Wiedergänger des tages

Könnt ihr euch noch an guhgell glahßß erinnern? Damals, so um 2012, 2013 herum? Diese tolle datenbrille mit eingebauter kamera, bei der irgendwelche leute mit wenig eigenhirn, aber dafür großer sehnsucht nacht borgimplantaten einen mondpreis für eine frühe beta-versjon hingelegt haben und dann überall mit dem dingens rumgelaufen sind, bis guhgell das produkt erstmal nicht mehr weiterpflegte und später völlig mit der vermarktung aufhörte?

Das war ja rückblickend betrachtet alles sehr erfreulich, weil es eine menge deppen von ihrem geld trennte. Es wäre zwar schöner gewesen, wenn das geld für den techniktinnef nicht ausgerechnet an eine schon gut kapitalisierte unternehmung gegangen wäre, sondern etwas sinnvolles hervorgebracht hätte, aber hej, man kann ja nicht alles haben.

Dieses guhgell-glahßß-dingens kommt jetzt wieder, aber diesmal für „enterprise“, nicht für idiocracy. :mrgreen:

Wiedergänger des tages

„Guhgell glahßß“ könnte zurückkommen — passt ja auch in das guhgell-geschäftsmodell der totalen datensammlung:

It is a big and very fundamental platform for Google. We ended the Explorer program and the press conflated this into us canceling the whole project, which isn’t true. Google is about taking risks and there’s nothing about adjusting Glass that suggests we’re ending it

Die wichtigste veränderung bei künftigen versjonen von guhgell glahßß wirds übrigens sein, dass man die brille nicht mehr sofort als guhgell glahßß erkennt. Die wurde wohl zu vielen von den freiwillig dafür geld bezahlenden idjoten, die sich zu guhgell-drohnen gemacht haben, von der nase geprügelt — was ich übrigens auch gemacht hätte, wenn mir einer mit so einem arschloch-gestell im gesicht gekommen wäre. Selbst, wenn glahßß demnächst nicht mehr auffällt: echte vollidjoten warten aber noch auf „guhgell borg“, ein projekt, das NSA-scheiß-guhgell zurzeit noch geheimhält…

Ein paar tausend dollar verbrannt…

Inklusive Steuern, Versand und Brillenglaesern hat mich das Experiment Google Glass mal eben geschmeidige $4000 gekostet […] Je mehr ich mir Gedanken ueber den Gegenwert mache, um so mehr bin ich angesickt ueber die Art und Weise wie Google mit seinen “Explorern” umgeht, also den Menschen, die sich auf dieses Experiment eingelassen haben und viel Geld Richtung Mountain View ueberwiesen hatten

Ich kann ja kaum in worte fassen, wie sehr sich mein mitleid in grenzen hält… :mrgreen:

Ich wünsche weiterhin viel spaß dabei, überteuerten und unausgereiften technik-tinnef zu kaufen, nur, weil die ganze scheißjornallje eine guhgell-PResseerklärung nach der anderen abschreibt, als ob es sich um richtige nachrichten handeln würde. Selbst, wenn es sich um so eine mitmenschenverachtende scheiße wie eine NSA-überwachungsdrohnenbrille handelt. Wer das jetzt nicht mehr möchte und nicht weiß, wohin mit seinem geld: ich nehme es gern an und liefere auch nix dafür, außer das, was ich auch unbezahlt liefere…

Na ja, andere bezahlen halt gern…

Es gibt wahrscheinlich hunderte Bilder von meinen beiden Google Glass im Netz, wohlgemerkt mit immer anderen Traegern. Ich moechte gar nicht ausrechnen wollen, wie viele Menschen dies potentiell gesehen haben und vor allen Dingen wieviele Menschen ihre Erfahrungen damit weitergegeben haben

…und machen dann unbezahlte reklame für guhgells beglückungsideen. Es kann ja auch nicht jeder mit dem gehirn denken, das rückenmark ist doch auch ganz hübsch.

Guhgell glahß des tages

Scheint wohl doch nicht so wegzugehen, diese borg- und überwachungsbrille… da hats auch nicht geholfen, das dingens mal eben über die ganze agenturabschreiberjornallje hochschreiben zu lassen, als wenns was ganz tolles wäre. Gut so!

