Ein scheinsieg für den datenschutz

Der Europäische Gerichtshof hat Internetseiten-Betreiber mit integriertem „Gefällt mir“-Button für die Erhebung von Daten mit in die Verantwortung genommen

[Archivversjon]

Erstmal ein „kompetenzpunkt“ für die scheißtagesschau: es handelt sich nicht um einen „button“. Einen „button“ macht man in HTML mit <input type="submit">. Damit der daten absendet, muss er aktiv beklickt werden. Beim so genannten „button“ vom fratzenbuch handelt es sich um heimlich verabreichten, in javascript realisierten schnüffel- und überwachungskohd, der zwar ähnlich wie ein klickeknopf aussieht, aber auch völlig unabhängig von benutzerinterakzjonen überwachungsdaten zum fratzenbuch funkt.

Warum das nur ein scheinsieg ist? Weil der ganze andere heimlich verabreichte, in javascript realisierte schnüffel- und überwachungskohd — zum beispiel die rd. zwanzig verschiedenen träcker, die in eine typische pressewebseit eingebettet sind — lustig weiterlaufen wird. Oder, um es anders zu sagen:

Von der Entscheidung dürften neben dem „Gefällt mir“-Knopf von Facebook auch andere ähnlich funktionierende Plug-ins, zum Beispiel von Werbeanbietern, betroffen sein. Auf Website-Nutzer könnte mit der Entscheidung ein weiterer Einwilligungs-Klick zukommen

Erstmal noch ein „kompetenzpunkt“ für die scheißtagesschau: in eine website verbautes javascript ist, auch wenn es aus fremdkwellen kommt, kein „plugin“. Es handelt sich nicht um eine funkzjonserweiterung in einem fräjhmwörk, sondern um maximal hirn- und verantwortungslos verbauten bibliotekskohd, über den ein ziemlich unsichtbarer dritter die vollständige verfügungsgewalt hat, der gegenüber dem nutzer einer webseit gar nicht erst in erscheinung tritt.

Juchu! Noch ein „dialog“ zu wegklicken (was ich übrigens meistens gar nicht kann, weil ich kaum einer webseit die ausführung des dafür erforderlichen javascripts erlaube und im zweifelsfall lieber webseits nutze, die ohne das von mir eingeräumte privileg einer kohdausführung funkzjonieren). Statt die gegenwärtigen scheißmachenschaften von reklameheinis und überwachungsfirmen einfach zu verbieten, gibts „gefühlten datenschutz“ in seiner nervigsten form. Ein „gefühlter datenschutz“, auf den ganz viele menschen gern verzichten werden… danke, EuGH! Die ganze halbseidene und grenzkriminelle contentindustrie und reklamewirtschaft ist euch dankbar! Hej, wer braucht da schon dieses menschenrecht auf informazjonelle selbstbestimmung, wenn so tolle geschäfte weiterhin möglich bleiben…

Und ihr da bei der tagesschau-redakzjon, stellt einfach mal jemanden ein, der sich mit dem kram auskennt, über den er schreibt! 😦

Feierfox des tages

Der feierfox kriegt jetzt mal einen eingebauten träcking-blocker. Nur, dass der meistens das träcking nicht blockt:

Der Benutzer schaltet den privaten Modus ein und gibt uns damit ein starkes Signal, die Schilde hochzufahren. Mit dem Tracking-Schutz versuchen wir, aggressiv so viele Dinge zu blockieren wie möglich, ohne damit die Nutzererwartungen zu unterlaufen […] Werbenetzwerke, die „Do Not Track“ befolgen, sind auf der Whitelist. Über die neue Funktion hat Mozilla auch viele Gespräche mit der Werbebranche geführt. Da habe es auch „Sorgen“ gegeben, sagt Mayo. Aber „nachdem wir einmal erklärt haben, wie es funktioniert“, seien die zerstreut worden

Das dingens funkzjoniert also nur, wenn jemand oder jefrud rausgekriegt hat, wie man oder frud den privaten modus einschaltet und aus irgendeinem nicht näher benannten grund nicht standardmäßig und immer; und das dingens funkzjoniert nicht bei werbelügnern, die angeben, dass sie auf eine angabe in den HTTP-kopfzeilen achten, obwohl diese von werbelügnern gegebene angabe in keiner weise überprüft werden kann. Wissen wir ja alle, dass professjonelle lügner es ganz besonders genau mit der wahrheit nehmen und dass man ihnen deshalb glauben sollte… :mrgreen:

Wer mehr als „gefühlten datenschutz“ und die intelligenz- wie nutzerverachtende verarschung durch die feierfox-entwickler haben will oder muss, nehme einfach den privacy badger, um sich nicht träcken zu lassen. Und auf keinen fall den wirksamen werbeblocker dazu vergessen, um den großteil der seitübergreifenden scheißüberwachung durch irgendwelche werbeklitschen und sonstige menschenfeinde an der wurzel zu unterbinden.

