hinreißen lassen, den ich hier nicht wiederholen möchte.

Ganz großes kino: LKW-fahrer sollen demächst innerorts nur noch im schritttempo rechts abbiegen dürfen. Nun, ich wills mal so sagen: ein vierzigtonner kwetscht mich auch im schritttempo noch zu tode, wenn er mich übersieht und ich in ihn übersehe, weil ich meine glubschen im verkehr irgendwo anders hinrichte. Deshalb betrachte ich solche dinger ja auch als etwas mit „eingebauter vorfahrt“. Alles andere bringt mich in der praxis einfach nur um.

Ah ja, 1,50 meter abstand beim überholen eines radfahrers. Das ist bereits seit jahren gängige rechtsprechung in der BRD, also richterrecht und damit geltendes recht. Oder anders gesagt: für den fahrradfahrer ändert sich gar nix, auch nicht, wenn das geltende recht durch andere verkehrsteilnehmer einfach ignoriert wird. Und kommt, hej, ein „neues verkehrsschild“, das darauf hinweist, dass man auf dieser straße die geltenden verkehrsregeln einhalten muss, auch wenns mal lästig wird… ich weiß nicht, wer dem herrn Scheuer ins gehirnchen geschissen hat, als er diese idee ausgebrütet hat. Zwei punkte in flensburg bei verstößen und ein ernstnehmen entsprechender anzeigen von radfahrern bei der polizei wären viel zielführender (am besten zusammen mit der zulassung von fahrrad-kameras als beweismittel, damit das barbarische PS-faustrecht auf der straße mal aufhört). Denn diese arschgeburten von vollidjoten, die mit ihren scheißautos in fünfzehn zentimeter abstand an einem vorbeirasen, sind verdammte henker! Und nein, ich rede nicht von ganz engen und/oder vorsätzlich verkehrsbehindernd zugeparkten straßen, wo wir alle gar keine andere wahl als die „kreative auslegung“ von verkehrsregeln im sinne des §1 StVO haben und wo man dann auch hoffentlich entsprechend vorsichtig miteinander umgeht, sondern von idjoten. Wer sich beleidigt fühlt, dürfte gemeint sein.

Und ein zweiter bei-rot-darfst-du-rechtsabbiegen-grünpfeil an den ampeln, der nur für radfahrer gelten soll, wirds auch total bringen. Ich bin auf eine erfassung der anzahl von missverständnissen gespannt. Schon der DDR-grünpfeil für autos ist mehr als nur ein bisschen gefährlich, wenn ich auch eingestehen muss, dass es ein praktisches und vielerorts sinnvolles verkehrszeichen ist, solange man die augen aufhält. Ob ein „halber grünpfeil“ da weniger gefährlich wird? Ich habe so meine zweifel.

Damit bei alledem auch wirklich noch mehr radfahrer auf der intensivstazjon oder beim bestatter landen, soll man in zukunft auch mit dem fahrrad nebeneinander fahren dürfen, wenn das mal irgendwo kein „sicherheitsrisiko“ ist. Vermutlich sieht der herr Scheuer diese tolle idee als einen beitrag zur lösung des rentenproblems durch sozjalverträgliches frühableben.

Zu schade, dass dieser schreibtisch-totschläger Andreas Scheuer (CSU) nicht für die tödlichen folgen seiner scheißp’litik verantwortlich gemacht werden kann.

(Und ja, werte autofahrer, ich weiß, dass es auch unter den radfahrern welche gibt, bei denen man die frage, ob sie auch ein gehirn haben, nur in der metzgerei beantworten könnte.)

Rechtsabbiegerhenker des tages

Der 42-Jährige wollte gegen 09:25 Uhr mit seinem Transporter das Gelände einer Tankstelle verlassen und sich in den fließenden Verkehr auf der Badenstedter Straße einfädeln. Beim Rechtsabbiegen auf die Straße missachtete er jedoch die Vorfahrt der 57-Jährigen, die mit ihrem Fahrrad auf dem beidseitig befahrbaren Radweg unterwegs war. Sie versuchte zwar noch ein Ausweichmanöver, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern und wurde beim Aufprall schwer verletzt. Ein Krankenwagen brachte sie zur stationären Behandlung in eine Klinik

Ein kleiner dank an den pressetexter der polizeidirekzjon hannover, der auch diesmal wieder auf eine sonst leider allzu übliche passive formulierung wie „der transporter erfasste die radfahrerin“ verzichtet hat und klar benennt, wie es zu so einem unfall kommt. Und nein, ein helm hätte auch nicht geholfen. Radwege, die nicht lebensgefährlich für radfahrer sind, würden hingegen sehr wohl ein bisschen helfen. Aber die gibt es in hannover an vielen orten nicht.

