Läuft nicht so gut…

mit den mondambizjonen der NASA:

Die NASA hat erneut die Kontrolle über die Mondsonde Capstone verloren, nach 24 Stunden ohne Kontakt konnte aber zumindest wieder eine Verbindung hergestellt werden. Deutlich geworden sei dann, dass die Sonde infolge eines Manövers so stark zu taumeln begonnen hat, dass die Reaktionsräder an Bord sie nicht mehr stabilisieren konnten. Zwischenzeitlich habe die Sonde sogar mehr Energie verbraucht, als die Solarpaneele erzeugen können und der Computer an Bord wurde regelmäßig neugestartet. Lediglich der Kurs der Sonde hat weiter gestimmt […] Was genau passiert ist, versuchen die Verantwortlichen der NASA noch herauszufinden

Möchte vielleicht noch jemand astronaut werden? Soll ja alles schnell gehen und am besten irgendwie fertig sein, bevor die chinesen ihren staatslappen in den widerspenstigen regolit stecken. Auf zum mond mit seinen lieblichen mondlandschaften, wo es noch so viele parkplätze gibt! Einige werden sogar ankommen, und einige vielleicht sogar wieder zurück.

Auf dem hochnotfeierlich errichteten ehrenmalstein steht dann: es war ein softwäjhrproblem, da konnte man leider nix machen.

Schräges foto des tages

This image was taken by Mast Camera (Mastcam) onboard NASA's Mars rover Curiosity on Sol 3466 (2022-05-07 07:58:16 UTC).

Dieses foto zeigt nicht etwa so etwas wie einen kellereingang auf der erde, sondern eine felswand mit… ähm… „interessant aussehender öffnung“ auf dem mars. Es wurde am 7. mai 2022 um 7:58:16 UTC vom marsrover „curiosity“ mit der mast camera aufgenommen.

Ich habe dieses rohdatenbild nicht weiter bearbeitet, also weder verkleinert, noch vergrößert, noch an den kontrasten rumgedreht, sondern es nur auf den interessanten teil zugeschnitten. Das original kann sich zum vergleich jeder bei der NASA anschauen oder dort runterladen.

Das ist für mich das bis jetzt mysteriöseste foto von einer struktur auf der marsoberfläche. Ich habe nicht die geringste vorstellung, wie eine solche struktur mit so verblüffend geraden kanten entstanden sein könnte. Ich bin allerdings auch kein geologe… und erst recht kein areologe.

Nein, es ist vermutlich keine durch licht und schatten verursachte illusjon. Die struktur ist auf zwei „kleinen“ bildern dieser serie ziemlich deutlich sichtbar, das andere ist das hier. Bei den beiden panoramaartigen bildern (dieses und dieses) sticht sie regelrecht ins auge. Da ist zwar auch ein riss im fels, der auf prozesse hindeutet, die auch materjal aus einer felswand rausbrechen lassen könnten, aber ich habe noch nie auf einem marsfoto etwas gesehen, das dermaßen künstlich aussieht.

Vermutlich würde sich mein eindruck schnell geben, wenn ich ein hochauflösenderes foto hätte. 😉️

Habe ich aber nicht.

Zum Spaß habe ich mich mal fünf Minuten mit Gimp drangesetzt und das Bild noch ein bisschen „besser“ gemacht, indem ich es leicht eingefärbt habe, damit es „augenfreundlicher“ ist; indem ich versucht habe, die pixel vorsichtig in unschärfe zu verwandeln, ohne gleich matsch aus dem bild zu machen¹ und indem ich den kontrast sehr vorsichtig erhöht habe. Bei alledem habe ich mir ein bisschen mühe gegeben, kein zweiter Hoagland zu werden. Das ergebnis sieht so aus:

Mit Gimp bearbeitete Version des gleichen Fotos

Natürlich ist das nicht die farbe des marsgesteins.