Feierfox-entwickler, ihr seid einfach nur noch dumme, verlogene arschlöcher, die auf die feierfox-benutzer scheißen und die jeder geschäftsidee entgegenkommen, die den interessen der nutzer entgegengerichtet ist. Kombiniert mit irreführenden behauptungen, die presseerklärt werden. Fresst geld und sterbt dran, ihr fäkalmaden!

Ein tipp für alle, die den scheiß nicht mehr ertragen wollen: pale moon.

Datenschleuder des tages

Der britische internet- und mobilfunk-proweider „talktalk“ hat fröhlich seine kundendatenbank veröffentlicht.

Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß dabei, an die datenschutzversprechungen irgendwelcher unternehmen zu glauben und euch überall hübsch datennackig zu machen. So lange es für datenschleudereien keinerlei haftungsrisiken gibt, wird diese liste waxen und waxen und waxen.

Auch weiterhin gibt es nur eine persönlich zu treffende maßnahme zum datenschutz: strikte datensparsamkeit. Alles andere ist verblödung und „gefühlter datenschutz“. Was nützt es euch, wenn ihr wegen der EU-datenschutzsurrogatp’litik auf jeder scheißseit eine meldung wegklicken müsst, dass ihr mit dem schon längst gesetzten cookie jetzt auch wirklich einverstanden seid, wenn gleichzeitig irgendwelche klitschen ihre gesamte kundendatenbank übers internet zugänglich machen können, ohne dass das irgendeine konsekwenz hat? Seht ihr, es nützt ungefähr so viel wie das „fassadenverpixelungsrecht“, während das fratzenbuch gesichtserkennung macht. Seit jahren lasst ihr euch alle mit „gefühlten datenschutz“ abspeisen. Und macht euch weiter datennackig, wann immer euch irgendeine verantwortungslose scheißunternehmung darum bittet. Ihr seid das datenleck!

Eine datenschutzp’litik, die kein surrogat ist, sorgt für empfindliche haftungsrisiken, wenn irgendwelche geschäftemacher grob fahrlässig mit daten umgehen. Und grob fahrlässig ist es in jedem fall, schützenswerte daten auf einem permanent mit dem internetz verbundenen „opferrechner“ abzulegen und dort allen möglichen angriffen — vom kinderkram bis zur geplanten kriminellen attacke — auszusetzen.

„Gefühlter datenschutz“ des tages

Kennt ihr dieses „snapchat“, das seine händi-äpp mit dem funkzjonsmerkmal anpreist, dass die damit übermittelten fotos nur einmal angeschaut werden können und beim empfänger nicht gespeichert werden?

Ich zitiere mal den eintrag bei guhgell pläjh:

Genieße schnelle und lustige Chats! Snap ein Foto oder ein Video, schreibe etwas dazu und schicke es an deine Freunde. Sie sehen es sich an, lachen, und schon verschwindet der Snap vom Bildschirm, es sei denn, sie machen einen Screenshot!

Falls sich der text demnächst ändern sollte (wovon auszugehen ist), hier ist ein bildschirmfoto. Das kann man sich übrigens mehr als nur einmal anschauen… :mrgreen:

Das nutzen ja ganz viele dumme kinder, um rubbelbildchen von sich selbst zu machen und an andere zu schicken, scheißegal, ob dann über ein paar sicherheitslöchlein die pädofilen an ihre frischen wixvorlagen kommen.

Ja, dieses „snapchat“ hat eine neue geschäftsidee entwickelt: man kann jetzt „snapchat“ einen dollar geben, und sich ein foto nochmal anschauen! Das wird das unseriöse geschäft dieser entbehrlichen klitsche mit ihrem vor allem dummen kindern angebotenen äppchen für „gefühlten datenschutz“ ganz sicher so richtig weit nach vorne bringen!!1! Damit kann man jetzt endlich an die börse gehen!!hundertelf!!1!

