Und nun zur brustkrebsfrüherkennung

Bevor wir uns die Einträge ansehen, ist es gut, einen Blick auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien mit bisher über 500.000 Frauen zu werfen. Sie zeigen: Wenn 1.000 Frauen ab 50 Jahren zum Screening gehen, dann sterben 4 der Frauen innerhalb von etwa 11 Jahren an Brustkrebs, und bei Frauen, die nicht zum Screening gehen, sind es 5. Es stirbt also eine Frau von je 1.000 weniger an Brustkrebs. Die Anzahl der Frauen, die insgesamt an Krebs (einschließlich Brustkrebs) sterben, ändert sich jedoch nicht; es sind 22 in beiden Gruppen. Das heißt, in der Screening-Gruppe stirbt eine Frau weniger mit der Diagnose Brustkrebs, aber eine Frau mehr an einem anderen Krebs […] Frauen, die zum Screening gehen, müssen aber mit zweierlei Schaden rechnen. Je 100 von 1.000 erhalten unnötige Biopsien aufgrund falscher Alarme, und 5 Frauen wird die Brust unnötigerweise teilweise oder ganz entfernt. Diese Information sollte man im Brustkrebsmonat Oktober erwarten, damit Frauen eine informierte Entscheidung für oder gegen Früherkennung treffen können

Solange das krankheitswesen vor allem als wirtschaftszweig verstanden wird, sind „informierte entscheidungen“ völlig unerwünscht und von den versicherungen bezahlte, medizinisch unnötige brustverstümmelungen bei einem halben prozent der frauen in der brustkrebsvorsorge sehr erwünscht. Das ist halt ein gutes geschäft.

Zahlenschwindel des tages

Die Unstatistik des Monats August ist die Meldung des Thinktanks Agora Energiewende, wonach Deutschland im Jahr 2021 vor dem höchsten Anstieg der Treibhausgasemissionen seit 1990 stehe […] Faktisch ist die Aussage zwar richtig. Die Hochrechnungen von Agora Energiewende legen nahe, dass die Treibhausgasemissionen im Jahr 2021 zwischen 20 und 73 Millionen Tonnen gegenüber den 739 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2020 ansteigen werden. Dieser Anstieg muss jedoch vor dem Hintergrund des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr gesehen werden. Nur deshalb kam es 2020 zum stärksten Rückgang der Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr seit 1990. Insofern ist der diesjährige Anstieg der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2020 im Zusammenhang gesehen wenig spektakulär. Eine ähnliche Entwicklung gab es bereits während der letzten Finanzmarktkrise: So wurde im Krisenjahr 2009 der bisher stärkste Rückgang der Treibhausgasemissionen beobachtet, gefolgt von dem bisher stärksten Anstieg der Emissionen im Jahr 2010

Auch weiterhin gilt: aufpassen und keinen bären aufbinden lassen, wenn scheißjornalisten mit irgendwelchen „objektiven“ zahlen eure psyche aufkochen wollen!

Wissenschaft des tages

Wie sieht es mit der aussagekraft von corona-tests aus? Hier die ganz kurze zusammenfassung eines wohlbegründeten artikels:

Mitte März hat der Generaldirektor der WHO empfohlen: „Testen, testen, testen.“ Aber solange wir nicht wissen, wie verlässlich die Tests sind, kann Testen bei Nicht-Risiko-Gruppen zu vielen falschen Ergebnissen und einem trügerischen Gefühl von Immunität führen. Also empfehlen wir: Nicht nur testen, testen, testen, sondern die Tests testen!