Sozjologische wisschenschaft des tages

Der konzepzjonelle penis als sozjale konstrukzjon

😆

Gut festhalten, hier kommt eine übersetzung der zusammenfassung:

Anatomische Penisse mögen existieren, aber da auch prä-operative Transgender-Frauen über anatomische Penisse verfügen, ist der Penis gegenüber der Männlichkeit ein inkohärentes Konstrukt. Wir argumentieren, dass der konzeptionelle Penis nicht als anatomisches Organ, sondern besser als soziales Konstrukt zu verstehen ist, das sich isomorph zur performativen toxischen Männlichkeit verhält. Durch eine detaillierte poststrukturalistische diskursive Kritik und das Beispiel des Klimawandels stellt diese Arbeit das vorherrschende und schädliche soziale Klischee in Frage, dass Penisse sich am besten als männliche Sexualorgane verstehen lassen, und weist ihm eine passendere Rolle als eine Art maskuliner Performanz zu

Bwahahahahaha! Den sozjologen kann man wirklich jeden bullshit unterjubeln, ohne dass das einen der lektoren auffällt. Und nein, das war keine ernsthafte arbeit, das war vorsätzliche verarschung. Unbemerkte vorsätzliche verarschung. Von fachwisschenschaftlern unbemerkte vorsätzliche verarschung. Oder, um es mit den autoren zu sagen:

Der Artikel war absichtlich absurd und argumentiert im Wesentlichen, dass man sich Penisse nicht als männliche Genitalien, sondern als schädliche soziale Konstruktion vorstellen soll. Wir haben keinen Versuch unternommen, herauszufinden, was „poststrukturalistische diskursive Gender-Theorie“ überhaupt bedeutet. Wir nahmen an, wenn wir einfach klar in der moralischen Implikation sind, dass Männlichkeit an sich schlecht ist und der Penis irgendwie die Wurzel des Übels ist, bekommen wir das in einer respektablen Zeitschrift veröffentlicht

Bwahahahahaha! Lest es einfach dort weiter, das wird immer besser!

Auch Hadmut Danisch (ich wollte es ihm gerade stecken) kriegt sich kaum wieder ein ob dieser gnadenlosen wisschenschaftlichen dummheit. 😀

Klage des tages

Na, mal eine klage lesen? „Klage gegen die Humboldt-Universität zu Berlin u.a. wegen Presse- und Informationsfreiheitsrecht vom 3. november 2013“ von Harmut Danisch (den ich zum missfallen einiger frauen aus meinem ferneren umfeld ja immer wieder einmal verlinke). Da es hier auch um betrugsvorwürfe und ernsthafte kompetenzzweifel gegen die heutige richterin am bundesverfassungsgericht, prof. Susanne Baer, geht, ist der vorgang sehr interessant. Die lektüre der recht langen klage wird durch immer wieder eingestreute perlchen und lustige kopfklatscher versüßt, wie etwa die folgenden kleinen zitathäppchen:

Es ist aber auch unlogisch und unsinnig: Unlogisch, weil sich die Frage stellt, wie man Gender Studies als Student studieren können soll, wenn man doch erst nach Abschluss des Studiums die Inhalte erfahren darf. Unsinnig ist es, weil die Beklagte selbst keine greifbare Befähigung benennen kann, die das Studium der Gender Studies vermittelt. Wie kann sie Befähigungen, die sie selbst nicht benennen und vermitteln kann, zur Voraussetzung des Auskunftsrechts machen?

Die Beklagte beruft sich zur Ablehnung außerdem auf Ansichten zum Prüfungs- und Wissenschaftsrecht, die hanebüchener Unsinn sind. Offenbar hat man in diesem Studiengang keinen blassen Schimmer von Prüfungsrecht. Was schon deshalb erschreckend ist, weil ja die Leiterin des Studiengangs, Susanne Baer, inzwischen gerade die für Prüfungsrecht zuständige Verfassungsrichterin ist.

