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Amtsgericht kapituliert und spricht Radfahrer schuldig

Und ja, die radwege in der hannöverschen südstadt sind stellenweise bis zur unbenutzbarkeit zugeparkt, und nein, selbst wenn man mal einen polizeibeamten darauf anspricht, etwas gegen die besonders grob verkehrsbehindernd parkenden autofahrer¹ zu tun, geschieht nichts. Seit jahren. Ich würde niemals die hildesheimer straße im normalen verkehr befahren, die ist viel zu gefährlich. Die bis zum döhrener turm ziemlich parallel laufende alte döhrener straße ist wesentlich besser und sicherer, obwohl man dort keine vorfahrt hat und an jeder kreuzung die glubschen aufsperren muss — aber es gibt dort keinen radweg. Parken tun die leute da aber auch wie die verhinderten henker, teilweise bis in die dritte reihe… und nein, es interessiert keinen scheißbullen in dieser scheißhauptstadt eines BRD-bundeslandes, dessen ministerpräsident sich seine regierungserklärungen bei VW korrekturlesen lässt.

¹Ich bin ja kein pedant und habe durchaus verständnis dafür, wenn jemand in einer gegend mit so einem parkplatzmangel mal ein bisschen apokryf parkt. Aber gegen die richtig asozjalen psychopaten mit autofahrerlaubnis sollte man ruhig mal etwas tun. Die vollhonks, die asozjal in der alten döhrener straße parken, sind übrigens immer die gleichen. Seit jahren schon. Ohne, dass es jemanden interessiert.

Radwegopfer des tages

Nach bisherigen Erkenntnissen war ein 49-jähriger Lkw-Fahrer auf der Höverschen Straße, von der Bundesstraße 65 kommend, in Richtung Anderter Straße unterwegs. Zeitgleich fuhr der 16-jährige Radfahrer parallel zu dem Lkw auf dem rechten Radweg. An der Kreuzung Höversche Straße/Ecke Lohweg beabsichtigte der Lkw-Fahrer, nach rechts auf den Lohweg abzubiegen, dabei übersah er offenbar den Jugendlichen auf seinem Fahrrad. Das MAN-Kippergespann erfasste den Radler, der infolgedessen stürzte und unter den Lkw geriet. Schwerverletzt wurde er mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in eine Klinik transportiert

Da kaufe ich mir doch glatt ein MAN-kippergespann, das ist viel sicherer als diese fahrräder! Es gibt ja demnächst wieder eine autokaufprämje.

Allerdings muss ich schon froh darüber sein, dass sich der PRessetexter der hannöverschen polizei den sonst so obligatorischen hinweis verkniffen hat, dass der radfahrer ohne helm unterwegs war.

Die p’litische scheißidee aus autoland bananistan, geradeaus fahrenden radverkehr rechts von rechtsabbiegendem autoverkehr zu führen, ist eben eine mörderische scheißidee. Radwege töten. P’litiker, die einen ausbau von radwegen wollen, wollen vor allem mehr tote radfahrer und sind schreibtischmörder. (Wer allerdings auf dem fahrrad in einer solchen situazjon seine vorfahrt gegen einen LKW durchsetzt und einfach geradeaus fährt, hat auch zu viele von diesen spielen gespielt, in denen man drei leben hat. Ich lasse da jedenfalls gern den vortritt… alles andere ist in der praxis einfach nur selbstmord.)

Sommerzeit = Radwegtodeszeit

Ersten Ermittlungen zufolge war der 30 Jahre alte Fahrer des Mercedes gegen 19:50 Uhr aus Richtung Großburgwedel kommend die Isernhägener Straße entlanggefahren. An der Kreuzung zur Auffahrt auf die Bundesautobahn 7 fuhr er bei Grünlicht in den Kreuzungsbereich ein, um anschließend nach rechts auf den Parkplatz des Möbelhauses abzubiegen. Dabei nahm er jedoch einem Radfahrer, der auf der Isernhägener Straße weiter geradeaus in Richtung Großburgwedel fahren wollte, die Vorfahrt. Der Pkw prallte frontal gegen das Rad der Marke Voxom, wodurch der 32-Jährige schwer verletzt wurde

