Feierfox des tages

Die „mozilla foundation“ hat sich dazu entschlossen, den feierfox zu verschlanken. Man findet dort, dass RSS eine technik von gestern ist, die niemanden mehr interessiert und entfernt deshalb die RSS-funkzjonen aus dem feierfox, statt sie wenigstens benutzbar zu machen. XML zu parsen ist für entwickler eines webbrausers viel zu kompliziert und macht viel zu viel arbeit.

Müsst ihr verstehen: hauptsache die nach scheiße stinkende DRM-gängelung funkzjoniert im feierfox. Damit ihr auch schön glotze glotze filmchen bei irgendwelchen netzmaden wie „netflix“ machen könnt. Da muss man doch nicht auch noch internetzstandards unterstützen (oder es zumindest probieren, sie zu unterstützen).

Werte rubikon-macher…

Werte rubikon-macher,

ich will mich mal ganz kurz fassen: ihr habt keinen RSS-fiehd, und ich werde nicht eurer leser sein. In einer von eurem jornalismus unterstützten masse, die „kritisch“ sein soll, wird euch diese einstellung häufiger begegen, wenn sie euch auch nicht so häufig mitgeteilt werden wird. Wer sich im internetz informiert, benutzt dafür nun einmal werkzeuge, die ihn darin unterstützen, denn die technik ist kein sinnfreies spielzeug, sondern dafür da, dem menschen zu dienen.

Und nein: mein mäjhlpostfach, das ihr so gerne mit eurem njuhsletter vollstopfen wollt, ist schon vollgestopft genug. Außerdem hat mein fiehdleser eine für diesen zweck deutlich schnellere und bessere suchfunkzjon und bringt sehr verschiedene, von mir ausgewählte kwellen in einer einheitlichen benutzerschnittstelle zusammen. Ihr seid ja jornalisten, ihr solltet doch verstehen, was der vorteil einer solchen lösung ist. Oder rescherschiert ihr etwa nie? :mrgreen:

Euer euch so beim besten willen nicht lesen wollender
Elias

PS: Ich und mein fiehdleser nehmen natürlich auch atom-fiehds, wenn ihr die leichter mit eurem CMS erzeugen könnt. Und nein, solche kommerzjellen, überwachenden, zensierenden — und im falle des fratzenbuches: durch illegale und asoziale spämm an mit trojanern eingesammelte mäjhladressen groß gemachte — S/M-angebote ohne seriöses geschäftsmodell wie zwitscherchen, fratzenbuch und guhgell doppelplusgut betrachte ich nicht als alternative, sondern als eine zumutung, die ich vermeide.

Diese jornalisten sind aber auch immer trottelig!

Träcking des tages

Ich lese ja das meiste nur über RSS-fiehds, denn das webdesein der zehner jahre ist noch beschissener als das webdesein der nuller jahre. Aber auch RSS wird immer beschissener, weil die artikel mit immer mehr träcking-scheiße angereichert werden. Eben gerade wurden mir bei der darstellung der fünfzig jüngsten artikel stolze 126 in die RSS-artikel verklappte javascript- und webbug-wanzen zum träcking der leser blockiert. Das sind im durchschnitt zweieinhalb träcker¹ pro artikel. Und nein, das ist schon eine gewisse auswahl, da sind gar keine ganz schlimmen schrumpfhirne mehr drin. Macht einfach so weiter, leute, ihr schafft es schon noch, dass euch kein mensch mehr lesen will! Die verbleibenden leser sind dann aber wenigstens so dumm, dass ihr an die „monetarisierung“ eurer träckenden scheiße denken könnt.

Vollidjoten!

