Was Hadmut Danisch übersieht

Hadmut Danisch hat mal wieder einen seiner blogschnellschüsse gemacht, aber diesmal die zielscheibe gründlich verfehlt.

Wenn ich drogen nehme — übrigens egal, ob die legalisiert wie alkohol und vom arzt zur verbesserung der kundenbindung verschrieben psychofarmaka oder illegal wie kokain sind — gibt es dabei in erster linje nur einen geschädigten: mich selbst. Und bei dem zeugs, dass ich freiwillig in mich reinschmeiße, empfinde ich das nicht einmal als einen schaden. Und so lange ich kein verantwortungsloses arschloch bin wie ein besoffen über die landstraßen rasender CSU-p’litiker bin, bleibt es auch dabei. (Und ja, solche gefährlichen verantwortungslosigkeiten können nicht geduldet werden.)

Anders als in fast jeder anderen norm des strafrechts wird nicht die gesellschaft vor schaden geschützt. Es gibt auch keinen individuell geschädigten anderen menschen (wenn man einmal von arschlochhafter verantwortungslosigkeit oder unmenschlichkeit absieht, die es sehr wohl auch ohne drogeneinfluss gibt und die leider in erschreckendem maße geduldet, ja, gewünscht wird). Dies ist ein deutlicher unterschied zu einer vergewaltigung, zu einem einbruch, zu einer körperverletzung, zu einer üblen nachrede, zu einem betrug, zu korrupzjon in der verwaltung oder zu vandalismus. Es handelt sich beim drogenverbot um einen späten nachhall kristlicher vorstellungen, dass menschen am leiden von jesus kristus teilhaben und deshalb weder schmerzfreiheit, noch entspannung, noch rausch, noch spaß haben sollen. Diese religjonsgeburthafte natur des drogenverbotes addiert sich mit einer recht willkürlichen liste von verbotenen substanzen im betäubungsmittelgesetz, die keine medizinischen fakten und keinen schutz der menschen vor ernsthaften gefahren widerspiegelt (sonst wären alkohol und rauchen ebenfalls verboten, aber auch mies bezahlte körperverschleißarbeiten, so manche form des sports und natürlich die mutter aller sinnlosen gefahren, die dummheit), sondern die p’litisch gewollte unterdrückung einer lustvollen verwendung dieser substanzen. Tatsächlich ist es so, dass menschen überraschend oft wesentlich gefährlichere substanzen als gewollt in sich reintun, weil die benutzung der eigentlich von ihnen gewünschten substanzen recht willkürlich kriminalisiert wird.

Und deshalb ist es eben nicht ganz so einfach vergleichbar. Es gibt ein privates leben, aus dem sich der staat herauszuhalten hat; dazu gehört zumindest meiner meinung nach, wie erwaxene menschen sex miteinander haben¹, wie sie wixen, welche drogen sie nehmen, aus welchen kwellen sie sich informieren, was sie essen, ach! Eine vollständige liste ermüdet, und fast alles darin hält fast jeder mensch für eine selbstverständlichkeit…

¹Ich schreibe nicht, dass der sex „einvernehmlich“ ist, weil ein nicht-einvernehmlicher sex eine vergewaltigung ist.

Zitat des tages

Ein brachialer Aufschrei erschüttert die deutschen Medien und die sozialen Netzwerke und es scheint, als wäre Adolf Hitler persönlich der Gruft entstiegen und hätte sich als neuer amerikanischer Präsident verkleidet. Ehrlich gesagt, was mich mehr entsetzt, ist die Wirkung der hierzulande gezielt eingesetzten Meinungsmache, die brillant zu funktionieren scheint. Was alles in Europa und an seinen Grenzen wurde hier in den letzten Jahren hingenommen, ohne dass die jetzigen Entsetzer auch nur einen Ton von sich gegeben hätten?

Gerhard Mersmann

Nein, rechtsradikale sind nicht dumm…

Nein, rechtsradikale sind nicht dumm, sondern haben die mechanismen der scheißpresse von BAMS bis FAZ — von ihnen meist etwas liebevoller „lügenpresse“ genannt — gut verstanden und wissen, diese mechanismen für ihre eigene agitazjon einzusetzen. Nicht, dass das eine große analytische leistung gewesen wäre, aber die meisten deutschsprachigen jornalisten sind mit dieser analytischen leistung überfordert… :mrgreen:

Aber hej, dafür kriegen sie bald das lex Oettinger, das europäische leistungsschutzrecht. Ein großer verlust wirds nicht, wenn man die machwerke der scheißpresse mit keiner beliebten suchmaschine mehr auffinden kann.

