Scheißjornalismus des tages

Laut Ö1 und ORF Kärnten hat Handke nach der Frage das (eigentlich unangekündigte und spontane) Gespräch mit mehreren Journalisten abgebrochen und davor noch die Medien scharf kritisiert. „Ich stehe vor meinem Gartentor und da sind 50 Journalisten und alle fragen nur wie Sie. Von keinem Menschen, der zu mir kommt, höre ich, dass er sagt, dass er irgendwas von mir gelesen hat. Es sind nur die Fragen: Wie reagiert die Welt? Reaktion auf Reaktion auf Reaktion. Ich bin ein Schriftsteller, ich komme von Tolstoi, ich komme von Homer, ich komme von Cervantes. Lasst mich in Frieden und stellt mir nicht solche Fragen“, sagte Handke. Er wolle „nie wieder“ Journalistenfragen beantworten.

[Archivversjon]

Tja, wenn man von den professjonellen werbeplatzmarktwertaufwertern der contentindustrie immer nur in verschiedenen formulierungen „hej, ich bin jornalist und sie haben einen nobelpreis für etwas gekriegt, was ich nicht verstehe, also wie fühlen sie sich?“ gefragt wird; von barbaren, die nicht einmal lesen können und auch nicht wissen, wie man wikipedia benutzt, dann kann ich jeden zorn verstehen! Eigentlich müsste man so einen scheißjornalisten viel öfter mal eine ohrfeige für seine dummen, hirnverachtenden unverschämtheiten geben… denn ich kann aus eigener erfahrung nur sagen, dass jornalistenarschlöcher keine andere sprache als gewalt zu verstehen scheinen. Ein wort wie „nein“ können diese fäkalmaden in ihrer bedeutung offenbar nicht erfassen. Das wäre vermutlich zu viel zivilisazjon… 😦

Und nun zum wetter

Das wusste ich auch noch nicht [archivversjon]:

Auf der Webseite des rbb findet man zudem „aktuelle Temperaturen“ und Angaben zur Witterung aus vielen Orten in Berlin und Brandenburg […] Kachelmanns Kritik ist, dass es sich bei den Informationen auf der rbb-Webseite gar nicht um echte Messwerte handle, sie würden lediglich berechnet […] Auch der Deutsche Wetterdienst hält es „für bedenklich, dass Wetterbeobachtungen durch Interpolation generiert werden“

Ich habe wirklich geglaubt, dass die contentindustriell gemeldeten „aktuellen temperaturen“ auf messwerten basieren, vor allem, weil da häufig noch die uhrzeit der „messung“ deutlich dran steht oder dazu genannt wird. 🌡️

Egal, wohin man im nach scheiße stinkenden scheißjornalismus schaut, es ist alles nur irreführung, blenderei und gezieltes erwecken falscher eindrücke. Claas Relotius ist überall. Eine wahrheitspresse (oder eine wahrheitsglotze) ist es nicht und niemals gewesen.

Stirb, jornalist, stirb! Nimm das scheiß-leistungsschutzrecht für deinen scheißverleger mit in dein würmerloch!

Der jornalist richtet deinen blick aus…

Die Berichterstattung über die Anschläge ist bisher mangelhaft, weil sie komplett auf den Angriff auf die Synagoge fixiert ist. Was untergeht ist, dass auch ein Dönerladen angegriffen wurde, und zwar nicht zufällig, sondern gezielt. Ich habe selbst kurz mit einem arabischen Mitarbeiter aus dem Laden geredet. Vor seinen Augen wurde ein Kunde niedergeschossen. In den Medien kommt es bisher so rüber, als sei da halt noch zufällig so ein Imbiss in der Nähe, der mit dem Motiv des Täters aber wenig bis gar nichts zu tun hätte. Der Laden wurde genauso angegriffen wie die Synagoge, doch die Medien gehen damit bisher recht stiefmütterlich um. In vielen Artikeln wird der Dönerladen noch nicht einmal erwähnt

Wissenschaftsjornalismus des tages

Jornalisten erklären ihren lesern, zuschauern und zuhörern die sache mit der genetik, insbesondere der genetischen disposizjon zur homosexualität… 🤦

Vielen Dank. Wir sind Journalisten und Redakteure und keine Gen-Forscher

Hach ja, früher haben jornalisten und redaktöre bei halbwegs ernstzunehmenden jornalistischen produkten einfach mal rescherschiert, wenn sie etwas wissen wollten, aber nicht wussten. Das war aber früher. Heute fummeln sie sich selbst ein bisschen füllmasse für ihre tief klaffenden wissenslücken zurecht und lassen ihr dummes halbwissen auf die leser, zuschauer und zuhörer los. Mit großem jornalistischen extrazusatzbonus: hinterher gibt es keine korrektur, obwohl der fehler längst widerstrebend eingesehen und verstanden wurde. Wäre ja schade, wenn die (achtung: mutmaßlichen, andere erklärungen sind gern genommen) jornalistischen volxerziehungsabsichten von irgendwelchen fakten durchkreuzt würden. 🤮

Auch weiterhin viel spaß beim bezahlen der kwasikopfsteuer „rundfunkabgabe“, mit der so eine tintenklexerei finanziert wird!