Gut, dieser radfahrer lebt noch. Man Aber generell sollte sich jeder radfahrer darüber klar sein, dass es der einzige und wesentliche zweck von radwegen ist, dass die radfahrer aus dem „richtigen“ verkehrsgeschehen für die herrenmenschen der straße mit ihren motoren und tonnenschweren metallmaschinen entfernt werden — es handelt sich um ein imperatives rad-weg, und deshalb auch die behördlich in form eines blauen verkehrtschild-lollis angeordnete benutzungspflicht. (Wenn der radweg für die radfahrer statt gegen sie gebaut worden wäre, brauchte man diese nicht anzuordnen, weil radfahrer vorteile von der benutzung hätten.) Und deshalb wird man als radfahrer immer wieder übersehen. Vorfahrt ist unter diesen umständen eine todesfalle, auf die man sich besser nicht verlassen sollte, wenns auch lästig ist, im zweifelsfall einfach anzuhalten. Und dass da rote farbe auf dem radweg aufgebracht wird, wenn er eine straße kreuzt (auch so eine verkehrsp’litische mode zurzeit), das bedeutet nur, dass man nach den unfällen das blut nicht mehr so sehen soll. Irgendeinen schutz für den radfahrer bietet es nicht. Antivirus-schlangenöl im wirklichen leben, sozusagen. Fühlt euch sicher, aber seid es nicht. Aber glaubt dran und seid dankbar! 😦

Rechtsabbiegerhenker des tages

Der 42-Jährige wollte gegen 09:25 Uhr mit seinem Transporter das Gelände einer Tankstelle verlassen und sich in den fließenden Verkehr auf der Badenstedter Straße einfädeln. Beim Rechtsabbiegen auf die Straße missachtete er jedoch die Vorfahrt der 57-Jährigen, die mit ihrem Fahrrad auf dem beidseitig befahrbaren Radweg unterwegs war. Sie versuchte zwar noch ein Ausweichmanöver, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern und wurde beim Aufprall schwer verletzt. Ein Krankenwagen brachte sie zur stationären Behandlung in eine Klinik

Ein kleiner dank an den pressetexter der polizeidirekzjon hannover, der auch diesmal wieder auf eine sonst leider allzu übliche passive formulierung wie „der transporter erfasste die radfahrerin“ verzichtet hat und klar benennt, wie es zu so einem unfall kommt. Und nein, ein helm hätte auch nicht geholfen. Radwege, die nicht lebensgefährlich für radfahrer sind, würden hingegen sehr wohl ein bisschen helfen. Aber die gibt es in hannover an vielen orten nicht.

Und nein, irgendwelche rotenbemalten und bußgeldbewehrt-benutzungspflichtigen streifen auf der rechten seite der straße — wie sie hier in hannover gerade zur mode zu werden drohen — sind auch nicht besser als radwege. Was diese von autofahrern, vollidjoten und henkern ausgeheckte scheiße für radfahrer bedeutet, hat neulich jemand aus dem USENET schön verdeutlicht, der einfach mal zur illustrazjon eine auf den straßen weggelassene markierung auf so einen weg angebracht hat. Unfälle von rechtsabbiegenden autofahrern mit gradeaus fahrenden radfahrern sind vorprogrammiert, und wer als radfahrer nach links abbiegen will, fährt entweder einen nennenswerten umweg einmal um den block (was an so einer kreuzung gefährlich genug ist) oder nimmt das mögliche bußgeld dafür in kauf, dass er den benutzungspflichtigen radweg nicht benutzt und ordnet sich einfach auf der fahrbahn ein und lässt sich dafür auch noch von autofahrern anhupen und beschimpfen. (Ich kann ja echt verstehen, werte autofahrer, dass ihr genervt seid. Aber ich habe mir so eine scheiße nicht ausgedacht.) Verkehrsplaner, die sich so eine unfassbar dumme scheiße ausdenken, sind schreibtischmörder, die vermutlich in anderen zeiten auch mit allen ihren fachhochschulkenntnissen den platzbedarf eines häftlings in einer gaskammer ausgerechnet hätten. Für autofahrer und andere herrenmenschen, die ottokraftstoff und diesel verbrennen, würde sich jedenfalls niemand so eine mörderische gängelscheiße ausdenken. Zum glück sieht es nicht überall so schlimm aus, und zum glück kann man sich gerade in hannover noch ganz gut mit ein paar schönen umwegen durch wald und parks und dem einen oder anderen verstoß gegen geist und buchstaben der StVO (aber bitte niemals gegen den geist des §1) um solche ideen herummogeln. (Im gegensatz etwa zu hamburg.) Man ist dann zwar ein paar minütchen länger unterwegs, aber bleibt wenigstens am leben.