Und nein, irgendwelche rotenbemalten und bußgeldbewehrt-benutzungspflichtigen streifen auf der rechten seite der straße — wie sie hier in hannover gerade zur mode zu werden drohen — sind auch nicht besser als radwege. Was diese von autofahrern, vollidjoten und henkern ausgeheckte scheiße für radfahrer bedeutet, hat neulich jemand aus dem USENET schön verdeutlicht, der einfach mal zur illustrazjon eine auf den straßen weggelassene markierung auf so einen weg angebracht hat. Unfälle von rechtsabbiegenden autofahrern mit gradeaus fahrenden radfahrern sind vorprogrammiert, und wer als radfahrer nach links abbiegen will, fährt entweder einen nennenswerten umweg einmal um den block (was an so einer kreuzung gefährlich genug ist) oder nimmt das mögliche bußgeld dafür in kauf, dass er den benutzungspflichtigen radweg nicht benutzt und ordnet sich einfach auf der fahrbahn ein und lässt sich dafür auch noch von autofahrern anhupen und beschimpfen. (Ich kann ja echt verstehen, werte autofahrer, dass ihr genervt seid. Aber ich habe mir so eine scheiße nicht ausgedacht.) Verkehrsplaner, die sich so eine unfassbar dumme scheiße ausdenken, sind schreibtischmörder, die vermutlich in anderen zeiten auch mit allen ihren fachhochschulkenntnissen den platzbedarf eines häftlings in einer gaskammer ausgerechnet hätten. Für autofahrer und andere herrenmenschen, die ottokraftstoff und diesel verbrennen, würde sich jedenfalls niemand so eine mörderische gängelscheiße ausdenken. Zum glück sieht es nicht überall so schlimm aus, und zum glück kann man sich gerade in hannover noch ganz gut mit ein paar schönen umwegen durch wald und parks und dem einen oder anderen verstoß gegen geist und buchstaben der StVO (aber bitte niemals gegen den geist des §1) um solche ideen herummogeln. (Im gegensatz etwa zu hamburg.) Man ist dann zwar ein paar minütchen länger unterwegs, aber bleibt wenigstens am leben.

In hannover wird rad gefahren

Ein 46-Jähriger ist am Sonntagmorgen, 26.05.2019, im Stadtteil Mitte bei einem Unfall mit einem Kleintransporter schwer verletzt worden […] Ersten Erkenntnissen zufolge war der 47-Jährige mit seinem Citroen Jumper auf dem Friedrichswall in Richtung Friederikenplatz unterwegs. Als er nach rechts in die Karmarschstraße einbog, kollidierte er mit dem in gleiche Richtung fahrenden, bevorrechtigten 46-Jährigen. Der Radfahrer wurde schwer am Fuß verletzt und musste mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht werden

Ein kleiner dank an den pressetexter der polizei, dass nicht mehr die rede davon ist, dass der radfahrer „vom auto erfasst wurde“, als wäre da gar kein mensch dran beteiligt gewesen. Ja, genau so klingt das sonst immer. Ein weiterer kleiner dank dafür, dass darauf hingewiesen wurde, wer hier vorfahrt hatte. Ja, das wird bei unfällen mit radfahrern regelmäßig in der meldung weggelassen, und da, wo ich den unfallhergang nachvollziehen kann, weiß ich auch genau, woran das liegt, nämlich an der vorfahrt des radfahrers. Und irgendwann wird auch mich einer von diesen henkern mit führerscheinhintergrund, die gucken für völlig überbewertet halten, ins grab schubsen. Die vorfahrt eines radfahrers hat außerhalb der straßenverkehrsordnung nämlich noch weniger existenz als nessie und die UFOs. Und noch ein kleiner dank dafür, dass bei einer fußverletzung nicht druntersteht, dass der radfahrer keinen helm trug — wie das sonst leider recht regelmäßig der fall ist, wisst ja, die radfahrer sind alle selbst schuld und die helmpflicht ist alternativlos; wenn die radfahrer sterben, ist es Darwin, und jetzt gebt ordentlich gas und guckt nicht…

Wenn ihr da bei der polizei weiterhin die von der presse meist unverändert übernommenen texte so klar und frei von unterschwelliger autopropaganda schreibt, dann könnte sogar mal ein paar menschen in hannover etwas klar werden. Und das würde ich sehr begrüßen. Im moment sind radfahrer nämlich das kanonenfutter des straßenverkehrs. Und ich bin radfahrer. (Und ja, ich weiß, was für vollidjoten es unter den radfahrern hier gibt, denn ich sehe die auch jeden verdammten tag.)

