Fäjhknjuhs des tages

Kennt ihr das, wenn man nachrichten liest und sich fühlt, als lauschte man noch der aktuellen kamera des DDR-fernsehens?

Die Software-Allianz BSA hat Deutschland rechtlich gesehen zum weltweit besten Standort für Cloud-Dienste vor Japan und den USA erkoren. Die Bundesrepublik punktet in den Bereichen Datenschutz, IT-Sicherheit und Breitband

Herzlichen glückwunsch, BRD! Du wirst ja sogar weltführer, ohne was zu tun. Da musst du auch in zukunft nix mehr tun. Das passt sogar zu deinem regierungsstil und deiner bleiernen raute, dieses nichtgestalten.

  1. Datenschutz: im gegensatz zu anderen ländern, wie etwa den USA, wurde in der BRD noch niemandem eine anständige strafe wegen fahrlässiger datenschleuderei aufgebrummt. Und es gibt hier auch keine haftung für die angerichteten schäden, die für einen einzelnen betroffenen einer datenschleuderei erheblich werden können. Dementsprechend sieht hier der „datenschutz“ aus. In der praxis gibt es ihn nicht, und p’litisch wird sogar „datenreichtum“ eingefordert, also das gegenteil von jedem echten und wirksamen datenschutz.
  2. IT-sicherheit: ich sage nur „bundeshack“ und erinnere daran, dass die anzeigetafeln und teilweise sogar fahrkartenautomaten der deutschen bahn vor noch gar nicht so langer zeit für mehrere wochen nicht funkzjonsfähig waren, weil sie keinen aktuellen softwäjhrstand hatten und offenbar im gleichen netzwerk wie gewöhnliche arbeitsplatzrechner rumlungerten, so dass sie von einem erpressungstrojaner übernommen werden konnten. Und auch ansonsten hatte „wannacry“ hier in der BRD reiche beute gemacht. Obwohl der pätsch gegen die ausgebeutete lücke schon verfügbar war und von meikrosoft als sehr dringlich gekennzeichnet wurde. Übrigens wurde hier eine sicherheitlücke ausgebeutet, die von geheimdiensten der USA geheimgehalten wurde, so dass sie nicht gefixt werden konnte. Genau diese geheimdienstliche geheimhaltung von sicherheitslücken soll jetzt auch in der BRD zum standard werden, was die sicherheit jedes kompjuters aufs spiel setzt und nur kriminellen nützen wird.
  3. Breitband: in der BRD muss man gar nicht erst in die pampa umziehen, um das nostalgische gefühl der guten, alten datenautobahngeschwindigkeit eines 56k-modems noch einmal zu erleben, und zwar in einem web, dessen „moderne“ seiten erstmal einige hundert kilobyte meist komplett sinnlosen javascript-, grafik- und schriftartenballast laden müssen, bevor der arme brauser etwas darstellen kann. Das dauert dann halt anderthalb, zwei minuten. Für den abruf von vielleich 2 kilobyte gewünschter nutzinformazjon. Da war ja ein 300-baud-datenklo schneller! Wo man so ein erlebnis außerhalb der pampa haben kann? Zum beispiel in einigen stadtteilen hannovers, nach etlichen eingemeindungeny immerhin eine milljonenstadt. Ergänzt wird diese wunderschöne internetzerfahrung dann von häufigen verbindungsabbrüchen.

Aber hej, weltweit bester standort, die BRD!!1! Immer weltmeister, die waldmeister… vor allem, wenn man in seiner voll seriösen wisschenschaftlichen untersuchung alle länder ausnimmt, in denen internetz eine in jedes kuhdorf hineinreichende selbstverständlichkeit ist. Schweden und norwegen zum beispiel. Der rest des gewünschten forschen forschungsergebnisses kommt dann beim lustigen hin- und herschieben der kriterjen für das ränking raus — erhobene daten rein in die tabelle, und dann gewichten — bis das ergebnis so aussieht, wie man es haben möchte.

Und bald gibts hier sogar flugtaxis. Nur einen netzausbau nicht. Jedenfalls nicht mehr in dieser legislaturperiode. Aber hej, dafür wird eine etikkommissjon für den netzausbau eingesetzt, das ist doch etwas. Die bereitet den netzausbau vor. Die macht ganz sicher erdaushubarbeiten und legt glasfaser!!1!!!1!elf!

Kennt ihr den schon?

Der BRD-parteienstaatsfunk „deutschlandfunk“ klagt darüber, dass es im internetzzeitalter mit seinen verschwindenen kwellen keine möglichkeit mehr gibt, kwellen zu belegen [dauerhafte archivversjon], aber erwähnt dabei mit keinem einzigen wort, dass die komplett korrupte, lobbyistisch übernommene BRD-parteienoligarchie auf betreiben der scheißpresseverleger eine löschpflicht für gebührenfinanzierte inhalte des BRD-parteienstaatsfunks — eine „depublikazjonspflicht“ — zu geltendem recht gemacht hat. Da werden die ganz dicken keulen rausgeholt, werden „diktatursichere kwellen“ eingefordert, aber die von der scheiß-BRD-lobbykratie mit einer offen kultur- und diskursfeindlichen rechtsnorm erzwungene, technokratisch durchgeführte bücherverbrennung wird vor lauter staatsfrömmigkeit beim staatsfunk mit keinem wörtchen erwähnt. Weia! Die wären aber auch in der DDR was geworden!