Fernkontoführung des tages

Die fernkontoführung bei der hippen N26-bank mit hipper äpp und hippem kundendienst über einen tschätt kann einem schon mal einen ganzen monat begrenzter lebenszeit versauen, wenn das geld auf einmal weg ist. Aber immerhin, dafür kann man so hipp tschätten:

Seitz: Wie ist mein Kontostand (…)
Seitz: vorher war er um 80.000 € (…)
N26: Axel, ich muss dringend mit den Kollegen direkt ein paar Sachen klären. Kannst du beim Chat bleiben?
Seitz: Ja
N26: In deinem Konto ist z. Z. nicht mal mehr als 30 EUR übrig, sorry.
Seitz: Wie bitte?
N26: 12,26 EUR. (…)
N26: Melde dich sofort bei der Polizei. Wir tun unser Bestes, dich zu unterstützen auch bei der Klärung dieses Falls.
Seitz: Ich kann es nicht glauben
N26: Bitte habe etwas Geduld.
Seitz: Ich möchte eine Telefonnummer unter der ich jemand persönlich sprechen kann.
N26: Wir bieten leider keinen Telefon-Dienst mehr an, sorry.

Ich denke mal, die näxste verbesserung im „kundendienst“ ist dann, dass der tschätt von einem „künstlich intelligenten“ tschättbot bedient wird. :mrgreen:

Unabhängig von dem langsamen Kundenservice stellt sich die Frage nach Sicherheit. Wie das Geld bei den beiden Fällen abhanden kommen konnte, ist bislang nicht geklärt

Ist es vielleicht doch nicht so eine gute idee, seine fernkontoführung mit einem wischofon zu machen? :mrgreen:

Nachtrag 29. märz, 11:45 uhr: das mit dem tschättbot für den kundendienst habe ich nicht ernstgemeint, aber N26 meint das völlig ernst:

Wir haben vor einigen Monaten einen Chatbot gestartet, der natürlich noch nicht perfekt ist. Der Chatbot wird sich über die Zeit als zusätzliches Tool entwickeln und wir sind zuversichtlich, dass er unseren Kundenservice ergänzen kann. Wir geben Kunden aber natürlich die Möglichkeit, sofort mit einem „echten“ Mitarbeiter zu chatten, wenn sie es wünschen. Dennoch war das Feedback von den Kunden seit der Einführung sehr gut und wir hoffen, dass sich kein Kunde als Versuchskaninchen versteht

Das mit dem „echten mitarbeiter“ wird sich vermutlich irgendwann genau so in luft auflösen wie sich schon längst der telefondienst in luft aufgelöst hat. Aber hej, keine panik, was kann da schon schiefgehen?! Es geht ja nur um geld. Und zwar mit händis übers internetz. Das internetz ist von kriminalität geprägt, wo immer es um geld geht, und die händis sind ein einziger security-albtraum. Werft eure bunten zettel schön in die flammen!

Security des tages

Macht eure fernkontoführung mit dem wischofon, haben sie euch gesagt. Das ist modern, einfach, mobil und sicher, haben sie euch gesagt, und mit einer zwei-faktor-autentifizierung (die natürlich auch auf das scheißhändi geht) kann gar nix mehr passieren, haben sie euch auch gesagt.

Na, so ein jammer aber auch!

Kriminellen Hackern ist es einem Zeitungsbericht zufolge in den letzten Monaten offenbar gelungen, mithilfe einer Schwachstelle in Mobilfunknetzen Geld von privaten Bankkonten zu stehlen

Hej, das war doch bestimmt eine total neue ausbeutbare schwachstelle, oder? Sonst wären die idjoten doch deutlich und unüberhörbar von jornalisten, banken und polizeien davor gewarnt wurden, eine gefährliche und kriminalität einladende technik zu nutzen, oder?

Die Schwachstelle, die die Hacker bei ihrem Angriff nutzten, ist seit Ende 2014 bekannt. Bereits damals hatten Experten Bankkunden geraten, ihren Zahlungsverkehr nicht über das vermeintlich sichere Mobilfunknetz abzuwickeln

Ach, experten! Wer interessiert sich schon für experten?! Der scheißwerber hat doch mit so blauen, lichten bildern so viel schönere dinge von sicherheit und bekwemlichkeit erzählt, und sein hässlicher bruder, der scheißjornalist, auch. Hauptsache, ihr habt alle ein antivirus-schlangenöl auf euren wischofonen und bleibt schön doof!

