Wissenschaft des tages

Im labor wurde einigermaßen zweifelsfrei ein materjezustand hergestellt, der gleichzeitig ein kristall (also ein festkörper mit festen orten für die atome) und eine suprafluide flüssigkeit (also ohne jede innere reibung fließend) ist.

Ich glaube ja, inzwischen ein einigermaßen gutes vorstellungsvermögen auch für recht abstrakte sachverhalte zu haben, und ich bin auch durchaus geübt darin, sachen erstmal als wahr hinzunehmen, wenn sie zwar — wie die ganze verdammte kwantenfysik — gut belegt sind, aber mein offenbar zu bescheidenes vorstellungsvermögen überschreiten. Aber jetzt habt ihr mich, ihr fysiker, endlich habt ihr mich. Das ist ein bisschen zu viel für mein köpfchen. (Das liegt sicherlich nur daran, dass flüssig und fest anschauliche begriffe sind, die wenig mit dieser lustigen überlagerung zu tun haben.)

Auf alle fälle haben die stuttgarter fysiker sich wohl ordentlich für einen der kommenden nobelpreise vorgedrängelt. Es ist ja doch immer etwas anderes, teoretisch zu wissen, dass ein materjezustand existiert, als diesen zustand für kurze zeit im labor rumliegen zu haben und ihn untersuchen zu können.

Und nun zur fysik

Es ist zumindest unter bestimmten umständen möglich, kwantensprünge (ein unglückliches wort, ich weiß) vorherzusagen:

Demnach sind Quantensprünge zwar zufällige und diskrete Ereignisse. Gleichzeitig aber ist die Entwicklung des einzelnen Sprungs vorhersehbar und verläuft nicht zufällig. „Der Ablauf jedes Sprungs ist damit kontinuierlich, kohärent und deterministisch“, erklären die Physiker. „Die deterministische Natur des ununterbrochenen Fluges kommt für uns überraschend – es ist eine Insel der Vorhersagbarkeit im Ozean der Unsicherheiten.“

<spock>Faszinierend!</spock>