Nicht überraschend

Es ist gar nicht überraschend, dass die menschen während einer umlaufenden scheißseuche keine so große lust auf den öffentlichen nahverkehr und seine virenschleudern haben, so dass beinahe jeder, der sich kein auto leisten kann, aber körperlich zum radfahren imstande ist, ein fahrrad für seine wege nimmt. Subjektiv würde ich sagen, dass sich die fahrraddichte in hannover ungefähr vervierfacht hat (tendenzjell ein bisschen drunter), und das selbst noch in stadtteilen, in denen sie schon vorher hoch war. Genauer kann man es aber nur mit verkehrszählungen rauskriegen.

Und ja, da sind viele ehemalige sonntagsfahrer dabei, die zumindest anfangs keinen verkehr gewohnt waren und… ach!

Natürlich ist die fahrradinfrastruktur nicht mit dem höheren aufkommen mitgewaxen, und natürlich hat auch keiner daran gedacht, mit guten provisorien für abhilfe zu sorgen. Und so ist es gar nicht überraschend, was die polizei in ihrer unfallstatistik verlautbart:

Ein erheblicher Rückgang der Verkehrsunfallzahlen, die Anzahl der Verkehrstoten stagniert auf dem historisch niedrigen Niveau des Vorjahres, ein Rückgang der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen; dies sind die positiven Entwicklungen der Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2020 der Polizeidirektion Hannover. Dem gegenüber steht eine steigende Anzahl von Verkehrsunfällen im Radverkehr […] Im Jahr 2020 verunfallten 2.217 Radfahrende und wurden dabei verletzt oder getötet (2019: 1.782). Die Anzahl der Leichtverletzten belief sich auf 1.948 (2019: 1.571), die der Schwerverletzten auf 261 (2019: 204). Acht Radfahrende kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben (2019: 7). Im Fünfjahresvergleich ist ein Anstieg von 29,6 % (+506) an verunglückten Radfahrenden zu verzeichnen. Insgesamt 329 (2019: 205) Pedelecfahrende, die im Rahmen der Verkehrsstatistik zum Radverkehr gezählt werden, verunglückten im vergangenen Jahr. Vier Pedelecfahrende wurden 2020 bei Verkehrsunfällen getötet (2019: 1), 56 wurden schwer (2019: 33) und 269 leicht verletzt (2019: 171). Die Anzahl der verunglückten Pedelecfahrenden stieg in den vergangenen fünf Jahren um 321,8 % (+251). Dies resultiert aus einer deutlich höheren Teilnahme von Radfahrenden am Straßenverkehr

Verkehrszählungen hat die hannöversche polizei aber leider nur aus berlin, münchen und paris, nicht aus hannover. In hannover müssen polizei und stadtverwaltung die zunahme des radverkehrs genau so schätzen, wie ich das muss. Scheiß auf daten. Und nein, dass man hektoliterweise rote farbe auf die straßen kippt, wo vorher eine einfache linje gereicht hat, schafft eben so wenig fahradinfrastruktur wie lustige und nichts sagende markierungen derjenigen wege, auf denen nicht nur ich immer schon mit dem rad gefahren bin, als so genannte „veloroute“. Grüße auch an den hannöverschen oberwürgermeister Belit Onay von den scheißgrünen. Vielleicht lässt der demnächst mit ein paar komplizen aus dem verkehrsausschuss noch ein paar schilder radschnellweg an den straßen aufstellen, das wirds bringen… 😦

Hannover, landeshauptstadt!

Fiepser der stadt hannover, @hannover, verifiziertes konto, vom 13. april 2021, 13:12 uhr: Die LHH bewirbt sich erneut mit dem 'Modell Hannover – Öffnen mit Sicherheit' als Modellkommune für die kontrollierte Öffnung von Handel, Kultur und Außengastronomie. Die Entscheidung des Landes ist für kommenden Samstag angekündigt: https://t.co/XITvoqY7or?amp=1

Zugehörige PResseerklärung auf der webseit der landeshauptstadt hannover [archivversjon]…

Aber die menschen in ihren wohnungen einsperren, als bekäme man dieses scheißvirus nicht von anderen menschen in menschenansammlungen, sondern von der nacht und von der frischen luft.