Und nun fahrradhelm ab zum gebet¹!

Radweg unser, der du bist neben jeder fahrbahn,
dein „fahrradparadies“ komme,
deine benutzung sei überall pflicht²,
in allen ortschaften wie auch an den landstraßen!

Unser täglich sicherheitsgefühl gib uns heute,
und vergib uns das ständige falschfahren,
wie auch wir vergeben all den falschparkern.
Und führe uns nicht auf die fahrbahn,
sondern erlöse uns von den bösen autos!

Denn dein ist der „schutz“,
und die „fahrradfreundlichkeit“
und die „sicherheit“
bis wir schließlich in die ewigkeit…

RUMMS!

(Feierliche musik setzt ein: ta… tü… ta… ta…)

¹Das „gebet“ ist so wesentlich von Chr. Maercker inspiriert, dass es ein plagiat ist.

²Zwanzig øre ordnungsgeld, wenn man einen radweg mit blauem radweg-schild nicht benutzt, zum beispiel, weil er bis zur unbefahrbarkeit kaputt, zugeparkt, versperrmüllt ist oder einen in zusammenarbeit mit bäumen und parkenden autos so sehr von der verkehrssituazjon trennt und gleichzeitig für andere verkehrsteilnehmer unsichtbar macht, dass er schlicht lebensgefährlich ist. Wer für die nichtbenutzung eines sinnlos oder straßenverkehrsordnungswidrig mit einem schild als benutzungspflichtig angeordeten radweges nicht zahlen will, kann es vorm verwaltungsgericht durchfechten, was oft über ein jahr dauert und nerven kosten kann. Wenn man das verfahren gewinnt, bedeutet das nicht, dass der verkehrsausschuss den blauen lolli auch entfernt. Auch nicht, wenn im urteil im namen des volkers drinsteht, dass der blaue lolli da widerrechtlich steht. Hannover ist voll davon! Und voll von aufmerksamen polizeibeamten, die das auch immer wieder einmal durchsetzen (was übrigens ihr dschobb ist, die können auch nix für die scheiße). Und in anderen städten sieht es genau so beschissen aus (von mir aus eigener erfahrung bestätigt für hamburg und münchen).

Motorhenker des tages

Ein 77 Jahre alter Radfahrer ist Montagabend in Lehrte (Region Hannover) von einem Kleinlaster erfasst und tödlich verletzt worden

[Archivversjon]

Ah ja, von einem kleinlaster erfasst. Der fahrer hatte mal wieder gar nix damit zu tun. Genau wie immer, wenn die polizei im autoland PRessemeldungen rausgibt, dass mal wieder ein radfahrer mit mehreren hundert pferdestärken und einer tonnenschweren metallmaschine ins grab geschubst wurde.

Wie die Polizei mitteilte, wurde der 77-Jährige vom verlängerten Außenspiegel des Hähnchengrillwagens erfasst und von der Fahrbahn geschleudert

Der henker von fahrer hat ja nur einen radfahrer mit zentimeterabstand überholt. Das macht der vermutlich immer so. Kann doch keiner wissen, dass sein kleinlaster da mal einen radfahrer erfasst… zurzeit in der BRD übliche rechtsprechung für den mindestabstand beim überholen eines radfahrers ist übrigens anderthalb meter. Ich als radfahrer wäre ja froh, wenn die idjoten auch nur alle einen meter abstand hielten. (Und ich bin froh, dass es nicht nur solche idjoten gibt. Aber es gibt unfassbar viele davon. Und keineswegs nur auf engen straßen.)

