Was hat uns bei der tagesschau ganz dringend gefehlt?

Richtig:

Tageschau-Blog -- ARD-aktuell Chefredaktion -- 16. Dezember 2020 -- Ein frischer Anstrich und mehr Börsen-Nachrichten für tagesschau.de

Noch mehr gefasel um die gefühle, hoffnungen und einschätzungen „der märkte“, das hat uns ganz fürchterlich gefehlt. Wie konnten wir nur die ganzen jahre ohne diese scheiße leben?!

Demnächst gibt es noch eine wichtige ergänzung: in der sendung „rulett vor acht“ der tagesschau-redakzjon, direkt vom goldenen tisch des spielcasinos baden-baden, berichten so genannte jornalisten von den patologischen spielern, die permanenzen ausdeuten und von ihren gefühlen, hoffnungen und einschätzungen faseln. Ganz so, als seien das richtige nachrichten. :mrgreen:

Werte stadtverwaltung von hannover, …

…insbesondere werte frau Steckelberg, werter herr Schönfeld, werter herr Khoshbeen und werte frau Nyagolova,

sie wollen also, dass die bewohner unserer unterschätzten stadt über den namen ihres neuen integrazjonsplanes abstimmen, so richtig schön mit klicki-klicki und internetz [archivversjon]. Weil das wort „integrazjonsplan“ nicht mehr hübsch genug zur bezeichnung der aktuellen p’litischen beglückungsideen ist, vielleicht auch, weil das wort nach „integrazjon“ klingt und damit halt nicht multikulturell genug.

Und damit den bewohnern hannovers dieser lustige akt der demokratiesimulazjon auch nicht zu viel mühe und kopfzerbrechen bereitet, legen sie uns einfach zwei namen vor, von denen wir einen aussuchen sollen. Diese beiden äußerst kreativen schläge… ähm… namensvorschläge sind es geworden:

  1. „Lokaler Interaktionsplan LIP 2.0 — Migration und Teilhabe in Hannover“
  2. „Wir sind Hannover — Zusammenleben in der Stadt. Strategien für Migration und Teilhabe“

Zu gern hätte ich mich an dieser pseudoabstimmung beteiligt, aber ich halte beide namensvorschläge für schlecht.

Der erste verbietet sich eigentlich wie von selbst. Sie wollen ja das zuvor benutzte wort „integrazjon“ vermeiden…

Mit der Überarbeitung des Plans von 2008 gehen auch inhaltliche und sprachliche Aktualisierungen einher. So ist im Strategiepapier nicht die Rede von „Integration“ – denn die Bedeutungen, mit denen der Begriff in der öffentlichen Diskussion aufgeladen wird, treffen nicht mehr den Kern dessen, was die Landeshauptstadt Hannover unter Migration und Teilhabe versteht.

…was ich nachvollziehen kann, wenn man p’litisch beabsichtigt lauter kleine parallelwelten entstehen lässt und mit verschränkten händen gutbesoldet zuschaut, wie sich die gettos bilden. Aber das wort „interakzjon“ an stelle von „integrazjon“ ist völlig ungeeignet. Es ist klanglich und gefühlt so nahe beim vorher verwendeten begriff, dass es sicherlich immer wieder zu versprechern und verschreibern kommen wird.

Einmal ganz davon abgesehen, dass das wort „interakzjon“ jedes beliebige miteinander vom einkauf über die handfeste meinungsverschiedenheit bis hin zum schrecklichen verkehrsunfall zutreffend beschreibt, also so viel umfasst, dass es mit leeren händen vorm leser steht.

Da ist „zusammenleben in der stadt“ schon besser gewählt, weil es solche anklänge vermeidet. Aber es verschleiert ebenfalls in seiner wortwahl vollständig, um was es überhaupt geht.

Ich würde ihnen von daher vorschlagen, dass sie noch einmal darüber nachdenken, ob ein klar gewählter begriff, der die richtung und das ziel hinter einem plan möglichst unmissverständlich angibt, bevor ein dann interessierter mensch auch nur die einleitung gelesen hat, nicht für alle beteiligten eine bessere wahl wäre: für die verwaltung, für die p’litische diskussjon, für die zugewanderten menschen, für die hier geborenen menschen. Außerdem nähme es dem ansonsten mit ihren namensvorschlägen redlich verdienten hohn der menschen mit gefestigtem rechtsradikalen weltbild, der ganz sicher kommen wird, mehr als nur ein bisschen angriffsfläche.

