Erziehung durch fernsehen

Mit fester Hand von den Strategen des Globalismus und den Spin-Doctors des Fortschritts verwaltet, hatte MTV sich als internationaler Träger eines kulturellen Imperialismus positioniert, der es auf die Amerikanisierung der Teenagerfantasien abgezielt hatte. Es hat sie zum alleinigen Mythos des gesteigerten Genusses und Wertes gelenkt und hat sie gleichzeitig von jeder politischen Leidenschaft und jeder kulturellen Sehnsucht abgeleitet

Diego Fusaro

Das wirklich wichtige…

Könnt ihr euch noch an die kwasselbarbie erinnern, die dieses weihnachten wohl unter vielen tannenbäumen liegen wird? Mit der hat sich mal jemand ein bisschen unterhalten (englisch).

Yet whenever I query Barbie, she changes the subject. I ask about her political leanings, and she says, Let’s get serious and talk about something really important: fashion

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal wieder eine seiner großartigen studien gemacht und dabei rausgekriegt, dass die leute weniger in läden kaufen, wenn sie mehr übers internetz kaufen. Niemand hätte das erwartet. Alle haben fest damit gerechnet, dass beides miteinander wäxt und dass den leuten das geld fürs kaufen einfach vom himmel regnend zufällt. Dank prof. dr. Offensichtlich gehört dieser glaube der vergangenheit an!

Auch andere idjoten haben auf dieser grundlage großartige erkenntnisse gemacht und stellen nun fest, dass die vorherigen ideen zur umgestaltung ehemals öffentlichen raums in einen polizeilich durchreglementierten hochtempel des konsumismus keine so gute idee waren:

Wir müssen zusehen, dass der Freizeitwert in den Innenstädten massiv erhöht wird.

Tja, nachdem jede halbwegs gemütliche ecke aus den innenstädten beseitigt und durch kalte glätte ersetzt wurde und nachdem viele menschen, die durch ihre bloße gegenwart einen aufenthalt dort interessanter machen könnten, vertrieben wurden, stellen ein paar durchgeschepperte idjoten von kaufleuten fest, dass die leute dann eben lieber von zuhause aus kaufen, sobald sie das nur können. Tja, das ist schon scheiße, wenn man vom geld blind geworden ist und immer so ein pech beim denken hat… :mrgreen:

Denn zum bloßen einkaufen nimmt sich kein normal denkender mensch einen tag urlaub und zahlt zusätzlich entweder sieben euro fürs parken (drei stunden in hannover, wenns länger dauert, wirds teurer, an spritkosten habe ich noch gar nicht gedacht) oder fünf euro zwanzig für den nahverkehr (hin und zurück in hannover, wenn man innerhalb der stadt lebt; etwas außerhalb kostets sogar sechs euro sechzig), um dafür nur einen ziemlich unangenehmen aufenthalt, krach, stress und in den (denglisch doppelt gemoppelten) „shopping malls“ zudem miese, grenzbetrügerische beratung beim kauf zu bekommen. Kommt, ihr schlipsträger, habt ihr wirklich geglaubt, dass das außer ein paar idjoten jemand haben will?!

Hui! Prof. dr. Offensichtlich ist bundesminister geworden!

Ein BRD-entwicklungshilfeminister ist ja eher so eine gestalt, die bei den koalizjonsverhandlungen ein bisschen mitalimentiert wird — umso erstaunlicher, wenn da mal so eine CSU-type wie Gerd Müller ein bisschen medialen wind macht, indem er die leute dazu aufruft, „shell“-tankstellen zu boykottieren, nachdem er in nigeria mal gesehen hat, wie es dort in den kwasikolonien aussieht, auf denen der rasende konsumistische irrsinn wuchert. Aber für einen boykottaufruf gegen adidas…

Das neue Weltmeistertrikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit seinen vier Sternen koste 84 Euro. „Davon bekommt die Näherin in Bangladesch 15 Cent.“

…hat es nach seinen einsichten in die DFB-trikohvermarktung nicht mehr gereicht. Vermutlich befürchtete er, in seinem einsichtsreichen hochflug über einem bayerischen stammtisch abgeschossen zu werden.

Möge ihm jetzt bitte noch jemand erklären, was man unter „globalisierung“ versteht, und was in diesem als alternativlos eingeforderten prozess „global“ ist. Kleiner tipp: die menschen sind es nicht.