Ein dank für den hinweis an B.G.

Kommentar des tages

Stefan Niggemeier kommentiert die wahlberichterstattung in der glotze. Leider tut er es auf einer webseit, auf der es in kürze nicht mehr offen lesbar ist und die deshalb nicht verlinkungswürdig ist, so dass ich eine archvierte versjon davon anfertigen musste. Immer wieder hübsch, in welchen gesten der jornalismus zeigt, was er für ein wegwerfprodukt ist…

Übrigens, n-tv…

…das so genannte „gedicht“ von diesem Böhmermann…

Doch dann springt die Kanzlerin Erdogan überraschend zur Seite, ruft eilfertig den türkischen Ministerpräsidenten persönlich an und kritisiert demonstrativ das Gedicht. Hinterher lässt sie das auch noch alle Welt offiziell wissen und ihr lyrisches Urteil verbreiten: „bewusst verletzend“. Unerträglich. Obendrein belobigt sie im Gestus einstiger Ostblockregime, dass das Gedicht zensiert und vom Netz genommen worden sei

…ist keineswegs vom netz genommen. Es ist von der webseit des BRD-staatsfernsehens genommen und wird auf zentral organisierten und damit leicht zensierbaren drexseits wie juhtjuhbb immer schnell gelöscht, wenns mal einer hochlädt — aber der torrent magnet:?xt=urn:btih:334eed1c1d82db5f801bb3744f9c2e63d7959ecb&dn=2016-03-31-neo%5Fmagazin%5Froyal.mp4 ist wohl mit nichts mehr aus dem netz zu entfernen. Das ist übrigens ein angenehmer fortschritt gegenüber „einstigen ostblockrehschims“ und der gegenwärtigen „freiheitlich-demokrakischen grunzordnung“ mit ihrer korrupzjon und ganzen lüge. Könntet ihr also ruhig mal einen link drauf legen, wenn ihr schon in diesem internetz macht.

Ach, ihr seid wohl selbst zensiert und dürft nur das lob, aber nicht das gelobte vor die augen eurer zuleser und zuschauer stellen… verstehe. Jornalisten eben.

Schön übrigens, wie die gar nicht so tolle satire erst in ihrer rezepzjon so richtig groß und gut wird. Dafür mein glückwunsch an Jan Böhmermann, dem ich sonst eher weniger abgewinnen kann.

SPD des tages

Torsten Albig sieht die SPD chancenlos gegen Kanzlerin Merkel. Natürlich ärgern sich die Genossen über den Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins. Dabei ist ihm nur die Wahrheit herausgerutscht, denn die von den SPD-Mächtigen favorisierte Politik kann Merkel besser vertreten als jeder SPD-Kandidat

Geh sterben, scheiß-hartz-IV-SPD! Und stirb kwalvoll und unterhaltsam!

Heise des tages

Heise zeigt uns den heldenhaften fläsch-töter Steve Jobs, der mutig in eine zukunft geschritten ist, in der wir endlich ankommen sollten:

Als Steve Jobs bei der Präsentation des ersten iPad Seiten ansurfte, die statt der eingebundenen Flash-Inhalte nur Legostein-Symbole als Platzhalter zeigten, wirkte das wie eine Provokation. Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen, und wir surfen immer noch (und immer mehr) ohne Flash auf Smartphone und Tablet herum

Und nun das, was heise nicht erwähnt.

Es gab einen „guten“ grund für Steve Jobs mit seiner wirtschaftlich sehr erfolgreichen idee, nutzer religjonsartig von irgendwelchen dingern abhängig zu machen und dann mit wucherpreisen jenseits von gut und böse (siehe auch hier) abzuzocken, fläsch nicht zuzulassen — und dabei gings weder um sicherheit noch um akkulaufzeit.

Die äppel-dinger sind zwar richtige kompjuter, aber es wird technisch verhindert, dass der besitzer darauf beliebige softwäjhr ausführen kann — und mit dieser technikverhinderung wird dann ein äppel-laden aufgesetzt, der sich bei jeder softwäjhr-installazjon als mittelsmann hinstellen kann und bei jedem softwäjhr-kauf ordentlich die gierige hand mitaufhalten kann. Diese technikverhinderung auf äppels funkzjonslimitierten dummkonsumgeräten ist ein verdammt lukratives geschäft für äppel, so lukrativ, dass diverse andere nutzerverachtende scheißklitschen es kopiert haben oder kopieren wollen (guhgell mit ändräut, „amazon“ mit „kindle“, meikrosoft mit windohs acht und windohs zehn).