Und ihr wisst jetzt hoffentlich alle, dass eure schwänze und mösen dauerhaft bei den betreibern eines unternehmens ohne seriöses geschäftsmodell gespeichert werden. Vielleicht gibts demnächst sogar die möglichkeit, hundert dollar zu legen und auf alle fotos jederzeit zuzugreifen. Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß mit eurem „gefühlten datenschutz“ und eurem festen vertrauen in die zusagen irgendwelcher wischofon-äpp-klitschen! Und natürlich mit euren wischigen träcking-, enteignungs- und technikverhinderungsdingern!

Warum die scheiß-SPD noch auf jahrzehnte unwählbar ist, teil 7.412

[…] die Veröffentlichung eines Textes, der unter dem Gefühl einer gewissen Vertraulichkeit vor fast 4 Jahren verfasst und in dem der Speicherung der Daten aktiv widersprochen wurde

Aber unwählbar mit fratzenbuch-zertifikat und menschenverachtungs-stempel aus RTL-kunststoff. Widerliche aufmerksamkeitsmaden!

Hej, hauptsache, guhgell muss in der BRD fassaden verpixeln… 😦

Antivirus-schlangenöl des tages

Diesmal nicht von den üblichen verdächtigen, sondern von der EFF:

[…] eine Software, die Windows-Rechner nach bekannten Staatstrojanern durchsucht

Das ist das ENDE DER ÜBERWACHUNG und der TOD VON BIG BROTHER!!!11!1!elf!! :mrgreen:

Übrigens: die EXE wird über „github“ aus der „cloud“ von amazon gedaunlohdet… aber hej, das dingens ist ja signiert, und die signaturdatei liegt ebenfalls total sicher auf einem US-sörver im lande der unbegrenzten überwachungsmöglichkeiten. Wer nicht weiß, wie man so eine signaturdatei überprüft, sollte sich eh nicht mit schlangenöl begnügen, sondern erstmal ein bisschen lesen! Und wenn dann jeder, der für sich selbst die möglichkeit sieht, einen staatstrojaner auf seinem rechner zu haben, diese selbsteinschätzung auch noch der NSA mitteilt, was kann dabei schon passieren? :mrgreen:

Leider gibts diesen großartigen beitrag zum gefühlten datenschutz nur für das lieblingsbetriebssystem der organisierten kriminalität und der totalitären staatlichen überwachung; leider gibts detect nur für meikrosoft windohs — was für ein jammer… :mrgreen:

Nachtrag 18:50 Uhr: hier mal ein paar von diesem schlangenöl erkannte trojaner. Ursache für die hier gemeldeten trojaner war ein treiber für eine ATI-grafikkarte, die warnungen verschwinden nach der deinstallazjon. Ich wusste ja schon immer, dass diese treiber-CDs irgendwie ganz böse sind… :mrgreen:

Also wers ausprobiert hat: nicht in panik versetzen lassen! Das schlangenöl liefert auch für so manche sehr populäre softwäjhr, die im prinzip jeder auf seinem rechner haben könnte, alarmierend-rote falsche staatstrojanermeldungen. Die EFF hätte mal jemanden fragen sollen, der sich mit der herstellung von antivirus-schlangenöl auskennt, dann wären die ergebnisse vielleicht besser geworden.

privacygrade.org

Ist ja toll, dass es jetzt diese PResseerklärungen in die aufmerksamkeit gedrückte webseit gibt, wo äpps für die wischofone nach datenschutzkriterien irgendwie einsortiert werden, und zwar so, dass der trojaner vom fratzenbuch das höchstmögliche ränking kriegt… nein, nicht wie es sich gehört ganz unten und mit deutlicher warnung, sondern datenschutzmäßig empfehlenswert, damit mitmensch idjot auch den datenschutz beim mobilen fratzenbuchen fühlen kann. Das ist fast so toll wie diese privacygrade.org-webseit (hier bewusst nicht verlinkt), die aus allerlei internet-kwellen kohd der bekannten menschenträcker nachlädt, statt ihn datenschützend selbst zu hosten: unter anderem fonts von guhgell, javascript von guhgell, kohd von twitter… genau, wie ich mir die webseit von datenschutzheinis vorstelle.

Willkommen in eurer neuen privatsfäre, willkommen im gefühlten datenschutz! Auch weiterhin viel spaß mit euren wischofonen!

(Und heise bringt so eine PR-kacke auch noch…)

S/M des tages

In Datenschutzerklärungen findet sich die hohe Schule des PR-Speak

Tja, glaubt denn wirklich jemand da draußen, dass reibachorientiertes unternehmen ohne erkennbares seriöses geschäftsmodell und solche altmodischen dinge wie datenschutz und respekt vor der privatsfäre eines menschen zusammenpassen? Scheinbar ja, denn es stürzen sich schon wieder genug leute auf die nächste heiße sau!