Ja, hannöversche stadtverwaltung, ich habe verstanden. Ihr könnt mich auch mal alle im arsche lecken, aber alle miteinader! Ein schwäbischer gruß auch an den herrn oberwürgermeister Belit Onay! 🖕️

PR-geschwafel des tages

Reine Online-Ausgabe der Industriemesse will den Klimaschutz voranbringen

Ach, das ist jetzt „wegen des klimas“, dass die hannovermesse nur im internetz stattfindet und die deutsche messe AG gar nicht ihre horrenden standgebühren kassieren kann. Und ich dummerchen dachte schon, es sei wegen scheißcorona.

Sag mal, PR-wixer, ist bei dir noch alles knusper in der rübe?! 🤕️

Zukünftig wird eine Kombination aus Präsenzmesse und virtuellem Event erwartet

Aber keine sorge, wenn corona vorbei ist, ist das klima wieder scheißegal und es gibt wieder volle messehallen und ganz viele leute aus aller welt, die nach hannover fahren und fliegen, zum größten erkältungsvirusaustauschplatz der welt in den laatzener hallen. Und „wegen des klimas“ wird das dann um ein paar videostriehms im internetz ergänzt. Da freut sich das klima!!1! 🤣️

Heise schreibt aber auch wirklich jede intelligenzverachtende PResseerklärung ab. Unkommentiert. Als ob die heise-leser dumm wie scheiße wären.

Ein paar sortierte leckerlis aus dem beschluss des VG hannover

…aus der begründung des eilverfahrens-beschlusses 5 B 2865/21 des verwaltungsgerichtes hannover „die nächtlichen ausgangssperren in hannover sind „voraussichtlich“ rechtswidrig“ [dezentrale sicherheitskopie] für alle genießer der p’litik unserer werten regjonsverwaltung unter Hauke Jagau. Bei meinen anmerkungen [in eckigen klammern] bitte ich um beachtung für die tatsache, dass ich weder jurist bin noch eine übers oberflächliche hinausgehende ahnung vom verwaltungsrecht habe:

  • „Bislang hat die Antragsgegnerin nicht hinreichend begründet, inwiefern gerade in den Nachtstunden ein erhöhtes Infektionsrisiko zu erwarten ist, da der Zeitraum – von 22.00 bis 5.00 Uhr – sich üblicherweise ohnehin außerhalb der Zeiten bewegt, in denen reguläre Besuche in größerem Umfang stattfinden“ [Oder, wie ich es polemisch schrieb: weder die nacht noch die frische luft ist ein treiber des infekzjonsgeschehens…]
  • „Die Begründung der streitigen Allgemeinverfügung lässt auch nicht erkennen, dass dieser eine Berücksichtigung und Auswertung der wissenschaftlichen Erörterungen zu Grunde liegt. Die bisherige Studienlage erweist sich insoweit gerade nicht als eindeutig: Bisherige Forschungen haben teilweise erwiesen, dass der zusätzliche Effekt von schwerwiegenden Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen gering sei und sich im kaum wahrnehmbaren Bereich befinde […] Andere Studien gehen zwar grundsätzlich von einer Wirkung nächtlicher Ausgangsbeschränkungen aus, diese sei jedoch nur wesentlich geringer als die Wirkung anderer, regelmäßig parallel ergriffener Maßnahmen“ [!]
  • „Die bisherigen Ausgangsbeschränkungen in anderen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, auf die wohl auch die Antragsgegnerin verweist, wurden — soweit ersichtlich — nicht evaluiert, sodass insofern die Antragsgegnerin einer substantiierten Prognose der Wirksamkeit der Maßnahme, die diese nach den gesetzlichen Anforderungen zu erbringen hat, schuldig bleibt“ [Kleine anmerkung für betroffene menschen von mir: der gang zum verwaltungsgericht kann sich also lohnen, es handelt sich zumindest nach auffassung des VG hannover und des bestätigenden OVG lüneburg um illegale willkürmaßnahmen, die niemals evaluiert wurden.]
  • „Mit fortschreitender Pandemie sind zudem auch die zunächst aufgrund mangelnder Erfahrung geringeren Anforderungen an die Rechtfertigung von Schutzmaßnahmen gestiegen. Behördliche Untätigkeit angesichts der objektiven Möglichkeit zur Evaluierung der Maßnahmen kann nicht zur Begründung schwerwiegender Grundrechtseinschränkungen gereichen, deren Wirksamkeit zudem nach den bisher zugänglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zumindest umstritten ist. Die Forderung, dass valide Beweise für die Wirksamkeit einer Maßnahme im Rahmen der Pandemiebekämpfung vorzulegen sind, wird im Übrigen auch vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht aufgestellt“ [Das ist in meinen augen der eigentliche hammersatz in diesem beschluss und auch der grund, dass ich weit jenseits meiner häme gegenüber Hauke Jagau und seinen speichelleckern mit ihrem hilflosen gehampel auf kosten der menschen in hannover noch einmal darüber schreibe. Man kann nicht willkürlich durchregieren, nachdem man ein jahr lang die erforschung von infekzjonswegen unterlassen hat. Nein, es ist immer noch so gut wie nichts über typische infekzjonswege und infekzjonsorte bekannt. Offenbar besteht kein p’litischer wille, hier klärung zu bringen. Hier steckt sprengkraft selbst für wesentlich sinnvollere und zielführendere maßnahmen als nächtliche ausgangssperren drin — und der dann detonierende sprengstoff ist das versagen der p’litik auf allen ebenen, sich angesichts einer laufenden seuche wenigstens ein bisschen um razjonale, evidenzbasierte p’litik zu bemühen, statt einfach nur zwölf verdammte scheißmonate lang eine wirkungslose „marktkonforme seuchenbekämpfung“ zu machen, die nichts bringt und zusammen mit dieser obszönen p’litischen arbeitsverweigerung das leben vieler menschen über einen möglicherweise unnötig langen zeitraum einzuschränken. Wenn ein verwaltungsgericht ein derartiges p’litisches vorgehen abnickte, käme das der öffnung eines bekwemen weges zur beliebigen unbefristeten selbstermächtigung jeder regierung durch eine selbst herbeigeführte oder mutwillige langfristige aufrechterhaltung einer krise gleich. Zum glück für die menschen in hannover und in der ganzen BRD hat das VG hannover und das OVG lüneburg genug vom viel zu flüchtigen geist des grundgesetzes eingeatmet, um sich dem abnicken eines solchen vorgehens zu verweigern.]
  • „Es tritt hinzu, dass die Allgemeinverfügung Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen außerhalb des betroffenen Zeitraums von 22.00 bis 5.00 Uhr – also außerhalb der geläufigen Ruhe- und Schlafenszeiten in der Bevölkerung – gerade nicht verhindert […] Es spricht daher viel dafür, dass soziale Kontakte durch nächtliche Ausgangsbeschränkungen nicht unterbunden, sondern lediglich in ein früheres Zeitfenster verlagert werden […] Sobald es 22.00 Uhr wird, führt die getroffene Regelung dazu, dass eine Person sodann die Wohnung, in der sie sich befindet, nicht mehr verlassen darf, selbst wenn sie sich in einer fremden Wohnung aufhält“ [Peng! Dieses argument ist auf jede form der nächtlichen ausgangssperre übertragbar.]
  • „Zudem erscheint es insbesondere wertungswidersprüchlich, dass innerhalb des Gebiets der Antragsgegnerin in zahlreichen sonstigen Lebens- und Wirtschaftsbereichen bislang keine weiteren infektionsschutzrechtlichen Maßnahmen ergriffen bzw. angeordnet wurden“ [Peng! So etwas wie ausgangssperren bei geöffneten schulen mit präsenzpflicht und unreglementierten coronapartys durch präsenz am arbeitsplatz sind damit erledigt.]
  • „Schließlich ist es wenig nachvollziehbar, dass die C. innerhalb des Gebiets der Landeshauptstadt D. einerseits die streitbefangene Ausgangsbeschränkung angeordnet hat, gleichzeitig aber deren Bewerbung als sog. Projektgebiet i.S.v. § 18 b Corona-Verordnung, verbunden mit weitgehenden Lockerungen wie etwa dem Zugang der Gastronomie und Einzelhandel, unterstützt“ [Peng! So etwas wie „marktkonforme seuchenbekämpfung“ ist damit hoffent erleidigt, wenn sie mit tieferen eingriffen als etwa einer pflicht zum tragen eines mund-nasen-wärmtuches verbunden ist.]

