Wischofonwanze des tages

Ein US-Richter hat die meisten Vorwürfe einer Siri-Datenschutzklage gegen Apple zugelassen. Die Kläger erhalten so die Möglichkeit, im weiteren Verlauf des Verfahrens Beweise für ihre Vorwürfe vorzubringen, Apple belausche durch „unbeabsichtigte Aktivierungen“ von Siri private Unterhaltungen und gebe deren Inhalte an Dritte weiter – etwa zu Werbezwecken

Hej, ihr da! Ja, genau ihr mit euren digitalen assistenten aller art, die ihr durchs leben tragt und mit denen ihr eure wahnzimmer vollstellt! Ihr seid solche helden! Erich Mielke wäre so stolz auf euch gewesen.

Äppel des tages

Das sicherheitsproblem, das heise da meldet, finde ich jetzt nicht ganz so schlimm. (Es ist natürlich ein problem.) Denn wenn man einen trojaner auf dem rechner hat, der die datenbank mit dem text der verschlüsselten mäjhls lesen kann, hat man sowieso ein gehöriges problem. Aber dass diese siri-kacke für die generazjon „ich spreche mit meinem kompjuter“ auch dann noch im hintergrund und ohne hinweis an den nutzer fröhlich lokale datensammlungen anlegt, wenn man diese siri-kacke abgeschaltet hat, das finde ich — im gegensatz zu heise onlein, die andere schwerpunkte legen — schon ein bisschen bemerkenswert.

Wisst ja: äppel weiß genau, was ihr wollt und was ihr wirklich braucht. Besser als ihr selbst. Äppel kratzt euch auch demnächst, weil äppel genau weiß, wo es euch juckt. Und das schlimmste: die typischen äppel-jünger glauben das und fühlen sich wie die erlösten… 🧟

Mechanische infantilisierung und verdummung

Internetkonzerne kontrollieren immer stärker unseren Alltag und reden nun auch noch mit uns, als wären wir in der Grundschule […] Die Interfaces, die zwischen mir und maschinellem Code vermitteln, sind also nicht mehr Systemmeldungen in Fachsprache oder Fenster für die Befehlseingabe. Sie sind programmiert, mich persönlich anzusprechen und suggerieren eine Art freundschaftliche, unterstützende Beziehung. Niedliche Piktogramme und ein leicht überschaubares, kindlich anmutendes Design kreieren eine Atmosphäre der Harmlosigkeit und des Spielerischen, nicht weit entfernt von der Ästhetik der Bilderbücher, die meine Kindergartenzeit begleiteten

Äppel des tages

Oh, schade, das telefon ist gesperrt. Ach, egal: hej siri, erzähl mir doch mal kurz alle schützenswerten daten über den besitzer dieses eifohns:

Das umfasst gewöhnlich nicht nur Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Privat- und Arbeitsadresse, sondern auch zahlreiche weitere Informationen wie das Geburtsdatum oder auch Benutzernamen bei sozialen Netzwerken – selbst eventuell hinterlegte Notizen werden angezeigt. Zudem nennt Siri Namensdetails zu Eltern, Ehepartnern respektive Lebensabschnittsgefährten oder Kindern, falls man dies der Sprachassistentin im Vorfeld mitgeteilt hat

Tja, so ein ausgelagertes gehirn verliert man besser nicht und lässt es auch niemals für ein paar sekunden irgendwo unbeaufsichtigt herumliegen, denn ein pöser mitmensch bekommt damit ohne jede mühe alle daten, die er für einen kriminellen identitätsmissbrauch oder eine fiese, personalisierte phishing-nummer benötigt. Die frage, wer den leuten ins gehirn gekackt hat, die solche ideen haben, müsst ihr aber äppel stellen.

Auch weiterhin viel spaß mit euren ganzen smartdingern, die die sicherheits-blauäugigkeit der neunziger jahre in die zehner jahre mit ihrer technisch gut entwickelten internetz-kriminalität zurückholen! Was kann da schon passieren, sind ja so niedliche und nützliche spielzeuge… wenns internetz im händi ist, ists gehirn im arsch.