Bargeldabschaffung des tages

Kennt ihr den schon?

Cyberganoven sollen von Brasilien aus rund 1,5 Millionen Euro von den Konten von mehr als 2000 Kunden der Oldenburgischen Landesbank (OLB) abgeräumt haben […] Wie genau die Angreifer an die Kartendaten gelangt sind, blieb offen. Laut Bericht des NDR haben die Kriminellen Kreditkartennummern erbeuten können, mit einer Software die Geheimnummern geknackt, dann die Karten nachgebaut und schließlich das Geld an brasilianischen Geldautomaten abgehoben

Aha, man kann aus einer kartennummer irgendwie „mit einer softwäjhr“ die zugehörige PIN berechnen, um sich pinke pinke geld zu ziehen. Oder anders gesagt: wenn das stimmt, ist jetzt jede irgendwo „veröffentliche“ kreditkartennummer ein ziel für diesen kleinen häck. Oder vielleicht etwas klarer: die gefühlte sicherheit durch die PIN ist eine wirkungslose pseudosicherheit. Und wer jetzt trotzdem noch irgendwo im internetz seine kreditkartennummer angibt, ist ein idjot.

Ja, das meinen die ernst.

Wie kommt so eine bank dazu, so ein vollumfängliches totalversagen einzuräumen?

Die Bank betonte, dass kein „Datenschutzfall“ vorgelegen habe: „Konto- oder Kartendaten sind weder bei der OLB noch bei einem Drittanbieter gehackt worden.“

Achtung, vermutung: ach so, wegen der DSGVO! Deshalb sollen die kunden dieser bank jetzt glauben, dass irgendwo in brasiljen ein paar leute sind, die zutreffend kreditkartennummern und PINs ausschließlich von kunden der oldenburgischen landesbank erraten und sich geld damit ziehen, damit diese bank bloß nicht melden muss, dass man massenhaft kundendaten rausgeschleudert hat und damit sie ihren kunden bloß nicht erzählen muss, wie bei der oldenburgischen landesbank so mit daten umgegangen wird. Das ist jetzt aber schon ein bisschen durchschaubar… 🤦

Na, ist hier in der BRD ein datenschutzbeauftragter, der mal ein bisschen nachhaken will? Ach nee, ist ja die BRD, da sind banken leider heilig und völlig strafverfolgungsfreie zone.

Aber ehrlich gesagt: es freut mich schon ein bisschen, wenn die datenschleudereien mal den davon betroffenen menschen ans geld gehen. Dabei dürften die meisten menschen gleich viel weniger desinteressiert sein. Deshalb hat die OLB auch so hochnotkulant ihren kunden das geklaute geld wiedergegeben. Wäre ja bitter, wenn jemand strafanzeige erstattete… :mrgreen:

Datenschleuder des tages

Hat jemand bei diesem „bonusprogramm“ von „mastercard“ mitgemacht? Da wurden nicht nur kriminell missbrauchbare daten „veröffentlicht“, da sollte man auch besser jede buchung nochmal überprüfen und generell noch vorsichtiger sein als sonst (siehe auch bei heise onlein):

Beim Bonusprogramm Priceless Specials von Mastercard soll es angeblich ein Datenleck gegeben haben. Eine Liste soll ins Internet gelangt sein, die knapp 90.000 Nutzer mit Daten wie Namen, Telefonnummer, Anschrift, E-Mail-Adressen und weiteren listet

Ach, die leute, die irgendwelchen finanzdienstleistern nicht nur ermöglichen, bei jedem popligen kauf eine transakzjonsgebühr zu nehmen und ordentlich lecker daten über ihre kunden einzusammeln und zu vermarkten, die sind gar nicht vorsichtig? Na, dann trifft es ja keine falschen. 🐑

Und natürlich auch weiterhin viel spaß beim festen glauben an den euch überall völlig konsekwenzenlos versprochenen schutz eurer persönlichen daten, während die liste wäxt und wäxt und wäxt! Auf diese DSGVO braucht ihr nicht zu hoffen, die ist nicht für so etwas gemacht, sondern nur dafür, privaten, nicht-kommerzjellen mitgestaltern des deutschsprachigen webs und mittelständischen unternehmern im lande abmahnistan unkalkulierbare rechtsrisiken und teilweise absurde bürokratie aufzuerlegen. Deshalb wird wohl auch diesmal weder ein bußgeld verhängt, und schon gar nicht werden die von der datenschleuderei betroffenen menschen für die datenveröffentlichung entschädigt. Das einzige, was bleibt, sind die üblichen hasserregenden scheißfrasen:

Wir nehmen Privatsphäre sehr ernst und untersuchen dieses Problem mit Hochdruck

Untersucht das „problem“ lieber gründlich und gewissenhaft, ihr mastercard-datenschleudern im heißluft-PR-modus! Und dann entschädigt die betroffenen, statt ihnen zur krönung der ganzen scheiße auch noch solche kalten unverschämtheiten aus eurer stinkenden reklameabteilung zu lesen zu geben! 🤮

Verträge mit mastercard kann man übrigens kündigen… und so als juristischer laie würde ich sagen, dass hier ein sonderkündigungsrecht wegen vollständigem vertrauensverlust besteht, wenn mastercard sich kwerstellt. Wenn die eine andere sprache verstehen würden, dann würden die nicht solche dummsprüche ablassen.

Datenschleuder des tages

Na, zahlt ihr alle bekwem und bargeldlos, weil das so bekwem und bargeldlos ist? Mastercard verkauft eure transakzjonsdaten offenbar an jeden, der dafür bezahlt.

Und freut ihr euch auch alle schon so auf die von scheißp’litikern und scheißbanken vorangetriebene abschaffung des bargeldes?