Freie softwäjhr des tages

Die generazjon javascript zeigt uns schon einmal, wie die Freie softwäjhr der zukunft aussieht: mit werbeeinblendungen in der konsole sieht sie aus.

Wenn mir anfang der nuller jahre einer erzählt hätte, dass ich noch die zeit erleben würde, in der man reklame in der konsole hat, ich hätte dem einen vogel gezeigt und ihn für komplett meschugge gehalten.

via Fefe

„Freie softwäjhr ist sicher“ des tages

Im Open-Source-Datenbankserver PostgreSQL klaffen drei Sicherheitslücken […] Eine der Lücken kann missbraucht werden, um sich ohne Angabe eines Passworts am Server anzumelden und Zugriff auf Datenbanken zu bekommen. Der Fehler fußt in einem Bug in der C-Bibliothek libpq, die leere Passwörter ignoriert und so behandelt, als sei kein Passwort gesetzt […] Zwei weitere Lücken in der Software ermöglichen es Nutzern unter bestimmten Umständen, Zugriff auf die Passwörter anderer Nutzer zu bekommen und in Datenobjekte zu schreiben, auf die sie eigentlich keinen Zugriff haben sollten

Also los, holt euch die neue versjon, wenn ihr postgresql im einsatz habt! Klar, bei heise im sommermodus hat mal wieder ein praktikant geschrieben, der gar nicht richtig klar gemacht hat, was das für ein fehler ist und wie man den ausnutzen kann. (Das problem liegt darin, dass die besagte libpq sich um die autentifikazjon kümmert, und dabei auch den sonderfall „kein passwort“ abfängt, nicht der datenbanksörver. Wenn man kohd hat, der diese bibliotek nicht benutzt, sondern direkt mit dem datenbanksörver kommuniziert, und wenn ein benutzer auf inaktiv gesetzt wurde, indem sein passwort auf NULL gesetzt wurde, dann tritt der fehler auf. Ich würde mich niemals darauf verlassen, auf der sicheren seite zu sein, weil meine anwendungen die bibliotek benutzen. Wenn ein angreifer über eine andere schwachstelle in irgendeiner anwendung kohd ausführen kann, ist er eventuell ganz schnell DBA.

Die frage, was für ein kraut die entwickler geraucht haben müssen, um eine autentifizierungsschwäche in einer bibliotek zu umgehen, statt sie im sörver zu fixen, müsst ihr den entwicklern stellen.

Freedoom

Freedoom 0.11 ist fertig. Und wie ich sehe, wurden diesmal auch wieder ein paar grafische altlasten des freedoom-projektes durch etwas besseres ersetzt. Na ja, einige level sind dafür nach wie vor etwas fragwürdig (aber wer desein-glanzlosleistungen wie „the chasm“ aus doom 2 oder „shipping/respawning“ aus TNT evilution kennt, weiß, dass das selbst bei den originalen vorkam — und wundert sich nicht, wenn er im dritten level noch ein unentdecktes secret hat, kurz vorm ende die offen hingelegte karte gefunden hat und jede menge leerer und völlig unerreichbarer räume angezeigt kriegt, die nur zum verwirren des spielers da zu sein scheinen)… aber dafür gibt es auch etwas sehr wichtiges:

New project logo

Der fortschritt des schier endlosen projektes ist gar nicht mehr aufzuhalten! 😉

Natürlich ist es auch weiterhin Freie softwäjhr und natürlich sind alle grafiken, klänge und komposizjonen Freie materialjen, veröffentlicht unter den sehr liberalen bedingungen der BSD-lizenz. Der ursprung der dämonischen fluten und im dreißigsten level zu vernichtende endgegner bleibt auch weiterhin Richard Stallman. 😈

Hier mal ein eindruck davon, wie mein niemals fertig werdendes WAD „not phobos again“ mit den freedoom-resorßßen aussieht, gerendert mit gzdoom:

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Startraum für das fertige level 1.

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Ein dunkler raum mit giftrinne und ein paar harmlosen zombies.

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Der raum mit dem gelben schlüssel.

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Der von unten sichtbare, versteckte rote schlüssel (nicht erforderlich, um das level zu beenden, aber nett, wenn man ihn hat).

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Ein seltsamer raum mit eingesperrten viechern, die man zerkwetschen kann.

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Das kleine geheimnis für den roten schlüssel ist gefunden.

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Mit dem roten schlüssel gehts in diesem raum, der einen eindruck vom letzten großen raum liefert und es ermöglicht, ein paar monster relativ schmerzlos aus der deckung zu behandeln.

