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Wie man sich gegen die Sprache der Herrschenden zur Wehr setzt

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Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal wieder eine studie gemacht, diesmal über die sprache wissenschaftlicher arbeiten. Und er hat da etwas rausgekriegt, wo keiner jemals hätte mit rechnen können: je weniger wissenschaftliche texte geschrieben werden, um wissen mitzuteilen, und je mehr wissenschaftliche texte geschrieben werden, um für den¹ eigenen CV zu publizieren und um in konferenzen reinzukommen, desto mehr tendieren die texte zu schwer lesbarem, vom fachdschargon durchsetztem, für fachferne menschen schlicht ungenießbarem sprachonanistischen geschwafel.

Das Forscherteam untersuchte 710.000 Kurzreferate (Abstracts) aus 123 biomedizinischen wissenschaftlichen Zeitschriften, die zwischen 1881 und 2015 in englischer Sprache erschienen sind. Dabei zeigte sich, dass die Komplexität der Texte zunahm […] „Wir haben festgestellt, dass die Anzahl der schwierigen Wörter und die durchschnittlichen Silben pro Wort seit Ende des 19. Jahrhunderts kontinuierlich zunehmen“ […] Die Zahl der Fachwörter stieg zudem an – und zwar nicht nur diejenigen, die in der Wissenschaft zwingend notwendig sind. Besonders auffällig ist laut der Forscher auch die zunehmende Nutzung unnötigen wissenschaftlichen Jargons

Niemand hätte damit rechnen können! Und die texte in den reinen schwafelwissenschaften hat sich prof. dr. Offensichtlich noch gar nicht angeschaut. Aber das hat ja schon ein kollege von prof. dr. Offensichtlich gemacht:mrgreen:

Hadmut Danisch des tages

Verlust der Artikulationsfähigkeit […] Eines ist, dass viele […] in ihrer Kommunikation dazu neigen, nicht inhaltlich-semantisch zu sprechen, sondern sich emotional zu synchronisieren

Ich wollte, es wäre auf frauen beschränkt! Männer brauchen für diese unterordnung ihres verstandes unter einem überpersonalen prozess nur ein bier und ein bisschen brüllball, viele können sogar das bier weglassen… 😦

Wort des tages

Videoüberwachungsverbesserungsgesetz

Das Videoüberwachungsverbesserungsgesetz hatte so ziemlich keiner auf dem Schirm. Aber es hat uns auf dem Schirm. Es hätte wesentlich weniger still und heimlich installiert werden können, wenn mal darüber berichtet hätte. Ein Presseprioritätsverbesserungsleitantrag könnte vielleicht was bringen.

„Wissenschaftsjornalismus“ des tages

„Bild der wissenschaft“ so: es ist zeit für eine neue medizin: tabletten und globuli aus einer hand. Immerhin wird noch nicht gependelt statt geröngt und auch noch kein ouija-brett anstelle einer blutdruckmessung verwendet. Aber weit davon weg ists nicht mehr… die verwendung von nachweislich unwirksamer, auf abergläubisch-magischem analogiedenken basierender kwacksalberei durch ärzte wird jetzt also „integrative medizin“ genannt. Klingt ja auch viel besser als „milljonengeschäft mit kwacksalberei“.

Man sollte von einer „bildzeitung der wisschenschaft“ sprechen…

Übrigens, scheißjornalist…

…nicht „das land“ wählt einen neuen bundesgrüßaugust, die von den parteiapparaten besetzte bundesversammlung tuts, während die menschen im lande diesem selbstreferenzjellen bummsteater kopfschüttelnd ausgeliefert sind. Steck dir deine hirnfickenden fikten sonstwohin und fick dich! Du bist fäjhknjuhs.

