„Geistiges eigentum“ des tages

John Steele, Anwalt im Bundesstaat Illinois, hat gestanden. Gemeinsam mit anderen hat er Pornofilme gedreht, um sie über Torrents zu verbreiten und dann die Downloader unter Verweis auf drastische Copyright-Strafen zu erpressen

Und wenn die so gescheffelten milljonen noch nicht für den verfeinerten lebensstil ausreichen, kann man das verfahren noch ein bisschen ausweiten:

Außerdem erfanden die Täter Hacks nicht existierender Computer, um Unschuldige zu belasten und ebenfalls erpressen zu können

Wären die erpresser mit jurahintergrund doch bloß in die BRD umgezogen. Hier sieht so ein riesenarschloch von jurist nämlich niemals ein gefängnis von innen. Hier ist so ein vorgehen so gut wie legal, das schreiben einer kostenpflichtigen abmahnung ohne handfesten grund weitgehend risikolos und richterchen dumpf in der dunkelkammer eines BRD-landgerichtes glaubt einem von rechtsmissbräuchlich vorgehenden lumpen bestellten „sachverständigen“ im zweifelsfalle alles und einem normalen bürger (selbst mit nachweisbaren eigenen sachkenntnissen) nix und macht dann schreiendes unrecht zu recht. Und eine p’litkaste, die vor allem aus juristen besteht, trägt seit zwei jahrzehnten nicht nur dafür sorge, dass das so bleibt, sondern dass es für die menschen in der BRD immer schlimmer wird — stichwort: leistungsschutzrecht für presseverleger.

Urteil des tages

Rechteinhaber sind mit einer Filesharing-Klage vorm Antsgericht Braunschweig gescheitert: Das Gericht sah es als nicht widerlegt, dass sich Dritte über eine Sicherheitslücke im Router des Beklagten Internetzugriff verschafft haben

Immer häufiger entsteht für die verwerter „geistigen eigentums“ die bislang eher ungewohnte situazjon, dass sie ihre vorwürfe gerichtsfest belegen müssen — und nicht etwa so, wies bislang in der BRD gehandhabt wurde, dass ein anschlussinhaber seine unschuld beweisen musste, wenn die spezjalexperten der rechteverwertungsindustrie mit irgendwelchen IP-adressen rumwedelten.

Wenn dieses richterrecht bestand behält, dann ists mit abmahnistan vorbei, und zwar endgültig. Den geforderten beleg, dass es kein ausgebeutetes sicherheitsloch gegeben hat, kann man nicht erbringen. Vielleicht sollten sich die geistigen eigentümer mal etwas anderes überlegen als diese taktik, einzelne leute rauszupicken und an ihnen unter gewissen pressetamtam teure exempel zu statuieren. Kleiner tipp von mir an die rechteverwerter: holt euch das geld doch mal von den ganzen zugangsproweidern, die ihren zahlenden kunden einen (oft unsicheren) zwangsrouter reindrücken und somit niemanden eine schangse geben, etwas gegen einen möglichen missbrauch des internetzzuganges zu machen. Ich würde mich freuen, wenn dieser BRD-typische schwachsinn aufhört.

Übrigens: wer eine abmahnung im briefkasten hat, lese bitte hier weiter. Und ans gehorsame zahlen und unterschreiben des mitgeschickten formschriebs gar nicht erst denken! [Danke, Hans!]

Achtung! Immer die internetz-leitung mitnutzen lassen!

Eine kurze und ziemlich gute nachricht vom bundesgerichtshof:

Wenn ein Internetanschlussinhaber in einem Filesharing-Verfahren angeben kann, dass Dritte Zugriff auf den Zugang hatten oder der Anschluss nicht hinreichend gesichert war, gilt die Störerhaftung nicht

Also: WLAN-passwort an freunde und nachbarn geben (mit einem spruch wie: falls das internet bei euch mal rumzickt), und mitmade abmahnanwalt kann euch im großen und ganzen am arsche lecken! Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass man mal rumfragen muss, wer das gewesen ist… und da wird natürlich niemand etwas zugeben, was teuer werden kann. Wenn in der bundesrepublik abmahnistan in zukunft nur noch egoisten abgezockt werden, erfüllt mich das mit einer gewissen freude…

Adobe, hackts bei euch! (Sehr wichtiger hinweis!)

