Abzocke des tages

Das ist nicht der postilljon. Achtung, gut festhalten!

Wer bei der Sparkasse Soest nicht das Standard-Kontomodell für 5 Euro monatlich bucht, sondern auf die Basis-Variante für 3,50 Euro zurückgreift, muss im Online-Banking „pro Klick“ zahlen. Das kostet aktuell 1 Cent pro Klick und soll in Zukunft anscheinend auf 2 Cent erhöht werden

Weil, müsst ihr verstehen, wenn ihr bei denen in die webseit klickt, löst das technische prozesse aus, für die man doch mal eine gebühr berechnen kann. Das ist doch ganz normal.

Wischofon-äpp des tages

Mit Kwitt sollen Sparkassen-Kunden ab dem 28. November Geld von Handy zu Handy schicken können. Sie brauchen dafür nur die Mobilfunknummer des Empfängers. Bis zu 30 Euro pro Transaktion (und maximal 100 Euro pro Tag) lassen sich ohne TAN übertragen

Hej, auf den riesigen sicherheitslücken daherkommenden, oft mit werksseitig vorinstallierten trojanern ausgelieferten, in einer halbseidenen, grenzkriminellen schadsoftwäjhr-kultur — an der auch große, börsennotierte unternehmen beteiligt sind, ohne dafür die verdiente ächtung und den ruf eines asozialen kriminellen zu bekommen — gedeihenden wischofonen ohne weitere absicherung bis zu hundert øre am tag „bekwem“ und völlig ohne diese umständlichkeit der normalen, den kunden ebenfalls als „bekwem“ verkauften fernkontoführung¹ überweisen können… was kann da schon schiefgehen?! Hej, das nicht mehr modern, bekwem und mausklick, das ist jetzt mobil, bequem und wischgeste! Und auch, wenn es sich mal wieder um eine lösung ohne problem handelt, steht durchaus zu befürchten, dass leute diesen scheiß nutzen. Wisst ja, bargeld ist altmodisch und passt weder in die wirtschaftskonforme demokratur noch in die Merkel’sche forderung nach „datenreichtum“ für die geldreichen.

Wenn sich diese in einfach von der jornallje wiedergegebenen PResseerklärungen und normaler reklame beworbene scheiße durchsetzen sollte, erwarte ich, dass es demnächst wieder ganz viele dschobbangebote als „finanztransferagent“ in meiner spämm gibt — ein „dschobb“, bei dem man auf seinem konto geld empfängt, bar abhebt, zehn bis zwanzig prozent davon behält und den rest über western union an einen völlig anonym bleibenden dritten weiterleitet, bis die kriminalpolizei vor der tür steht und man sich ein paar monate später beim amts- oder landgericht seine vorstrafe (und hinterher so nach und nach die vollständige zivilrechtliche haftung für den angerichteten schaden) abholt.

¹Das ist mein wort für das, was werber „onlein-bänking“ nennen.

Security des tages

Wer Geldautomaten der Sparkasse bei ihren regelmäßigen Software-Updates erwischt, kann mit einem Trick in eine Windows-Kommandozeile gelangen und auf dem Geldautomaten eigene Befehle ausführen. Den Sicherheitsforschern, welche die Lücke entdeckten, gelang es auf diesem Wege Nutzernamen und Passwörter aus dem internen Netzwerk der Bank auszulesen

Ein richtiges häckchen ist nicht erforderlich, nur eine reingeschobene karte, während die kiste anzeigt, dass sie nicht betriebsbereit ist. Bwahahahaha!

Übrigens: wenns solche fahrlässigkeiten und peinlichen fehler dort gibt, wo direkt mit größeren mengen banknoten umgegangen wird, dann könnt ihr euch sicherlich vorstellen, wie der generelle „industriestandard“ bei softwäjhr so ausschaut. Auf diesem hintergrund wünsche ich euch viel spaß mit euren „intelligenten“ — ach nee, man spricht ja englisch in der reklame und deshalb heißt das jetzt: „smarten“ — toastern, fernsehern, autos, kühlschränken, telefonen und (demnächst auch) implantaten!

Lass dich überwachen und spar geld!

Jetzt geht es los: eine autoversicherung, die das angebot macht, dass man geld sparen kann, wenn man sich beim autofahren permanent mit einer träcking-wanze überwachen lässt. Natürlich werden alle erhobenen daten ein jahr lang gespeichert, und natürlich werden sie irgendwann auch für etwas anderes als für den kommunizierten zweck benutzt, wie das bei datensammlungen ja regelmäßig der fall ist. Wehe dem, der bei irgendwelchen rasterfahndungen zufällig zwei oder drei mal in der nähe eines verbrechens war oder dessen bewegungsprofil im auge der polizei-datenverarbeitung nach „drogenkurier“ aussieht…

Deutscher sparkassen- und giroverband!

Screenshot der Seite Sicherheit im Internet auf sparkasse.de

Eure tollen tipps für die „sicherheit im internetz“ — die übrigens alles mögliche enthalten, nur keine brauchbaren sicherheitshinweise, zu denen übrigens auch eine bestimmter brauserkonfiguration und nach möglichkeit ein anderes betriebssystem als cräckers liebling windohs gehören würden… — also, eure tollen „tipps“ für mehr „sicherheit“ und beruhigtere internetz-fernkontoführung wirken so richtig gelle galle lächerlich, wenn man sich auf euren eigenen, von euch selbst verantworteten seiten im web die kriminelle pest auf dem rechner holen kann.

Vielleicht solltet ihr mit euren sicherheitsgedöns mal leute beschäftigen, die auch etwas davon verstehen!