Während die europäer…

Während die europäer (und ihre brüder übern atlantik) sich aufführen, als bestünde der rest der welt aus unzivilsierten, lebensverachtenden barbaren, werden weiterhin in großen arenen tiere in vorsätzlich tierkwälerischen schaukämpfen systematisch zu tode gekwält, zur begeisterung des abendländisch-kultivierten publikums versteht sich

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Die „tollen“ achtziger jahre

Ich kanns nicht mehr hören. Dauernd erzählen mir irgendwelche deppen, die gerade erst ihre zahnspange abgelegt haben und jetzt so richtig alternativ sein wollen, was die achtziger jahre doch für eine tolle zeit gewesen sind, vor allem kulturell und politisch und musikalisch…

Leute??? Ich hab damals gelebt! Ich war da jung und kriegte meine ersten eindrücke eines bewussten, eigenen daseins. In den achtziger jahren hat die totale enthirnung angefangen, die jetzt immer noch nicht an ihr ende gekommen zu sein scheint. Alles war scheiße. Die architektur ließ einen die blinden beneiden. Helmut Schmidt war scheiße; ein hochverräter, der die BRD einfach zum nächsten nuklearschlachtfeld destinierte, und der andere Helmut war ein noch größeres arschloch. Die leute waren scheiße und flüchteten sich in totalen konsumismus. Die kunst war — wenn man mal von Joseph Beuys absieht — einfach nur geschmacklos, oberflächlich, kalt und widerwärtig. Die frauen waren scheiße und haben unter emanzipation irgendwas falsch verstanden, so dass die bildreklamefotze Alice Schwarzer denen bis heute ihre gekwirlte kacke verkaufen kann. Die religiösen spinner waren scheiße, egal, ob sie hare krischna gesungen haben, ob sie mir vollgekifft einen von jesus erzählt haben oder ob sie die alten götter für astronauten gehalten haben. Sie wurden nur überboten von den esoterik-affen von damals, die UFOs, tarokarten, astrologie, steine, engel und halbmagische psychoterapie in einen großen mixer getan haben, um sich eine schöne konsumreligion zu backen. Die fernsehunterhaltung von damals hat mich zum völligen abstinenzler gemacht, die war so scheiße, dass Rudi Carrell schon ein echter lichtblick war. Und die musik der achtziger jahre…

DA KOMMT DER CLAUS, DA TOBT DAS HAUS! CLAUS DITTMAR Heya-heya Balla-balla

…ertrug man am besten im zustand der totalen taubheit. Und zwar gleichzeitig. Der ohren und des hirnes.

Leck mich einfach am arsch, wenn du weiterhin deine träume von einem besseren leben in die zeit projizieren willst, in der ich nur mit mühe meinem selbstmord entkam! Und begib dich mit deinem verträumten geschwätz unter deinesgleichen, ihr glaubt ja so fest an den müll, von dem ihr redet!

Die achtziger jahre waren nämlich durch und durch scheiße. Vor 1992 konnte ein fühlendes wesen kaum einmal luft holen in dieser alles überschwemmenden flut von scheiße. Eigentlich ist seitdem fast alles nur immer besser geworden.

So, und jetzt geh auf deine scheiß-achtziger-party, sauf dir da deinen letzten verstand weg, subtrahier dich von meinem dasein und halt einfach nur die fresse!

Jamendo und die SACEM

Dieser pohsting ist sozusagen eine „sicherheitskopie“, da ich bei diesem gesamten vorgang erwarte, dass es zu einem akt der zensur durch jamendo kommen könnte. Deshalb lege ich auch einen gewissen wert darauf, dass es außerhalb des rechtsraumes der BRD erscheint. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ich einsehen muss, dass dieses pohsting völlig überflüssig war — aber ich bin ein „ausgelernter optimist“, der schon genug scheiße erlebt hat, um mit dem schlimmsten zu rechnen. Vor allem, wenn geld und die jurakeule der besitzenden im spiele sind.

Der bezug ist ein vorgang, bei dem sich der französische rechteverwerter SACEM nachträglich die rechte an werken aneignet, die ursprünglich unter freien lizenzen veröffentlicht wurden. In der folge verschwinden diese ursprünglich frei veröffentlichten werke aus dem internetz, und die idee der freien lizenzen wird auf diese weise sabotiert und entwertet. Nachdem ich erleben musste, dass im verlaufe zweier wochen niemand von den mehreren tausend menschen, die das unter einer freien lizenz veröffentliche album heruntergeladen haben und deshalb auf ihrer festplatte haben müssen, so viel mumm hatte, dieses album völlig legal zum daunlohd anzubieten, ist mir ein bisschen der kragen geplatzt. Zum glück hatte ich das album auch, ich fand es auf einer DVD mit bäckapps. Deshalb habe ich es zum freien daunload zur verfügung gestellt und das nachfolgend zitierte posting in der entsprechenden diskussjon auf jamendo von mir gegeben:

Auf einer alten DVD mit Backups habe ich es gefunden! Das originale ZIP-Archiv von Jamendo, MP3, 192 kbit/s mit den originalen Lizenztexten und den Begleitmaterialien. Es handelt sich um ein Werk, das in dieser Form unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurde, ich erachte daher die Weitergabe als legal. Das Archiv ist völlig unverändert. Für mindestens einen Monat wird der folgende Download-Link funktionieren (ich kann mich nicht beliebig auf dem verwendeten Server austoben):

[dryfe — Frederic Ribeiro — MP3, 192kbit/s]

Sollte sich die SACEM entschließen, einen obdachlosen Künstler wie mich, der nicht einmal eine ladefähige Adresse hat, dessen gesamtes Werk von der Idee der Freiheit aller Kulturgüter geprägt ist, zu verklagen, dann werde ich den gesamten Vorgang als freie künstlerische Performance zum Thema der Geldherrschaft und Phobokratie betrachten, verwerten und veröffentlichen. Unter dem Motto: „Kultur kann man nicht einsperren, aber Menschen – die SACEM tobt sich aus“. Das wird meine erste Darbietung in Spontankabarett.

Ich habe fertig!

Nachtrag, Kategorie wichtig: Mann oh mann oh mann, da muss doch noch jemand dieses Album haben! Wenn man angstdoof und hündisch auf jene Rechte verzichtet, die in freien Lizenzmodellen eingeräumt werden, weil ein paar — sorry! — finanzkräftige Kulturschmarotzer der Kopierindustrie mit der Jurakeule winken, denn sind die freien Lizenzmodelle endgültig wertlos geworden. Von daher bitte ich jeden Menschen, dem freie Lizenzen noch etwas bedeuten, um eine legale Weiterveröffentlichung dieses Albums im frei zugänglichen Internet, von Filesharing bis zum HTTP-Download. Sollte ich in den nächsten Tagen feststellen, dass es ausgerechnet hier bei Jamendo niemanden mehr gibt, dem freie Lizenzen so viel bedeuten, dass es zu einer kleinen Geste des Widersprechens gegenüber dem unverschämten Anspruch eines institutionalisierten Rechteverwerters nach rückwirkender Ungültigkeit einmal erteilter Lizenzen kommt, denn sehe ich das als Signal, dass Jamendo für mich gestorben ist. Das gleiche gilt für mich übrigens, wenn dieser Forumsbeitrag, der zu einem völlig legalen Handeln zum Schutz der Bedeutung freier Lizenzen auffordert, in den nächsten Tagen verschwinden sollte — ich habe viel unter freien Lizenzen gegeben, etliche davon noch freier als die CC-Lizenzen, und ich werde niemals zulassen, dass so ein Akt des freien Gebens nachträglich von irgendjemanden entwertet werden kann.

Was von der freiheit übrig bleibt, wenn man nicht bereit ist, dafür auch nur ein kleines wagnis einzugehen, das möchte ich nachfolgende generazjonen gar nicht sehen lassen!