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Das ende des ersten levels — dieser rot-grüne ersatz für die metallischen lampen aus dem original-doom hat zwar was, aber gefällt mir nicht so gut.

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Das (ziemlich unfertige) zweite level fängt so an, wie das erste level endete — nur dass ein weg nach draußen geöffnet ist.

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Die exit-tür des zweiten levels gibt einen eindruck davon, wie gut sich die freedoom-grafiken mit material kombinieren, die eigens für doom gemacht wurden (textur oben, textur an der unteren schwelle).

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Das gesamtbild wirkt sehr ansprechend. Die entscheidung der freedoom-macher, grüne laubbäumchen statt der baumstummel zu verwenden, fügt sich aber nicht so gut ein.

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Hier sind mit ausnahme der beiden UAC-tafeln nur doom2-texturen verwendet worden, und die ersatztexturen von freedoom können sich sehen lassen. Das komische weiße ding ist übrigens der ersatz für den hell knight und eine der echten verbesserung, denn die vorherigen grafiken waren sehr schlecht. Das braun-rote ding ist der ersatz für einen imp.

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Dieser halbdunkle technik-gang aus meinem level 2 sieht mit freedoom-texturen besser aus als mit den originalen doom-texturen.

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Ein weiteres nebeneinander von freedoom-texturen und texturen, die ursprünglich für das zusammenspiel mit doom-texturen gemacht wurden — und natürlich mit jeder menge sich hineinteleportierender imps, damit auch was los ist. Auch dieser raum gefällt mir ein bisschen besser als mit den originalen doom-texturen.

Freedoom als Freier ersatz für die proprietären doom-WADs ist inzwischen wirklich ziemlich gut geworden.

Einsicht des tages

sNach einem beherzten…

# apt-get install vrms

… auf einem debian-system hat man einen „virtuellen Richard Stallman“ auf seinem rechner, der einem sagt, was man an unfreier softwäjhr in seinem debian installiert hat. Die ausgabe von vrms(1) ist dann aber schon sehr erheiternd:

$ vrms -s
abs-guide
bison-doc
bsdgames-nonfree
celestia-common-nonfree
doc-rfc
doc-rfc-fyi-bcp
doc-rfc-informational
doc-rfc-misc
doc-rfc-old-std
doc-rfc-others
doc-rfc-std
doc-rfc-std-proposed
emacs24-common-non-dfsg
fonts-larabie-deco
fonts-larabie-straight
fonts-larabie-uncommon
gawk-doc
glibc-doc-reference
gsl-doc-info
gsl-ref-html
gstreamer0.10-fluendo-plugins-mp3-partner
icc-profiles
libfaac0
make-doc
mame
mame-data
mame-tools
p7zip-rar
scribus-doc
selfhtml
texinfo-doc-nonfree
unrar
virtualbox-guest-additions-iso
wolf3d-data-wl1
xfractint

dosemu
flashplugin-installer
game-data-packager
quake
ttf-mscorefonts-installer
virtualbox
virtualbox-dkms
virtualbox-qt
winetricks
wolf4sdl

Wir merken uns: die dokumentazjon für GNU bison ist nicht Frei, die dokumentazjon für GNU awk ist nicht Frei, die dokumentazjon der libc des GNU-projektes ist nicht Frei, die dokumentazjon der „GNU scientific library“ (ein hervorragendes hilfsmittel zum zahlenfressen) ist nicht Frei, die dokumentazjon von GNU make ist nicht Frei — jeweils im sinne dessen, was das GNU-projekt für Frei hält. Vielleicht sollte das GNU-projekt mal damit beginnen, seine dokumentazjonen unter Freien lizenzen zu veröffentlichen… :mrgreen:

Ich glaube, ich starte zum aggressjonsabbau nach dieser ansage erstmal das zu recht als unfrei bezeichnete quake. 😀

bsdgames-nonfree enthält das olle rogue (die älteren werden es wohl noch kennen), das nur nichtkommerzjell verbreitet werden darf, was dem GNU-begriff von Freiheit widerspricht.

Endlich!

MAME ist jetzt Freie und kwelloffene softwäjhr

Eigentlich eine gute gelegenheit, mal wieder parodius da zu spielen… natürlich ist das runterladen von sechzehn jahre alten spielen immer noch illegal. Aber der emulator läuft!