„Recht auf guhgell-löschung“ des tages

Ist ja schon toll (vor allem für verbrecher, wirrköpfe, bild-jornalisten und politiker), dass seit einem urteil des EuGH im prinzip jeder die möglichkeit hat, seinen namen aus den suchergebnissen von guhgell entfernen zu lassen. Das geht aber noch toller: man kann ganz offenbar auch andere namen als den eigenen bei guhgell löschen lassen, und guhgell macht das dann ohne weitere prüfungen und sagt jedem suchenden nur wenig verblümt, dass der namensträger seinen namen hat löschen lassen. Großes kino mal wieder beim gefühlten datenschutz!

Übrigens: vergessen finde ich scheiße. Ich finde es schon scheiße, wenn ich etwas vergesse, und ich bin froh, dass ich viele hilfsmittel habe, um mich am vergessen zu hindern. Und noch beschissener finde ichs, wenn das internetz mit rechtsanschein und viel gelaber von „privatsfäre“ zum „vergessen“ gezwungen wird, weil irgendwelche fragwürdigen gestalten es besser finden, wenn vergessen wird, was sie für menschen sind. Hauptsache, bei den polizeien und geheimdiensten wird niemals etwas vergessen; die vergangenheit von irgendwelchen arschlöchern, die sich nach herrschaftsposizjonen vordrängeln oder den menschen als jornalist erzählen, was sie denken sollen, die soll aber vergessen werden. Merke, mitmensch stimmvieh und stummvieh: fassadenverpixelung schützt deine privatsfäre, und totalüberwachung schützt dein leben!

Guhgell des tages

Was sind das eigentlich für links, die guhgell im rahmen des „EuGH-rechtes auf vergessen“ aus dem suchindex rausradiert? Nun, zum beispiel blogartikel, wo jemand in den kommentaren einmal diesen namen verwendet hat.

Daraus kann man eine praktische und sehr wirksame zensurschnittstelle basteln. Einfach zu entfernende sachen freundlich und zahm in blogs kommentieren und dafür einen namen wählen, mit dem man ein paar monate später die guhgell-löschungen nach den vorgaben des EuGH durchzieht. So kriegt man alles aus den guhgell-ergebnissen raus. Ich bin mir sicher, dass man das bei den üblichen verdächtigen — CDU, ZDF, scientology — schon längst so handhabt. Wer hingegen eine websuche benötigt, die frei von solchen einfach anzubringenden manipulazjonen ist, der verwendet eben fürs erste nicht mehr guhgell als suchmaschine. Es gibt ja alternativen, und die lassen sich sogar mit guhgell finden…

Berlin strieht wjuh…

Könnt ihr euch noch an das „fassadenverpixelungsrecht“ erinnern, ein typisch BR-deutsches und deshalb auch weltweit einmaliges stück p’litischer idjotie zur herstellung eines gefühlten datenschutzes gegenüber dem pösen, pösen guhgell, während nebenan das fratzenbuch seine biometrische gesichtserkennung aufbaute? Ich bin mal gespannt, ob dieses tolle BR-dumme „datenschutzrecht“ nun nur für guhgell galt, oder ob auch die bummshauptstadt verpixeln muss.

„Recht auf vergessen“ des tages

Was für ein brüller:

Nachdem Google seit einigen Monaten das Recht auf Vergessen in den europäischen Versionen der Suchmaschine umsetzen und die eigenen Ergebnisse zensieren muss, gibt es nun eine neue Webseite die genau diese gelöschten Links sammelt. Diese werden dort mit allen Details aufgelistet und zeigen ein weiteres mal, wie sinnlos dieses neue Gesetz ist.

Ähm, es ist zwar kein gesetz, sondern ein urteil des EUGH, das hier recht geschaffen hat, aber sinnlos und bullschittig, das ist es. Grüßchen an die bundesprüfstelle für vorgeschobenen jugendschutz!

