„Cloud“ und datenschleuder des tages

„Deep root analytics“, eine meinungsforschungsklitsche aus den USA, hat ihre angesammelte, weit in die privatsfäre der betroffenen rd. 200 milljonen menschen hineinreichende datenbank völlig ungesichert auf einem „cloud“-sörver abgelegt [Dauerhaft archivierte versjon]:

Die 1,1 Terabyte große Datenbank enthält neben Namen, Adressen, Geburtsdaten und Telefonnummern auch Stimmungsanalysen zu politisch kontroversen Themen, wie Waffenbesitz, Stammzellenforschung, Abtreibung sowie die „vermutete Religion und Ethnizität“ […] der Datensatz wurde versehentlich ohne Passwortschutz auf einem öffentlich zugänglichen Amazon-Server abgelegt

Achtet mal drauf, wie die scheißjornalisten bei solchen datenschleudereien das sonst im jubeljornalismus unentbehrliche wort „cloud“ vermeiden und lieber vom „amazon-sörver“ tintenklexen, und ihr wisst, wie euch scheißjornalisten jeden verdammten scheißtag ins gehirn ficken wollen! Geh einfach sterben, scheißjornalist!

Völlig unabhängig von dieser ganz gewöhnlichen und niederträchtigen lesermanipulazjon zur verbesserung der eigenen attraktivität für reklameschaltungen wünsche ich euch allen auch weiterhin viel spaß beim festen glauben an den überall versprochen datenschutz! Die liste wäxt und wäxt und wäxt.

Die näxste große technische revoluzjon steht bevor!!1!!!1!elf!

Vergesst kompjutersucht! Vergesst spielesucht! Vergesst internetsucht! Jetzt kommt endlich, endlich, endlich das richtige suchtmittel:

Prognose
Robotersex könnte so gut werden, dass er süchtig macht

„Skynet“ braucht uns gar nicht umzubringen. Ein paar hübsche sexroboter, und die menschheit erledigt ganz einfach von selbst das aussterben. Vor allem der generazjon wischofon traue ich da alles zu! :mrgreen:

Wahlkompjuter des tages

Die wählen ja bald wieder in den USA, und wenn als ergebnis die pest statt der kolera rauskommt, muss das nicht unbedingt daran liegen, dass die pest auch gewählt wurde:

„Um 15 US-Dollar und mit Insiderwissen über die Karte kann ich die Abstimmung hacken“, so Varner. Doch nicht nur die Stimmabgabe, auch das Übermitteln der Wahlergebnisse sei zweifelhaft umgesetzt. „Die Daten werden von der Maschine direkt weiter an einen zentralen Zählort übermittel. Das passiert unverschlüsselt und ist daher anfällig für Manipulation“

Aber hej, dafür ist es effizjent! :mrgreen:

Und nochmal „internetz der dinge“

Sicherheitsforscher haben gezeigt, dass appgesteuerte Vibratoren einfach gehackt werden können. Dabei haben sie entdeckt, was die Freudenspender alles aufzeichnen

Kennt ihr den spruch: „ich habe doch nix zu verbergen!“

Das Gerät zeichnet auf, wann das Gerät verwendet wird, welcher der zehn Vibrationsmodi gerade aktiv ist und wie warm das Gerät gerade ist. Alle diese Daten werden an die App geschickt und auf den Servern der Hersteller gespeichert

*prust!* 😀

Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß damit, dass ihr alle möglichen dinge häckbar macht. Wozu hat die fraugott euch eigentlich finger gemacht? :mrgreen:

Datenschleuder des tages

Datenschleuder des tages sind die philippinen, die ihre wählerdatenbank mit sportlichen 55 milljonen datensätzen „veröffentlicht“ haben — einschließlich fingerabdrücken, damit kriminelle jetzt endlich auch biometrische daten missbrauchen können.

Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß dabei, zu glauben, dass daten beim staat sicherer als bei unternehmen seien. Und generell wünsche ich viel spaß beim festen glauben an den schnell und billig zugesagten „datenschutz“. Jeder nur eine lobotomie!

Wischofon (und javascript) des tages

Wie kann man einen idjoten mit seinem überteuerten proll- und protz-eifohn richtig ärgern? Einfach einen link hinsenden, der nicht nur den brauser, sondern gleich das ganze telefon abkacken lässt [ich habe das bewusst nicht direkt verlinkt].

Übrigens kann ich diesen link ohne weiteres aufrufen — denn ich erlaube ja nicht jeder dahergelaufenen webseit das ausführen von javascript. Das würde ich auch jedem anderen menschen empfehlen, denn es ist ein wichtiger schutz vor destruktiven und kriminellen brauserhäcks — das addon „noscript“ ist schnell installiert. Das seite unter crashsafari (punkt) com benutzt einfach nur die history-API aus HTML5, um mal eben hunderttausend sinnlose einträge in die brauser-history zu machen.