Aber obacht, das kommt wieder, wenn die zeit wieder reif dafür ist. Einschließlich pressehirnfick. Ich tippe auf zwei jahre, wenn niemand mehr von der weltüberwachung redet und wenn diese schwere kriminalität gegen die gesamte menschheit ohne jede konsekwenz für die verantwortlichen fortgesetzt werden kann.

Kommentar des tages: das ende jeglicher privatsfäre

Dieser kommentar im heiseforum verdient ein bisschen bekanntheit: AR ist super, AR Nutzer sind der Teufel.

tl;dr Privatsfäre und „augmented reality“? Das geht nicht zusammen. Und alles, was machbar ist und verspricht, aus reklame noch mehr geld zu machen, wird auch gemacht werden. Alles, wirklich alles. Kleines zitätchen, flott aus der mitte gegriffen:

Wir überwachen uns künftig FREIWILLIG selber UND kaufen auch noch die hardware dafür – und das alles unr [sic!], weil wir mittlerweile zu dumm dazu sind, den nächsten Hipster-Starbucks einfach per Nachfragen zu finden…

Viel spaß mit eurer borgbrille von der NSA-datensammelkrake guhgell, ihr hirnkastraten! (Und natürlich mit eurem borghändi, dessen betrübssystem passenderweise „android“ heißt, damit ihr auch wisst, was ihr seid!)

Die gehirne der menschen funkzjonieren ja doch noch

Wer mit Googles Datenbrille unterwegs ist, sieht sich oft damit konfrontiert, dass ihn andere für protzig, voyeuristisch oder gar für eine Gefahr für die eigene Privatsphäre halten

Und ein arschloch, das 1500 dollar für einen frühen prototypen von guhgells borg-implantaten hinlegt, sollte sich nicht darüber wundern, wenn das bei anderen menschen mal einen unmut auslöst, der in gewalt umschlagen und um sich schlagen kann.

Guhgell glahß für jeden

Bald schon kann sich also jeder, der sein geld zum fenster rauswerfen will, guhgell glahß auf die nüstern klemmen. Und das schlimmste daran: eine horde von idjoten steht bereit, diese gelegenheit zu ergreifen. Diese leute würden sich sogar borg-implantate mit NSA-schnittstelle von guhgell einsetzen lassen, ist doch alles gar nicht so schlimm, sondern ein riesen spaß

Lösungen ohne probleme: guhgell glahß

Hej, heise, hat guhgell euch für diesen artikel bezahlt? Ich will es doch schwer hoffen! So einen idjotischen reklamesprech zu einem technischen produkt liest man bei euch (zum glück) nur selten.

Google will seine Datenbrille Glass verstärkt in Firmen unterbringen. Der Internet-Konzern legt dafür ein Programm namens „Glass for Work“ auf, das Unternehmenskunden zusätzliche Dienste und Service-Leistungen bieten soll. Dabei sollten spezifische Probleme am Arbeitsplatz gelöst werden

Ach! Es sollen also durch ein tragbares display, ein mikrofon und eine kamera „spezifische probleme am arbeitsplatz“ gelöst werden? Welche „spezifischen probleme“ bitte sehr? Wie man seine mitarbeiter besser überwacht und ausbeutet? Oder wie man ständig irgendwelchen von der arbeit ablenkenden infoschrott hat, der im blickraum rumzuckelt? Das müssen ganz tolle probleme sein, denn bis zum heutigen tag habe ich noch nie irgendwo gelesen oder gehört „ich hab da so ein betriebliches problem, und die beste lösung dafür wäre so eine datenbrille, wie guhgell sie gerade testet“. Nicht einmal von guhgells reklameabteilung habe ich so etwas gelesen oder gehört.

Zugleich werde dies Glass auch für Verbraucher verbessern

Aha, wenn man „spezifische probleme“ am arbeitsplatz mit dem glotzwürfel im blickfeld lösen kann, dann wird der glotzwürfel im blickfeld auch für „verbraucher“ besser. Das ist eine bestechende logik, der man sich eigentlich nur entziehen kann, wenn man gerade mehr als zwei handvoll freier synapsen zur verfügung hat. Dann deutelt man diesen ganzen nichtssagenden blahsprech als: „wir haben den idjoten eigentlich nur für viel geld einen prototypen verkauft und wissen bei licht betrachtet immer noch nicht, wofür das konzept unseres gerätes gut sein soll, aber es ist etwas ganz tolles, müssensemirglauben“.