Natürlich gabs auch eine gute alte phishing-mäjhl — und die scheißbanken weigern sich immer noch, ihre scheißmäjhls kryptografisch zu signieren und ihre kunden dazu anleiten, wie man die signatur überprüft, um den phishing-sumpf auszutrocknen. Ach, da geht gar nicht mit der vorsätzlich von guhgell und äppel verkrüppelten mäjhlsoftwäjhr für die wischofone? Na, sowas aber auch! 😦

Hört, hört, ihr telekomiker-kunden!

Einer der spezjalexperten von der aktuellen kamera hat euch was zu sagen!

Johannes Dahse von der Ruhr-Universität Bochum rät den Telekom-Kunden, sensible Daten im Moment nicht über ihren eigenen Anschluss zu versenden: „Bis die genaue Erklärung bekannt ist und die Router eine sichere Firmware haben, würde ich keine Mails verschicken oder Online-Banking betreiben.“

Wenn man sich mal überlegt, dass das… ähm… kleine problemchen mit der schadsoftwäjhr auf den telekom-plastik-routern nur deshalb aufgefallen ist, weil die router hinterher keine verbindung mehr zur telekom aufgebaut gekriegt haben…

Großstörung bei der Telekom: „Schlecht programmierte Schadsoftware“ verhinderte schlimmere Folgen

…dann bedeutet das: so eine pest kann auch dann jemand auf euren telekomiker-routern installiert haben, wenn ihr es gar nicht bemerkt und wenn es auch niemanden anders auffällt. Und glaubt mal nicht, dass die telekomiker dann für ihr versagen in haftung genommen werden. Nicht einmal dann, wenn die ihre firmwäjhr so extratoll gekohdet haben, dass jeder verdammte teilnehmer im internetz da eine zeichenkette in bäckticks hinschicken kann und die wird dann auf dem router einfach ausgeführt. Ja, so war die ausgebeutete lücke. Wirklich!

Auch weiterhin viel spaß mit der fernkontoführung¹ und dem bekwemen einkaufen im internetz! Und vor allem: nehmt verdammte scheiße nochmal einen anderen router. So teuer ist so eine fritzbox nun auch wieder nicht! Ihr könnt euch ja überlegen, ob ihr den telekomikern wegen ihrer groben, verantwortungslosen fahrlässigkeit und dem verlust jeglichen weiteren vertrauens einfach mal die rechnung für den neuen router schickt und das geld von dort einfordert…

¹Das ist mein wort für das, was werber „onlein-bänking“ nennen.

Onlein-bänking des tages

Ein Luzerner Anwalt hatte laut Zeitung nach dem Einloggen auf das E-Banking-Konto seiner Kanzlei über eine neue Menu-Kachel und zwei Mausklicks Transaktionen auf dem Konto der Vereinigung des Innovationsparks der ETH Lausanne einsehen können

Aber hej, dieses kleine „darstellungsproblemchen“ haben die schweizerischen bänker zwar schnell gefixt, aber dafür wissen sie immer noch nicht…

Die Ursache für die Panne sei unklar, sagte der Postfinance-Sprecher. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Ursache zu eruieren. Derzeit gehe man von einem technischen Fehler aus

…woran es überhaupt lag. Und damit natürlich auch nicht, wie oft das schon vorgekommen ist oder gar noch vorkommt. Auch weiterhin viel spaß bei der fernkontoführung übers internetz!

Kurze durchsage zum „onlein-bänking“

(Ich bevorzuge ja das wort „fernkontoführung“…)

Wenn man das verfahren anwendet, das einem von der eigenen bank empfohlen wurde, wenn man also ein zweites gerät hat, das jeweils die TAN für die überweisung aus einer flackerfläche generiert und wenn man dann trotzdem noch durch einen trojaner abgezogen wurde, der aus einer im brauser angezeigten überweisung von zehn euro an den enkel eine tatsächlich ausgeführte überweisung von 18.000 euro an einen verbrecher macht… tja, dann haftet die bank nicht dafür.

Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß mit eurer für jeden beteiligten bekwemen fernkontoführung!