Der juhtjuhbb-tipp für praktiker

Wer in der BRD lebt und etwas zu juhtjuhbb hochladen möchte, was urheberrechtlich nicht so ganz einwandfrei ist — also etwas, was er nicht vollkommen selbst produziert hat, denn es in der BRD kein „fair use“ und kein zitatrecht für videos — sollte dafür auf jeden fall ein eigenes benutzerkonto einrichten und keine namentlich registrierte oder gar regulär benutzte telefonnummer dazu angeben:

Youtube und Google müssen bei Urheberrechtsverstößen die Mail-Adresse der verantwortlichen Nutzer angeben

Die ausweitung auf hinterlegte telefonnummern zu einem guhgell-konto ist nur eine frage der zeit, und eine ladefähige anschrift zu einer telefonnummer ist auch bei immaterjalgütersachen etwas, was die telefonklitschen rausrücken müssen. Und denkt dran: das kann euch auch für videos passieren, die ihr vor zehn jahren mal hochgeladen und dann wieder vergessen habt…

S/M des tages

Ist hier jemand beim fratzenbuch? Wenn ja: immer gut darauf aufpassen, dass niemand anders an die anmeldedaten kommt, sicheres passwort benutzen und bloß keinen trojaner auf kompjuter oder wischofon haben, der die anmeldedaten mitsnifft und irgendwo hinfunkt, denn ansonsten haftet ihr für die taten anderer leute!

Einem Facebook-Account komme eine „mit einem Ebay-Konto vergleichbare Identifizierungsfunktion zu, so dass die Grundlage gegeben ist, den Inhaber eines bestimmten Facebook-Accounts im Wege einer unwiderleglichen Vermutung so zu behandeln, als habe er dort selbst die Postings eingestellt“

Ja, die werten richter vom OLG frankfurt betrachten das posten im fratzenbuch als ungefähr so zuverlässig dem inhaber des fratzenbuch-kontos zuzuordnen, als sei es digital signiert. Kein witz. Und am ende stehen dann ein paartausend øre schmerzensgeldforderung, wenn sich da jemand anders austobt. Gar nicht auszudenken, wenn dieses urteil in weiteren urteilen zu weiteren fällen noch weitere ausweitungen erfährt — im zeitalter der grenzenlosen datenschleuderei überall. Am ende darf man sich dann dafür verantworten, dass jemand in einem nutzerkonto, dass man seit jahren nicht mehr nutzt, aber aus bekwemlichkeit nie gelöscht hat (na, wer war bei „myspace“ und hat sein konto nie gelöscht?) zum terrorismus aufruft. Ist ja fast wie digital signiert und die vermutung, dass der scheinbare urheber der echte ist, ist eine „unwiderlegliche vermutung“. Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel spaß in fratzenbuch und ähnlichen angeboten!

Was so ein zurzeit geltendes richterrecht bedeutet, wenn nach den feuchten träumen der inniminis polizeien und geheimdienste praktisch vollen zugriff auf diese daten haben und aus irgendeinem grund lust an der erzeugung von „beweisen“ bekommen, könnt ihr euch vorstellen.