Wort des tages

Unverständnis über die große politische und mediale Aufmerksamkeit für Social Bots äußerte Linus Neumann vom Chaos Computer Club. Angesichts der dünnen Faktenlage hält Neumann die Rufe nach einer Kennzeichnungspflicht für „massiv überzogen“. Nicht Bots seien das Problem, sondern der Vertrauensverlust der Bürger in Politik und Medien. Zwar könnten Bots fremdenfeindliche Tendenzen verstärken, dies sei aber aufgrund der geringen Nutzerzahlen von Twitter in Deutschland zu vernachlässigen. Wahlmanipulation befürchtet er nicht. Privatfernsehen, Bild-Zeitung und lügende Innenminister würden die Menschen viel eher politisch beeinflussen, so Neumann im Ausschuss

Bwahahahaha!

Ein wahres wort von Linus Neumann

Parallel muss auch die notwendige Infrastruktur für eine Dezentralisierung geschaffen werden. Hier ist insbesondere der Breitbandausbau zu benennen. Entgegen der landläufigen Auffassung und momentan vorherrschenden Nutzungsweise ist das Internet als Netz gleichberechtigter Teilnehmer konzipiert, in dem jeder Teilnehmer direkte Verbindungen zu jedem anderen aufbauen kann: Das Internet kennt keine Unterscheidung in Sender und Empfänger. Heutige DSL-Angebote führen eine solche Unterscheidung künstlich ein, indem die Anschlussgeschwindigkeiten für das Empfangen von Daten um ein Vielfaches höher sind als die Übertragungsraten für das Senden. Dieser Umstand erschwert es für kleine mittelständische Unternehmen und Privatpersonen, Dienste selbst vorzuhalten, statt die Dienstleistungen großer, meist wenig vertrauenswürdiger Anbieter in Anspruch zu nehmen. Die Folge sind genau jene Datensilos, die Massenüberwachungen überhaupt erst möglich machen.

Effektive IT-sicherheit fördern, stellungnahme zur siebten sitzung des ausschusses digitale agenda des deutschen bundestages, Linus Neumann, vom 7. Mai 2014

Ich befürchte aber, stattdessen werden wir eine weitere kriminalisierung der natürlichen nutzung technischer möglichkeiten erfahren — an einem grundsätzlichen verbot von „filesharing“ wird mit sicherheit von den lobbyisten der contentindustrie gearbeitet. Wo die strukturelle dezentralität des internetzes zum tragen kommt, sind geschäftsmodelle mit zentralen anbietern bedroht, also fast alle geschäftsmodelle, einschließlich des so beliebten „striehming“ etwa durch spottifein und ähnliche klitschen. Sind ja alles keine daunlohds mehr, und zum abspielen eines musikstückes aus dem lokalen dateisystem benötigt man einen zentralen anbieter im netz, dem man ständig personalisiert mitteilt, was man für musik hört — das heißt dann offlein-striehming. Echt jetzt. Die welt ist so reif!