Und nun zum spocht

Das ist auch mal ein weihnachtsgeschenk: Zero Master zeigt uns allen mal wieder, wie schnell man durch Doom 2 laufen kann — indem er sich einfach den weltrekord für ultra violence speed geholt hat. Das ist zwar nur eine sekunde verbesserung gegenüber dem vorherigen weltrekord von looper, aber die sekunde muss wirklich hart gewesen sein, denn schon der rekord von looper sah übermenschlich aus. Bei Zero Master gab es tatsächlich ein paar neue strategien und nicht einfach nur noch bessere ausführung — und ich sehe da durchaus noch potenzjal für eine weitere sekunde, denn der neue weltrekord ist nicht perfekt gelaufen.

Als jemand, der niemals einen vernünftigen rocket jump in quake hinbekommen hat, habe ich ja respekt vor einigen dieser präzise ausgeführten rocket jumps in doom. Es gibt ja kein vertikales zielen…

Und nun zum e-spocht

ZeroMaster hat ja so viele für speedruns ausbeutbare fehlerchen im ollen doom gefunden, dass es nur noch unglaublich ist. Map 18 „the courtyard“ kann man in zwölf sekunden schaffen (was natürlich ein neuer weltrekord ist, der alte lag bei über zwanzig sekunden), und ich muss erstmal lesen, was der da überhaupt gemacht hat. Doomguy ist doch viel zu langsam, um sich eine tür hindurchzuclippen… 😉

Ah, ich sehe schon: er hat den imp als temporäres hindernis für eine art voidglide-trick missbraucht, um großen impuls aufzubauen. Da müssen die winkel in der mäpp aber gut passen, damit das mit so einem impulsaufbau überhaupt geht.

Und nun zum spocht

Zero Master rennt durch the plutonia experiment aus final doom auf nightmare in unglaublichen 34:28 [link geht zu juhtjuhbb]. Das sind 3 minuten und 32 sekunden weniger als der vorherige NM-speed-weltrekord von S6kana. Nein, nicht nur ein paar sekunden verbesserung, sondern dreieinhalb minuten! 👍🏆

Ich hätte nicht geglaubt, dass verbesserungen in dieser größenordnung überhaupt möglich sind.

Ich brauche die 34:28 tendenzjell allein für mäpp 27 anti christ. Aber ich mache ja auch keinen speedrun. 😉

Und nun zum spocht

Ich dachte beim anschauen, dass Zero Master mal wieder einen TAS zusammengekloppt hat, um zu schauen, was geht, aber nein, das hat der wirklich hingekriegt: ultimate doom, episode 4 „thy flesh consumed“ auf nightmare in 4 minuten und 27 sekunden [link geht zu juhtjuhbb, und die letzte mäpp zählt „tradizjonell“ nicht zur zeit für die episode, weil die olle DOS-versjon nicht die zeit dafür angezeigt hat]. Das ist nicht nur schneller als die „par-time“ für die letzte mäpp, das unterbietet den vorher bestehenden weltrekord um satte 43 sekunden!

Und nun zum sport

Man könnte ja glauben, dass kein speedrun in der kategorie „ohne monster“ mit der DooM-mäp E1M8 möglich wäre, weil dort der teleporter in den exit-raum erst zugänglich wird, wenn eine wand runterfährt und weil man die beiden fetten barons of hell totmachen muss, damit diese wand runterfährt. Ja, es gibt einen void glide, mit dem man auch in den exit-raum kommt, aber dafür braucht man die hilfe eines demons, um den richtigen winkel zu wand zu bekommen — ich glaube, den hat vor längerer zeit auch Zero Master entdeckt — also nichts für „ohne monster“. Nicht einmal, wenn man versuchte, sich mit einer nicht vorhandenen rakete durch die wand zu schießen. Der winkel stimmt einfach gar nicht, wenn man keinen demon als „ersatzwand“ benutzen kann. Das haben so viele leute probiert und keine möglichkeit gefunden, dass ich davon ausgehe, dass es so nicht geht.

Aber es gibt auch leute wie zero master, die auch im jahr 2020 noch völlig neue glitsches finden und reproduziert bekommen, und hier ist er nun: der speedrun DooM E1M8 phobos anomaly, no monsters in 1:29 [link geht zu juhtjuhbb].

