Werte stadtverwaltung von hannover, …

…insbesondere werte frau Steckelberg, werter herr Schönfeld, werter herr Khoshbeen und werte frau Nyagolova,

sie wollen also, dass die bewohner unserer unterschätzten stadt über den namen ihres neuen integrazjonsplanes abstimmen, so richtig schön mit klicki-klicki und internetz [archivversjon]. Weil das wort „integrazjonsplan“ nicht mehr hübsch genug zur bezeichnung der aktuellen p’litischen beglückungsideen ist, vielleicht auch, weil das wort nach „integrazjon“ klingt und damit halt nicht multikulturell genug.

Und damit den bewohnern hannovers dieser lustige akt der demokratiesimulazjon auch nicht zu viel mühe und kopfzerbrechen bereitet, legen sie uns einfach zwei namen vor, von denen wir einen aussuchen sollen. Diese beiden äußerst kreativen schläge… ähm… namensvorschläge sind es geworden:

  1. „Lokaler Interaktionsplan LIP 2.0 — Migration und Teilhabe in Hannover“
  2. „Wir sind Hannover — Zusammenleben in der Stadt. Strategien für Migration und Teilhabe“

Zu gern hätte ich mich an dieser pseudoabstimmung beteiligt, aber ich halte beide namensvorschläge für schlecht.

Der erste verbietet sich eigentlich wie von selbst. Sie wollen ja das zuvor benutzte wort „integrazjon“ vermeiden…

Mit der Überarbeitung des Plans von 2008 gehen auch inhaltliche und sprachliche Aktualisierungen einher. So ist im Strategiepapier nicht die Rede von „Integration“ – denn die Bedeutungen, mit denen der Begriff in der öffentlichen Diskussion aufgeladen wird, treffen nicht mehr den Kern dessen, was die Landeshauptstadt Hannover unter Migration und Teilhabe versteht.

…was ich nachvollziehen kann, wenn man p’litisch beabsichtigt lauter kleine parallelwelten entstehen lässt und mit verschränkten händen gutbesoldet zuschaut, wie sich die gettos bilden. Aber das wort „interakzjon“ an stelle von „integrazjon“ ist völlig ungeeignet. Es ist klanglich und gefühlt so nahe beim vorher verwendeten begriff, dass es sicherlich immer wieder zu versprechern und verschreibern kommen wird.

Einmal ganz davon abgesehen, dass das wort „interakzjon“ jedes beliebige miteinander vom einkauf über die handfeste meinungsverschiedenheit bis hin zum schrecklichen verkehrsunfall zutreffend beschreibt, also so viel umfasst, dass es mit leeren händen vorm leser steht.

Da ist „zusammenleben in der stadt“ schon besser gewählt, weil es solche anklänge vermeidet. Aber es verschleiert ebenfalls in seiner wortwahl vollständig, um was es überhaupt geht.

Ich würde ihnen von daher vorschlagen, dass sie noch einmal darüber nachdenken, ob ein klar gewählter begriff, der die richtung und das ziel hinter einem plan möglichst unmissverständlich angibt, bevor ein dann interessierter mensch auch nur die einleitung gelesen hat, nicht für alle beteiligten eine bessere wahl wäre: für die verwaltung, für die p’litische diskussjon, für die zugewanderten menschen, für die hier geborenen menschen. Außerdem nähme es dem ansonsten mit ihren namensvorschlägen redlich verdienten hohn der menschen mit gefestigtem rechtsradikalen weltbild, der ganz sicher kommen wird, mehr als nur ein bisschen angriffsfläche.

Ein wenig scheinen sie ja schon darüber nachgedacht zu haben, weshalb sie jede ihrer beiden bezeichnungen mit einer scheinbar untergeordneten frase aufgeplustert haben, die dann dem leser erst nach genuss des titels klar macht, um was es gehen soll: migrazjon und teilhabe.

Da könnte man doch gleich auf den punkt kommen. Der titel wird kürzer, der inhalt hinter dem titel klar. Nennen sie ihr papier einfach „plan für migrazjonsteilhabe“! Jeder weiß sofort, was gemeint ist. :mrgreen:

Und sollte sich auch dieser begriff als zu unhandlich für die p’litikkommunikazjon der kommenden jahre erweisen, könnte man ihn sogar zu „migrazjonshabe“ runterkürzen.