Scheißpresse des tages

Weiterlesen ist kostenlos

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Warum man der scheißpresse mit ihren bezahlschranken und datenbettelstellen vor dem inhalt und ihren offen für suchmaschinen und leser sichtbaren clickbait-übelschriften keine interwjuhs gibt, zeigt euch jetzt mal in aller ausführlichkeit Carsten Linnemann (CDU).

Übrigens ist es eine ganz dumme scheißidee, der dreckspresse mit ihrem listenprivileg eine aktiv für normale kommunikazjon mit richtigen menschen benutzte mäjhladresse zu geben. Außer, man hat gern über diesen kunstgriff legalisierte spämm, spämm und spämm von irgendwelchen werbeheinis in seinem postfach. Wer denen noch mehr daten gibt, ist sowieso nicht mehr zu retten. Viel spaß mit grenzbetrügerischen lotteriewerbern und ziemlich kriminellen gewinnbimmlern am telefon und einen täglichen sackpost-briefkasten voller scheiße!

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

„Cyber cyber“ des tages

Die voll investigativen propagandajornalisten von „bellingcat“ (das sind die hier, die von den hirnfickjornalisten des ehemaligen nachrichtenmagazins gern abgeschrieben werden) haben einen ganz ganz harten cyber-cyber-angriff abgewehrt: sie haben eine phishing-mäjhl vom pösen pösen russen gekriegt. 📧

Klar! „Ich wurde von Wladimir Putin gehäckt“ klingt ja auch viel epischer als „ich habe eine mäjhl empfangen“. :mrgreen:

Sterbt, kriegstreiber, sterbt! Verreckt, jornalisten, verreckt!

Jornalismus des tages

Erfundene Schicksale, verfälschte Selbst-Experimente, Schummel mit Archivbildern: Wegen Manipulationsvorwürfen hatte sich der Privatsender RTL im Juni von einem Reporter getrennt

So lange die contentindustrie nur dafür da ist, werbeplätze zu vermarkten und deshalb ihre stories dafür braucht, attraktiv und psychoaktiv zu sein, damit menschen sich die zumutung der scheißreklame reindrücken lassen, so lange gilt: Claas Relotius ist überall!

Burda des tages

Wer sagt denn, dass man für seinen „journalismus“ noch eine redakzjon braucht? Irgendwelche drexzeitschriften des burda-verlages kommen doch auch ohne redakzjon aus. Viel wichtiger für die contentindustrie sind ja auch die kaufleute, die die werbeplätze vermarkten… wer braucht da noch eine redakzjon… :mrgreen:

Für solche presseverleger ist übrigens das „leistungsschutzrecht für presseverleger“ gemacht worden, nicht für autoren oder jornalisten. Jeder, der euch etwas anderes erzählt hat, hat euch belogen (also praktisch die gesamte scheißpresse).

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Scheißjornalisten erklären euch den datenschutz!

Datenschutz ist nur ein tema bei russischen äpps. Müsst ihr ganz dolle aufpassen, das sind russische äpps, die spionieren euch aus! Bei guhgell, wanzäpp, fratzenbuch, zwitscherchen, finster-gram und anderen US-unternehmen spielt der datenschutz keine erwähnenswerte rolle.

Sind die deutschen Medien endlich aufgewacht und haben die Datenschutzproblematik in Zeiten von Google, Facebook und Co. als zentrales Thema entdeckt? Leider nein. Der einzige Grund für die meist nicht eben von Kompetenz unterfütterte publizistische Eintagsfliege besteht vielmehr darin, dass die Entwickler von FaceApp in Russland sitzen

Und jetzt: däumchenhocht uns im frantzenbuch dafür!

Ein jornalist tritt aus dem DJV aus

Peter Welchering, mir bislang nicht so aufgefallener jornalist, ist aus dem deutschen jornalistenverband ausgetreten und hat dazu einen offenen brief geschrieben:

[…] Dass der DJV von Internet-Konzernen wie Facebook und Google Geldzahlungen annimmt, Vertreter dieser Konzerne auf den von ihnen gesponserten Veranstaltungen als Präsentatoren auftreten lässt und Kritik an diesen Zahlungen im Bundesgesamtvorstand von Bundesvorstand und Hauptgeschäftsführer verhindert wird, fand gleichfalls meine Missbilligung.