Das wirkt unglaublich und wird auch durch die folgenden erläuterungen nicht so klar, wie ich es mir wünschen würde:

Obwohl das auch durch zufall passieren kann, verwende ich hier eine unglaublich genaue position. Zum beispiel ist doomguy 32×32 einheiten groß, ein gewöhnlicher imp oder shotgunner ist ebenfalls 32×32 einheiten groß. Innerhalb einer kwadratischen einheit gibt es insgesamt 2^32 verschiedene mögliche posizjonen, auf denen man sich befinden kann. Wenn man einfach nur einmal „vorwärts“ drückt, bewegt man sich schon fast acht einheiten, deshalb verwende ich selbst ausgedachte bewegungstechniken, um eine bestimmte ausgangsposition zu erreichen (336.00000000,1056.006073), und mache dann eine weitere bestimmte eingabe, um mich auf die koordinaten (342.947586,1058.494125) zu bringen, eine posizjon, die es mir dann in einem bestimmten winkel und mit straferunning erlaubt, reproduzierbar (wörtlich: jedes mal) durch die wand zu laufen. In der zeitspanne, in der ich auf die wand schaue, bewege ich mich also extrem langsam und versuche, in die richtige posizjon zu kommen. Natürlich gibt es viele verschiedene spezjelle posizjonen, in denen dieser trick funkzjoniert, aber dies ist eine, die ich gefunden habe. Ich habe dafür ein programm benutzt, das mit systematischem und vollständigen durchprobieren (wörtlich: roher gewalt) versuche durchführt, durch die wand zu kommen

Da sage noch mal jemand, TAS und speedruns von menschen schlössen einander aus. 😉

(Zero master macht auch TAS. Aber manchmal macht er auch in seinen „richtigen“ speedruns so schnelle wexel zwischen SR50 und SR40, um noch steuern zu können, dass es wie TAS aussieht. Der typ hat wirklich irre skills! Da kommt man selbst beim zuschauen auf einem viertel der geschwindigkeit nicht mehr mit.)

Ich bin jedenfalls gespannt auf die tiefere analyse des hier ausgebeuteten programmierfehlers, der so obskur ist, dass ihn 27 jahre lang niemand gefunden hat. Mein tipp: eine ungenauigkeit durch die tabellenorientierten sinus- und cosinus-berechnungen hat sich mit der eh nicht ganz so zuverlässigen kollisjonserkennung in DooM kombiniert, und so kommt man gerade ganz knapp durch die wand hindurch. Aber das ist natürlich nur geraten.

Erfreulich ist jedenfalls eines:

Also I guess I’m back to classic doom speedrunning again

Großartig! Und was für eine selbstneueinführung mit dieser ankündigung! 👍

Der kommentarbereich unter dem video ist göttlich. Viele bekannte speedrunner sind dabei, und natürlich auch das übliche juhtjuhbb-volk.

Und nun zum spocht!

Die älteren erinnern sich sicherlich noch daran, dass beim ultra-violence-speedrun von doom 2 die zwanzig minuten so vor fünf jahren mal ein schwieriges ziel waren. Das ist lange her. Zero Master hat sich mal wieder einen neuen weltrekord geholt, bei dem ich keine optimierungsmöglichkeit mehr sehe und wo der zufallsgenerator auch ganz gut mitgespielt hat: 18:30 [link geht zu juhtjuhbb]. Und weia, sieht das gut aus! Da stimmt einfach fast alles! Die zweite hälfte der mäpps sieht so gut aus, dass es ein TAS sein könnte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Looper diese zeit noch einmal unterbietet. Aber das soll nichts heißen, denn das konnte ich mir eigentlich nie vorstellen. 😉

Wer mal sehen möchte, was für irre optimierungen noch möglich wären, wenn man übermenschlichen skill hätte: von Zero Master gibt es einen sehr guten doom 2 UV nightmare TAS in 12:44, der ganz nebenbei zeigt, mit welchen „forschungen“ er seine wege und strategien gefunden hat [link geht wieder zu juhtjuhbb]. Wie so häufig bei einem TAS gibt es da einige stellen, an denen man nicht alles mitbekommt, weil es einfach zu schnell geht und weil fehler ausgenutzt werden, also im zweifelsfall eher mit geringerem tempo schauen. Zero Master hat zum beispiel auch in seinem neu weltrekord versucht, in mäpp 12 wie im TAS die gelbe schlüsselkarte durch die wand hindurch zu greifen, was ihm aber misslang, weil hier die fehler in der kollisjonsbehandlung von doom sehr präzise ausgenutzt werden, so dass er einen etwas längeren weg gehen musste. (Es ist nicht wirklich schwierig, diese karte durch die wand zu greifen, wenn man sich zeit für die posizjonierung lässt. Es reicht dann ein SR-40 in die wand. Aber das mit dem „zeit lassen“ ist eben das genaue gegenteil eines speedruns.) So etwas wie den voidglide in mäpp 23 wird allerdings niemals ein richtiger mensch in einem speedrun hinbekommen. Doomguy war gedopt! 💊

Selbstmatt des tages: und nun zum spocht!

