Matematik- und statistikmissbrauch des tages

Die springersche welt vom 18. dezember will ihren lesern mit ein paar heiter gespiegelten bälkchen klar machen, dass es aufwärts geht und dass es immer weniger „langzeitarbeitslose“ gibt.

Auch weiterhin viel spaß mit dem kwalitätsjornalismus und der davon gebildeten meinung!

Der kleine unterschied

Da sage noch mal jemand, jefrud oder dingsda, es gäbe keinen unterschied zwischen männlein und weiblein — beim konsum von pr0n gibt es den ganz offensichtlich

Das heitere zahlenspiel ist natürlich nur bedingt aussagekräftig und darf nicht mit einer richtigen erhebung verwexelt werden. Und balkendiagramme ohne maßeinheiten dran sind ziemlich lächerlich und stinken fünf meilen gegen den wind nach manipulazjon.

Untergrundkommunisten des tages

Wie landet man eigentlich als „linksmotivierter straftäter“ in den datenbanken der BRD-polizei? Ganz einfach: jedesmal, wenn ein polizeibeamter beim ermitteln diesen verdacht hatte. Und dann werden die statistiken bekannt gegeben, und die „linksmotivierte kriminalität“ sieht immer wieder erschröcklich aus… da muss man doch gleich mal härter durchgreifen.

Siehe auch — achtung temenwexel — „tatmittel internetz„.

Prof. dr. Offensichtlich und Wolfgang Reißer

Prof. dr. Offensichtlich hat rausgekriegt, dass heutige 12- bis 15-jährige kinder und jugendliche nur noch drei prozent ihrer kommunikazjon über telefonanrufe erledigen, und auch das vermutlich nur zu den paar leuten, die es immer noch ganz toll finden, wenn sie eine nummer wählen und unmittelbar im leben eines anderen menschen herumlabern können. Und die sechsjährigen heute können besser mit kompjutern umgehen als erwaxene. Von diesen erschütternden erkenntnissen war prof. dr. Offensichtlich dermaßen erschüttert, dass er erstmal seinen zeigefinger in die löcher der wählscheibe seines getreuen telefones steckte, weil er mit seinem freund Wolfgang Reißer darüber reden musste, dem total investigativen kwalitätsjornalisten — und der hat dann auch gleich eine standesgemäß dummgeile schlachtzeile daraus gemacht:

Neue Studie über Kinder
Die Generation, die nicht mehr spricht

Die welt wird nach diesen erkenntnissen aus der tiefe des sommerloches nicht mehr die gleiche sein!

Zahlenspiel des tages

Wie man/frau aus einem gehaltsunterschied von sieben prozent einen viel alarmierender klingenden gehaltsunterscheid von 22 prozent macht, und zwar jedes jahr aufs neue noch einmal, damit es sich auch tief ins unbewusste absetzt und von dort aus wirkt.

Plansollerfüllung des tages

„Juchu“, sagt die pressestelle der bundesagentur für p’litisch gewünschte statistikinterpretazjon, „wir haben mehr ‚beschäftigte‘ als jemals zuvor“ — und sie verschweigt dabei, dass so mancher ihrer „arbeitsplätze“ in meiner jugend noch als ferienjob durchgegangen wäre. Und zwar als einer, den ich für die beschissene bezahlung nicht gemacht hätte.

Ihr solltet jetzt ganz tapfer sein…

WordPress.com hat mir eben gerade als großen knall zum jahresausklang eine statistik zugesendet, wie es hier im letzten jahr mit Schwerdtfegr (beta) so aussah. Und dabei habe ich anhand der aufgeschlüsselten suchbegriffe erfahren, worüber ich hier wirklich schreibe:

Einige Besucher kamen über eine Suche, meistens nach lespen, alle wege des marxismus führen nach moskau, gummistiefel wichsen und hässliche menschen

(Immerhin ist es nicht mehr „ficken im schlamm“…) :mrgreen:

Wieder eine fuhre „mahnungen“

Nichts ist so erfolgreich wie eine spämm, deren zeit gekommen ist:

Tägliche zugriffsstatistik für unser täglich spämm

In den letzten tagen müssen mal wieder eine ganze menge rechnungen und „anwaltliche mahnungen“ mit ZIP-anhang rausgegangen sein, natürlich mit einer .pdf.exe drin — denn der zusätzliche träffick ging vor allem hierhin. Bitte einfach diesen unfug weglöschen, leute. Ein echter anwalt schreibt mit der sackpost und stellt seine briefe — wenn überhaupt — nur als unverbindlichen „vorab“ mit einer mäjhl zu. Und er schreibt immer eine telefonnummer für rǘckfragen mit rein, das gilt zumindest für alle anwälte, mit denen ich es jemals zu tun hatte. Nicht in panik versetzen lassen, und schon gar nicht panik auf irgendwelche piktogramme auf dem bildschirm klicken, die an einer mäjhl mit gefälschtem absender und unsinnigen inhalt gehängt sind!

Faktum des tages

In der letzten woche kamen 2,9 prozent der leser von „unser täglich spam“ nicht auf die seite, indem sie ein lesezeichen benutzten oder die URL in das adressfeld des brausers eingaben, sondern, indem sie den (ihnen bereits bekannten) domäjnnamen in das suchfeld von guhgell eingaben. Also: für etwas mehr als jeden fünfundzwanzigsten besucher von „unser täglich spam“ ist guhgell bereits vollständig das internetz geworden, sie können nicht einmal mehr ihren brauser benutzen. Und die leute, die damit im log des websörvers auffallen, sind auch noch stammleser, denn die anderen kennen ja den domäjnnamen nicht…

Manchmal wünsche ich mir ein raumfahrzeug und einen guten antrieb, um hier schnell wegzukommen.