So weit die leckerlis aus einem naturgemäß trockenen text. Guten appetit!

Ein dank nochmal an die leute von freiheitsfoo für die veröffentlichung des beschlusstextes.

Völlig unüberraschend

Es hat sich ja schon abgezeichnet, was gestern das OVG lüneburg geurteilt hat:

Ursprünglich galt für den Zeitraum vom 1. bis 12. April in der Region Hannover eine allgemeine Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr. In einer Eilentscheidung hatte das Verwaltungsgericht Hannover am Karfreitag die Rechtmäßigkeit der Allgemeinverfügung infrage gestellt und die Region dagegen Beschwerde eingelegt. Das OVG begründet seinen Beschluss am Dienstag damit, dass eine Ausgangsbeschränkung zwar begrenzt geeignet, aber nicht erforderlich sei, solange die staatlichen Stellen die bestehenden Maßnahmen nicht vollständig durchgesetzt hätten. Damit wies es die Beschwerde der Region gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts ab […] „Nicht nachprüfbare Behauptungen reichten zur Rechtfertigung einer derart einschränkenden und weitreichenden Maßnahme wie einer Ausgangssperre nicht aus. Insbesondere sei es nicht zielführend, ein diffuses Infektionsgeschehen ohne Beleg in erster Linie mit fehlender Disziplin der Bevölkerung sowie verbotenen Feiern und Partys im privaten Raum zu erklären.“

[Archivversjon]

Nicht nachprüfbare behauptungen und der verweis auf ein diffuses geschehen reichen nicht aus. Batsch, was für eine scheppernde ohrfeige für herrn Jagau, seine juristen in der regjonsregierung und seine beglückungsideen. Aber angesichts der tatsache, dass einerseits die menschen mit relativ sinnfreien nächtlichen ausgangssperren gegängelt werden („relativ“, weil sie doch einen kleinen effekt haben werden), während andererseits die stadt zum wohle der wirtschaft „sicher geöffnet“ werden soll [archivversjon], ist diese scheppernde ohrfeige wohlverdient. Der verlinkte und leider undatierte text ist übrigens vom 2. april 2021, wurde also einen tag nach der verhängung nächtlicher ausgangssperren veröffentlicht. Die spinnen doch nur noch, diese marktfaschisten mit ihrer „marktkonformen seuchenbekämpfung“!

Der werte herr Jagau hat gestern schon auf guhgells juhtjuhbb, dem neuen verlautbarungsportal für BRD-p’litiker, verkündet, dass er nach diesem recht vernichtenden urteil des OVG lüneburg lieber selbst und sofort aufhebt. Leider hat er (oder die dafür von ihm beauftragte PR-klitsche) die kommentare inzwischen deaktiviert und somit bereits vorhandene kommentare faktisch gelöscht — was ich sogar ein bisschen nachvollziehen kann, denn sie waren überwiegend unfreundlich. Nur zu archivzwecken gebe ich hier noch einmal aus meinem kleinen archiv wieder, was ich selbst unter sein video geschrieben habe:

Werter Herr Jagau, ich bedanke mich zunächst dafür, dass sie sich hier auf YouTube hinstellen und sich der teilweise ätzenden Kritik aussetzen, die in den Kommentaren unter diesem Video über sie hereinbrechen wird… das machen sie doch sicherlich selbst, oder? Sie haben doch sicher so viel Anstand, oder? Sie haben dafür doch sicherlich keine PR-Firma oder bezahlte Mitarbeiter, die ihnen das vom Leibe halten, oder?