Web 3.0 des tages

Google hat zum ersten Mal einen Artikel des SPIEGEL aus seinen Trefferlisten entfernt. Hintergrund ist die Erwähnung einer Person im Zusammenhang mit Scientology […] Eine Google-Suche nach der Person verschweigt nun, dass der SPIEGEL ihn in Zusammenhang mit Scientology-Geschäften genannt hatte

Ist ja auch ziemlich klar, was für leute sofort den EuGH-ermächtigten löscho bei guhgell machen…

Und wer nicht suchen, sondern finden möchte, geht einfach auf google (punkt) com, wo die ergebnislöschungen nicht stattfinden. Hilfreich fürs recherchieren ist manchmal vielleicht eine betrachtung der unterschiede in den suchergebnissen:mrgreen:

Das stoppschild 2.0

Das stoppschild 2.0 erfreut sich großer beliebtheit, schon am ersten tag wollen 12.000 leute nicht mehr, das sachen über sie im internetze mit guhgell gefunden werden und lassen links aus den guhgell-suchergebnissen entfernen. Ich hätte ja gar nicht geglaubt, dass es so viele p’litiker in europa gibt… :mrgreen:

Hej, und wer zu einer person was rescherschieren will, der verwendet in zukunft halt bing. Oder yahoo. Oder unterstützt eine nicht so leicht zensierbare dezentrale suche wie „YaCy„, damit die alltagswichtige funkzjon websuche endlich mal den profitorientierten unternehmen ein bisschen aus der hand genommen wird. Es wird zeit, dass das such-kwasimonopol guhgells aufgelöst wird, denn es ist die zeit gekommen, in der die damit verbundene zentralisierung zu staatsgewalttätig durchgesetzten zensurbegehrlichkeiten führt. Nein, nicht in china oder im iran, sondern in europa. In westeuropa. Da wo — laut sonntagsrede des lügners mit parteihintergrund, der leider noch nicht die krawatte aus hanf um den hals hat — die freiheit, der freie zugang zu informazjonen, die menschenrechte und so weiter wohnen.

Dinge einfach in der suche unsichtbar machen, obwohl sie völlig legitim und legal im netze stehen! So geht es voran mit dem gefühlten datenschutz in den p’litischen und juristischen sonderschulen in neuland! Wie einfach es jetzt für einen… sagen wir mal… personaler bei einer großen firma, einen kwalitätsjornalisten bei einer blutzeitung oder für ein sonstiges arschloch ist, mit einem wirklich kleinen und sehr schnell (im zweifelsfall vom unbezahlten praktikanten) gekohdeten skriptchen automatisiert rauszukriegen, welche infos zu einem bestimmten namen nicht auf guhgell, aber dafür in anderen suchmaschinen verfügbar sind und dann die mit guhgell unauffindbaren seiten selektiv zu lesen, müssen einige leute wohl erst auf die ganz harte weise lernen. (Ich werde mich jetzt nicht dransetzen, aber ein erstes derartiges skript wird irgendwo schon heute abend einsatzfertig herumliegen und vielleicht sogar zum freien daunlohd stehen.) Die 12.000 idjoten, die so internetzblind sind, dass sie verstecken für datenschutz halten, fanden vermutlich auch das BRD-fassadenverpixelungsrecht für guhgell striehtwjuh eine tolle errungenschaft für ihre gartenzwerg-privatsfäre, während sie sich kein bisschen daran gestört haben, dass das fratzenbuch — übrigens immer noch eine börsennotierte klitsche aus USA-NSA-land ohne seriöses geschäftsmodell — biometrische gesichtserkennung macht und inzwischen eine monströse biometrische datenbank aufgebaut hat. Idjoten eben, mit einem technischen verständnis, das kleiner ist als die bildung eines neugeborenen. Und schlimmer noch: idjoten, die ihr völliges unwissen zur rechtsnorm für alle machen und sich dabei noch ganz schlau vorkommen…

Ach!

„Do-Not-Track“ des tages

Könnt ihr euch noch dran erinnern, dass sie ins HTT-protokoll eine neue kopfzeile „Do not track“ eingefügt haben, mit der der brauser mitteilen kann, dass nicht geträckt werden soll? Und an den ganzen sturm im wasserglas, der daran hing, als auf einmal einige brauserprojekte dieses dings standardmäßig aktivierten, also das träcking und die pseudonymisierte oder personalisierte datensammelei zu etwas machten, dem ein mensch explizit und bewusst zustimmen muss, statt irgendwo in den einstellungen seines brauser ein häkchen zu suchen, dass der brauser sagt, dass es unerwünscht ist. Und daran, dass der ganz scheiß auch noch nutzlos war, weil sich ja niemand dran halten muss, was der brauser da an wünschen übermittelt. Das war ganz großes kino im vorstellungssaal „gefühlter datenschutz“…

