„Hartz fear“ des tages

Ein Jobcenter gibt Hartz-IV-Empfängern offenbar den Tipp, sich bei der Wohnungssuche auf einem Campingplatz zu melden […] Das Magazin berichtet über einen 84-jährigen Bewohner, der in einem Wohnwagen lebt – ohne fließendes Wasser, ohne richtige Heizung. Eine richtige Wohnung könne er sich nicht leisten. Für den Wohnwagen zahlt er dem Beitrag zufolge 250 Euro plus Strom

[Archivversjon gegen das vergessen im internetz.]

Das land, in dem wir gut und gern leben¹…

Stefan ist 39 Jahre alt und seit fast zwei Jahren obdachlos. In den vergangenen Monaten hat er drei Knöllchen bekommen, weil er im Freien geschlafen hat. Lagern und Campieren heißt das in der Amtssprache und wird mit 20 Euro bestraft. Viel Geld für jemanden, der auf der Straße lebt

[Archivversjon]

¹Dieser spruch stand auf CDU-wahlplakaten bei der letzten bummstagswahl.

„Unsichtbare hand des marktes“ des tages

Oder auch den Fall einer früheren leitenden Altenpflegerin, die mittlerweile im Ruhestand lebt. Sie ist gehbehindert und sucht eine Wohnung mit Aufzug, aber sie findet keine, die sie bezahlen kann. Ihre Rente reicht nicht. Also übernachtet sie seit zwei Jahren bei ihrer Tochter, sie schläft in deren Wohnung auf einem Klappbett im Flur

Internetzradiergummi des tages

1&1 hat die webseit 1000mal1euro.de weggelöscht (das war diese hier). Zurzeit ist unter der domäjhn eine deutlich veraltete versjon verfügbar, die 1&1 »aus kulanz« von irgendwoher nehmen konnte. Offenbar gab es auf keiner seite eine sicherungskopie.

Deshalb verlässt man sich nicht einfach auf webhoster.

Wie man in der BRD obdachlos werden kann

Zum beispiel kann man in der BRD obdachlos werden, wenn man hartz-IV bezieht und das dschobbcenter — das ist diese behörde, die keine anständig bezahlten dschobbs hat und daher mit teils faschistoiden willkürmaßnahmen menschen zu elendsarbeit zwingt — aus willkürgründen die miete nicht bezahlt. Natürlich bleibt das konsekwenzenlos für die dafür verantwortlichen arschlöcher im dschobbcenter, die offenbar nicht zu einer anständigen antragsbearbeitung imstande sind, obwohl sie dafür deutlich besser als mit dem mindestlohn bezahlt werden. Und damit die dort entrechteten menschen nicht mit eigenen händen und fäusten für ein bisschen gerechtigkeit sorgen, gibts sicherheitsdienste.

Nein, die hartz-IV-partei SPD bleibt unwählbar, bis sie sich gründlich entschrödert hat — und diese widerwärtige schröderseilschaft Martin Schulz kann nur von blinden als eine lichtgestalt empfunden werden.

P’litische problemendlösung des tages

In innsbruck wurde jetzt das leidige problem mit der obdachlosigkeit gelöst, indem die obdachlosigkeit einfach verboten und unter strafe gestellt wurde.

Die SPÖ enthielt sich der Stimme

Unter anderen umständen (regierungsbeteiligung oder etwas ähnliches) hätten auch die sozjaldemagogen aus österreich offen dafür gestimmt.

Judenstern des tages

Ich habe leider keine zweite kwelle, daher bitte mit vorbehalt lesen: in frankreich sollten obdachlose gelbe dreiecke offen sichtbar tragen, damit man sie gleich als solche erkennt. Da wird einem so richtig braun vor augen…

Nachtrag: weitere kwellen in französisch (libération) und in englisch (the telegraph) und in deutsch (NZZ), allesamt durchaus keine käseblätter, sondern ernstzunehmen. Das scheint also zu stimmen. Widerliches, menschenverachtendes nazipack! [Danke @erbloggtes und @p1ng0ut!]