Ich habe die Aussage des Bundesvorsitzenden Frank Überall, PR sei eine Spielart des Journalismus, kritisiert, ebenso seine CDU-Parteibuch-Camouflage in einem Tagesschau24-Interview und wurde für diese beiden Kritiken mit übelsten Beschimpfungen belegt.

Der Bundesvorsitzende Frank Überall versucht gegenwärtig, diesen DJV-Bundesverband in eine Art Vorfeldorganisation der CDU umzugestalten […]

Weia! Und der brief wird immer besser, da ist es echt schwierig, ein gutes zitat rauszupicken.

Aber ich bin ein verschwörungsteoretiker mit nazi-affinität, ein AFD-förderer und ein PEGIDA-naher idjot, wenn mir die täglich überreich dargebotene scheißpropaganda und schleichreklame im jornalismus mal auffällt und ich sie benenne.

Und die jornalistische sorgfalt sieht dann so aus, dass man fehler und erkannte fälschungen nicht korrigiert, sondern rechtfertigt — bis weit in die frontfressen des DJV hinein, die so ein vorgehen ganz offen pflegen:

Ein Landesvorsitzender wird bei einer Zitatfälschung erwischt. Der stellvertretende Bundesvorsitzende springt ihm zur Seite. Der Bundesvorstand lässt diese Zitatfälschung durchgehen.

Weia!

Und die wollen auch noch geld für ihre tägliche hirnfickerei und ihre schmierige scheißreklame haben? Und die wollen, dass ich meinen adblocker abschalte und irgendwelche scheißreklameheinis in meiner privatsfäre und auf meinem rechner rumspielen lasse? Am arsche können sie mich lecken!

Stirb, jornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke! ☠️

(Wer schreiben will, nennt sich autor und schreibt. Wer ein schmieriges loch und ein menschenfeind ist, der von verlagsmilljardären billig bezahlte wegwerftexte im interesse irgendwelcher unternehmens-PR-klitschen und anderer milljardäre schreiben will; scheißtexte, die nur dafür da sind, reklameplätze contentindustriell zu vermarkten, um morgen wieder vergessen zu sein, nennt sich jornalist und kann einsam und kwalvoll abkratzen, aber bitte so bald wie möglich! Kannst ja dein standesrecht, dieses „leistungsschutzrecht für presseverleger“, mit in die würmerkuhle nehmen, du nach scheiße stinkender feind, du! Ach, da hast du gar nix von, das ist nur für deine ausbeuter? Na, dann nimmst du eben nix mit. Macht eh keinen unterschied.)

Zitat des tages

An wen erinnern wir uns, wenn wir an große deutsche Publizisten denken? An Maximilian Harden, der sich im Untertanenklima des deutschen Kaiserreichs nicht scheute, den Monarchen persönlich in die Schranken zu fordern. An Karl Kraus – als die tonangebenden Geistesgrößen 1914 unisono den Krieg begrüßten, überzog er sie unnachgiebig mit seinen Wut- und Intelligenztiraden. Weil die großen Zeitungen das nicht ertrugen, gründeten Harden wie Kraus kurzerhand eigene Blätter, „Die Zukunft“ und „Die Fackel“, die sie praktisch im Einmannbetrieb gestalteten. Sie, und nicht die heutigen Leitmedien, sind die Vorgänger der kritischen Blogger und Youtuber.

Und nun zum spocht

Der krisengeschüttelte Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat offensichtlich ein Problem mit kritischer Berichterstattung, wenn es um die Emanzipation seiner Frauen-Nationalmannschaft geht. Das zeigen Versuche, Interviewaussagen von Nationalspielerinnen glattzubügeln

Ach!

