Rundfunkjornalismus des tages

Der jornalismus in schundfunk und glotze kann ja vieles manipulieren und verschweigen, aber doch nicht bei den interwjuhs, oder? Oh, da wird auch manipuliert, was das zeug hält, und zwar selbst dann, wenn es objektiv gar nicht nötig wäre:

Alles war so aufbereitet, dass es klang, als sei ich live zugeschaltet und würde in Echtzeit die Fragen der beiden Moderatoren beantworten. An keiner Stelle wurde darauf hingewiesen, dass meine Antworten im Vorhinein aufgezeichnet wurden. Aber nicht nur das. Die Fragen der Moderatoren entsprachen leider nicht den Fragen, die mir die Praktikantin gestellt hatte, wodurch meine „Antworten“ ein bisschen den Eindruck erweckten, ich würde ausweichen beziehungsweise einfach nicht richtig zuhören

Nur für den fall, dass ihr euch mal wieder wundert, warum antworten von irgendwelchen gestalten gar nicht richtig zu den fragen passen…

Wahlkrampf-SPD des tages

Stephan Weil, obermotz von niederschlagsen, gibt ein interwjuh [Archiv]:

Frage: Sollte man Sigmar Gabriel zum SPD-Ehrenvorsitzenden erklären?

Stephan Weil: Da Sigmar Gabriel noch aktive Beiträge für die deutsche Politik liefern wird, stellt sich diese Frage einstweilen nicht.

Natürlich wird der kugelschröder — sofern die menschen in der BRD nicht das glück haben, dass er plötzlich stirbt und nur noch erfreulich tot rumliegt — noch „aktive beiträge“ für die BRD-p’litik liefern, und zwar als vizekanzler unter Angela Merkels neuer regierung. Deshalb hat er doch vorgesorgt, dass er nach dem erwartungsgemäß für die SPD desaströsen wahlergebnis der kommenden bummstagswahl nicht als großer wahlverlierer dasteht, sondern so weitermachen kann wie bisher. Dem Martin Schulz werden sie schon eine schöne entschädigung für sein kleines opfer für die partei hinlegen. Die SPD hat viele dschobbs zu vergeben, von der parteieigenen presse über die gewerkschaften über die rundfunkräte bis hin zum einen oder anderen aufsichtsrat — vielleicht hat auch der hartz-IV-SPD-ehrenvorsitzende der sozjaldemokrakischen herzen, Gerhard Schröder, noch einen gutbezahlten dschobb bei einem „lupenreinen demokraten“ aus russland anzubieten.

Wer SPD wählt, wählt nicht Schulz, sondern Merkel. Ich hoffe, ihr merkelt euch das alle, wenn die scheißwerber euch demnächst von jeder plakatwand mit lügen vollbrüllen.

Link via @benediktg@gnusocial.de

Presse in der demokratorischen BRD

Na, wie läuft so ein interwjuh mit einem BRD-p’litiker?

Jetzt beginnt die Autorisierung, ein Verfahren, das es fast nur in Deutschland gibt: Die Politiker können ihre Aussagen präzisieren, streichen, kürzen. Manchmal bleibt vom eigentlichen Gespräch kaum noch etwas übrig. Die Redaktion kann verhandeln, aber die Politiker haben über ihre Antworten das letzte Wort. Im schlimmsten Fall bleibt nur eins: Das ganze Interview wegschmeißen

Kurz verlinkt

[…] es ist ein absoluter Konsum entstanden, der vom Gebrauch der Dinge abgekoppelt ist. Das Unternehmen hat die Werbung an die Konsumenten deligiert. Es macht selbst keine Werbung. Das ist ein perfektes System […] Es gibt keinen Protest dagegen, weil wir in einem System leben, das die Freiheit ausbeutet

Interwjuh des tages

Cicero: Was sagen Sie Leuten, die behaupten: „Ich habe nichts zu verbergen“?

William Binney: Dass Joseph Goebbels genau diesen Satz gesagt hat: „Wenn Sie nichts zu verbergen haben, haben Sie nichts zu befürchten.“ Und jetzt erzählen Sie mir noch, dass das nicht an 1933 erinnert.

Cicero: Herr Binney, vielen Dank für das Gespräch.

Staatsrundfunk des tages

Daimagüler: Nein, ernsthaft, welche Reform haben wir denn beim Verfassungsschutz?

Ricke: Herr Daimagüler – kurz zur Rollenverteilung: Sie sind Vertreter der Nebenklage, ich stelle hier die Fragen – einverstanden?

Daimagüler: Nein. Sie machen ja keine Fragen, sondern …

Ricke: Okay. Dann danke ich Ihnen ganz herzlich für dieses Gespräch!

Und der moderator bedauert den verlauf des gesprächs