(Und der typ aus dem verlinkten video spielt besser als ich. Viel besser! Und nein, damals gab es noch keine frauen, die sich über die unverletzbare zwischengegnerin im zweiten level aufgeregt hätten…)

Wer es mir nicht glaubt…

Wer es mir nicht glaubt, dass zurzeit von den repressiven kapitalistischen staaten mit großem einsatz daran gearbeitet wird, freie softwäjhr zu kriminalisieren und illegal zu machen, der glaubt es vielleicht heise:

Das Verbot würde etlichen Open-Source-Projekten das Licht ausblasen, in denen Betriebssysteme für Geräte fremder Hersteller entwickelt werden. Beispiele sind CyanogenMod (für Smartphones), Linux (für PCs, Laptops und zahlreiche Peripheriegeräte), DD-WRT und Open-WRT (für Router)

Weil, das müsst ihr verstehen: freie softwäjhr ist aus zwei gründen schlecht. Erstens, weil sie keine gut geeignete, mit technikverhinderungen künstlich knapp gehaltene handelsware ist, mit der man die menschen bekwem und beliebig abzocken kann. Und zweitens, weil es viel schwieriger ist, darin hintertüren und abhörschnittstellen für die lauschbehörden des angestrebten überwachungsplaneten zu implementieren (es ist natürlich nicht unmöglich, aber der aufwand ist ungleich höher). Und deshalb muss freie softwäjhr weg. Genau wie diese doofe idee, dass menschen auf einem gekauften kompjuter diejenige softwäjhr laufen lassen, die sie darauf laufen lassen wollen. Und während ihr alle mit untätigen händen eure telefone streichelt, lasst ihr euch in die vollständige enteignung und totalüberwachung führen…

Was heise übrigens nicht hat, ist dieser link (englisch).

Kriminalisierung des tages

WLAN mit freier softwäjhr betreiben? Wird ab juni 2016 illegal gemacht.

Das können die nicht illegal machen? Doch, klar können die das illegal machen. Die können sogar pflanzen illegal machen, die hier überall fröhlich wuchern würden, wenn sie das wollen. Versteht ihr, einheimische pflanzen?! Das ist so absurd, als würde man brennnesseln kriminalisieren. Wenn das geht, kann man alles verbieten.

Na, dann nehmt ihr halt die gelieferte firmwäjhr eurer router, die ist ja auch ganz toll!!!elf! Geräte, bei denen ihr eigene softwäjhr nutzen könnt, sind hingegen demnächst illegal. Ja, richtig: es wird für illegal erklärt, auf einem angeschafften datenverarbeitungsgerät diejenige softwäjhr laufen zu lassen, die man darauf laufen lassen will. Und cyanogenmod auf einem wischofon ebenfalls, kauft euch doch einfach ein neues wischofon, wenn eures so viele vom hersteller ungefixte sicherheitslöcher hat, dass ihrs nicht mehr benutzen wollt, könnt oder dürft. Kostet ja nicht so viel, so ein wischofon. Und klappkompjuter mit WLAN… na, da ist die linux-installazjon dann halt verboten. Weia! Und Meikrosoft hat mit „secure boot“ den schlüssel zum technischen gefängnis neuerer kompjuter in der hand und kann diese tolle richtlinje nach US-wünschen mit technischer gewalt durchsetzen, ja, muss dies unter umständen sogar tun.

Wäre ja auch voll kacke für die verfechter des überwachungsplaneten, wenn sich völlig hintertürfreie softwäjhr immer mehr durchsetzen würde.

Sowas kommt halt raus, wenn man sich scheibchenweise enteignen lässt, und wer das nicht will, darf das enteignenlassen nicht mitmachen, sondern muss ihm starken widerstand entgegensetzen. Auch weiterhin viel spaß mit den „smarten“ geräten, mit denen diese totalentrechtung vorbereitet wurde!

Freedoom

Man kann über das desein der monster lange lästern, mir gefällts auch nicht so gut (mit beachtenswerter ausnahme der imps und der pinkies, die sind als riesenwürmer recht gelungen), aber das desein einiger level in freedoom ist großartig, wie ich letzten sonntag vor lauter langeweile einmal feststellen musste. „Map 12“ aus der aktuellen strokelversjon ist verdammt gut, sieht sehr ansprechend aus, ist abwexlungsreich wie eine ganze welt für sich und übrigens auch nicht gerade einfach — vor allem, weil man, wenn man nicht gerade auf „too young to die“ spielt, ziemlich wenig munizjon für ein paar ziemlich dicke brocken gleich zur begrüßung hat, bis man schließlich durch einen deutlich harmloseren teil des levels geht, in dem man sich aber gut verirren kann. (Nur der recht überraschende, sehr ansprechend gestaltete außenbereich auf einem seitenweg zum gut versteckten exit-knopf ist etwas dünn mit gegnern und mit zeug bestückt.) Wers gern schwierig mag, wird mit einem pistolenstart und 50 schuss in „Map 12“ nicht enttäuscht werden.