Tja, scheißjornalisten, dann hört doch endlich, endlich, endlich mal damit auf, dieser mit geld, menschenverachtung, müllfraß- wie bierreklame und wettbetrug vollgesogene sportmafia jeden tag eine verdammte plattform zu geben und sie durch eure nach scheiße stinkende hofberichterstattung vom scheißfußball zu einer scheinwichtigkeit aufzupusten, hinter der man vieles verstecken kann! Früher hat man mal unseriöse lügenblätter von halbwegs ernstzunehmenden zeitungen unterscheiden können, indem man sich kurz angeschaut hat, wie viel raum der scheißbrüllball darin einnimmt. Aber das ist längst vorbei. Da ist alles wie die scheißbildzeitung geworden. Alles voll mit scheißfußball. Selbst die scheißtagesschau vergeudet beinahe jeden tag mindestens ein viertel ihrer recht beschränkten sendezeit mit diesem ewigen mafiösen scheißfußballscheiß, den der scheiß-DFB veranstaltet oder wo seine auswahl (kwalitätsjornalistisch dann als „nazjonalmannschaft“, „deutschland“ oder auch einfach als „wir“ bezeichnet) dran teilnimmt. 😦

Ach, weniger von diesem irrelevanten scheißdrexkack wollt ihr gar nicht? Ihr müsst werbeplätze vermarkten und der scheiß-brüllball ist immer eine erstklassige clickbait? Na gut, dann bleibt hofberichterstatter für den scheiß-DFB. ABER DANN HALTET EURE VERDAMMTE JAMMERFRESSE, IHR HEUCHLER MIT EURER FLEXIBLEN SCHEINMORAL, LASST EUCH WEITER VON DER SCHEISS-DFB-MAFIA GÄNGELN UND KWASIZENSIEREN, BETET ZU EUREM ABGOTT CLASS RELOTIUS, FRESST SCHEISSE UND VERRECKT DRAN! *kotz!*

Stirb, scheißjornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke! Ihr seid nämlich die zustände, über die ihr euch jeden tag beklagt.

Scheißpresse des tages

Der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat seine Position zum Fall Assange noch einmal klar gestellt – doch keine Zeitung wollte den Beitrag drucken

Wo kommen wir da auch hin, wenn irgendwelche „hetzerischen anschuldigungen“ (Jeremy Hunt) eines berichterstatters der vereinten nazjonen in den zeitungen stehen? Weder parteien noch konzerne (und damit reklamekunden der contentindustrie) haben ein interesse daran. Dann lieber ein paar schöne Claas-Relotius-texte, preisgekrönt und hochkwalitativ.

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, jornalist, verrecke!

(Es war übrigens Julian Assange, der eine jornalistische arbeit geleistet hat, die jornalisten verweigern — indem er kriegsverbrechen der USA dokumentiert hat. Aber das soll auch vergessen gemacht werden von den scheißjornalisten aus presse und glotze.)

Dummfrage des tages

Die Meinungsforschungsplattform Yougov hat Anfang 2018 eine Umfrage unter 8.200 repräsentativ ausgewählten, erwachsenen US-Amerikanern durchgeführt. Das Resultat: Nur 84 Prozent sind felsenfest von der Kugelform unseres Planeten überzeugt. Fünf Prozent gehen von ihr aus, haben aber zu zweifeln begonnen. Zwei Prozent wieder hielten die Welt für flach, sind sich aber unsicher. Zwei Prozent hingegen gegen sich sicher, dass wir auf einer Scheibe leben

Mich würde ja mal die korrellazjon von flacherdenglaube und der bereitschaft, Trump zu wählen interessieren… :mrgreen:

Aber nicht vorschnell an der rasend voranschreitenden idiocracy verzweifeln. Dieses „yougov“ scheint sehr fragwürdige metoden anzuwenden:

Das Unternehmen arbeitet hauptsächlich mit Online-Panel-Umfragen, bei denen die Teilnehmer Incentives in Geldform erhalten. Die Daten aus den Befragungen werden per Gewichtung an die Bevölkerungsstruktur angepasst

So so, die ergebnisse mit gewichtungen anpassen, um irgendwelche verzerrungen rauszurechnen, und der scheißjornalist verkauft mir und anderen lesern solches vorgehen dann als eine repräsentative umfrage! Ganz, als ob leute, die im internetz für geld fragen klicki-klicki beantworten, eine zufallsstichprobe seien. Gut, dass ich die unseriöse und nicht weiter ernst zu nehmende kaffeesatzleseklitsche „yougov“ mal kurz aus neugier geentet habe, sonst wäre ich auf diese lüge eines scheißjornalisten glatt reingefallen. Dass diese jornalisten aber auch immer noch nicht wissen, wie man eine web-suchmaschine bedient!

Ich nehme mal an, im p’litik- und wirtschaftsteil ist der jornalismus genau so „sorgfältig“ wie in dieser beiläufigen meldung zum zustopfen des sommerloches.