Echter datenschutz sieht übrigens so aus, dass man javascript abstellt¹ und keine site-übergreifenden cookies annimmt. Letzteres dient wirklich nur zur nutzerüberwachung durch reklame-klitschen und kann global abgestellt werden — hallo feierfox, das wäre mal eine gute standardeinstellung! Ach, das mit banknoten wedelnde guhgell will das nicht, ich verstehe… 😦 — ersteres erleichtert man sich mit einem addon wie „no script“, um schnell seine zwanzig ausnahmen setzen zu können. Wer noch fauler ist oder einfach mal sehen möchte, wie schlimm der seit-überspannende träcking- und überwachungswahnsinn durch irgendwelche klitschen ohne seriöses geschäftsmodell mittlerweile geworden ist, installiere sich das addon „ghostery“.

Warum ich das alles nochmal schreibe? Wegen „Yahoo“. Wenn der brauser zu irgendwas von „Yahoo“ sagt, dass nicht geträckt werden soll, dann antwortet „Yahoo“ auf diesen wunsch mit einem klaren FUCK YOU in richtung seiner nutzer. Oder, um Yahoo zu zitieren:

Die Privatsphäre unserer User ist und bleibt von hoher Priorität für uns.

*göbel!*

Mit den träckern und datensammlern — und ich sage, dass das nicht nur für Yahoo gilt, sondern für alle diese widerlichen und letztlich menschenfeindlichen unternehmen, die kein seriöses geschäftsmodell haben und deshalb ans geld durch reklame auf grundlage einer datensammlung glauben — ist kein frieden möglich. Da helfen keine standards. Da hilft nur das abschalten der träckingmöglichkeiten. Je öfter, desto besser!

(Und nein, ich habe nichts dagegen, wenn menschen explizit und aufgeklärt zustimmen, dass sie geträckt werden. Dies geschieht meiner meinung nach nicht durch die häufigste lüge im gesamten internet: das häkchen im kästchen vor „ich habe die nutzungsbedingungen gelesen und bin damit einverstanden“. Ich habe was gegen das heimliche, unsichtbare ausspähen durch unternehmen ohne seriöses geschäftsmodell. Und etwas gegen ihre pseudoverträge, deren 30 kilobyte 8-punkt-augenpulver in abstoßender, unerfreulicher juraprosa niemals jemand liest geschweige denn auf anhieb versteht. Wer mit solchen mitteln vorgeht, ist eigentlich nur noch ein arschloch.)

¹Javascript wird ausgiebig zum träcking verwendet, gerade in der scheiß-reklame, die überall eingebettet ist. Es ist mit javascript möglich, informazjonen über die installierten addons, die auf dem rechner verfügbaren schriftarten und dergleichen zu bekommen, was eine spätere wiedererkennung des brausers — und damit des nutzers — auch oft dann möglich macht, wenn die cookies nach jeder sitzung gelöscht werden. Eine demonstrazjon, wie weit das geht, hat die EFF ins web gestellt. Inwieweit die persistenten speichermöglichkeiten von HTML5 schon zum träcking eingesetzt werden, hab ich mir noch nicht angeschaut, aber auch hier hilft die abschaltung von javascript. Eine etwas fernliegende träcking-möglichkeit ist der brauser-cache. Beim abruf einer datei, die schon in diesem zwischenspeicher ist, übermittelt der brauser den zeitpunkt, zu dem er die datei empfangen hat, und erhält darauf meistens die antwort, dass die datei noch aktuell ist. Sörverseitig könnten die von einer IP-adresse übermittelten zeitpunkte zu einem pseudonymen profil zusammengesetzt werden, das wiedererkennung ermöglicht. Ich weiß nicht, ob jemand diesen aufwand treibt, aber den datensammlern traue ich alles zu. Regelmäßiges leeren des cache schließt auch dieses kleine türchen. Ach ja, und den fettesten träcker, datensammler und werber des web, guhgell, sollte man nicht gerade als suchmaschine nutzen…

Zitat des tages

Da konnten sich Politiker, denen die Privatsphäre der Menschen einen Dreck wert ist, damit profilieren, dass sie etwas zum Schutz anbieten, was gar nicht schützenwert oder schützbar ist – die Außenansicht eines Hauses, die auch jeder Depp mit seinem Handy fotografieren kann. Ein Plazebo, eine Nebelgranate für Ignoranten, die überall Payback-Karten zücken, aber Angst haben, dass man auf Google Maps sehen könnte, wie sie im Klo die Hosen runter lassen