Und natürlich behält der motorhenker auch seinen führerschein. An eine ermittlung wegen mordes oder doch wenigstens wegen fahrlässiger tötung ist im autoland gar nicht erst zu denken. Dazu kommt es nur, wenn nach vorsätzlich asozjalem und mörderischem fahren ein autofahrer tot ist, also ein richtiger arier… ähm… mensch und nicht so ein abschaum wie ein radfahrer oder ein fußgänger. Das ist der ganz normale faschismus der straße. Das ist die BRD. Das ist das land, wo ministerpräsidenten eines bundeslandes ihre regierungserklärungen erstmal zum korrekturlesen zu VW schicken. 😦

BRD-Willkür des tages

Na, ist hier schon einmal jemand betrunken fahrrad gefahren? Das kann nach rechtsauffassung des stuttgarter ordnungsamtes zu einem verbot des radfahrens führen, wenn man keinen teuren psychotest ablegt:

Für das Ordnungsamt der Stadt Stuttgart ist die Lage klar: „Wer betrunken Fahrrad fährt und dabei mit 1,6 Promille Alkohol oder mehr erwischt wird, riskiert seine Fahrerlaubnis“, teilt der Pressesprecher Martin Thronberens mit. Also die Erlaubnis, ein Fahrrad zu fahren – ob mit oder ohne Führerschein. Das gelte auch für Radfahrer. „Der Betroffene hat dann die Möglichkeit, die Eignung zur Führung eines Fahrzeugs bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unter Beweis zu stellen“, erklärt der Sprecher weiter. Wer sich weigere oder bei der Untersuchung durchfalle, der verliere seine Fahrerlaubnis – auch fürs Fahrrad. Denn es sei nicht auszuschließen, dass eine Wiederholungsgefahr bestehe: „Auch betrunkene Radfahrer können andere Verkehrsteilnehmer gefährden“, gibt Thronberens die Einschätzung des Ordnungsamtes wieder

Warum ich das — wohlgemerkt: als nichtjurist — willkür nenne? Weil es, im gegensatz etwa zum führen eines kraftfahrzeuges, keine pflicht beim radfahren gibt, sich dafür eine erlaubnis gewähren zu lassen. Folglich kann man die gar nicht existente „erlaubnis zum radfahren“ auch nicht entziehen und ihre wiedererteilung an solche auflagen knüpfen.

Und vor allem würde dieser feuchte ordnungsamtliche hirnfurz eine interessante ausweitung als unmittelbare konsekwenz haben. Die gleiche argumentazjon der „wiederholungsgefahr“ ergibt sich erst recht bei jedem menschen, der trotz allgemein bekannter, schwerer konsekwenzen seinen führerschein wegen einer trunkenheitsfahrt verloren hat, er dürfte dann fortan auch nicht mehr radfahren. Alles andere verstieße gegen das gleichheitsgebot. Und manche sollen ja auch ziemlich zugekifft auf ihrem fahrrad sitzen, wo beim autofahrer sofort der lappen kassiert würde… 😀

Dass sich in stuttgart jedes jahr dreißig menschen eine derartige willkür gefallen lassen, spricht für sich selbst. Mit den gefügigen, angstbeherrschten, schul- und medienverdummten menschen in der BRD kann man scheinbar alles machen.

In der schule fürs leben lernen

Möchte ein Lehrer mit seiner Klasse eine Radtour machen, müssen alle Schüler – egal, wie alt sie sind – einen Helm tragen. So sieht es ein noch relativ neuer Erlass des Kultusministeriums in Hannover vor

Genau, ist ja auch sicherer so. Und vor allem lernen die kinder so schon von klein auf in der BRD-zwangsschule, dass radfahren keine ganz normale form der fortbewegung ist, so etwas wie zu-fuß-gehen, autofahren, in einen bus steigen, sondern etwas ganz gefährliches, wofür es — im gegensatz etwa zum verletzungsintensiven fußball- oder handballspielen im zwangsweise verabreichten spochtunterricht an genau der gleichen BRD-staatlichen hirnfickschule — der schutzausrüstung zur vermeidung von verletzungen bedarf; etwa so, als spiele man mit vollem einsatz rugby. Hervorragende idee! Könnte von VW sein… 😦

Radweg des tages

Nehmt den radweg, haben die verkehrsplaner gesagt. Dann werdet ihr nicht im autoverkehr totgefahren, haben die verkehrsplaner gesagt [archivversjon].