Wenn ich so etwas auf der erde sähe, wäre ich mir sicher, dass es von menschen gemacht ist. Auch, wenn es nicht exakt vertikal zu sein scheint. Auch, wenn es nur einen halben meter hoch wäre. Auf dem mars kann das aber nicht sein. Diese höhle muss natürlich entstanden sein. Für weniger plausible erklärungen wäre J. P. Skipper zuständig, aber der ist leider am 9. januar 2018 gestorben. Ich fand ihn ja immer recht unterhaltsam… vor allem, wenn er wortreich anomalien ausgedeutelt hat, die nichts als JPEG-artefakte bei voll aufgepustetem kontrast waren. Dabei konnten auch mal ganze städte entstehen. Die beweise sind erdrückend!!1!

¹Deshalb sieht man auch auf dem bearbeiteten bild noch die pixel, wenn man hinschaut. Sie nerven nur weniger. Hätte ich sie ganz verschwinden lassen, wären auch viele einzelheiten des bildes verschwunden. Jedenfalls, wenn ich das so schnell mache…

Investoren, aufgepasst!

Die NASA will sich lieber nicht auf die technik von spacex verlassen und plant deshalb den bau einer zweiten mondlandeeinheit für die bemannten landungen in ihrem absurden artemis-programm. Das machen die ganz sicher nicht, weil sie so gern geld verbrennen, und auch das PR-gefasel vom wettbewerb hat für die NASA bislang bei großen missjonen keine rolle gespielt, sondern die machen das eher, weil man bei der NASA skeptisch gegenüber spacex geworden ist. Es könnte also gut sein, dass die wirklichkeit nicht so toll aussieht wie die reklame von spacex.

(Zu meinen im privaten umfeld gern abgegebenen profetien für das jahr 2022 gehört die insolvenz von spacex, eine vorhersage, die immer für kopfschütteln gesorgt hat. Aber voraussagen über die zukunft sind auch immer schwierig…)

Es war zwar ein bisschen teuer…

…aber es funkzjoniert wenigstens: die erste testaufnahme mit dem james-webb-teleskop war erfolgreich:

Wie die NASA berichtet, funktioniert das James Webb Space Telescope noch besser als erhofft. Die erste Aufnahme ist glänzend […] Zudem stieß das zuständige Team laut eigenem Bericht weder auf »kritische Probleme« noch auf »messbare Verunreinigungen oder Blockaden«. Das Observatorium sei demnach in der Lage, erfolgreich Licht von weit entfernten Objekten zu sammeln und es ohne Probleme an seine Instrumente weiterzuleiten

Wenn wir uns demnächst mit unserer unendlichen dummheit ausgerottet haben, hoffe ich als schowinistisches säugetier mal, dass die außerirdischen, wenn sie irgendwann mit wirksamen tabletten gegen die traurigkeit hier ankommen und nur noch postnukleare ruinen auf einem wüstenplaneten vorfinden — da schmeißen sie rasch selbst eine tablette, weil es so bitter ist — wenigstens noch so ein artefakt vorfinden, das belegt, dass nicht alle menschen dumme, psychogesteuerte herdentiere im amok-wahn waren.

Kennt ihr den schon?

Auch die US-amerikanische Weltraumagentur NASA arbeitet mit Roskosmos zusammen, insbesondere beim Betrieb der internationalen Raumstation ISS. Der Chef der russischen Behörde, Dmitri Rogozin, hatte sich per Twitter unmissverständlich über die Sanktionen gegen sein Land beklagt: Wenn die russische Raumfahrt zerstört werden solle, müsse die Welt mit einem unkontrollierten Absturz der ISS, womöglich über bewohntem Gebiet, rechnen

Hej, spektrum der wissenschaft: so einen fiepser kann man verlinken. Warum macht ihr das nicht einfach? Soll man euch etwa einfach unbelegt glauben? Mein russisch ist leider… ähm… ungefähr so gut wie die naturwissenschaftliche bildung der gegenwärtigen bundesregierung, so dass es mir zu viel mühe ist, den fiepser selbst rauszusuchen. Falls er überhaupt existiert. Denn ich habe auch aus anderen kwellen nix davon mitbekommen. So langsam reißt der typische jornalismus-stil auch bei der spektrum der wissenschaft ein. Deprimierend ist das.

