Rechtsstaat des tages

Was passiert mafiösen großhalunken, die massenhaft schwarzgeld über briefkastenfirmen an staat und steuerpflicht vorbeibewegen? Natürlich nix, es gibt ja noch genug idjoten, die hier steuern zahlen. (Du zum beispiel.) Und was passiert jemanden, der diese über jahre laufende, organisierte kriminalität öffentlich macht? Oder auch nur in den verdacht geraten ist, diese über jahre laufende, organisierte kriminalität öffentlich gemacht zu haben? Klar, der kriegt handschellen umgelegt und wird erstmal eingesperrt.

So ist das eben im scheißfeudalismus. Edward Snowden sitzt ja auch in einem eher fragwürdigen staat im asyl, während Chelsea Manning auf jahrzehnte verknastet wurde. Die großverbrecher, deren taten sie aufgedeckt haben, mussten sich nicht einmal vor einem gericht verantworten. Die frage, wie man so einen feudalismus wenigstens mal vorübergehend beendet, beantwortet euch die geschichte der französischen oder der russischen revoluzjon. Ein bisschen rasoir francaise würde ich sehr begrüßen…

Aber vorsicht, die letzten sätze waren hassrede. Die soll hier auch demnächst verboten werden. Wisst schon, wegen der frauen und wegen der kinder.

BRD des tages

Die dem Finanzministerium unterstellte Bundesdruckerei hatte diese Firma benutzt, um Geschäfte in Venezuela zu machen […] Gegründet wurde die von der Bundesdruckerei benutzte Briefkastenfirma Billingsley Global Corporation bei jener Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die jetzt im Zentrum der Panama Papers steht

Hej, aber keine sorge: die bummsdruckerei untersucht die vorwürfe jetzt selbst intern. Dafür braucht man keine staatsanwälte und untersuchungsrichter, gehen sie weiter, hier gibts nix zu sehen, was sie sehen sollten… haben sie sich ja schon von der organisierten kriminalität bei VW dran gewöhnt, dass die verbrecher jetzt ihre eigenen verbrechen untersuchen.

Wann gibts die „germany papers“?

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit sieht die Bundesrepublik auf Platz acht der weltweit schlimmsten Schattenfinanzplätze – deutlich vor Panama, das auf Rang 13 steht. […]

„Als reiche und sichere Industrienation zieht Deutschland das Schwarzgeld magnetisch an“, sagt Kai Bussmann, Professor für Strafrecht und Kriminologie in Halle

Na, vielleicht kriegt in der bananenrepublik BRD ja noch mal jemand die daten eines anbieters für geldwäschehilfsleistungen (hier wohl meistens banken) aufgehäckt. Oder müssen wir darauf warten, dass die frösche den sumpf trockenlegen? :mrgreen:

Mossack fonseca so: ihr seid zu blöd, um das zu verstehen

Mossack fonseca so: ihr seid alle viel zu blöd, um zu verstehen, was wir hier machen.

Ich hoffe mal, dass niemand zu blöd ist, um zu verstehen, was da gemacht wird — obwohl der mediale apparat der milljardäre und die scheißjornalisten sich alle mühe geben, die menschen zu verblöden.

Es gibt hier in der BRD (und in vielen anderen demokrakischen staaten) zwei arten von menschen, die deutlich unterschiedlich behandelt werden, und dass das so ist, ist erklärter p’litischer wille aller bürgerlichen parteien (einschließlich AFD). Gut, dass die BRD aus ihrer geschichte gelernt hat und dass so eine ungleichbehandlung nicht mehr von der rasse abhängig ist, sondern vom einkommen.

Die eine gruppe von menschen arbeitet — nachdem die schlau und interessiert geborenen individuuen von einem schulsystem, das batterien für die betrieblichen produkzjonsprozesse hervorbringen soll, zerbrochen wurden — für lohn. Diese leute kriegen ihre steuern gleich vom lohn abgezogen und haben keine schangse, etwas dagegen zu tun. Wer genug lohn hat, kann sich hinterher ein bisschen von dem staatlich geraubten geld zurückholen. Das ist kompliziert und erfordert entweder zeit und geldausgaben für sekundärliteratur oder eine ebenfalls geld verschlingende steuerberatung; beides ist eine hürde, die zusammen mit den undurchschaubarsten formularen der gesamten republik etliche menschen abschreckt. In der folge dieses p’litisch gewünschten und seit jahrzehnten bewusst und gewollt immer weiter verschlimmerten zustandes lassen sich sehr viele menschen, die eher wenig geld zur verfügung haben, sehr viel mehr geld vom staat rauben, als sie müssten.

Die andere gruppe von menschen arbeitet mit weniger körperlichem einsatz für deutlich mehr geld oder arbeitet gar nicht mehr und kassiert zinsen für längst vorhandenes, zum beispiel geerbtes geld. Diese leute kriegen ihre steuern nicht in einem automatismus sofort abgezogen und haben eine menge möglichkeiten, mit ihrem geld etwas erfreulicheres anzufangen, als es einem scheißstaat wie der BRD zu geben, der damit u-boote an israel verschenkt und dysfunktionale flughäfen und bahnhöfe baut, während die schulen für das kommende, dumme, alles bezahlende menschenmaterjal zur arbeitserleidigung für die besitzenden zum klang der sonntagsreden von „innovazjon, bildung und fortschritt“ einfach in der landschaft vergammeln. Viele dieser möglichkeiten sind völlig legal und ausdruck des p’litischen gestaltungswillens; einige andere dieser möglichkeiten sparen noch mehr geld und sind… ähm… nicht so ganz legal. (Nicht jede dieser anderen möglichkeiten ist klar illegal. Diese grauzone ist ebenfalls p’litischer gestaltungswille in der BRD.)

Mossack fonseca ist in dieser ausdrücklich p’litisch gewünschten situazjon nur ein dienstleister. Mehr nicht.

Wer die verantwortlichen für diese scheiße teeren und federn will, weil nicht zu erwarten ist, dass sie für ihre bewusste und jahrzehntelang auf kosten aller anderen menschen betriebene förderung asozjaler arschlöcher jemals vor einem gericht stehen, muss nicht nach panama gehen, sondern nach berlin. Und wenn dieser weg zu weit ist, einfach zur näxsten lokalen parteizentrale oder zum abgeordnetenbüro eines p’litikverbrechers aus CDUSPDCSUFDPGRÜNETC.

Der scheißjornalist freilich, der dir sagt, wie böse die bösen in panama sind, der wird dich dafür einen verbrecher und terroristen schimpfen und härteste strafen für dich einfordern. (Du bist ja kein ukrainischer faschist, der gegen Wladimir Putin ist.) Denn der scheißjornalist ist dein feind, der sich von milljardären dafür bezahlen lässt, dein feind zu sein. Immer. Bei jeder scheißzeitung. Ohne ausnahme.

Ach!

Stirb, scheißpresse, stirb!