„Geistiges eigentum“ des tages

Stell dir mal vor, du bist fotograf und machst ein paar fotos, die du verschenkst. Sagen wir mal: so fast zwanzigtausend. Und du hast sie natürlich auch auf deiner eigenen webseit. Und irgendwann kommt der anwaltsbrief ins haus, weil jemand diese fotos irgendwo mitgenommen hat und über eine stockfotoagentur wie… sagen wir mal… „getty images“ verhökert. Und dann siehst du dich plötzlich mit der forderung konfrontiert, dass du für deine eigenen fotos ein nutzungsentgelt zahlen sollst, weil du sie auf deiner eigenen webseit verwendest.

Ja, das ist wirklich passiert.

Auch weiterhin viel spaß mit dem wahnsinn des geistigen eigentums!

Während sich alle welt drüber zu freuen scheint…

Während sich alle welt drüber zu freuen scheint, dass der bildrechtevermarkter „getty images“ jetzt das bekweme einbetten vieler seiner bilder in blogs ermöglicht; während alle zu denken scheinen, dass ein angebotener IFRAME mit kohd von anderen leuten drinnen einer revoluzjon gleichkommt, sehe ich miesmacher darin nur eines: Es handelt sich um eine weitere möglichkeit zum seit-übergreifenden träcking im netz! Und bis diese massenhaft eingesammelten daten (in teilweise deanonymisierter weise) verkauft oder mit scheißreklame vergoldet werden, kann es nicht lange dauern.

Leute, wenn ihr keine bilder für eure blogartikel habt, versucht es doch einfach mal mit guten, altmodischen wörtern! Nur, weil die contentindustriellen drecksseits der jornallje zu jedem drexartikel ein — übrigens oft himmelschreiend idjotisches¹ — bild verwenden, und zwar nicht, weils ein mehrwert für den leser wäre, sondern nur, weil da im CMS der zeitungsdrexseit ein platz für ein bild vorgesehen ist, müsst ihr doch noch lange nicht diese hirnverrottete form imitieren. Und schon gar nicht so, dass euren lesern dabei eine weitere in eure blogs eingebettete träckingwanze untergejubelt wird, davon gibt es nämlich wahrlich mehr als genug.

¹Hej, DPA, auf eine CD „kinderpornographie“ draufschreiben, das von einem knippser knippsen zu lassen, um es dann für derartige meldungen zu lizenzieren, das ist eine tolle idee. Und so vielsagend. Nicht zum tema, für das dieses bild gedacht ist, sondern zum geschäft der kontentindustrie. Geh sterben, DPA, und stib schnell!

Zitat des tages

Da konnten sich Politiker, denen die Privatsphäre der Menschen einen Dreck wert ist, damit profilieren, dass sie etwas zum Schutz anbieten, was gar nicht schützenwert oder schützbar ist – die Außenansicht eines Hauses, die auch jeder Depp mit seinem Handy fotografieren kann. Ein Plazebo, eine Nebelgranate für Ignoranten, die überall Payback-Karten zücken, aber Angst haben, dass man auf Google Maps sehen könnte, wie sie im Klo die Hosen runter lassen