¹Fast immer für irgendwelche statistik-skripten der marke piwik und co., und weil ein skript ja nur einmal zahlen liefert, nimmt man halt auch gern mal drei oder vier davon, vor allem, wenn man sich als jornalist fühlt und zu doof ist, einfach mal die logdateien des websörvers auszuwerten. Besonders unerfreulich finde ich die zunehmende unsitte, die fiehdauslieferung über guhgell laufen zu lassen, so dass die URL des artikels über guhgells zählskripten umgebogen wird, damit guhgell richtig tolle statistiken machen kann — und dann noch zusätzlich einen webbug und einen javascript-träcker in jeden artikel zu verbauen. Und nein, ich brauche keine S/M-klickeknöpfchen in RSS-fiehds; trotz eurer langjährigen bemühungen um die totale weltenthirnung bin ich immer noch dazu imstande, eine URL über die zwischenablage zu bewegen, wenn ich einen link setzen will. Langsam wird meine blockierliste im RSS-leseteil ziemlich lang. Wer hat euch ins gehirnchen geschissen? Was habt ihr davon? Geht euch einer ab, wenn ihr die zahlen seht? Bekommt ihr dauererekzjonen, wenn ihr vier zahlen von vier verschiedenen träckern seht, die sich dann auch noch gegenseitig widersprechen, weil jeder eine andere unseriöse metode anwendet, die zum schutz der privatsfäre irgendwo blockiert wird? IHR SEID DIE KLEINEN, IDJOTISCHEN SCHERGEN DER WELTÜBERWACHER, IHR LÖCHER, DIE IHR IN EINGEBILDETER ALLMACHT AUF EURE BEDEUTUNGSLOSEN ZAHLEN STARRT UND DAFÜR ALLES IN KAUF NEHMT! Auch, wenn ihr total für bürgerrechte und gegen die NSA und auch sonst jeden gerade angesagten kram seid, ohne auch nur die kleinste konsekwenz für euer eigenes leben daraus zu ziehen. Wie fühlt man sich eigentlich so, wenn der dickdarm im schädel endet? Ach!

Plonk!

Eben habe ich tarnkappe (punkt) info aus meiner täglichen RSS-kost entfernt. Warum? Na, wegen dieser intelligenz- und leserverachtenden schleichwerbung — neudeutsch „content marketing“ genannt — die als redakzjoneller inhalt getarnt rübergereicht wurde. Ich wünsche den machern der seit weiterhin viel spaß dabei, sich in ihrer pfennigbückerei kombiniert mit leserfürdummverkaufe an harte, kwalitätsjornalistische standards anzupassen! Die außerordentliche plumpheit der schleichwerbung hat diese standards sogar bei weitem übertroffen!

Ausgerechnet den machern dieser seit scheint nicht im erforderlichen maße klar zu sein, dass informazjonen auf vielen wegen durchs internetz zu mir und zu anderen menschen fließen und dass sich deshalb niemand wirklich offene leser- und intelligenzverachtung leisten kann. Mögen sie es daran merken, dass ihnen die leser wegrennen und dass es hinterher noch beschissener aussieht!

@netzpolitik

Hallo, betreiber von netzpolitik.org, seit wochen sieht es in der fußzeile eurer RSS-fiehds so bei mir aus:

Bildschirmfoto eines endlosen javascript-matsches wegen ein paar buttons zum fratzenbuchen, twittern, pluseinsen und so weiter

Ja, unter jedem kleinen oder großen beitrag sind diese gefühlten dreißig zeilen rotz.

Dass ich meinem fiehdreader kein javascript ausführen lasse, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Ich lese nämlich auch deshalb viele dinge als fiehd, weil ich keine lust auf den aufruf völlig überfrachteter webseits mit megabyteweise unerwünschtem zeugs neben dem eigentlichen text habe¹. Und deshalb wird das <script>-tägg eben einfach wegradiert, und was übrig bleibt, sehr ihr im bildschirmfoto.

Habt ihr vielleicht mal davon gehört, dass das <script>-tägg ein attribut namens src hat? Wenn ihr die oben im bildschirmfoto zitierte javascript-kackscheiße in eine zweite datei brächtet, hättet ihrs sogar weiterhin drin, ohne damit jedem eurer RSS-mitleser ins gesicht zu rotzen.

Und wisst ihr was: Ihr seid von den 159 fiehds, die ich zurzeit lese und von vielen hunderten, die ich in der vergangenheit aus aktuellen gründen mal vorrübergehend gelesen habe die einzigen webseit-betreiber, die allen erstes versuchen, solche javascript-bonbons zum fratzenbuchen, zwitschern und doppelplusguten in die fiehd-leseprogramme zu pressen. Habt ihr vielleicht nicht verstanden, was der zweck von RSS ist? 😉

Ich gucke mir das jetzt schon ein paar wochen an, und spätestens in einer woche gucke ich es mir nicht mehr an. In RSS hat so eine grütze nix zu suchen! Und glaubt mir: leute, die einen fiehdreader benutzen, brauchen auch nicht solche kle-kla-klickeknöpfchen, sondern sind durchaus dazu imstande, die URL eines artikels in einem link oder einer adresszeile über die zwischenablage irgendwohin zu kopieren. Oder geht „netzpolitisches“ interesse neuerdings mit gesteigerter technischer unmündigkeit und unfähigkeit oder erhöhten graden von verblödung einher?

¹Ich habe nicht immer einen breitbandigen zugang zum internetz zur verfügung. Manchmal bin ich sogar noch mit analogmodemtempo unterwegs.