Das unwort des jahres 2016…

Das unwort des jahres 2016 ist „volxverräter“, und dafür gibts auch einen grund:

In der Begründung der Jury heißt es, Anhänger von Pegida, AfD und ähnlichen Initiativen würden den Begriff als Vorwurf gegenüber Politikern verwenden. Er sei undifferenziert und diffamierend und würde „das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft“ abwürgen

Das gleiche gilt übrigens für das im sommer 2016 von Angela Merkel geprägte wort des jahres 2016: „postfaktisch“, nur das irgendwelche »patriotischen europäer« oder »alternativen für schland« nix damit zu tun haben. :mrgreen:

ENDLICH! EIN NEUER GROẞBUCHSTABE!

Rechtschreibrat macht Weg für großes Eszett in amtlicher Rechtschreibung frei

Endlich gibt es den überflüssigsten buchstaben der deutschen sprache auch als versalje. Oh, ihr glücklichen schweizer, die ihr euch so vortrefflich verstehen könnt, ohne dieses zeichen zu schreiben!

Vielleicht sollte eine „inizjative der ſchreibgemeinſchaft“ sich befleißigen, noch einen dritten buchſtaben für den gleichen laut einzuführen. Unicode haben wir ja inzwiſchen alle. Naheliegend wäre die noch aus dem frakturſatz vertraute unterſcheidung zwiſchen langem s „ſ“ und schluſs-s „s“, die kombiniert mit der aktuellen rechtſchreibung für ein abſurdes und ausgeſprochen häſsliches ſchriftbild ſorgte. Der ganz extragroße vorteil dabei: ähm… endlich wird das ſchreiben wieder komplizierter! Und außerdem verbeſſert sich die eindeutigkeit der ſchriftſprache. Zum beiſpiel, weil man auf dem erſten blick den unterſchied zwiſchen der „wachstube“ (eine tube voller wax) und der „wachſtube“ (eine stube für die wachenden) erkennen kann. Gut, die rechte gutſchreibung ſchreibt für erſteres einfach „waxtube“, aber davon werde ich die werten mitmenſchen im rechtſchreibrat leider nicht überzeugen können…

Übrigens…

Die keineswegs so moderne und im gegensatz zur totalüberwachung der bevölkerung auch durchaus nachvollziehbare industriespionahsche bei BRD-rüstungsunternehmen heißt jetzt natürlich massiver häckerangriff, und irgendwelche bullschitt-forensiker wollen auch genau wissen, dass da ein staat beteiligt war, denn die häcker hatten ja die besten angriffstechniken.

Natürlich kann es dann nur china oder russland gewesen sein, denn die USA brauchen sich solche mühen doch gar nicht zu machen, die kriegen doch alles von der bummsregierung und den BRD-geheimdiensten frei haus geliefert, wenn sie entsprechende wünsche kurz andeuten.

Ich frage mich ja, ob die spione einen fuß in die tür gekriegt haben, weil ein angestellter bei thyssenkrupp mäjhlanhänge aufgemacht hat. Und ob es nicht doch viel eher gelangweilte, verpickelte zwölfjährige gewesen sind. :mrgreen:

Erwartungsgemäß gibts beim BRD-staatsfernsehen eine extraporzjon cyber.

Zitat des tages

Unsere zahlreichen Probleme haben viele Ursachen, unter denen ich die politische Korruption als die schwerwiegendste bezeichnen würde. Die Globalisierung oder gar die Modernisierung gehört jedoch ganz sicher nicht dazu. Insofern können es auch nicht die „Globalisierungs- oder Modernisierungsverlierer“ sein, die nun auf die Straße gehen, den Medien und der Politik nichts mehr glauben und böse rechts- und linkspopulistische Parteien und Politiker wählen. Wer so etwas erzählt, ist nicht nur unehrlich, sondern zudem im höchsten Maße zynisch

[…] Verlierer; das sind zum Beispiel Boxer, die ihre Deckung nicht oben halten können oder Läufer, denen die Puste ausgeht. Die Menschen, die ihr Vertrauen in die Politik verloren haben, sind keine solchen Verlierer sondern Opfer!

Jens Berger