Ich als reiner Politikgenießer ohne auch nur einen kleinen Schimmer von Verwaltungsrecht wusste sofort, dass diese Allgemeinverfügung von einem Verwaltungsgericht »kassiert« werden würde. Die Unverhältnismäßigkeit darin zu sehen, erforderte lediglich ein Hinschauen. Um einmal eine unerträgliche Phrase der Corona-Politik ein wenig abzuwandeln, damit sie wahr werde: Die Nacht ist nun einmal kein Treiber der Pandemie, und die frische Luft auch nicht. Die Schulen sinds, die Schulen und die Arbeitsplätze. Hier müssten sie – so weit das als Regionsregierung überhaupt möglich ist – ansetzen, wenn es wirklich um eine Reduktion von Infektionszahlen, Erkrankungen, Corona-Spätfolgen oder gar Todesfällen ginge. Ihr Unwille, dies zu tun, zusammen mit der offen im Internet kommunizierten Absicht, die Innenstadt von Hannover »sicher zu öffnen« und damit einen erheblichen Tourismus von Menschen und Viren in die Stadt zu holen, kombiniert mit einer weitgehend wirkungslosen Symbolpolitik zur angeblichen »Seuchenbekämpfung« erweckt leider den sehr unschönen Verdacht, Herr Jagau, dass ihnen die Menschen in der Region beim Vorantreiben ihrer politischen Beglückungsideen einfach nur noch gleichgültig sind. Die Wörter, die mir angesichts einer solchen Menschenverachtung im Munde liegen, lasse ich hier lieber ungeschrieben, denn sie würden auch nichts mehr verbessern.

Lassen sie mich meinen kleinen Kommentar mit einer Anmerkung abschließen: Dem verdammten Virus ist die Wirtschaft egal. Lassen sie uns das Virus in den Griff kriegen, aber so gut und effizient wie möglich, dann wirds bald wieder laufen! Dass dabei weniger Menschen erkranken, ist ein sehr erfreulicher Nebeneffekt.

Möge dem werten herrn Jagau und seinen speichelleckern in der regjonsverwaltung etwas besseres einfallen!

Urteil zu den nächtlichen ausgangssperren in hannover

Die zur seuchenbekämpfung völlig sinnlose und offen menschenrechts- und grundgesetzfeindliche maßnahme „geht ums verrecken weiter arbeiten, schickt eure kinder auf die antihygjenische BRD-zwangsschule, damit hier alles durchseucht wird, aber ihr dürft jetzt nach 22:00 uhr nicht mehr allein draußen auf einer bank sitzen und den frühlingsabend genießen“ wurde jetzt einmal schnell vom verwaltungsgericht hannover abgeklopft, und zwar mit erwartenswertem ergebnis, was die verhältnismäßigkeit so einer symbolp’litischen willkür betrifft:

Mit Beschlüssen vom 2. April 2021 hat die 15. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover mehreren Eilanträgen stattgegeben. Die beschließende Kammer betonte zunächst, dass angesichts der hohen Infektionszahlen nicht das „Ob“ weitergehender infektionsschutzrechtlicher Maßnahmen in Rede stehe, sondern der jeweilige Beschluss allein die Wahl des Mittels der abendlichen bzw. nächtlichen Ausgangsbeschränkung betreffe. Dahingehend seien die nach § 28a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 des Infektionsschutzgesetzes vorgeschriebenen – sehr hohen – Anforderungen an die Rechtfertigung eines solch gewichtigen Grundrechtseingriffs derzeit nach der im Eilverfahren gebotenen summarischen Prüfung nicht gegeben. Die darlegungs- und begründungspflichtige Antragsgegnerin habe insbesondere nicht hinreichend dargelegt, dass der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen zu einer wesentlichen, im Umfang der Gefahrenrealisierung gewichtigen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führen würde. Es bestünden ferner durchgreifende Bedenken, ob die Anordnung der Ausgangssperre verhältnismäßig sei – insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob es sich bei der angeordneten Maßnahme um das mildeste – gleich geeignete – Mittel handele

Aber achtung, die verordnung gilt erstmal weiter:

Die gerichtlichen Entscheidungen wirken sich nur im Verhältnis zu den Antragstellern aus

[Hervorhebung aus der PResseerklärung des vergewaltigungsgerichtes hannover]

Wer also nachts ohne „triftigen grund“ spazieren gehen will, muss sich zurzeit persönlich seine „einstweilige verfügung“ vom amtsgericht abholen. Unter angabe der aktenzeichens sollte das in dieser sehr eindeutigen lage kein größeres problem sein. Nur, dass das jedesmal ein richter „im namen des volkers“ machen muss, als ob die richter nix besseres zu tun hätten.