Warum zum hackenden henker so etwas überhaupt möglich ist? Nun, „moderne“ webseits laden ja nicht einfach wie in der robusten vergangenheit eine neue seite, wenn man irgendwo hinklickt, sondern folgen der idjotischen idee einer „anwendung im brauser“ und laden deshalb über javascript bestimmte teile nach. (Das modewort dafür ist „dynamisch“, weil das ja besser klingt, als klar auszudrücken, dass man jedem dahergelaufenen anonymen gegenüber mit einer webseit im web das ausführen von kohd im brauser ermöglichen soll.) Und weil bei solcher spezjalexpertenprogrammierung natürlich die anzeige in der adressleiste nix mehr mit dem dargestellten inhalt zu tun hat, muss es eine API geben, mit der man beliebige URIs in die history einfügen kann. Wohlgemerkt: um mit dieser schnittstelle mit hohem aufwand genau das nachzubilden, was ein brauser seit zeiten des ollen mosaic mit klassischer herangehensweise ganz von allein gekonnt hätte. Damit der anwender wieder wie gewohnt diese praktischen pfeiltasten am brauser benutzen kann, um vor- und zurückzublättern. Alles andere wäre ja auch aus anwendersicht sehr ungewohnt. Solche kränklichen verrenkungen braucht man eben, wenn man den webbrauser als laufzeitumgebung für javascript-anwendungen benutzt. Das ist übrigens — ich sagte es ja schon — eine idjotische und komplett bescheuerte idee.

HTML5 ist ja so toll und modern und besser als alles andere¹, und ein inni-mini-klitzi-kleines bisschen javascript (nur fünf wohlformatierte zeilen), das diesen frickelscheiß mal eben destruktiv ausbeutet, ist so schnell geschrieben und so verheerend. Ändräut-wischofone werden hübsch heiß, bis man den brauser zumacht, und äppel-wischofone kacken gleich richtig ab und brauchen einen neustart. Wegen eines brauserproblems. Wenn ich das höre, muss ich über die „sicherheit“ von den dingern gar nicht weiter nachdenken.

¹Teilweise wirklich… vieles am markup ist besser geworden, weil man endlich semantische auszeichnungen als navigation, artikel, seitenkopfbereich etc. machen kann und weil ein bisschen entrümpelt wurde. Das war der wünschenswerte teil daran (der mit etwas älteren internetz-exploitern aus naheliegenden fiesheitsgründen natürlich nicht funkzjoniert, aber auch dafür gibt es hübsche, einfache häcks). Die APIs für mediendateien waren ebenfalls wünschenswert, und das DOM ist endlich vereinheitlicht. Vieles andere ist spielkram, gefährlicher spielkram und äußerst fragwürdig. Zum beispiel alles, was versucht, den brauser zu einer laufzeitumgebung für anwendungen zu machen. Ich erwarte wegen dieser ideen mehrere jahre mit kompjutersicherheits-horrormeldungen. Zum glück gibt es einen guten schutz: javascript nicht standardmäßig zulassen.

„Internetz der dinge“ des tages

Na, mal etwas alternatives, lebensnäheres fernsehprogramm gucken? Wie wärs zum beispiel mit einem bisschen nachschauen, was man so auf ungesicherten web- und überwachungskameras alles so sehen kann.

Und wisst ihr was?

Mit dem Dienst lassen sich aber auch relativ einfach andere ungeschützte Systeme entdecken, weswegen Shodan bereits als die „gefährlichste Suchmaschine der Welt“ bezeichnet wurde

Nicht die menschen, die es versäumen, einen zugriffsschutz durch ein verdammtes, altmodisches passwort einzurichten, sind verantwortungslose und zuweilen sogar gemeingefährliche vollidjoten (die leider für die folgen ihres tuns nicht haften), sondern eine suchmaschine, die so etwas auffindbar macht, ist „gefährlich“.

Freut ihr euch alle auch schon so darauf, dass demnäxst alles „smart“, immer onlein und wegen der tollen bekwemlichkeit mit dem internetz verbunden sein soll, von der klobürste über den staubsauger bis hin zum türschloss? Das werden goldene zeiten für häcker und verbrecher!

Gerücht des tages

Das bundeskanzler wird weiter abgehört, meint die bildzeitung:

Die technischen Veränderungen der Handys beeinträchtigen unsere Arbeit nicht

Was von dieser „kwelle“ zu halten ist, weiß hoffentlich jeder selbst. Aber „lustig“ wärs schon, wenn jetzt rauskäme, dass die beste softwäjhr für die händis nix nützt, weil die hardwäjhr bereits als wanze konzipiert ist. Oder wenn das betriebssystem für das ding ein paar hintertürchen hat — und ich glaube nicht, dass das betriebssystem kwelloffen ist und von den (sicherlich gut für diese tätigkeit bezahlten) sicherheitshändimachern gründlich analysiert werden konnte.