Nach ersten Erkenntnissen war der junge Radfahrer am Freitagmorgen auf dem Weg zur Schule und befuhr den Radweg entlang der Otto-Hahn-Straße in entgegengesetzter Richtung. Zur gleichen Zeit bog der Lastwagen einer Lieferfirma von einem Firmengelände über den querenden Radweg nach rechts in die Otto-Hahn-Straße ein. Die bisherigen Unfallermittlungen ergaben, dass es in diesem Bereich zu dem Zusammenstoß kam und der Fahrer des 40-Tonners die Kollision zunächst nicht bemerkt hatte. Erst bei der Unterführung ‚Straßburger Straße‘ registrierte der Fahrer das unter dem Zugfahrzeug eingeklemmte Fahrrad und hielt an. Der 13-jährige Schüler war durch den Unfall unter den Lastwagen gekommen und konnte von den alarmierten Rettungskräften nur noch tot geborgen werden

Erstaunlich, dass die polizei gar nicht darauf hingewiesen hat, dass der totgefahrene schüler keinen helm trug — das machen die sonst beinahe immer bei derartigen unfällen. Vermutlich trug er einen helm. Aber wie üblich war der LKW selbstfahrend und bog einfach so ein, ganz ohne jedes zutun des fahrers. Das ist ganz ähnlich wie bei den polizeiwaffen, mit denen man niemals schießen muss, weil sich immer ein schuss löst.

Warum man in der BRD ein „mountainbike“ braucht?

Weil BRD-verkehrsplaner den radfahrern vorhandene gute straßen grundlos verbieten und sie stattdessen über irgendwelche schotter-, matsch- und schlaglochpfade lenken, die natürlich zu allem überdruss und überfluss auch noch kilometerweite umwege sind. Das hält fitt und härtet ab (aber besser kleidung zum wexeln mitnehmen und nicht zu schnell fahren). Und nächsten sonntag in der sonntagsrede des BRD-scheißp’litikers: wir müssen das klima schützen und die treibhausgase reduzieren, sonst geht der ganze planet vor die hunde! Applaus! Und drei minuten in der aktuellen kamera! Hurra!

Fährt hier jemand fahrrad?

Hier (javascript erforderlich) hat sich mal jemand die mühe gemacht, die vom bummsamt für statistik veröffentlichten polizeilichen unfalldaten etwas besser aufzubereiten, als es das bummsamt für statistik tut. Die ergnomie der seite…

Die unterschiedlichen Symbole richten sich nach dem Unfallgegner. Die Legende rollt etwas umständlich auf, wenn man oben rechts auf der Seite „Map&Tools“ anklickt, dann „Layers&Legend“ klickt und dann den Mauszeiger vor „Unfallorte2017“ setzt

…ist vielleicht ein bisschen verbesserungsbedürftig, aber die darstellung ist so schon nützlich, um sich einen überblick über die unfallschwerpunkte in der eigenen umgebung zu verschaffen. Für die strecken, die ich beinahe jeden tag durch hannover fahre, war der anblick allerdings nicht so überraschend. Und die konzentrazjon schwerer unfälle auf das radwegenetz überrascht mich auch nicht, sondern entspricht völlig dem, was ich jeden verdammten tag erlebe: radwege machen radfahrer für den autoverkehr unsichtbar, indem sie ihn hinter bäumen, sperrmüll, litfasssäulen und geparkten autos verstecken. Und sie erschweren dem radfahrer die einschätzung der verkehrssituazjon, was in hannover so weit gehen kann, dass verkehrszeichen vom radweg aus nahezu unsichtbar sind. Dafür sind sie gern mit müll zugestellt, zugeparkt oder von fußgängern mitbenutzt, so dass weitere unfallmöglichkeiten hinzukommen. Letztlich heißt der radweg so, weil das rad weg soll — und wenn der radfahrer tot ist, dann ist dieses autoverkehrsfördernde plansoll halt noch besser erfüllt.

Leider ist die abdeckung über die bundesländer sehr unbefriedigend. Nordrhein-westfalen ist nicht etwa unfallfrei, sondern es liegen keine daten vor. Das gleiche gilt für thüringen, berlin und mecklenburg-vorpommern.

Verkehrsschild des tages

Was bedeutet das verkehrszeichen „fahrradstraße“? In hannover bedeutet es, dass fahrer eines kraftfahrzeuges einen radfahrer straflos nötigen dürfen und dabei die volle unterstützung der polizei erfahren.

Und am näxsten sonntag im teater der sonntagsreden: die unbedingte notwendigkeit einer „verkehrswende“, wisst schon, für die luft, für die umwelt, für das klima.