Oh, hier ist der fiepser ja [danke, Sergej! archivversjon]. Kurz und flott übelsetzt klingt das so:

Europa? Es gibt auch die möglichkeit, eine fünfhundert tonnen schwere struktur über indien und china runterfallen zu lassen. Wollt ihr die mit so einer aussicht bedrohen? Die ISS fliegt nicht über russland, alle risiken sind auf eurer seite. Seid ihr dafür bereit? Meine herren, wenn ihr sankzjonen plant, dann überprüft mal, ob die macher dieser sankzjonen krank sind

Mit krankheiten scheint der sich ja auszukennen. Hej, US-space-force, übernehmt mal schön! 😁️

Raumfahrt des tages

Nachdem der drohnenhubi ein paar testflüge gemacht hat, hat das NASA-auto perseverance mit seinem wissenschaftlichen programm begonnen [NASA-artikel in englischer sprache]:

Allwood sagte: „wir haben die bislang beste analyse der zusammensetzung des marsstaubes erhalten, bevor wir mit der untersuchung von gestein begonnen haben“

Ein großer flug für den roboter, eine kleine einsicht in die zusammensetzung von staub. Substanzjellere PResseerklärungen wird es sicherlich geben, wenn es erste richtige ergebnisse gibt.

Ein großer schritt für die menschheit…

Auf dem mars gibt es wolken. Gut, die hat man sogar manchmal von der erde aus in größeren teleskopen beobachten können (sehr schwierig, weil es recht dünne und kleine strukturen sind), aber irgendetwas muss die NASA ja mal wieder vermelden, um daran zu erinnern, dass der olle curiosity-rover immer noch daten liefert.

Übrigens: so weit ich weiß, war diese missjon auf eine zwei-jahres-dauer projektiert. Aber das ding läuft und läuft und läuft! Und es war verdammt teuer, das auto da hochzuschießen. Die werden so lange weitermachen, bis curiosity einfach auseinanderfällt.

Endlich! Es gibt hubschrauber auf dem mars!

So eine tolle demonstrazjon, was technisch so alles möglich ist, wenn man es nur will und finanziert, und hienieden auf erden nix als p’litische korrupzjon, elend und verrecken für die mehrzahl der menschen!

Aber trotzdem meinen glückwunsch! Gut, dass ich nicht um geld wette, sonst hätte ich heute einen batzen geld verloren…

Die chinesen…

…haben jetzt ihr eigenes mondgestein auf die erde gebracht.

Und die US-amerikaner klingen in ihrem floskelkrampf…

Diese Proben werden helfen, Geheimnisse unseres Erde-Mond-Systems zu lüften und neue Erkenntnisse über die Geschichte unseres Sonnensystems zu gewinnen

…als hätten sie selbst noch niemals mondgestein auf die erde gebracht und ausgiebig untersucht. :mrgreen:

Wir kaufen dein auto 2.0

Irgendwelche klitschen, die sich anbieten und einem das auto abkaufen wollen, sind wir ja alle gewohnt. Die NASA jetzt so: wir kaufen zwar nicht dein auto, aber wir kaufen dein mondgestein, oder genauer gesagt, wir kaufen ein foto deines mondgesteins und lassen die steine dann einfach liegen [archivversjon]…

Als ob die USA nicht genug steine und stäube vom mond hätten, seit sie sich damals im „kalten krieg“ diese apollo-prachtentfaltung geleistet haben und das zeugs in großen mengen zur erde gebracht haben! Wie man gesteinsproben vom mond deutlich billiger zur erde befördert, haben dann etwas später die russen vorgemacht. Vorteil: wenn das schiefgeht, muss man auch keine staatstrauer veranstalten, sondern es war nur teuer¹.

