Der kwalitätsjornalist bei der arbeit

Erstaunt blickte ich am folgenden Montag in die Tageszeitung und las von 7000 Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv um die Zukunft Sorgen gemacht hatten. In Bezug auf die Aktionen, die während der Unterrichtszeit am Vormittag in den Schulen stattgefunden hatten, war das durchaus möglich. Allerdings wurde die Überschrift mit der besagten Zahl mit einem Bild von der spärlich besuchten Kundgebung untermauert. Das war wohl so entstanden, dass der Fotograf auf der Bühne in die Knie gegangen war und mit einem Fischauge die Aufnahme gemacht hatte. Sie suggerierte ein volles Haus, zum bersten voll. Polizei, Presse wie die offizielle Politik sprachen von 4500, die dort versammelt gewesen seien. Aus meiner Sicht Fake News par excellence

Kurz verlinkt

Presse & Freiheit
ARD: Zwei Arten von Vermummungsverbot

[…] Es wird mit Schlagzeilen operiert, die bestimmte Schlussfolgerungen suggerieren, um dann fernab im Kleingedruckten doch Informationen preiszugeben, die durchaus andere Schlussfolgerungen zulassen, als die im Vordergrund stehende Suggestion […]

Es wäre ja schön, wenn es für jornalisten ein verdummungsverbot gäbe… 😉

Die digitalisierer

Das, was unter dem Begriff der Digitalisierung transportiert wird, ist zum großen Teil zum Schaudern und bringt in keiner Weise weiter. Die plattesten Vertreter der technologischen Epoche sind am schnellsten zu demaskieren: Ihnen schwebt eine Herrschaft der Algorithmen über das lohnabhängige Objekt Mensch an. Dass die Gewerkschaften in diesem Kontext nicht aufmerksamer sind, beschreibt den Zustand politischer Tristesse

Die verschwörungsteorie der p’litiker und jornalisten

Die alles in allem ziemlich volxverdrossenen p’litiker und jornalisten haben eine tolle erklärung dafür, warum die menschen einfach nicht die von ihnen gewünschten meinungen und vorstellungen haben: sie sind dumm oder russische agenten.

Wer es wagt, an den bestehenden Verhältnissen in der EU Kritik zu üben, wer mit den Taten und Absichten der Bundesregierung nicht übereinstimmt und wer die außenpolitischen Schachzüge derselben als unangemessen erachtet, der muss, so die gängige Meinung, entweder massive Probleme mit dem eigenen Denkapparat haben, oder er ist das Opfer eines dämlichen Populismus oder, Gott bewahre, gleich ein gekaufter Agent von Putin

Zitat des tages

Ich erinnere mich an einen Briten, der mir beschrieb, immer, wenn er nach Deutschland komme und das Radio anschalte, bekäme er so eigenartige Begriffe wie Dosenpfand, Atomausstieg oder Nachhaltigkeit zu hören, die er erst nachschlagen müsse. Und diese Begriffe seien es, über die auf dem politischen Feld hitzig diskutiert werde, aber nicht um Politik selbst