Vergesst langatmige, minuten- bis stundenlange speedruns! Die neue speedrun-kategorie doom UV suicide ist erfunden! 😀

Ich sehe an einigen stellen durchaus noch etwas optimierungspotenzjal. Zum einen bekommt Dwars keinen ordentlichen, präzisen SR-50 hin (ich übrigens auch nicht, und ich habe schon probleme mit einem ungenauen SR-50), um noch schneller in den tod zu rennen, zum anderen könnte er den explodierenden fässern schon auf dem weg zwei schüsse mit der doch etwas langsamen pistole geben. So einen ungünstigen RNG, dass das fass nach dem zweiten schuss hochgeht, bekommt man in der praxis nicht, es braucht immer drei, manchmal vier schüsse. (Dieses dynamische schadenssystem bei doom ist etwas, womit alle speedrunner zu kämpfen haben.) Das vielleicht größte manko ist aber, dass er den sourceport prdoom-plus und nicht cndoom verwendet. Übrigens müsste cndoom für die neue kategorie erweitert werden und auch nach dem tod des doomguy die zeit mit hundertstel sekunden anzeigen, damit ein einfacherer vergleich möglich ist, ohne dass man in einer demo die fräjhms zählt.

Aber das sind nur die kinderkrankheiten einer großartigen, neuen speedrun-kategorie für doom. Größter vorteil: auch bei modernen, riesigen metzelmäpps ist ein speedrun wirklich schnell, was auch den zuschauern entgegenkommt. Ein kleiner schritt für doomguy, aber ein großer schritt für die weitere popularisierung des e-spochts! :mrgreen:

Und nun zum spocht

Zero Master spielt episode 2 von doom einschließlich mäpp 8 in unter vier minuten, oder, was vielleicht noch wichtiger ist, episode 2 ohne mäpp 8 in 3:15, acht sekunden unterm weltrekord. (Bei speedruns von doom wird aus historischen gründen die mäpp 8 in episode 2 nicht mitgewertet, weil die alte DOS-versjon von doom am ende der episode einfach keine zeit anzeigte. Heute wäre diese einschränkung nicht mehr nötig.)

Es war ja klar, dass Zero Master seinen neuen „void glide“ in E2M6 mal in einen episoden-rekord umbauen musste. 😉

Nachtrag: E2 NM 3:38, 7 sekunden unterm vorherigen rekord.

Und nun zum spocht

Zero Master hat einen neuen glitsch in mäp E2M6 von DooM gefunden, sich einfach aus der mäpp rausgeschossen und den speedrun-weltrekord für diese mäp in der kategorie „UV pacifist“ auf unfassbare 17 sekunden runtergesetzt. Nach seinen eigenen aussagen ist da sogar noch etwas teoretische luft für weitere verbesserungen drin. 😉

So, wie das aussieht, glaube ich aber nicht, dass in absehbarer zeit jemand 16 sekunden macht — außer vielleicht mit einem TAS. Und selbst das wird sehr schwer.

Mag hier jemand speedruns?

Und nun zum spocht!

Zero Master mit seinem großartigen skill spielt mal kurz TNT evilution durch, und zwar in völlig unfassbaren 37 minuten und einer sekunde, obwohl da noch mehrere kleine fehler drin sind, die ein paar sekunden gekostet haben (unter anderem ein gescheiterter rocketjump in map 18). So lange brauche ich allein für map 21, und auch das nur, wenn ich einen guten tag habe. Ich kriege aber auch beim besten willen nicht so einen kontrollierten stafe-50 hin, und dass man sich in map 05 die gelbe schlüsselkarte durch die wand holen kann, wusste ich gar nicht. Ich habe es eben selten so eilig. Zero Master schon, der wollte anscheinend unter 37 minuten kommen. 😀

Bei compet-n und im doom-wiki steht immer noch Drew „stx-vile“ DeVore mit 55:34 als weltrekord drin. Und dieser run aus dem jahr 2002 ist schon sehr beeindruckend. Aber diese listen sind eh völlig veraltet und werden offenbar nicht mehr gepflegt. Wer die demo sucht: die liegt natürlich im doomed speed demos archive. Zero Master wird sich wohl nie an irgendwelchen wettbewerben beteiligen. Vermutlich befürchtet er, dass man sonst bemerken könnte, dass er in wirklichkeit doomguy ist. Dass er so noch nicht einmal einen eintrag im doom-wiki bekommt, scheint ihm auch völlig egal zu sein — seine vielen funde werden wohl trotzdem langsam reintröpfeln.

(Evilution ist ziemlich schwierig für speedruns, weil die meisten maps vollgestopft sind mit hitscan-gegnern, deren schüssen man auch mit allem skill der welt nicht ausweichen kann, weil sie keine projektile sind, sondern berechnungen. Es ist gerade das unterschätzte kanonenfutter in doom, diese ganzen zombies, shotgunner und chaingunner, die so unfassbar viel schaden verteilen können, wenn man sie nicht langsam und planvoll ausschaltet. Und allzugroße umwege zu machen, um ein paar pflaster einzusammeln, ist bei einem speedrun eher nicht drin.)