Morgen im gleichen teater: richter weinen über überlastete gerichte.

Wenn man den gang zum gericht scheut, kann man sich auch alternativ einfach eine „lieferando“-jacke überziehen. Arbeiten ist ja immer und jederzeit ums verrecken erlaubt und erwünscht. Stattdessen sollen auch noch die vorsichtigsten und verantwortungsvollsten ausdrücke von lebensfreude unterdrückt werden…

Übrigens, ihr kriminellen arschlöcher in der hannöverschen regjonsverwaltung: wer glaubt, dass man den menschen grundrechte wie ein privileg gewähren und nach herzenslust für ein bisschen völlig wirkungslose und windigst begründete symbolp’litik wieder entziehen kann, ist kein demokrat, kein vertreter eines so genannten „rechtstaates“ und auch kein verantwortungsvoll handelnder p’litiker, sondern ein krimineller feind des grundgesetzes für die bundesrepublik deutschland, der aus dem amt entfernt gehört. Wenn ihr mir das nicht glaubt, könnt ihr ja mal die juristen in euren scheißbehürden fragen. Diese grundrechte sind genau dafür da, staatliche willkür und die von euch so warm herbeigesehnten polizeistaatlichen zustände zu verhindern. Geht doch nach nordkorea, wenn es euch hier nicht mehr gefällt! 🖕️

Seuchenbekämpfung des tages

Vom 02.04. bis 05.04.2021 werden in Steinhude die Großparkplätze und die Badeinsel gesperrt

Oh, wie schade! Die badeinsel am steinhuder meer wird gesperrt, sonst kriegen wir ja alle corona, wenn die menschen ins wasser hüpfen wollen. Statt eines kommentares nur das hier:

Wettervorhersage für die näxsten tage -- Karfreitag, 2. april: 4 bis 8 °C -- Samstag, 3. april: 0 bis 9 °C -- Ostersonntag, 4. april: 4 bis 7 °C -- Ostermontag 5. april: 1 bis 6 °C, vormittags regnerisch

Wer weiß, was ohne dieses tief logische und absolut sinnvolle verbot und die sperrung der badeinsel bei wunderschönem badewetter für ein seuchenherd von coronaparty entstanden wäre!

Aber coronapartys in kirchen und schulen! Ihr könnt mich auch mal alle am arsch lecken!

In hannover wird gemessert

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei befand sich der 24 Jahre alte Mann in der Nacht von Dienstag, 30.03.21, zu Mittwoch, 31.03.21, zusammen mit seiner Freundin (22) und zwei weiteren Personen (18, 24) in einer Wohnung an der Ricklinger Straße und konsumierte Alkohol. Gegen 00:40 Uhr verließ er alleine die Wohnung. Nach kurzer Zeit kehrte er mit mehreren Stichverletzungen im Bereich des Rückens und der Brust zurück. Zunächst sah der 24-Jährige davon ab, einen Rettungsdienst beziehungsweise die Polizei zu rufen. Er und seine Freundin versuchten, mit eigenen Mitteln die Blutung zu stoppen. Als ihnen dies nicht gelang, wurde ein Rettungsdienst alarmiert. Mit einem Rettungswagen wurde der 24-Jährige mit lebensbedrohlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht, in der er noch in der Nacht notoperiert werden musste

Menschenverachtende polizeisprache des tages

In Barsinghausen ist am Montag, 29.03.2021, ein Radfahrer von einem Auto erfasst worden […] Dabei wurde er von dem Auto aufgeladen und zu Boden geschleudert

Immer diese autos, die völlig ohne zutun ihres fahrerys diese radfahrerys erfassen, aufladen und zu boden schleudern, direkt auf die intensivstazjon… aber hej, zum glück gibt es ja auch eine gute nachricht:

Die Autofahrerin überstand den Unfall unverletzt

Da bin ich ja beruhigt.