Ein wenig scheinen sie ja schon darüber nachgedacht zu haben, weshalb sie jede ihrer beiden bezeichnungen mit einer scheinbar untergeordneten frase aufgeplustert haben, die dann dem leser erst nach genuss des titels klar macht, um was es gehen soll: migrazjon und teilhabe.

Da könnte man doch gleich auf den punkt kommen. Der titel wird kürzer, der inhalt hinter dem titel klar. Nennen sie ihr papier einfach „plan für migrazjonsteilhabe“! Jeder weiß sofort, was gemeint ist. :mrgreen:

Und sollte sich auch dieser begriff als zu unhandlich für die p’litikkommunikazjon der kommenden jahre erweisen, könnte man ihn sogar zu „migrazjonshabe“ runterkürzen.

Ich wünsche ihnen jedenfalls ein schönes jahresendfest und ein gutes sprachgefühl im jahr 2021

Ihr
Elias

P.S.: Von einer mäjhl an die stadt hannover nehme ich diesmal abstand. Ich habe auf frühere mäjhls nichtmal eine eingangsbestätigung erhalten. Die einzige kommunikazjon mit der stadt hannover, die gut zu funkzjonieren scheint, sind direktnachrichten übers zwitscherchen. Diese form ist aber nicht für komplexere sachverhalte geeignet, vom ausschluss derjenigen menschen, die auf datenschutz und privatsfäre wert legen, will ich da gar nicht erst anfangen. 😉

Gute nachricht des tages

In der europäischen unjon wird werbung demnächst unter strafe gestellt. Das ist doch gut, wenn diese feindlichen hirnficker von reklameheinis endlich mal als die verbrecher behandelt werden, die sie sind. Die haben sich jahrzehntelang für geld in den dienst jeder schlechten sache gestellt und damit ganz viele menschen ins unglück gestürzt.

You can smoke fewer cigarettes by smoking longer ones. It's wacky, but it works.

SPD-Werbeplakat zur Bundestageswahl mit Spitzenkandidat Martin Schulz: Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit, vor einem Geschäft 'Pussy Pleasure -- Erotikshop für Frauen'.

Sehr gruselige Werbung für Kinder-Schokolade aus dem Jahr 1969 mit einem grinsenden Priester, der eine Packung aus der Tasche zieht: Wie auch Leute ohne Kinder zeigen können, daß sie etwas von Kindern und Kinderernährung verstehen...

Werbegeschenk von Heckler und Koch: Ein kleines Tütchen mit Weingummi in Pistolenform

Werbung für Twent von Bayer aus dem Jahr 1980: Alle Mädchen sind so hübsch, nur ich habe so viele Pickel, dass mich keiner mag.

Werbung für Spalt-Tabletten aus dem Jahr 1952. Einfach eine Tablette einwerfen und weitermachen.

Always-Werbung aus dem Jahr 1998: Ein Slip mit aufgedrucktem Detektiv mit Lupe: Keine Spuren

Zigarettenwerbung aus dem Jahr 1914: Deutscher, werde deutsch!

Ruhrkohle-Werbung aus dem Jahr 1975: Ein Drittel des Strombedarfes in der Bundesrepublik wird aus Steinkohle gedeckt. Überwiegend aus Ruhrkohle. Neue Kohlekraftwerke entstehen. Die Deutsche Bundesbahn erbringt 80 Prozent ihrer Betriebsleistungen elektrisch. Ein Beispiel, wie einheimische Energien genutzt werden können: Für einen sauberen, umweltfreundlichen Verkehr, für eine unabhängige Mobilität der Bevölkerung und Güter zu allen Zeiten. Dr. Karlheinz Bund

Nutella-Werbung aus dem Jahr 1975: Nutella -- von Natur aus gesund

Nachhaltigkeit ist Banane. Wir engagieren uns seit 25 Jahren dafür. Chiquita

Oder meinen die etwas anderes als diese allgegenwärtige, psychologisch leider viel zu wirksame fehlinformation über die eignungen und eigenschaften von konsumprodukten? :mrgreen:

Ich gebe mal weiter zu Fefe.