Kurz verlinkt

[…] es ist ein absoluter Konsum entstanden, der vom Gebrauch der Dinge abgekoppelt ist. Das Unternehmen hat die Werbung an die Konsumenten deligiert. Es macht selbst keine Werbung. Das ist ein perfektes System […] Es gibt keinen Protest dagegen, weil wir in einem System leben, das die Freiheit ausbeutet

Patent des tages

Das patent des tages hat amazon: ein vorrausschauender versand, bei dem man schon vor der bestellung mit dem liefern anfängt. So berechenbar und manipulierbar seid ihr zunehmend enthirnten konsumisten in eurem gut durchgeträckten leben, in dem ihr allen ernstes meint, freie menschen zu sein. Lauter kleine kaufroboter!

Ich warte unterdessen auf die übertragung derartiger vorgehensweisen ins strafrecht, um unter dem blutigen banner des „supergrundrechtes sicherheit“ irgendwelche gedankenverbrecher schon vor ihrer tat unschädlich machen zu können. Aber daran wird sich so ein kaufroboter konsumist auch nicht weiter stören.

Die „tollen“ achtziger jahre

Ich kanns nicht mehr hören. Dauernd erzählen mir irgendwelche deppen, die gerade erst ihre zahnspange abgelegt haben und jetzt so richtig alternativ sein wollen, was die achtziger jahre doch für eine tolle zeit gewesen sind, vor allem kulturell und politisch und musikalisch…

Leute??? Ich hab damals gelebt! Ich war da jung und kriegte meine ersten eindrücke eines bewussten, eigenen daseins. In den achtziger jahren hat die totale enthirnung angefangen, die jetzt immer noch nicht an ihr ende gekommen zu sein scheint. Alles war scheiße. Die architektur ließ einen die blinden beneiden. Helmut Schmidt war scheiße; ein hochverräter, der die BRD einfach zum nächsten nuklearschlachtfeld destinierte, und der andere Helmut war ein noch größeres arschloch. Die leute waren scheiße und flüchteten sich in totalen konsumismus. Die kunst war — wenn man mal von Joseph Beuys absieht — einfach nur geschmacklos, oberflächlich, kalt und widerwärtig. Die frauen waren scheiße und haben unter emanzipation irgendwas falsch verstanden, so dass die bildreklamefotze Alice Schwarzer denen bis heute ihre gekwirlte kacke verkaufen kann. Die religiösen spinner waren scheiße, egal, ob sie hare krischna gesungen haben, ob sie mir vollgekifft einen von jesus erzählt haben oder ob sie die alten götter für astronauten gehalten haben. Sie wurden nur überboten von den esoterik-affen von damals, die UFOs, tarokarten, astrologie, steine, engel und halbmagische psychoterapie in einen großen mixer getan haben, um sich eine schöne konsumreligion zu backen. Die fernsehunterhaltung von damals hat mich zum völligen abstinenzler gemacht, die war so scheiße, dass Rudi Carrell schon ein echter lichtblick war. Und die musik der achtziger jahre…

DA KOMMT DER CLAUS, DA TOBT DAS HAUS! CLAUS DITTMAR Heya-heya Balla-balla

…ertrug man am besten im zustand der totalen taubheit. Und zwar gleichzeitig. Der ohren und des hirnes.

Leck mich einfach am arsch, wenn du weiterhin deine träume von einem besseren leben in die zeit projizieren willst, in der ich nur mit mühe meinem selbstmord entkam! Und begib dich mit deinem verträumten geschwätz unter deinesgleichen, ihr glaubt ja so fest an den müll, von dem ihr redet!

Die achtziger jahre waren nämlich durch und durch scheiße. Vor 1992 konnte ein fühlendes wesen kaum einmal luft holen in dieser alles überschwemmenden flut von scheiße. Eigentlich ist seitdem fast alles nur immer besser geworden.

So, und jetzt geh auf deine scheiß-achtziger-party, sauf dir da deinen letzten verstand weg, subtrahier dich von meinem dasein und halt einfach nur die fresse!

Früher war alles besser…

Und früher hat man das, was heute industriell produzierter tinnef ist, der gebildeten menschen zum trost über ihren schizofrenen „leifsteil“ als esoterik verkauft wird, noch ganz klar mit dem wort aberglaube bezeichnet. Wenn man gebildet und dadurch über die dumpfe magie erhaben war, sogar mit dem wort dummer aberglaube.