Cyberkrimineller kinderraubfickmordkopierer des tages

Gucke mal, da, heise verbreitet „raubkopien“ von meikrosoft windohs. (Eine linksetzung auf einen illegalen daunlohd ist im rechtsraum der BRD — anders als in fast allen anderen zivilisierten staaten dieser welt — ein zugänglichmachen, und genau das tut heise da.)

Oder sollte das gar keine irgendwie „geleakten“ versjon von windohs zehn sein, sondern ein dummer, von der äppel-massenverblödung abgeschauter PR-trick von meikrosoft und weiß heise davon und ist da gar nix illegal und irgendwo „rausgeleakt“, sondern ist das alles mit meikrosoft abgesprochen? Ist für diese idjotische reklame im CeBIT-umfeld vielleicht sogar geld von meikrosoft geflossen, statt dass heise ein möglicherweise recht großes kostenrisiko eingeht? Fragen über fragen, und je länger man darüber nachdenkt, desto mehr kommt einem das kotzen.

Ihr da hinten in der karl-wiechert-allee, seht zu, dass ihr nicht wie gulli werdet. Auf dem weg dorthin seid ihr schon ein großes stück vorangschritten, wie ich jeden tag voller missfallen sehe. Das, was euch eure scheiß-PR-schlippsies als „native advertising“ erklären, das nannte man früher „schleichwerbung“ und es ist auch heute noch genau so eine intelligenz- und leserverachtung. Ihr habt das nicht nötig. Und. Ihr solltet das lassen.

Tschüss, gulli!

Ich stand schon mehrfach kurz davor, vor allem in den letzten zwei, drei monaten, aber nach veröffentlichung dieser „njuhs“, die ich beim besten willen nicht mehr von leserverdummender reklame für in der BRD illegale und von den betreibern jederzeit und unentdeckbar manipulierbare glücksspiele unterscheiden kann (hier auch ein bildschirmfoto zu archivzwecken), ist gulli eben gerade aus meiner täglichen RSS-kost rausgeflogen. Ich habe wirklich schon mehr als genug spämm, da muss ich mir nicht auch noch freiwillig so eine scheiße geben.

Euch allen wünsche ich weiterhin viel spaß mit der schleichwerbung, die zurzeit unter dem blendwörtern „native advertising“ und „content marketing“ von den reklamelügnern auch für weniger halbseidene anbieter salonfähig gemacht werden soll — und mit den web-projekten, die ihre leser so sehr verachten, dass sie ihnen so etwas andrehen wollen!

Friss deine handvoll reklamegroschen und erstick dran, gulli! Das ding, das da immer größer zu werden scheint, ist die wand, auf die du zurast.

Zum abschluss noch ein kleiner tipp für alle, die das gulli-forum vermissen: hier gehts lang!

S/M des tages

Dazu gehört ein E-Mail, wonach der Schauspieler Kevin Hart zwei Millionen Dollar für ein paar Tweets bekommen hat. Für diese Summe bejubelte er zwei Filme. Damit die fürstlich bezahlten Tweets nicht untergehen, wurde Hart angehalten, insgesamt weniger zu tweeten. Sony Pictures wollte ihn später dafür gewinnen, auch Schleichwerbung für einen Film mit Denzel Washington zu machen

Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß dabei, euren „stars“ da drüben beim zwitscherchen zu folgen und euch den kopf mit der scheißreklame der contentindustrie vollblasen zu lassen — und wer glaubt, dass die bei ihm und deshalb generell nicht wirkt, der glaubt bestimmt auch, dass sonie mal eben zwei milljonen dollar zu verschenken hat. Immer schön weiter den kopf in die scheiße halten, die von einer industrie ausgestoßen wird, die mit fabrikmetodik jene scheiße produziert, mit der ihr eure köpfe füllt! Im zweifelsfall wird dann auch dafür bezahlt, dass so etwas nicht in erwünschterem „content“ untergeht…

(Hej, zwei milljonen für unter tausend zeichen telegrafisch-krampfgrammatischen text. Das dürfte die bestbezahlte „literatur“ der bisherigen weltgeschichte sein. Die beste war es wohl eher nicht.)

Heise des tages: meikrosofts „innovazjonen“…

[…] die Taskleiste ist nun deutlich dunkler […]

Na, ihr da hinten in der karl-wiechert-allee, habt ihr mal wieder einfach unreflektiert eine PResseerklärung abgeschrieben, weils dafür halt so schönes geld gibt? Sind euch die leser, die ihr habt, inzwischen scheißegal? Oder habt ihr die auswurftaste für euer gehirn gefunden und gleich mal draufgedrückt?