So behauptet sie durchgehend, dass sämtliche ihrer Akten durch Wissenschaftsfreiheit vor Einsicht geschützt wären, damit nicht „zur Disposition“ stünden

Die Beklagte – immerhin stammt der Bescheid ja von der Leitung der Rechtsabteilung im Rektorat – weiß offenbar nicht einmal, was eine Prüfung ist, verteilt aber Grade am Fließband […] Darin dürfte auch ein tragender Grund für die Widerspenstigkeit der Beklagten bei der Auskunft liegen, nämlich dass sie auf einem Berg fauler Grade sitzt

(Allein die Darlegungen zu prüfungsrechtlichen Aspekten sind so eine Goldgrube, dass ich die Lektüre von S. 18 bis S. 22 nur empfehlen kann… die Universität, die darin beschrieben wird, könnte ich allerdings eher weniger empfehlen.)

Der in Berlin ansässige, als „gemeinnützig“ geförderte Wikimedia Deutschland e.V., Betreiber des deutschen Teils der bekannten Wikipedia, hatte öffentlich zu einem „Workshop“ am 10.9.2013 eingeladen, in dem es vorgeblich darum ging, wie die Wikipedia künftig umzugestalten sei, um mehr Frauen anzuziehen. Ich habe mich angemeldet, bekam zunächst auch eine Teilnahmebestätigung, wurde dann aber per E-Mail barsch und ohne namentliche Nennung des Absenders wieder ausgeladen, weil ich nicht über die richtige Gesinnung verfügen würde

Ja, so kommt mir die „wicked pedia“ vertraut vor.

Wissenschaft ist, sich von empirischen Gegebenheiten mittels einer klar definierten (und der Überprüfung zugänglichen) Methodensammlung und ergebnisoffen auf die Erkenntnissuche zu begeben und zu sehen, wohin es einen führt. Die Methoden sind fest, das Ergebnis ist offen.

Gender Studies funktionieren genau andersherum

Ab seite 64 wird es so knallend deftig gegen frau Baer, dass ich kein appetithäppchen herauspicken mag.

Damit geht die völlige Ablehnung von wissenschaftlichen Begriffen, jeglicher Methodik und dem Konzept von richtig und falsch einher. Realität und Wissenschaft werden zur reinen Verschwörungstheorie degradiert und sollen als solche entlarvt werden. Die dafür ständig gebrauchte rhetorische Standardfigur des Genderismus ist „kritisch hinterfragen“, tatsächlich wird aber nichts gefragt, sondern nur oberflächlich bestritten und beschimpft.

Dazu wird unterstellt, dass dies alles nur unzulässige Sprechkonstruktionen seien und jede Einstufung als unrichtig eine Ansicht unzulässig unterdrücken würde. Richtig und falsch dürften nicht unterschieden werden, sondern alle Ansichten müssten gleichgestellt werden. Biologie etwa wird als willkürliche Theorie hingestellt, Rückgriffe auf biologische Fakten werden als „Biologismen“ abgetan.

Es folgt das absolute leckerli aromatischster ideologischer blödheit:

Ein schönes Beispiel dafür sind die Behauptungen der Feministin Luce Irigaray, die behauptet, dass die bekannte Physik-Formel E = mc², die den Zusammenhang von Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit beschreibt, eine sexualisierte Gleichung sei, weil sie die schnellste Geschwindigkeit gegenüber anderen Geschwindigkeiten „privilegiere“. Die Tatsache, dass die Physik sehr viel mehr Wissen über feste Körper als über das Verhalten von Flüssigkeiten hat und heute noch nicht in der Lage ist, die Fluidik von Turbulenzen zu beschreiben, liege daran, dass die Physik maskulin sei und sich somit nur an Festkörpern orientiere, weil Härte dem erigierten Penis entspräche, während sie Flüssigkeiten ablehne, weil sie mit den Scheidensekreten und dem Menstruationsblut assoziiert seien

Ich kriege die hand kaum noch aus dem gesicht… wenns an BRD-universitäten (und im p’litbetrieb der BRD) so zugeht, ists kein wunder, dass hier alles langsam vor die hunde geht.

Zum abschluss, ab seite 91, wirds dann sehr interessant für verschwörungsteoretiker, einfach selbst lesen… 😉

[via]

Nachtrag: Kritische Wissenschaft hat auch etwas dazu