Dieses geschäftskonzept wäre mit fläsch aushebelbar gewesen. Fläsch ist nicht nur ein video-abspielprogramm, sondern eine richtige programmiersprache, in der sich alles programmieren lässt. Würde man fläsch zulassen, ginge die nutzung derartiger softwäjhr völlig an äppel vorbei und äppel könnte nicht dafür kassieren. Klar, dass das verhindert werden musste, denn die äppel-geräte sind ja noch viel zu billig. 😈

(Bevor mich jemand ganz plump falsch versteht: javascript ist auch eine richtige programmiersprache, in der sich alles programmieren lässt, aber diese läuft in einem brauser, der von äppel kontrolliert wird und vom anwender nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden kann, so dass in dieser kontrollierten laufzeitumgebung beliebige beschränkungen von äppel durchsetzbar sind — über fläsch hingegen hätte äppel keine abschließende kontrolle gehabt, denn in diesem sandkasten macht adobe die regeln. Damit wären zugriffe aufs dateisystem möglich gewesen, die nutzung von systemnahen APIs und alles andere, was man für „richtige anwendungen“ braucht. Außerdem ist javascript beim kohden wie ein krampf im allerwertesten, wenn man etwas einigermaßen komplexes machen will¹. Einmal ganz davon abgesehen, dass javascript damals bei weitem nicht so leistungsfähig wie fläsch war.)

Ich glaube nicht, dass äppel jemals einen anderen grund hatte, fläsch (zusammen mit einer geradezu äppel-hörigen jornalistenmeute, die vollenthirnt jeder ansage äppels zu folgen scheint) den kampf anzusagen. Die anderen gründe sind nur für die PRessearbeit vorgeschoben, weil sonst… tja… sonst wäre man ja nicht „cool“, sondern so richtig sichtbar offensichtlich „evil“. :mrgreen:

Dass äppels entscheidung im nachhinein geradezu heldenhaft wirkt, liegt nicht an äppel, sondern an „adobe“, die fläsch seit jahren verrotten lassen. Und an vollidjoten von scheißjornalisten, die bevormundung und technikverhinderung für eine ganz tolle sache halten und das immer und immer wieder in die jornallje stempeln lassen, bis es auch das letzte hirn gebeizt hat.

Und ja, „adobe“! Tut mal was mit diesem fläschdingens, aber dringend! Und wenn ihrs neu proggt! Oder macht eine freie softwäjhr draus, damit andere etwas tun können! Hauptsache, es geht schnell…

¹Das heißt natürlich nicht, dass es nicht geht — dieser link auf einen 386-PC-emulator in javascript erfordert natürlich javascript, und der versuch, das herumliegende hello.c zu kompilieren, zeigt dann auch gleich die umwerfende geschwindigkeit eines emulators in einem sandkasten, der einen brauser als laufzeitumgebung benötigt. Was nicht so schnell deutlich wird: es ist nicht möglich, eine datei im richtigen, nicht emulierten dateisystem zu schreiben.

„Paid content“ des tages

Es gibt gute nachrichten der presseverleger, nachgerichtet und bei heise veröffentlicht, damit ihr euch danach richtet:

Zeitungen:
E-Paper sind Wachstumsmotor der Branche

Jau! Töff, töff, töff, waxtumsmotor. Was ich zu diesem markant duftenden bullschitt anzumerken habe, habe ich allerdings gleich im heise-forum angemerkt, damits auch ein paarmal gelesen wird…

Gleichgeschaltete scheißpresse des tages

Dieser kleine kommentar auf telepolis mit seinen zitätchen aus der scheißpresse ist mir einen link wert, denn er ists wert, gelesen zu sein.

Hier nur ein appetithäppchen:

Wieso muss man ein „Verschwörungstheoretiker“ sein, um spekulieren zu dürfen? Jeder, der sich eigenständige Gedanken macht, wird mittels solcher subtiler Botschaften in eine bestimmte Ecke gedrängt

Auch weiterhin viel spaß mit dem täglichen hirnfick aus presse und glotze!

Gibt es ein neues datenleck bei „paypal“?

Wenn ich diesen kommentar auf unser täglich spämm ernst nehme, gibt es bei paypal ein neues, möglicherweise wieder sehr großes datenleck. Es wäre ja nicht das erste, und schon dieses erste große Datenleck hat sich monatelang vor der offizjellen bestätigung durch ein maximal kundenverachtendes „paypal“ im spämmblog bemerkbar gemacht.