Das ich es allen ernstes noch erleben darf, dass die farbe eines bedienelementes in einer kwalitätsjornalistischen meldung erwähnt wird… :mrgreen:

Wir erinnern uns:

Früher™, als kompjuter noch als geräte verstanden wurden, die dem menschen gehörten, der den kompjuter gekauft hat und als man folglich betrübssysteme auch noch als etwas verstanden hat, was dem besitzer des kompjuters so gut wie möglich bei den dingen dienen soll, die er mit dem kompjuter macht, konnte man das farbschema der oberfläche sehr weitgehend an seine eigenen bedürfnisse anpassen — und nach der installazjon bekam man eine halbwegs vernünfige vorgabe, die schon recht brauchbar war (mit der schönheit und dem geschmack hat man es bei meikrosoft aber oft nicht so gehabt).

Zum beispiel gabs bei windohs eins aus dem jahr 1984 folgenden farbschema-einsteller:

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von windohs 1.01 aus dem jahr 1984

Der wurde später zwar noch ein bisschen verfeinert und um die praktische (und von mir für die schnelle umschaltung von hell auf dunkel oft genutzte) möglichkeit angereichert, verschiedene farbschemata abzuspeichern und somit schnell wieder benutzen zu können, und auch die farbauswahl hat sich ein bisschen verbessert…

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von windohs 3.11 aus dem jahr 1993

…aber er blieb so bestehen. Ist ja auch praktisch für den anwender, wenn er sich seine arbeitsumgebung so einrichten kann, dass sie ihm so gut wie möglich dient. Dafür ist die technik schließlich auch da!

Selbst, als für windohs 95 und windohs NT 4.0 die gesamte benutzerschnittstelle umgekrempelt wurde, blieb diese einstellmöglichkeit bestehen und war jedem menschen einfach über die systemsteuerung zugänglich. Das entsprach auch dem standard anderer auf „benutzerfreundlichkeit“ im modernen sinn des wortes entworfener betrübssysteme wie etwa amiga OS (aus dem jahr 1984)…

Bildschirmfoto des einstellungsdialoges von amiga OS, workbench 1.0 aus dem jahr 1984

…die im laufe der zeit auch ein bisschen… ähm… hübscher wurden und schließlich anfang der neunziger jahre so aussahen:

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von amiga OS, workbench 3.x aus dem jahr 1992

Kurz gesagt: so lange ich kompjuter mit grafischer benutzerschnittstelle benutze, und das mache ich schon ein paar jährchen, so lange bin ich es gewohnt, dass ich mir die farben so anpassen kann, wie ich will. (Das war damals unter unixoiden betriebssystemen mit meinem bevorzugten fenstermanager fvwm allerdings nicht so einfach klicki klicki, dafür musste ich eine konfigurazjonsdatei bearbeiten und gegebenenfalls noch für einzelne anwendungen ressource-dateien schreiben. Aber selbst dort ist es möglich, und ich habs gemacht. Es ist eben eben nur nicht „benutzerfreundlich“ im modernen sinn des wortes gewesen, und es hat anfänger ganz sicher abgeschreckt. Tatsächlich ist X-Windows die konfigurierbaste grafische oberfläche, die ich jemals erlebt habe. Der erfolg der darauf aufgesetzten desktops belegt, dass viele menschen diese konfigurierbarkeit überkomplex fanden — und auch ich muss einräumen, dass ich schon viel zu viele stunden meines lebens damit verbracht habe, mir die arbeitsumgebung so zu machen, wie ich sie haben wollte.)

Und jetzt erlebe ich es erstmals, dass der farbton eines bedienelementes zum bestandteil einer jornalistisch relevanten meldung in einer ernstzunehmenden fachzeitschrift wird. Zu einem bildschirmfoto, dass hellgraue schrift im startmenü zeigt, die kontrastarm auf dunklergrauem hintergrund steht.

Bwahahahaha!

Da will ich die anderen „innovazjonen“ meikrosofts aber gar nicht mehr kennenlernen. Ach, die sind auch eher enteignend und kompjuterbesitzerverachtend, also diese ganze „cloud“-kacke aus den feuchten träumen meikrosofts (und der befreundeten horch- und morddienste). Na, da wäxt ja zusammen, was zusammen gehört.

Ach übrigens: ich könnte mich immer noch beömmeln¹, wenn ich zu jedem dieser offensichtlich von meikrosoft eingekauften PR-berichte um irgendwelche „geleakten“ vorabversjonen von windohs zehn (von äppel lernen heißt siegen lernen, oder wie versteht meikrosoft jetzt seine PR?) unbedingt und als sofortiger, erster blickfang diese andere tolle GUI-innovazjon von windohs zehn als bildschirmfoto dargestellt wird: das startmenü. Die (zugegebenermaßen gute) idee ist ja erst zwanzig jahre alt. Aber was will man machen, wenn das vergleichbar „innovative“ funkzjonsmerkmal „apps können in eigenen fenstern ausgeführt werden“ jeden menschen mit mehr als einer halben stunde kompjutererfahrung nur noch zu minutenlangen lachkrämpfen zu einer im gesicht klebenden hand reizt. :mrgreen:

¹Prollniederdeutsch für: einpissen, umgangssprachlich für: vor lachen in die hose machen…