Unwelt des tages

Einwegprodukte aus plastik kommen ja langsam aus der mode, seitdem die chinesen uns nicht mehr den plastikmüll abnehmen (interessanterweise ist auch erst seitdem die plastikbelastung der ozeane ein tema für die hirnfickenden scheißjornalisten). Aber das heißt ja noch lange nicht, dass die menschen in ihrer unendlichen doofheit auf einwegscheiße verzichten würden, und so kommen halt als „nachhaltig“ beworbene alternativen, angeblich aus bambus, zum einsatz [archivversjon]:

Die Berliner Verbraucherzentrale warnt davor, heiße Getränke oder Speisen aus Bambus-Geschirr oder Bechern zu konsumieren. Bei Flüssigkeiten, die heißer als 70 Grad sind, könnten sich Bindemittel in Form von Formaldehyd oder Melamin lösen […] Die Becher bestünden nur zu einem kleinen Teil aus gemahlenem Bambus oder Maisstärke. Darüber hinaus seien vor allem synthetische Bindemittel in den Produkten enthalten […] Ein Großteil dieses Geschirrs besteht eigentlich aus Melamin- oder Formaldehyd-Harzen

Hej, kommt, leute: das bisschen formaldehyd! Das macht doch nur ein bisschen krebs. Da stirbt man leider viel zu langsam dran, sonst gäbe es wenigstens hoffnung, dass sich diese schreckliche dummheit irgendwann mal aus der menschheit rausmendelt und die gehirnchen der menschen wieder ein bisschen waxen. Denn die verwendung von einweggeschirr, einwegbesteck, einwegtassen und einweggläsern ist — genau wie die gesamte waste economy — dumm, dumm und nochmal dumm. Hat auch nichts und niemals irgendwas mit nachhaltigkeit und öko zu tun. Nicht einmal entfernt. Auch nicht, wenn da ein nach scheiße stinkender scheißwerber „nachhaltigkeit“, „natur“, „bio“ und „öko“ draufstempelt, um den dummen besser das geld aus der tasche ziehen zu können.

Neues vom ihmezentrum…

Der Umbau wird so nachhaltig wie möglich gestaltet. Eines der ausführenden Unternehmen ist Umbau Hannover – der Ökobaumarkt aus Linden

Bwahahahaha!

Wer nicht aus hannover kommt und diesen von gnadenloser tristess erfüllten, betongewordenen schrotthaufen zwischen ihme und blumenauer straße nicht kennt: es handelt sich um diese licht- und lebensverachtende monstrosität aus den siebziger jahren, und an der 2014 fotografierten stelle sieht es jetzt — wenn man einmal vom inzwischen dort hingestellten bücherschrank absieht — genau so übel aus wie vor drei jahren. Nur der zerfall der bausubstanz ist während der jahre noch ein bisschen weiter fortgeschritten. (Immerhin wurde der weg parallel zur ihme inzwischen neu gemacht, falls dort mal jemand neben dem wuchtigen beton lustwandeln mag oder seine suizidabsichten pflegen möchte.)

Übrigens: das kotzende einhorn stellt gerade heute, passend zu dieser PR-scheiße, eine tematisch gut passende sammlung trüber fotos für freunde des rohen betons vor. Antidepressiv wirkende medikamente bitte vor dem klick einnehmen!