Schulbuch des tages

Thailändische Schulbehörden rufen 3.000 druckfrische Mathebücher zurück, denn die strenge Lehrerin auf dem Cover ist der japanischer [sic!] Pornostar Mana Aoki. Das Foto mit hochgeschlossener Bluse und adrett sitzendem Pony stammt aus ihrem jüngsten Film „Costume Play Working Girl“, in dem Aoki unter anderem als verruchte Lehrerin zu sehen ist

Internetfilterung des tages

Ungezählte Berliner Beamte konnten in der vergangenen Woche die Berichterstattung über die abwertenden Äußerungen einer US-Diplomatin über die EU nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Weil in den Artikeln – etwa auf SPIEGEL ONLINE – regelmäßig das Wort „Fuck“ vorkam, wurden nach Informationen des SPIEGEL die Texte offenbar als pornografisch eingestuft

Und immer schön selbst ins knie schießen mit den weitgehenden zensurwünschen, mit denen man am liebsten alle menschen in der BRD „beglücken“ würde. 😀

Neusprech des tages: zensur heißt jetzt anders

Die unterdrückung unerwünschter inhalte durch US-amerikanische internetz-buchhändler nennt man jetzt nicht mehr unterdrückung unerwünschter inhalte, jedenfalls nicht im ticker von heise onlein. Statt von unerwünschten inhalten spricht man von schund, und damit sind nicht irgendwelche groschenromanchen gemeint, und statt unterdrücken und unsichtbar-machen nennt man es jetzt „ausmisten von schmuddelecken“, weils ja eh nur mist betrifft. So einen mist wie sexuelle fantasien zum beispiel, die manche (erwaxene, versteht sich) leute anregend finden. Und nicht so einen mist wie gewaltverherrlichendes und menschenrechtsverachtendes schriftgut wie etwa die bibel und den ganzen daran hängenden wust sekundärer und tertiärer dumm-, fromm- und kitschliteratur.

Was für ein glück, dass die nicht die als kulturleistung hochgeachteten, literarischen werke der griechischen und römischen antike verlegen. Eine lyrische ankündigung wie dieses „Pedicabo ego vos et irrumabo“ von Gaius Valerius Catullus ginge doch glatt als „schund“ durch, den man ausmisten kann…