Anfrage bezüglich linkwerbung

Ihr leute von linklift,

es ist ja nicht so, dass ich zu blöd wäre, mich um reklame zu kümmern, wenn ich irgendwelche klickerpfennige haben wollte. Dennoch gibt es immer wieder einmal anfragen wie die folgende:

Sehr geehrter Herr Schwerdtfeger,

ich würde Ihnen gern ein Angebot für Textlinkwerbung auf xxxx.xxxxxxxxx.de unterbreiten. Ist dies prinzipiell möglich? Sind Sie da der richtige Ansprechpartner für mich?

Mit freundlichen Grüßen

Axxx Mxxxxx | Marketing Manager Deutschland
Tel: 30-2xxxxxx-x6 | axxx.mxxxxx (at) linklift.de

Skype: axxxx.mxxxxxxx2

[Mäjhladresse, name, telefonnummer und skype-id sind in einem akt des von seiten linklifts unverdienten zivilisierten betragens von mir unkenntlich gemacht worden.]

Klar, jemand der mir mit so einer frage kommt, der fragt sich nicht, ob ich nicht vielleicht aus einem guten grund und mit voller und gut durchdachter absicht völlig werbefrei bin. Und das, obwohl ich im blog, auf dem er werben will, völlig offen dazu stehe, dass ich obdachlos bin und vom betteln lebe. Dafür müsste so ein zeitgenosse ja lesen wollen, und dafür hat er nicht in meinem marginalisierten geschreibsel vorbeigeschaut. Der schaut nicht nach etwas zum lesen, wenn er ein blog besucht. Der sieht einfach nur noch mit der brille des werbers eine freie fläche, die mit reklame zugekleistert werden kann, weil sie noch nicht zugekleistert ist. Ich finde es immer wieder zum kotzen.

Normalerweise lösche ich einen derartigen schrott und stoße einen fluch gegen diese menschen aus, die mich dazu auffordern, für eine handvoll groschen die suchergebnisse der diversen suchmaschinen durch gekaufte links zu manipulieren. So wollte ich auch in diesem fall vorgehen, aber denn legte ich die mäjhl erstmal beiseite, denn darin war etwas, was ich niemals vergessen werde. Und dann atmete ich fast zwei wochen am stück durch, bevor ich noch einmal einen blick reinwarf, einen blick in diese mäjhl, die ich auch ohne die erinnerung an frühere unverschämtheiten genau so widerlich finde wie alle anderen derartigen mäjhls.

Nein, diese mäjhl würde ich niemals als eine spämm bezeichnen. Es ist keine mechanische, milljonenfache massenmäjhl, es ist ein individuell geschriebenes stück „mitteilung“ mit einem echten absender, mit persönlicher anrede und einem kurzen anliegen — wenn auch einem anliegen, dass mich mit verachtung erfüllt und mit einer beachtlichen dürftigkeit des mitgeteilten. Das ist es aber nicht allein, was mir daran aufstieß, es ist die tatsache, von welcher firma diese mäjhl ausging. Linklift? Da war doch mal was? Ja, richtig, das ist die firma, die damals versucht hat, die deutsche versjon des blogsystemes WordPress mit der neuen form der plackinn-spämm auszuliefern.

Das vergesse ich nicht so schnell. Auch, wenn es damals zu einem sinneswandel auf seiten von linklift und zu einem rückzug in relativer würde kam, bei dem mir persönlich irgendwie die entschuldigung für die fünf tag lang ertragene zumutung fehlte. (Ich bin am ende der geschichte körperlich zusammengebrochen, so sehr wurde ich persönlich angefeindet. Und ich kann mir nicht einfach einen arzt leisten. Diese astlöscher haben mich fast kaputtgekriegt mit dem gierpfuhl, den sie mit ihrer verwirtschaftungsscheiße angestoßen haben. Nur, weil ich eine deutliche meinung dazu geäußert habe und spämm als spämm bezeichnet habe.) Aber was solls!? Immerhin war dieser versuch, freie softwäjhr mit spämm zu verhunzen, im widerstand eines großen teiles der davon betroffenen bloggosfäre gescheitert und wurde deshalb aufgegeben — und linklift hat doch noch im zuge dieser ganzen scheiße genügend geldwerte aufmerksamkeit bekommen, die gewiss zu so manchem geschäft mit so manchem selbstverkaufsblogger führte. Dass die spämm eingestellt wurde, war tatsächlich schon mehr, als ich ernsthaft erwartet hatte. Da muss nicht noch jemand zerknirschtheit heucheln, dessen einzige ethik in der steigerung der profite besteht. (Wenn mehr ethik — dieses wort wird von mir nicht im sinne der COS und ihrer hirnficks benutzt — dagewesen wäre, dann hätten die niemals eine derartige werbeform gewählt.)