Aber ich finde es nett, dass von einer struktur der US-regierung mit diesem „anreiz“ mal völlig klar und realsatirisch schon recht wertvoll kommuniziert wurde, dass es aus sich selbst heraus keinen wirtschaftlichen vorteil gibt, wenn man obszön teure weltraumfahrt jenseits des erdnahen hochflugverkehrs der sattelitenwirtschaft betreibt, es sei denn, man fördert das mit erheblichen mengen dummen steuergeldes. Die monströsen kosten für jedes gramm, das man aus dem schwerefeld der erde hinausschießt, fressen jede möglichkeit, reibach zu machen. Für jene, denen der mögliche wissenschaftliche erkenntnisgewinn scheißegal ist — und das sind im zeitalter der existenzjellen not breiter bevölkerungsschichten recht viele geworden — handelt es sich um reine geldverbrennung.

Gruß auch an den BDI mit seinen plänen eines weltraumbahnhofs rungholt! 👋💶🔥

¹Ich mag übrigens diese galerie von teilweise sehr beeindruckenden fotos des sowjetischen mondprogrammes, die man hier nicht so oft wie die US-aufnahmen der apollo-missjonen gesehen hat, außer vielleicht, man hat in den siebzigern regelmäßig den sputnik gelesen (ich habs nicht getan). Spätestens nach der landung von luna 9 am 3. februar 1966 hätte jeder wissen können, dass der mond keine so großartigen landschaftlichen reize für spaziergänger hat.

Endlich neusprech-gerechtigkeit im weltraum!!!1!elf!!1!

Die US-amerikanische „weltraumbehörde“ NASA sorgt für mehr gerechtigkeit im weltraum, indem endlich „unsensible und diskriminierende“ inoffizjelle namen weggemacht werden:

Als erstes Objekt ist der planetare Nebel NGC 2392 dran. Die leuchtenden Überreste eines sonnenähnlichen Sterns wurde auch als „Eskimo-Nebel“ bezeichnet. „Eskimo“ gilt allgemein als kolonialer Begriff mit einer rassistischen Geschichte […] Die beiden Spiralgalaxien NGC 4567 und NGC 4568 aus dem Virgo Galaxiy Cluster, will die NASA nicht mehr „Siamesische Zwillingsgalaxie“ nennen […] Die US-Weltraumbehörde will künftig mit verschiedenen Experten für Vielfalt und Inklusion Leitlinien und Empfehlungen für andere Spitznamen und Begriffe zur Überprüfung bereitzustellen

Hej, NASA, hör mal zu! Hast du dir schon mal die namen der planeten des sonnensystemes angeschaut? Die heißen fast alle nach männern, und zwar nach männern, die geradezu der mytische inbegriff der von toxischen trollfrauen so genannten „toxischen männlichkeit“ sind.

  • Merkur nach dem römischen gott Mercurius, dem gott der händler und der diebe — als ob man in der antike noch gut und unmittelbar verstanden hätte, dass das heute so hochgeehrte krämertum in tun und wirkung kaum vom beklauen der menschen unterscheidbar ist.
  • Mars nach einem blutbesoffenen, selbstverständlich männlichen kriegsgott, denn das verrecken in den „feldern der ehre“ haben die frauen schon immer gern den männern überlassen.
  • Jupiter nach dem römischen gott Iuppiter Optimus Maximus, der selbstverständlich männliche schutzgott des latinischen städtebundes und der garant des römischen machtanspruches, in dessen tempeln die reiche beute des offen militaristischen imperiums dem höchsten aller römischen götter geweiht wurde, nachdem dieser als Iuppiter Stator die flucht der feinde verhindert hat, damit sie besser niedergemetzelt, gefangen genommen und versklavt werden können.
  • Saturn nach dem römischen gott Saturnus, der seinen vater überwältigt und kastriert hat, um anschließend seine söhne aufzufressen, um seinen hl. herrschaftsanspruch langfristig zu sichern — nur mit Iuppiter hat das nicht geklappt, weil Saturnus probleme damit hatte, sein kind von einem stein zu unterscheiden, und so wurde Saturnus dann doch noch entmachtet.
  • Uranus nach dem griechischen gott Uranos, der im wesentlichen Saturnus entspricht, nur, dass er seine verhassten kinder nicht aufgefressen hat, sondern im totenreich eingesperrt hat.
  • Neptun nach dem römischen gott Neptunus, der alles wasser beherrscht und die zerstörerischen erdbeben ausgelöst hat.