Ich wünsche ihnen jedenfalls ein schönes jahresendfest und ein gutes sprachgefühl im jahr 2021

Ihr
Elias

P.S.: Von einer mäjhl an die stadt hannover nehme ich diesmal abstand. Ich habe auf frühere mäjhls nichtmal eine eingangsbestätigung erhalten. Die einzige kommunikazjon mit der stadt hannover, die gut zu funkzjonieren scheint, sind direktnachrichten übers zwitscherchen. Diese form ist aber nicht für komplexere sachverhalte geeignet, vom ausschluss derjenigen menschen, die auf datenschutz und privatsfäre wert legen, will ich da gar nicht erst anfangen. 😉

Kirche des tages

Die Sitzplätze für die Veranstaltung mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf dem evangelischen Kirchentag waren so schnell ausgebucht wie das Konzert eines Superstars

Das ist aber kein wunder. Denn im gegensatz zu diesem dingens, um das es den kristen ja eigentlich geht — eine seit rd. zweitausend jahren erwartete wiederkunft jesu kristi in herrlichkeit — besteht beim jornalistisch hochgejazzten friedensnobelpreisträger und massenmörder Barack Obama ja eine ernstzunehmende schangse, dass der wirklich mal vorbeischaut, wenn man eine bühne hinstellt… :mrgreen:

[Dauerhaft archivierte versjon des verlinkten artikels]

Fortschritt des tages

Endlich entkoppeln sich jornallje und p’ltik vollständig von jeder lebenswirklichkeit von menschen in der BRD:

Allerdings ging es auch darum, dass immer mehr Bots und Agenturen eingesetzt würden, nicht nur um in den Social Media Aussagen zu verbreiten, sondern auch Fragen zu stellen und zu beantworten, was so weit ginge, dass inzwischen schon Computer miteinander redeten, der eine fragt, der andere antwortet. Die CDU denkt über den Einsatz von Bots nach

Angesichts der entwicklung der letzten fünfundzwanzig jahre eine völlig konsekwente vorgehensweise.

BRD-kristianismus des tages

Stell dir mal vor, in einem BRD-bundesland gehört nur noch ein fünftel der bevölkerung einer kristlichen kirche an, aber trotzdem werden hunderte milljonen øre steuergelder dafür aufgewändet, die kirche zu finanzieren… so wie in saxen.

Übrigens: wenn ich noch wählen würde, wäre die linkspartei mit diesem forderungskatalog (und ihrem alleinstellungsmerkmal einer von anfang an klaren posizjonierung gegen TTIP) für mich zurzeit die einzig wählbare partei. Und nein, ich kriege ausschlag von diesem gedümpel im sozjaldemokratischen abwasser… auch vom kleineren übel kann man das kotzen kriegen.

Konsumverzicht im lande absurdistan: wirkungslos!

Der Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch hat in Deutschland die 100-Prozent-Marke längst überschritten […]

Dessen ungeachtet werden mit viel Werbung Billigpreise erzeugt, mit denen sich Discounter und Supermärkte gegenseitig unterbieten. Das Preisdumping ist die Folge von Überproduktion und Subventionen, die die industrialisierte Massentierhaltung künstlich aufblasen. Rund eine Milliarde Euro pumpt die EU in Form von Ausgleichszulagen, Beihilfen und Flächensubventionen in die Agroindustrie. Zusätzlich werden 4,4 Milliarden Euro in Kühlhäuser, Lagerung und Transporte versenkt.

Ein Drittel der insgesamt rund 50 Millionen geschlachteten Schweine landen auf dem Müll. Eingeschweißt und abgepackt werden die billigen Schnitzel von Supermärkten und Privathaushalten tonnenweise weggeworfen. Mit anderen Worten: 20 Millionen Schweine werden völlig umsonst erzeugt, gequält und geschlachtet

Unfassbar! Ein verdammtes drittel! Man könnte ja denken, hier wird eine sozjalistische planwirtschaft durch einen haufen spezjalexperten im politbüro betrieben…

(Ich bin eben wirklich für einen kurzen moment auf die nachnamensgleichheit der autorin mit einer BRD-p’litikerin reingefallen, die sonst eher durch lach- und sachkompetenz bei ihren TV-auftritten auffällt und war über den gar nicht dazu passenden inhalt überrascht.)