Und die wollen jetzt also, nach und trotz alledem, von mir (persönlich angeschrieben, namentlich angesprochen), dass ich ihnen für eine handvoll klickercents links verkaufe, damit auf diese weise die reihenfolge der suchergebnisse in guhgell verändert wird. Ich glaube, es hackt! Ich habe schon einmal einem eurer vertreter in etlichen kilobytes gebloggtem textes als antwort auf eine als kommentar verpackte unverschämtheit erklärt, warum ich überhaupt blogge und dass ich meine mitteilungen nicht dadurch entwerte, dass ich sie zur marktware für windige werbe- und linkhändler mache. Ich wünsche euch bei linklift immer noch die baldige bekanntschaft mit dem insolvenzverwalter und bin froh, dass ich solche mitmenschen wie euch meinem recht trüben dasein nicht hinzufügen muss. Und selbst jetzt seid ihr noch so richtig komische käuze, die für eine derartige minimalmitteilung wie die oben zitierte mäjhl ziemlich weitgehende restrikzjonen ohne jegliche grundlage beanspruchen, so dass man nicht einmal darüber schreiben oder reden können soll:

GEHEIMHALTUNGSPFLICHT: Der Inhalt dieser Email ist vertraulich und ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser Email oder dessen Vertreter ein sollten, so beachten Sie bitte, dass der Inhalt urheberrechtlich geschützt ist und dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser Email unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall umgehend mit dem Absender in Verbindung zu setzen und das Material von Ihrem Computer zu löschen.

Mit verlaub, ich lasse mir weder eine pflicht zur geheimhaltung für eure unverlangten unverschämtheiten aufbürden, noch bin ich dazu bereit, einen derart dürftigen mäjhltext ein ausreichendes maß an schöpferischer tiefe zuzuerkennen, die urheberrechtlich schützenswert ist. Da ist ja der durchschnittliche „tweet“ schöpferischer und origineller. Wenn euch bei linklift das nicht passt, könnt ihr mich gern verklagen — ich kann aber leider wegen meiner obdachlosigkeit nicht mit einer ladefähigen anschrift dienen und geld ist bei mir auch nicht zu holen, nicht einmal so etwas wie Hartz IV. Da könnt ihr euch noch so anstrengen, in meinem scheiß dasein ist einfach nichts mehr zu zerstören oder mit irgendwelchen finanzjellen angstpeitschen weiter zu knuten. Aber wenn ihr das jetzt unbedingt wollt, macht euch ruhig noch mehr zum narren, als ihr das jetzt schon tut. Die mäjhl, die mir einer eurer (als männätscher auftretender, dass ich nicht brülle!) mitarbeiter in einem — ich nehme dies zu seinen gunsten so an und halte den schrieb nur deshalb nicht für einen persönlichen angriff — anfall vollständiger geistiger umnachtung zugesandt hat (und die nachweisbar wirklich von linklift ausging), die werde ich allerdings nicht löschen, sondern dauerhaft archivieren. Man weiß ja nie, zu was für verzweiflungstaten ihr auf der flucht vor dem pleitegeier und dem kuckuck noch bereit sein werdet und vor welchen richtern ich dann einmal erklären muss, was so ein mäjhlheader eigentlich ist und wie man ihn deutet.

Mit kalten und sehr unfreundlichen grüßen

Elias Schwerdtfeger, aka der nachtwächter
(nach diktat verreist)

PS: fahrt zur hölle!