Immerhin gibt es auch eine frau unter den planetennamen. Venus ist nach der gleichnamigen römischen göttin der liebe und des erotischen verlangens benannt worden. Fürs ficken sind die frauen gut genug! Jedes mal, wenn wir die venus in aller ihrer pracht am himmel leuchten sehen, wird der herrschaftsanspruch des so genannten „patriachats“ darin sichtbar! Ansonsten wurden nur zwergplaneten und planetoide nach weiblichen gottheiten benannt. Sind halt eher kleine lichter, diese frauen — wenn sie nicht gerade zum ficken einladen.

Da ist also noch viel platz für p’litisch korrektes umbenennen.

Kommt, leute, an die neuen namen, ausgedacht von sicherlich ganz besonders gedankenvollen „experten für vielfalt und inklusjon“ und als neue offizjelle benamsungen durchgesetzt von der NASA, werdet ihr euch schon früh genug gewöhnen, vor allem, wenn ihr erstmal nichts anderes mehr hört und lest. Und die buchverlage freuen sich auch über viele neue auflagen voller dann viel vielfältigerer und inklusiverer namen für die planeten. Vielleicht sollte man die ganzen alten bücher mit ihren ganzen hassnamen einfach auf einen großen haufen kippen und feierlich im namen der gerechtigkeit verbrennen. Endlich herrscht wieder gerechtigkeit am firmament und im bücherregal! Niemand hätte mit so einen großen, überwältigenden sieg der guten und gerechten sache gerechnet! Darauf ein veganes zigeunerschn… ähm… schnitzel in paprikasoße aus hundert prozent veganem fleischersatz, doppelt so teuer wie das äußerst aufwändig produzierte fleisch! Es gibt ja schließlich was zu feiern…

Nur die satiriker haben langsam nichts mehr zu tun auf dem planeten erde. 😫

2019 OK

Wieder daneben! Und die NASA wurde so von dem steinchen überrascht, dass jetzt schon von kwatschjornalisten mehr weltraumüberwachung durch die weltraumbehörde gefordert wird.

Die Nasa wurde offenbar von dem Asteroiden, der vor Kurzem die Erde nur knapp verfehlte, völlig überrascht. Das geht aus internen Dokumenten hervor. Sie werfen Fragen nach der Überwachung des Alls durch die Nasa auf

Hej, kwatschjornalist an der werbeplatzvermarktungsfront! Diese ganzen kleinobjekte im sonnensystem werden beinahe nur noch durch programme von amatörastronomen erfasst, verfolgt und katalogisiert. Die NASA hat damit gar nix zu tun. Die macht weltraumfahrt. Und die namentlich recht ähnliche NSA, die ganz viel in überwachung macht, hat keine teleskope. :mrgreen:

Jornalismus des tages

Habt ihr sicherlich auch mitbekommen: dieses NASA-marsauto hat auf der marsoberfläche erstmals komplexere kohlenstoffverbindungen (so genannte organische verbindungen) gefunden, und die NASA hat da auch gleich eine presseerklärung rausgerotzt, eine stunde juhtjuhbb befüllt und ständig und immer wieder davon gelabert, dass es sich um ein indiz handele, dass es einmal leben auf dem mars gegeben haben könnte. Und die scheißjornalisten im sommerloch haben diese vorlage dankbar abgeschrieben, ohne auch nur die spur eigener reschersche oder gar eigener gedanken anzufügen.