Was zum hackenden henker habt ihr euch bei dieser beglückungsidee in eurem „flash“ gedacht?

Bildschirmfoto 'peer-assisted networking panel' aus den einstellungen des 'flash-player' von adobe

Ihr macht es tatsächlich und ohne die spur einer kommunikazjon zu einer standardeinstellung, dass jede dahergelaufene seite im internetz ein kleines „flash“-element einbetten kann, das dann meinen (und nicht nur meinen) rechner dazu verwendet, ohne meine ausdrückliche kontrolle irgendwelche dateien anderer leute im internetz zu verteilen?

Wer hat euch ins gehirn gekackt?

Muss über euren tollen trojanischen mechanismus denn wirklich erst jemand… sagen wir mal: pornografische darstellungen sexuellen kindesmissbrauches… im internetz verbreiten; müssen wirklich erst einmal ein paar tausend alles in allem harmlose brauser-nutzer mit entsprechenden ermittlungen der staatsanwaltschaften konfrontiert werden, weil dieses material über ihre IP-adresse lief, bis euch auf einmal auffällt, dass das eine absolute scheißidee war? Oder auch mal nicht-lizenzierte kopien urheberrechtlich geschützter werke? Zum beispiel, indem manipulierte „flash“-reklame über einen gepwnten reklamesörver ausgeliefert wird? Oder indem ein winziges, unsichtbares „flash“-teil in eine gehäckte seite eingebettet wird? Muss es wirklich erst zu ein paar handvoll fehlurteilen irgendwelcher technisch unkundiger richter (der normalfall in der BRD) in solchen sachen kommen, die für die betroffenen entweder teuer sind oder gar mit einer verknastung für kinderpornografie enden, bis euch auffällt, dass ihr bei der herstellung eines ausgesprochen wichtigen plugins auch ein bisschen verantwortung habt? Oder macht ihr euch solche gedanken gar nicht mehr, weil euch eh alles scheißegal ist?

Nein, mich betrifft das von euch geschaffene problem nicht. Ich konfiguriere meine brauser so, dass ich erstmal reinklicken muss, bis ein „flash“-applikazjönchen überhaupt aktiv wird. Es betrifft ausschließlich die unkundigen und naiven, die nicht damit rechnen können, dass sie von euch, von Adobe, einen trojaner untergejubelt kriegen — den sie auf vielen, vor allem unterhaltsamen webseits brauchen. Denen sind natürlich auch die brausereinstellungen viel zu „kompliziert“ und sie haben angst, dass sie mit ein paar klicks ihre kompjuter kaputt machen.

Bislang habe ich „flash“ immer wertneutral als eine technik betrachtet, mit der sich allerhand anfangen lässt, sogar gutes, wenn man nicht gerade ein reklameheini ist. Aber mit dieser tollen idee habt ihr den „flash-player“ in einen trojaner verwandelt und auf milljonen kompjutern installiert. Das war wirklich saudoof und so gedankenlos, dass ich zweifel daran bekomme, ob man überhaupt noch softwäjhr von adobe benutzen sollte.

Wer keine lust hat, sich demnächst mit staatsanwälten wegen kriminellen missbrauchs seines internetzzugangs und mit anwaltsbüros wegen zivilrechtlicher ansprüche wegen kriminellen missbrauchs seines internetzzungangs auseinanderzusetzen, gehe bitte hier lang und klicke auf die tscheckbox vor „P2P-Uplink für alle deaktivieren“. Sollte sich die funkzjon als fehlerhaft erweisen und dennoch eine nutzung durch kriminelle möglich sein, hat man wenigstens seiner sorgfaltspflicht genüge getan.

Natürlich via Fefe, aber mein zorn über diese trojanifizierung von „flash“ durch adobe ist meiner…