Wissenschaft des tages

Die milchstraße hat ein loch. Das wusste man zwar schon etwas länger, weil das loch mit seiner masse von rd. 4,2 milljonen sonnenmassen jedes radioteleskopisch abbildbare sternchen in der umgebung auf ganz seltsame bahnen gebracht hat, aber jetzt ist es endlich gelungen, ein bild des loches zu erzeugen

Nein, das ist kein „foto“, wie onkel jornalist es in seiner knipsedenke ständig nennt. Weder kann man von der erde aus ins zentrum der milchstraße schauen, weil da so viel staub und gedöns im wege ist, noch wurde hier licht verwendet, weil das durch staub und gedöns nicht durchkommt. Und nein, es ist auch kein bild des loches, weil man das loch nicht sehen kann. Da kommt kein fotönchen raus. Für dieses bild der umgebung des loches — das loch selbst ist schwarz und hat sich aus unserem kosmos längst verabschiedet, wenn man mal von einer winzigen und nicht messbaren menge abgegebener hawking-strahlung absieht — mussten sehr präzise radioteleskopische messungen über den ganzen globus verteilt werden, diese messungen immer mit einem exaktem zeitstempel markiert werden und mit einem zahlenfressenden kompjuterpark ausgewertet werden. Jede dieser messungen erfasst ein selbstinterferenzgeschehen von radiowellen, während sich das radioteleskop (zum beispiel mit der erde) bewegt, und wenn man diese messungen „übereinanderlegt“, entsteht ein abbild des relativ kleinen objektes. Das wird auch ein guter kopfschmerz beim programmieren sein, und die datenmengen, die man für ein derartig scharfes abbild¹ eines so kleinen, weit entfernten objektes braucht — der ereignishorizont des loches ist kleiner als unsere sonne — müssen die astronomen eine unfassbar große menge daten ausgewertet haben. Da stellt sich sogar die frage, wie man diese datenmenge überhaupt transportiert… das wort „datenpaket“ könnte dabei eine völlig neue bedeutung bekommen haben. 😉️

¹Ich weiß, dass das nicht so aussieht, aber es ist wirklich ein relativ scharfes bild. Das loch und seine abgebildete akkrezjonsscheibe sind klein und rd. 26,5 kilolichtjahre von uns entfernt. Oder, obwohl das die entfernung eher noch unverständlicher macht, rd. 250 billjarden kilometer.

Wissenschaft des tages

Was sich nicht alles im universum finden könnte, wenn man mal drüber nachdenkt! Blaneten zum beispiel. Das ist zwar noch sehr spekulativ und durch keine beobachtung belegt, klingt aber für ein paar völlig mögliche sonderfälle durchaus plausibel. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich nicht mehr den nachweis eines blaneten erleben werde. Die möglichen effekte auch eines sehr großen blaneten sind einfach zu klein im vergleich zum benachbarten schwarzen loch und dürften aus der ferne in den unregelmäßigkeiten hochenergetischer prozesse einfach untergehen. Vielleicht sind sie sogar gar nicht nachweisbar, wenn man nicht gerade ein supermassives schwarzes loch in seiner nähe hat. Aber wenn man ein supermassives schwarzes loch ein bisschen zu nahe in seiner nähe hat, ist das wegen der doch etwas heftigen synkrotronstrahlung aus der akkrezjonsscheibe nicht so günstig für die entstehung irgendwelcher lustiger kohlenstoffklumpen mit erkenntnisdrang, die mit fernrohren in den himmel gucken…

Astronomie des tages

Das vermutlich erdnächste schwarze loch — „vermutlich“, weil es nicht möglich ist, schwarze löcher direkt zu identifizieren und sehr viele derartiger objekte näher sein können, ohne irgendwie aufzufallen — ist unsichtbarer bestandteil eines mit bloßem auge sichtbaren dreifachsystems [link geht auf einen englischsprachigen text]. Allerdings muss man für einen blick auf das sternbild „teleskop“ auf der südhalbkugel der erde sein, und das system mit dem schwarzen loch hat eine sichtbare helligkeit von nur 5,3 mag, so dass man besser einen klaren himmel fern von künstlicher beleuchtung haben sollte, um das kleine lichtpünktchen zu sehen.

Leider ist dieses dreifachsystem mit rd. 750 lichtjahren immer noch viel zu weit entfernt, als dass es sich lohnen würde, Donald „space force“ Trump zum astronauten zu machen. :mrgreen:

Habt ihr euch auch immer schon gefragt…

Habt ihr euch auch immer schon gefragt, wie so ein schwarzes loch aussehen würde, wenn ihr eines in der nähe hättet.

Eine weitere Besonderheit: Wir sehen die Akkretionsscheibe gleichzeitig von oben und von unten, statt nur von der Schmalseite

Ich würde allerdings empfehlen, erstmal bei solchen renderings zu bleiben. Die sonnenbrillen, mit denen ihr die synchrotronstrahlung der auf beinahe lichtgeschwindigkeit beschleunigten und gravitativ auf ungefähre kreisbahnen gezwungenen materie ertragen könntet, gibt es noch nicht. Und der rest des körpers müsste auch davor geschützt werden. ☢️