Ein Vorteil der Google-Brille ist, dass der Träger Informationen auf dem kleinen Bildschirm vor dem rechten Auge ablesen kann, ohne dafür die Hände zu nutzen

Ich bin begeistert! Endlich kann ich mit den augen lesen und benötige nicht mehr die hände dazu. Das ist besonders praktisch bei den ärzten, die hier als beispiel herhalten müssen. Endlich kann mitmensch metzger… ähm… chirurg wieder operieren, weil er eine hand freihat, denn bislang war ja in der einen hand die wodkaflasche und in der andern hand das buch „chirurgie für dummies“.

Außerdem kann die Kamera des Geräts Bilder und Videos aufnehmen

Dass man mit einer irgendwo eingebauten kamera bilder und videos aufnehmen kann, ist ja ein großartiges und vor allem total neues und bislang völlig ungesehenes leistungsmerkmal. Gut, dass man dafür gar nicht mehr die händchen braucht. Gut, dass das — wegen der „spezifischen programme“ am arbeitsplatz — einfach der scheff für einen übernehmen kann, damit er immer alles im blick hat. Oder der nette wachtmeister von der zuständigen polizeiwache.

Zuletzt schloss Google eine Partnerschaft mit dem weltgrößten Brillen-Hersteller Luxottica, um stilvollere Gestelle zu entwickeln

Auch das stilvollste diesein nützt nichts für ein stilloses (und darüber hinaus ziemlich nutzloses) produkt.

Ach, das habt ihr von der DPA übernommen, ihr da hinten in der karl-wiechert-allee? Mir stellt sich dann nur eine frage: warum? Der informazjonsnährwert dieses textes ist so gering, dass flüchtige leser hinterher dümmer sind (nachdem wegen fehlen kein inhalt hängengeblieben ist, halten sie guhgell glahß für eine wichtige sache, weil darüber ja immerhin berichtet wurde) und aufmerksame leser hinterher bedauern, dass ihnen etwas beschränkte lebenszeit von diesem bullschitt geraubt wurde. Oder, wie ich es eingangs nannte, weil es alle merkmale dieser besonderen „literatischen gattung“ hat: scheißreklame im redakzjonellen teil.

Hoffentlich hats sich für euch gelohnt. Für eure leser hats sich nämlich nicht gelohnt.

Gefälltmir, däumchenhoch, pluseins!

„OMG, also ihr werdet das nicht glauben, aber… ich bin letzte Nacht in der Stadt verbal und physisch angegriffen und ausgeraubt worden, wurde mit Sachen beworfen, wegen einigen idiotischen Google-Glass-Hatern“, schreibt Slocom auf Facebook. „Dann hat irgendein Spinner [das Gerät] von meinem Gesicht gerissen und ist damit rausgelaufen und als ich ihm hinterher lief, haben seine bescheuerten Freunde meine Geldbörse, Handtasche und Mobiltelefon geklaut.“

Tja, doofe guhgell-drohne, wenn dir deine kramtasche, dein geld und deine kwasselfunke egal werden, hauptsache, du kannst dir so eine menschenverachtende überwachungsbrille auf die nüstern klemmen, dann hält sich mein mitleid sehr sehr in grenzen. Sei froh, dass du nicht mir begegnet bist, sonst hättest du nichts mehr ins fratzenbuch reingepustet. Und so tolle alkoven zur regenerazjon und selbstwartung wie bei den borg bietet guhgell dir noch nicht an… 👿

Wer mir mit so einer scheiße gegenübertritt, der tritt mir als feind gegenüber und darf sich nicht wundern, wenn ich ihn wie einen feind behandeln werde.

Guhgell-überwachungsbrille des tages

Tja, wenn man so als begrüßer kommender borg-implantate so eine überwachungsbrille wie guhgell glahß im kino nicht absetzt, dann greift schon einmal die sondertruppe „geistiges eigentum“ des US-heimatschutzes zu. Das ding ist schließlich nicht dafür gemacht, kinofilme in bescheidener auflösung mitzuschneiden, sondern dafür, in späteren versjonen mal eben kurz die klandestin im NSA-auftrag mitimplementierte überwachungsfunkzjon einzuschalten.