Kleiner tipp für alle älteren doom-freunde, die es mal ausprobieren wollen. Dieser schwarze dämon in freedoom ist das, was ihr als „revenant“ kennt, und natürlich sind seine raketen auch in freedoom teilweise zielsuchend und sehr schmerzhaft — aber wenn man mit dem maschinengewehr draufhält, kommt er nicht zum feuern, und wenn man nah genug rangeht, versucht er seinen nahkampfangriff und feuert ebenfalls nicht. Ansonsten sieht man — vor allem, wenn man unvorbereitet ist und die situazjon nicht schnell genug auffasst — schnell dämonenfüße:

Doomguy ist tot, der revenant tritt auf der stelle

Und diese für meinen geschmack viel zu harmlos aussehenden, weißen gespenster sind „barons of hell“. Das lernen neuer visueller repräsentationen als anstöße für eigentlich längst vertraute taktiken gibt einem zumindest anfangs wirklich das gefühl, doom neu zu lernen. Ich weiß nicht, ob das nicht viele eher als nervig empfinden werden, aber die idee, ein vollständig freies doom zu schaffen, erfordert leider auch eine abkehr von allem alten, bis hin zu jeder einzelnen grafik, und das muskulöse, comic-artige desein der alten monster kann dabei nicht erhalten werden. Die „arachnotrons“ sehen in meinen augen zum beispiel eher etwas misslungen aus. Weil neue grafiken verwendet werden müssen, ist zum beispiel auch nicht mehr John Romeros kopf hinter dem endgegner aufgespießt und muss vernichtet werden, sondern Richard Stallman dient als totenkopfwürfel schleudernder kwell aller höllischen kreatur:

Richard Stallman, der kopf hinter dem bösen

Was habe ich gelacht! 😀

(Natürlich kann man diesen einblick nur mit IDCLIP haben, der raum ist ohne cheat nicht zugänglich und der endgegner kann nur indirekt, über die splitterwirkung von raketen, getroffen werden.)

Wer schon vor inzwischen fast zwanzig jahren viel zeit mit doom verbracht hat, sollte sich meiner meinung nach freedoom unbedingt einmal anschauen. Es ist natürlich beta, und die ergebnisse der nächtlichen IWAD-erstellung sind nicht einmal das, so dass es an vielen stellen auch unfertig aussieht. Es läuft auch nicht mehr mit der alten DOOM.EXE des origjnales von „id software“ (dafür gibt es zum beispiel unterwasser-bereiche in einer weiträumigen, verlassenen mine), doch es kann problemlos mit >PrBoom und wohl auch mit den meisten moderneren programmen gespielt werden. Das gesamtspiel wirkt zurzeit noch, als wäre es aus verschiedenen leveln zusammengesteckt, denen jeder zusammenhang und der für „doom“ so typische, stetig anwaxende schwierigkeitsgrad fehlt. Es gibt weiträumige, verwirrende level, in denen fast keine gegner positioniert sind und in denen die einzige wirkliche schwierigkeit darin besteht, einen ausgang und vielleicht die paar geheimnisse zu finden, und diese werden von der schlechthinnigen hölle gefolgt, in der man sich angesichts heimtückisch platzierter gegner nur noch fragt, warum man nicht vor jedem aufzug, jedem schalter, jeder tür, jeder ecke abspeichert. Die leichteren schwierigkeitsgrade sind ebenfalls oft noch nicht völlig ausgearbeitet und generell etwas zu hoch, aber bei weitem nicht so frustrierend wie die vierte episode von „ultimate doom“. Einige wichtige schalter sind gemein platziert und können sehr leicht übersehen werden, und die geheimnisse sind — wenn man sich die level nicht gerade in einem editor anschaut — kaum zu finden. Wer 100%-spiele anstrebt, hat eine menge kniffliger situazjonen vor sich.

Ich wünsche mir ja sehr, dass aus diesem projekt endlich mehr wird. Leider fehlt mir jedes talent (und die erforderliche erfahrung) dafür, gute level zu entwerfen, so dass ich lieber vom herumstümpern absehe, aber wer dieses talent hat und eine freie, unter BSD-lizenz verfügbare „doom“-versjon für eine gute idee hält, findet in „freedoom“ ein dankbares betätigungsfeld. Denn die gesamte entwicklung geht doch seit längerer zeit sehr schleichend voran.