In hannovers umland wird gemessert

Nach bisherigen Erkenntnissen kam es gegen 00:30 Uhr am Inselweg in Burgdorf zu einem Streit und anschließend zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei 19 und 20 Jahre alten Männern aus Uetze. Der 19-Jährige zog unvermittelt ein Messer und stach damit mehrmals auf seinen Kontrahenten ein. Dieser erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen

Gefällt mir!

Gefällt mir, dass in hannover endlich auch polizeibeamtys¹ auf der beschissenen fahrrad-infrastruktur verunfallt werden können. Vielleicht heißt es dann, nachdem die werten polizistys¹ immer wieder ihre kollegys im krankenhaus besuchen, nicht mehr so oft in der polizeisprache, dass ein radfahrery von einem kfz erfasst wurde, wenn ihm die vorfahrt genommen wurde…

¹Ich benutze vorläufig die endung -y für ein geschlechtsneutrales wort. Das läuft gerade als neue idee in der szene um, und es das erste mal, dass mir eine solche form gefällt, weil sie unverkrampft, nicht sperrig und sprechbar ist. Und das fügt sich hervorragend in die rechte gutschreibung…

In hannover wird gemessert

Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeikommissariats Hannover-Döhren wurde ein 30-Jähriger am Sonntag gegen 20:50 Uhr von zwei Unbekannten von hinten angegriffen, geschlagen und mit einem Messer bedroht. Die Täter forderten den Laatzener auf, ihnen seine Wertsachen auszuhändigen. Als er dies verneinte, wurde der 30-Jährige, der unter Alkoholeinfluss stand, von den Tätern geschlagen, zu Boden geschubst und ausgeraubt

In hannover wird gemessert

Geht das schon wieder los? Ich habe keine lust, jeden tag so eine scheißmeldung zu lesen, dass leute mit messern aufeinander einstechen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizeiinspektion Hannover griff ein 41 Jahre alter Mann gegen 10:50 Uhr eine 40-Jährige mit einem Messer an. Der Polizei liegen aktuell keine Hinweise vor, dass sich der mutmaßliche Täter und die Verletzte kannten. Beim ersten Versuch konnte die Frau die Attacke des Mannes abwehren, im weiteren Verlauf stach der 41-Jährige mehrfach auf die Frau ein. Mehrere Zeugen beobachteten die Tat, einer der Zeugen ging dazwischen und verhinderte womöglich Schlimmeres

Und auf zwei von diesen meldungen an einem tag habe ich überhaupt keine lust.

Nachdem sie an der Tür des Zimmers ihres Sohnes geklopft hatte, öffnete dieser – er hatte sich offenbar zuvor selbst Schnittverletzungen zugefügt – und schlug seiner Mutter mit der Faust ins Gesicht. Während die Frau die Flucht ergriff und an mehrere Türen benachbarter Zimmer klopfte, um Hilfe zu erbitten, folgte ihr der 27-Jährige mit einem Messer in der Hand. Als ein gleichaltriger Mitbewohner seine Tür öffnete, stach ihm der Tatverdächtige unvermittelt in die Schulter. Der Verletzte verbarrikadierte sich daraufhin in seinem Zimmer

In hannover wird gemessert

Auch mädchen haben inzwischen kapiert, wie das mit dem schneiden und stechen funkzjoniert.

Wie die Ermittlungen ergaben, hatten Veröffentlichungen im Internet zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen überwiegend weiblichen Beteiligten geführt. Laut Zeugen soll ein Täter oder eine Täterin eine Stichwaffe gezückt, diese jedoch nicht eingesetzt haben

Ist ja auch nicht so schwierig…

Wie die regjon hannover die coronaimpfungen verkackt

Der zwitscherchen-bericht des tages kommt von Kinderpsychiater Dierssen @KJPGehrden@twitter.com:

  • Ich habe mich bei der @RegionHannover als Impfarzt gemeldet. Daraus wurde nichts. Ein Thread über Bürokratieversagen.
  • Die Region Hannover entwickelt sich zum Hotspot in Niedersachsen. Vom 08. bis zum 10.03. ist die Inzidenz dort von 103 auf 121 hochgeschnellt. Die Impfzentren in Hannover arbeiten in etwa zu den regulären Ladenöffnungszeiten. Am Sonntag impft dort niemand, nachts schon gar nicht
  • Warum wird in der Region Hannover so wenig geimpft? Liegts am Impfstoff? Nein, der lagert laut Medienberichten massig in den Kühlschränken. Können keine Ärzt*innen gewonnen werden? „Das check ich für euch!“ dachte ich mir, meldete mich freiwillig und telefonierte hinterher.
  • Um in Hannover als Impfarzt zu arbeiten, muss man sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden. Die übermittelt die Daten an das Impfzentrum. Das führt eine Warteliste. Auf dieser Liste endet für viele motivierte Ärzte, die gern impfen möchten, ihre Karriere als Impfärzte.
  • „Wir setzen Sie auf die Warteliste“, sagte man mir im Impfzentrum Hannover. Allerdings nicht die Warteliste für Impfwillige – sondern für Impfärzte. Über mir ständen über TAUSEND Ärztinnen & Ärzte auf der Liste. „Die wollen wir alle gern berücksichtigen“, hieß es. „Ist schwer.“
  • „An Termine als Impfarzt in der Region Hannover zu kommen, ist sehr schwierig“, verriet mir ein befreundeter Oberarzt aus Celle. „Die knappen Slots im Dienstplan sind gleich weg.“ Er steht schon seit Monaten als freiwilliger Impfarzt bereit, ist selbst schon geimpft. Kein Anruf.
  • „An Termine als Impfarzt in der Region Hannover zu kommen, ist sehr schwierig“, verriet mir ein befreundeter Oberarzt aus Celle. „Die knappen Slots im Dienstplan sind gleich weg.“ Er steht schon seit Monaten als freiwilliger Impfarzt bereit, ist selbst schon geimpft. Kein Anruf.
  • Warum das Impfzentrum nicht auch sonntags aufmacht oder nachts, wollte ich wissen. „Wir sind Ärzte“, sagte ich. „Wir arbeiten nachts auch.“ „Das wissen wir“, sagte der Impfzentrumsmann, abgeordnet von einem städtischen Schwimmbad. „Aber das Impfzentrum hat knappe Öffnungszeiten.“
  • In der @RegionHannover stehen mehr als tausend Ärzt*innen nutzlos auf einer Warteliste, um als Impfärzte eingesetzt zu werden. Der Impfstoff lagert ein, ungenutzt. Menschen erhalten über die Hotline keine Impftermine. Pflege & Ärzteschaft sind noch nicht durchgeimpft.
  • Inzwischen weiß ich, dass es leichter und wahrscheinlicher ist, einfach über die Priorisierung an einen eigenen Impftermin zu kommen und die Bürokratie mahlen zu lassen, als selbst als Impfarzt tätig zu werden und den lagernden Stoff wegzuimpfen.
  • Falls jemand einen Impfarzt sucht: Ich stehe jeden Sonntag zur Verfügung, ehrenamtlich. Ich bin Psychiater. Die intramuskuläre Injektion schaffe ich sogar bei Gegenwehr.
  • Warum ich auch nachts um drei eine Impfung empfangen oder geben würde? Weil nachts auch in den Urlaub fliege („Malle ist nur einmal im Jahr.“) Immer? Nicht immer. Aber immer seltener.

Weia!

In hannover wird gemessert

Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeikommissariats Hannover-Limmer bedrohte ein Unbekannter gegen 00:10 Uhr einen 26-jährigen Hannoveraner mit einem spitzen Gegenstand und forderte von ihm Geld. Der junge Mann versuchte zunächst zu flüchten, wurde aber von dem Täter eingeholt. Dieser flüchtete anschließend mit der Beute zu Fuß in Richtung Steintor

In hannover wird gemessert

Am Montagabend meldete ein Spaziergänger der Polizei gegen 17:30 Uhr, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen am Ufer des Maschsees komme. Als zahlreiche zum Tatort entsandte Streifenwagen dort eintrafen, stellten die Beamten eine verletzte Person fest. Es handelte sich um einen 33-jährigen Hannoveraner mit mehreren Stichverletzungen