Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal scharf hingeschaut und dabei rausgekriegt, dass diese von jornalisten begierig weitergetragene räuberpistole, dass ein saudischer prinz einen US-milljardär über sein wischofon und wanzäpp gecybert hat, doch ein kleines bisschen müffelt. Aber immerhin, die „forensische analyse“ macht viel text, um den eindruck von substanz zu erwecken:

Es ist zwar interessant zu erfahren, dass die FTI-Forensiker mittels Metalldetektoren an der Labortür überprüft wurden (Seite 8 des Berichts), aber offen bleibt nun die Frage, wie genau die ausführlichen forensischen Untersuchungen abliefen (“FTI conducted in-depth analysis of forensic artifacts from the redacted Cellebrite reports and captured network logs”, Seite 9 des Berichts – ‚FTI nahm eine gründliche Analyse der forensischen Beweismittel aus den redigierten Cellebrite-Berichten und den aufgezeichneten Netzwerkprotokollen vor‘)

Nicht alles glauben und auf fratzenbuch und twitter weitertragen, was in der presse steht! Denn das geschäft der jornallje ist nicht wahrheit, sondern wirksamkeit bei der vermarktung von reklameplätzen.

Übrigens: diese bemerkenswert nüchterne jornalistische analyse bitte beim nächsten cyber-cyber-angriff durch china, russland, nordkorea wiederholen, statt im panikmodus cyberkrieg zu brüllen und den nächsten abbau von grund- und menschenrechten mit vorzubereiten! Und das bitte nicht nur bei heise!

Cyber-räuberpistole des tages

Das Mobiltelefon von Amazon-Gründer Jeff Bezos wurde Mitte 2018 gehackt […] Unbekannt war jedoch bislang, wer das Telefon des reichsten Mannes der Welt gehackt haben könnte. Der Guardian berichtet jetzt, dass es der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman persönlich gewesen sein soll, der die Nachricht schickte, die Bezos‘ Telefon mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ kompromittierte

Wenn nicht der guardian die kwelle wäre, würde ich bullschitt rufen. Und selbst im guardian hat diese geschichte noch einen erheblichen bullschitt-verdacht, weil es nun einmal schwierig ist, so etwas im nachhinein festzustellen und weil ein geborener milljardär einen anderen milljardär wohl kein auge auspicken wird — jedenfalls nicht ohne grund. Und die nummer mit „schadkohd in einem video, das über wanzäpp zugestellt wird“ müffelt auch ein bisschen. Das wäre ein finanzjell sehr aufwändiger häck gewesen, für den man einen teuren zeroday-exploit verbrannt hätte. Und das alles nur, um ein paar daten von einem händi mitzunehmen? Aus eher diffusen gründen? Komm, guardian, das ist doch eine räuberpistole! Das glaubst du doch selbst nicht!

Aber sollte es sich als zutreffend erweisen, sieht man jetzt, was rauskommt, wenn man staaten wie saudi-arabien waffen (auch für den angriff auf kompjuter) verkauft: die werden eingesetzt. Ohne große zurückhaltung. Auch mal gegenüber einem einzelnen kritiker an diesem mittelalterlichen staat, in dem die henker so viel zu tun haben.

Popcorn!

In den vereinigten staaten eines teils von nordamerika unter der vom derzeitigen präsidenten Trump angeführten enthirnungsfront gibt es heute ein ganz großes gossenjornalismus- und p’litkino:

Bezos wirft Boulevardblatt Erpressung vor:
Erbeutete Nacktfotos als Druckmittel

Mit veröffentlichter erpresser-mäjhl an Jeff Bezos [link auf einen text in englischer sprache]. Ganz schön hirnlos, jemanden erpressen zu wollen und dabei auch noch solche spuren zu hinterlassen. Aber hej, ein contentindustrieller scheißjornalist wird ja auch nicht fürs gehirn bezahlt, ganz im gegenteil. Er wird für reklameplatzvermarktung bezahlt.

Ich denke, diese mit hingabe an der güllerinne schnüffelnden gossenjornalisten haben auch ein nacktfoto von Jeff Bezos. Dann müssten sie doch eigentlich wissen, dass er eier hat. (Kein dämlicher witz ist mir auf den hinterngrund von tittitäjhnment, US-doppelmoral und hirnfickender scheißpresse zu dämlich, um nicht gemacht zu werden.)