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der umtriebige forscher an allen fronten der erkenntnis, hat sich mal die sache mit den minibezahldiensten für jornalisten scharf angeguckt und dabei rausgekriegt und unter dem pseudonym Marcel Weiß publiziert, dass menschen eher weniger bereit sind, für ein literarisch meist ungenießbares wegwerfprodukt überhaupt etwas zu bezahlen:

Man liest selbst den besten journalistischen Text nur einmal. Musikstücke, vor allem die, die man sogar kauft, hört man öfter an. Noch wichtiger: In der Regel hat man den Song, den man kaufen will, bereits oft gehört -im Radio, auf YouTube, in einer TV-Serie-. Man kennt also schon das Informationsgut, das jetzt erworben wird und weiß bereits, dass es gefällt und den zu bezahlenden Preis wert ist. Das kann für journalistische Texte niemals gelten

Sag ich doch! 😀

Und nun zum wetter

Na, wisst ihr noch, wie uns vor einem monat die kwatschmeteorologen¹ im brote der contentindustrie, die nicht mal mit brauchbarer trefferkwote vorhersagen können, ob es übermorgen regnet oder ob die sonne scheint, angst machen wollten? Angst vor einem neuen dürresommer, schlimmer als das letzte jahr? Sogar die aktuelle camorra… ähm… die 20-uhr-tagesschau hat das gebracht, als wäre dieser bullschitt eine ernsthafte meldung, und etliche erwaxene und intelligenzbegabte menschen aus meinem umfeld haben das sogar geglaubt und schon leichte ängste entwickelt. Ja, wirklich. Die erleben so rd. jeden zweiten tag, dass nicht einmal die wettervorhersage für übermorgen etwas taugt, und haben das trotzdem geglaubt! Fügt sich ja auch hervorragend in ihre allgemeine erderwärmungsangst, die diese psychisch gesteuerten hirnträger leider nicht daran hindert, mit ihren drexautos rumzufahren und demnächst massenhaft nach möglichst weit weg in den urlaub zu fliegen, um dem kalten kalten mai zu entkommen… 😦

Genug erinnert, genug gerantet, jetzt mal das neueste von der deutschen dürrefront:

Wetter:
In Süddeutschland droht Hochwasser

Große Teile Südostdeutschlands erleben in den nächsten Tagen Dauerregen. Kritisch wird es vor allem an den Alpen zusammen mit der Schneeschmelze.

Immerhin: Der Regen füllt das in größeren Bodentiefen immer noch vorhandene Wasserdefizit auf und mindert so das Risiko eines weiteren Dürresommers

Da habt ihr euren alles versengenden dürresommer! Ich hoffe, die von scheißjornalisten an der reklamevermarktungsfront vorsätzlich ausgelöste ängstliche beklemmung hat euch wenigstens ein bisschen spaß gemacht! :mrgreen:

¹Ein richtiger meteorologe würde solche langfristigen vorhersagen nicht machen, weil er genau weiß, dass er sie nicht mit einer besseren trefferkwote als beim einfachen raten machen kann. Deshalb „kwatschmeteorologe“. Ich hoffe, dass sich davon nur beleidigt fühlt, wer gemeint ist. Insbesondere der in der spektrum zitierte herr Kachelmann ist bemerkenswert frei von bullschitt.

Contentindustrie des tages

Ein unauffälliger, mit den üblichen frasen des spochtjornalismus gespickter und von träckender und überwachender scheißreklame „verzierter“ müllartikel (zum beispiel auf der webseit des fischblattes „welt“, aber auch an vielen anderen kwalitätsjornalistischen und leistungsschutzrechtgeschützten stellen) über ein fußballspiel, das gar nicht stattgefunden hat [archivversjon].

Der Wuppertaler SV trennte sich an diesem Mittwoch von der Zweitvertretung von Borussia Dortmund mit 0:0. Wer im Aufeinandertreffen die Nase vorn haben würde, war vorab schwer auszumachen. Die Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften zeigte sich letztlich im Endergebnis. (…) Der Unparteiische setzte mit dem Halbzeitpfiff dem torlosen Treiben auf dem Feld vorläufig ein Ende. Nach torloser erster Halbzeit gab es auch nach Wiederanpfiff keine Treffer zu bewundern. Die Teams trennten sich am Ende mit einer Nullnummer voneinander

Tja, scheißjornalist, man braucht dich bald gar nicht mehr so richtig. Diese kleinen glitches wird es auch irgendwann nicht mehr geben, sie sind ja im grunde einfach zu vermeiden. Und da, wo es auf den inhalt eh nicht mehr ankommt — also im spocht und für die börse — läuft der jornalismus schon längst als vollautomatisches textbaustein-lego. 😀

Stirb, jornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke! Und nehmt euer nach scheiße stinkendes leistungsschutzrecht mit in die verwesung!

via @benediktg5@twitter.com