Ich wills mal so sagen: auch auf dem mars fallen immer wieder einmal steine vom himmel. Darunter zum beispiel auch kohlige chondriten. Die sind zwar recht selten, aber enthalten dafür ein bisschen komplexere kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen (und sogar ein bisschen zeugs, das älter als unser sonnensystem zu sein scheint). Und über einen zeitraum von rd. vier milljarden jahren läppert sich das ganz ordentlich. Das gesamte heutige wasser der erde scheint zum beispiel auf meteoriten zurückzugehen, weil die erde in ihrer „heißen fase“ das ursprüngliche wasser verloren haben wird, und die erdoberfläche ist ja doch ganz ordentlich mit dem nassen zeugs bedeckt.

Darüber hinaus enthalten kometenkerne eine menge kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen aller art, und zwar so viel, dass die sie so schwarz sind, dass sie kaum licht reflektieren. Und auch davon müssen im laufe der jahrmilljarden mal ein paar auf dem mars geprasselt sein.

Was passiert, wenn kohlenstoff in sauerstoffarmer atmosfäre (also so wie auf dem mars oder auf der frühen erde) verfügbar ist, etwas wasser da ist (also so, wie es auf dem frühen mars reichlich spuren hinterlassen hat) und ein bisschen beinahe beliebige energie dazukommt, kann man zum beispiel am Miller-Urey-experiment sehen: da schwimmen recht schnell ein paar aminosäuren auf den pfützen.

Ganz ohne, dass irgendwelche marsbakterien beteiligt waren. Und nicht durch irgendeinen uns unbekannten vorgang. Die von der NASA nahegelegte deutung ist also mehr als nur ein bisschen bullschittig; und bei den ideen, dass von diesen möglichen marsmikroben aus einer feuchteren vergangenheit sogar noch welche leben könnten, geht es (so sehr ich mir so einen fund wünschen würde) in die haltlose spekulazjon. Ein mensch mit ganz gewöhnlicher allgemeinbildung (biologie und chemie auf abiturniewoh) — also jemand anders als ein jornalist — hätte das nicht nur bemerken können, sondern bemerken müssen.

Ein lob von mir geht allerdings an golem. Dort erfuhren die spektakulären PResseerklärungstexte der NASA eine angemessene und nötige relativierung:

Absichtlich irreführende Formulierungen wie „altes organisches Material“ lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe [sic!] werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden […] Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor

Geht doch! 😉

Ach ja, ist ja auch golem, also ein jornalistisches produkt eher so aus der zweiten reihe ohne den ganz großen presseapparat dahinter. Schon übel, wenn dort sauberer und aufklärerischer gearbeitet wird als von den springers, burdas, bertelsmännern, spiegeln, gruner-und-jahrs, madsäcken und sonstigen contentindustriellen jornalistiksimulazjonen auf der suche nach wirksamer clickbait.

Und nein, die arbeiten bei anderen temen auch nicht sorgfältiger. Immer, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen auskenne — ich bin wahrlich kein experte für chemie, astronomie oder gar exobiologie, sondern habe nur kenntnisse auf elementarem niewoh, die ich für grundbildung halte — stelle ich fest, wie schäbig, schlampig, rescherschefrei, kenntnislos und unreflektiert die scheißpresse arbeitet. Die annahme, dass das besser wäre, wenn ich mich einmal irgendwo einmal nicht auskenne, wäre eine sehr dumme annahme.

Tatsächlich ist es bei temen mit etwas unklarer oder schwer zugänglicher faktenlage — also politik, wirtschaft, medizin und wissenschaft — vermutlich sehr oft eine ganz gute annahme, dass die wirklichkeit genau andersrum als in der scheißpresse beschrieben ist, denn so ist es immer, wenn ich es selbst bemerken kann. Aber bitte nicht von einer lügenpresse sprechen, denn das ist pfui und nazi… :mrgreen: