Raumfahrt des tages

Nachdem der drohnenhubi ein paar testflüge gemacht hat, hat das NASA-auto perseverance mit seinem wissenschaftlichen programm begonnen [NASA-artikel in englischer sprache]:

Allwood sagte: „wir haben die bislang beste analyse der zusammensetzung des marsstaubes erhalten, bevor wir mit der untersuchung von gestein begonnen haben“

Ein großer flug für den roboter, eine kleine einsicht in die zusammensetzung von staub. Substanzjellere PResseerklärungen wird es sicherlich geben, wenn es erste richtige ergebnisse gibt.

Ein großer schritt für die menschheit…

Auf dem mars gibt es wolken. Gut, die hat man sogar manchmal von der erde aus in größeren teleskopen beobachten können (sehr schwierig, weil es recht dünne und kleine strukturen sind), aber irgendetwas muss die NASA ja mal wieder vermelden, um daran zu erinnern, dass der olle curiosity-rover immer noch daten liefert.

Übrigens: so weit ich weiß, war diese missjon auf eine zwei-jahres-dauer projektiert. Aber das ding läuft und läuft und läuft! Und es war verdammt teuer, das auto da hochzuschießen. Die werden so lange weitermachen, bis curiosity einfach auseinanderfällt.

Raumfahrt des tages

Jetzt gibt es auch einen chinesischen marsrover, der daten sammelt und zur erde funkt. Glückwunsch! Der mars ist ein wirklich schwieriges ziel, und die teuren ambizjonen sind schon oft gescheitert.

Aber bitte, werte mitmenschen in china, in zukunft keine raketen mehr benutzen, die nach verwendung irgendwo auf der erde runterfallen!

(Ich habe ja den verdacht, dass beim zweiten anlauf eher ein taikonaut als ein astronaut ein mordtuch seines staates in den widerspenstigen mondstaub rammen wird. Vielleicht wäre es ja doch ein bisschen sinnvoller, bei derart aufwändigen projekten zusammenzuarbeiten. Ist doch bescheuert, wenn da jeder seine eigenen sachen machen muss, nur, damit es ein paar tolle propagandabilder gibt, zur beschwichtigung der staatsbewohner, bei denen nie so viel vom „fortschritt“ ankommt. Egal, ob „VR“ china, russland oder die vereinigten staaten eines teils von nordamerika.)

Schräge meldung des tages

Was würden sie davon halten, wenn ein gruppe ernsthafter wissenschaftler ein päjhper veröffentlicht, in dem sie aufzeigen, dass sie zahlreiche bilder der marsautos opportunity und curiosity von der marsoberfläche analysiert haben und dabei zu den schluss gekommen sind, dass es pilze, algen, flechten und schwämme gibt, die nicht nur auf der oberfläche des planeten waxen, sondern sogar auf der oberfläche der rover selbst

Ich würde mich ja sofort daran erinnern, dass die marsoberfläche wesentlich trockener als jeder ort der erde (ja, sogar noch trockener als australjen) und sehr kalt ist; ich würde mich dann fragen, wovon diese „pilze“ sich wohl ernähren; und ich mir würde schließlich vorstellen, wie ein paar „ernsthafte“ wissenschaftler ein paar narrenschwammerl¹ gefrühstückt haben, um sich anschließend fotos von der marsoberfläche anzuschauen. 😉

¹Ich mag dieses bairische wort einfach…

Endlich! Es gibt hubschrauber auf dem mars!

So eine tolle demonstrazjon, was technisch so alles möglich ist, wenn man es nur will und finanziert, und hienieden auf erden nix als p’litische korrupzjon, elend und verrecken für die mehrzahl der menschen!

Aber trotzdem meinen glückwunsch! Gut, dass ich nicht um geld wette, sonst hätte ich heute einen batzen geld verloren…

Wasser gefunden!

Endlich gibt es eine karte mit möglicherweise nutzbaren wasservorkommen auf dem mars, falls doch noch mal jemand dort hinmöchte.

Besonders geeignet für eine Landung oder Marsstation wäre demnach Arcadia Planitia, eine Ebene in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel […] Wie die Forscher jetzt ermittelten, liegt dort das Wassereis stellenweise weniger als 30 Zentimeter tief und ist von lockerem, gut aushebbarem Material bedeckt

Immerhin weit genug weg vom nordpol, wo das bisschen kohlendioxid aus der marsatmosfäre gefriert und als eis am boden liegt. Mit einem bisschen glück wird es nicht viel kühler als minus fuffzich grad celsius. Muss man sich halt warm anziehen. Und wenn man dann auch noch mit dem spaten nach wasser gräbt, wird einem gleich noch wärmer. Oder man muss eine menge kohlendioxid von der erde mitbringen (und dafür noch mehr kohlendioxid auf der erde ausstoßen), damit es auch auf dem mars einen treibhauseffekt gibt — und feststellen, dass der mars zu wenig masse hat, um dauerhaft eine dichtere atmosfäre zu halten.

Wissenschaft des tages

Auch langjährige wissenschaftliche tätigkeit schützt nicht vorm bullschitt, und dann sieht ein insektenkundler mit lehrstuhlhintergrund auf einmal fossile insekten auf dem mars:

Das klingt ziemlich unglaubhaft, doch der frühere Professor ist von dem überzeugt, was er auf den Aufnahmen zu erkennen glaubt: „Es gab und gibt noch immer Leben auf dem Mars“, konstatiert er. Es gäbe gleich mehrere Fotos, auf denen klar insektenähnliche Wesen mit Thorax und einem segmentierten Hinterleib zu erkennen seien […] Als Indizien für seine marsianischen Lebensformen wertet Romoser unter anderem bestimmte anatomische Merkmale, die auffallend insekten- oder reptilienähnlich seien

Warum ich dazu so schnell „bullschitt“ gesagt habe? Weil ich es für sehr unwahrscheinlich halte, das lebensformen auf dem mars, die sich völlig unabhängig von der irdischen evoluzjon in einer nicht-irdischen umwelt entwickelt haben müssten, dabei ähnliche körperformen wie die irdischen lebensformen herausgebildet hätten. Wenn jemand auf dem mars etwas sieht, was ihn an die erde erinnert, handelt es sich sehr wahrscheinlich um pareidolie. Und ich befürchte, wenn die menschheit irgendwann das erste mal in ihrer geschichte vor einem foto einer außerirdischen lebensform steht, dann wird sie darauf gar nichts erkennen…

(Ich finde es ja auch schade, dass es noch kein sicher identifiziertes beispiel außerirdischen lebens gibt.)

Und wieder kein außerirdisches leben!

Es sieht so aus, als ob die gelegentlichen metan-anstiege in der marsatmosfäre auf meteoriteneinschläge zurückzuführen sind, die metan mitbringen und/oder aus tieferen bodenschichten lösen. [Link geht auf einen englischsprachigen text]

Our results support the idea that methane release on Mars might be characterised by small, transient geological events rather than a constantly replenishing global presence […]

Immer, wenn es irgendwo im sonnensystem messergebnisse gibt, die aufgeregt als anzeichen außerirdischen lebens gedeutelt werden, handelt es sich um nieten.

Astronomische überraschung des tages

Dass es auf dem planeten mars wasser gegeben hat, überrascht niemanden mehr, denn die von wasser geformten geologischen (besser: areologischen) strukturen waren schon auf hochauflösenden fotos aus einer umlaufbahn sichtbar. Heute ist der mars knochentrocken und recht… ähm… kühl, wie man es bei der größeren entfernung von der sonne und der sehr dünnen atmosfäre auch erwarten könnte. (Die schon in etwas größeren teleskopen von der erde aus sichtbaren polkappen des mars bestehen nicht aus wassereis, sondern aus gefrorenem kohlendioxid.) Aber es ist überraschenderweise viel länger viel mehr flüssiges wasser auf dem mars herumgeflossen und hat dort oberfläche gebildet, als es die marsklimamodellierer bislang erwartet haben.

Gängiger Theorie nach war der Mars schon vor rund drei Milliarden Jahren ein kalter Wüstenplanet. Regen fiel so gut wie gar nicht mehr, weil auch die Atmosphäre längst zu dünn für dicke Regenwolken war. Doch die Flusstäler aus dieser Zeit zeichnen nun ein ganz anderes Bild. Demnach gab es trotz des frostigen Wüstenklimas zwischendurch doch noch Perioden mit starken, kurzen Regenfällen

Die schangse, dass man da irgendwann einmal spuren einer von der erde unabhängigen biologischen evoluzjon (also spuren früheren lebens) findet, ist also gar nicht so schlecht — vorausgesetzt, wir erkennen die überreste völlig fremder lebensformen überhaupt als solche. Und genau daran habe ich so meine zweifel, denn wir kennen ja nur ein einziges mögliches modell (nämlich das irdische) für diese hochkomplexen wexelwirkungen in einem fließgleichgewicht, die wir „leben“ nennen, und alle unsere annahmen gehen dahin, dass es woanders im kosmos sehr ähnlich sein müsse. Zu leicht findet man sich da als landbewohner wieder, der in einer stadt wie berlin vergeblich nach dem dorfgemeinschaftshaus sucht, es nicht findet und daraus schließt, dass dort wohl keine menschen leben…

Und nun zur areologie¹

Der marsvulkan arsia mons scheint ausgebrochen zu sein [archivversjon des ESA-bildes, falls dem bild bei flickr demnächst etwas zustoßen sollte]. Krasse bilder! Beim durchblättern auf flickr (javascript ist leider nötig) zeigt sich schnell, dass es sich nicht um einen bildfehler handeln wird, denn die an eine lange rauchsäule erinnernde struktur wandert mit der planetenoberfläche. Und dabei hieß es immer, diese vulkane seien schon lange nicht mehr aktiv.

Nun gut, auf einem weiterhin vulkanisch aktiven mars erklärt sich vielleicht auch dieses unerwartete metan, das in spuren in der atomsfäre vorkommt und durch irgendeinen prozess immer wieder nachproduziert werden muss, weil metan nun einmal nicht stabil in der marsatmosfäre ist. Für jene, die lieber ein paar lebende marsbakterjen als erklärung gehabt hätten, vielleicht ein bisschen enttäuschend, aber seit wann ist die wirklichkeit auch dafür da, uns zu gefallen…

Die bilder sind übrigens schon über einen monat alt, und ich habe nirgends davon gehört.

¹Von „geologie“ mag ich nicht sprechen…

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat einen nebendschobb bei golem angenommen, einmal scharf nachgedacht und dann eine tolle schlagzeile für das sommerloch formuliert:

Raumfahrt:
Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

Eine menschheit, die zurzeit nicht einmal so etwas wie eine bemannte mondmissjon hinbekäme, hat sich immer noch nicht vom schock dieser überraschung erholt! 😀

Jetzt müssen die menschen doch erstmal auf der erde bleiben. Vielleicht sollten sie einfach mal damit aufhören, die erde zu deterraformen… :mrgreen:

Sommerloch des tages

See unter dem Südpol
Flüssiges Wasser auf dem Mars entdeckt

Im päjhper der forschergruppe ist zwar nur von „anzeichen für flüssiges wasser“ die rede, aber eine derart zurückhaltende ausdrucksweise macht sich ein jornalist doch nicht zu eigen. Auch dann nicht, wenn er ansonsten von „fäjhkwissenschaft“ spricht, weil päjhpers in nicht ganz stubenreinen zeitschriften veröffentlicht werden. Denn um sich so zurückhaltend ausdrücken zu können, müsste der jornalist ja lesen, was die wissenschaftler schreiben, und das kostet doch viel zu viel zeit im harten kampf an der contentfront.

Und was fehlt jetzt noch für eine richtige tatütata-sommerlochmeldung? Dass zum mindestens fünften mal anzeichen für flüssiges wasser auf dem mars entdeckt wurden, interessiert doch keinen. Dass auf äußerst indirektem wege unter kilometerdickem eis unter fachwissenschaftlern umstrittene anzeichen für wasser gefunden wurden, welches mutmaßlich durch gelöste salze und enormen druck bei minus siebzig grad celsius flüssig gehalten wird, ist auch eher so eine meldung für generell sehr wissenschaftsinteressierte menschen. Kleine grüne männchen oder doch wenigstens ihre vorstufen werden benötigt… oh…

Die Suche nach flüssigem Wasser ist wichtig, weil das eine wichtige Voraussetzung für Leben ist. Wissenschaftler suchen noch immer Hinweise darauf, ob es früher oder vielleicht sogar noch heute Lebewesen auf dem Mars gibt

Bingo!

Der übliche jornalismus aus der sommerloch-hölle eben, die hundstage der hirnlosen.

Ach so, für genießer: die spektrum der wissenschaft hat natürlich auch einen artikel, und zwar mit deutlich weniger irreführendem titel. Und auch der text bei den seriösen wissenschaftsjornalisten…

Ob es ein richtiger See ist, eine Art Schlamm oder wassergesättigtes Sediment, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht sagen

…klingt gleich viel erträglicher. Aber damit zieht man ja auch nicht ein nessie-äjhlien aus dem sommerloch. 😉