Neues aus neuland: urteil des BGH

Der bummsgerichtshof hat entschieden: dynamische IP-adressen sind personenbezogene daten und können deshalb nicht einfach in logdateien längerfristig gespeichert werden.

Was der bummsgerichtshof nicht zu wissen scheint: die IP-adresse identifiziert einen rechner, keine person und noch nicht einmal die person, die vorm rechner sitzt und ihn bedient — denn ein trojanifizierter rechner, der bestandteil eines botnetzes ist, wird noch von ein paar leuten mehr bedient. In vielen fällen identifiziert die IP-adresse einen router oder einen proxy, vor dem nicht einmal mehr ein mensch sitzt. Das ist eine absurd anmutende ausdehnung des begriffes „personenbezogene daten“, von der mir ganz anders wird, wenn ich an die möglichen folgeurteile denke. Die frage, wie man erfolgreiche angriffe auf einen internetz-dienst nachträglich analysieren soll, wenn man nicht einmal halbwegs aussagekräftige logdateien zur verfügung hat, muss ein jurist zu seinem glück nicht beantworten. Die einzigen profitöre dieses urteils werden mittelfristig organisiert kriminelle sein.

Und während einerseits die „persönlichen daten“ in form von IP-adressen so geschützt werden, dass man kaum noch einen verdammten sörver rechtskonform und halbwegs sicher betreiben kann, sind das träcking und die überwachung durch irgendwelche das gasamte web in träcking-geräte verwandelnde reklameklitschen (wie fratzenbuch, guhgell, zwitscherchen) überhaupt kein problem für den datenschutz… 😦

Und hej, KFZ-kennzeichen dürfen natürlich in der BRD automatisch geskännt und dauerhaft in geheimen geheimdatenbanken weggespeichert werden, obwohl sie ähnlich „personenbezogen“ wie eine IP-adresse sind. Nee, die sind noch viel „personenbezogener“, denn es gibt nicht einmal proxys dafür…

So, und jetzt hier weiterlesen!

Was vielleicht demnächst verboten ist…

Was vielleicht demnächst verboten ist? Das wegschreiben von logdateien, in denen IP-adressen enthalten sind:

Patrick Breyer wirft dem Bundesinnenministerium und anderen Bundesbehörden vor, mit der Speicherung von Daten bei Aufrufen ihrer Web-Angebote gegen das Telemediengesetz (TMG) zu verstoßen.

Konkret geht es um die IP-Adresse der Besucher von Webseiten des Bundes. Anbieter von Internetdiensten dürfen personenbezogene Daten laut Telemediengesetz nur mit Einwilligung des Nutzers oder zur Abrechnung des Dienstes verwenden

Gefällt mir, dass jedes internetz-gesetz in der BRD so deutlich an einen schuss in den eigenen fuß erinnert. Wenn eine IP-adresse per richterrecht zum personenbezogenen datum erklärt wird, obwohl es eine kleinigkeit ist, einen proxy zu verwenden und eine andere IP-adresse zu haben oder eine IP-adresse unter beliebig vielen nutzern zu teilen, handelt es sich um ein weiteres stück juristischen hirnrisses im lande des fassadenverpixelungsrechtes.

Und hej, das wird ganz gewiss von staat auf alle möglichen anbieter im internet erweitert. Natürlich in der bummsrepublik abmahnistan. Großes kino! Die anlasslose totalüberwachung jeglicher kommunikazjon auf der welt durch die partnergeheimdienste der BRD unter der herrschaft der asozialistischen deutschen einheitspartei CDUSPDCSUGRÜNETC wird hingegen schadlos weiterlaufen.

Und dann dieses dumme gefasel von der „generazjon internet“… mann, mann, mann