Talkscheiß

Beim fischblatt „die zeit“ haben sie sich mal den alltäglichen talkscheiß im BRD-parteienstaatsfernsehen angeschaut und ein paar worte drüber geschrieben:

Immerhin wird so hübsch das Problem der Form von – kann man das eigentlich noch sagen? – Journalismus illustriert, wie solche Talkshows ihn vorstellen. Es geht einer Sendung wie Dunja Hayali fast nie um inhaltliche Auseinandersetzung, um Erkenntnisinteresse, um den Versuch, etwas zu verstehen und zu durchdenken, sondern immer nur ums Abhaken von vorher festgelegten Plotpoints, die das Ganze scheinbar fesch aufbereiten

Nur prof. dr. Offensichtlich war darüber überrascht. 😀

Und, werte scheißjornalisten bei der zeit: so läuft das mit jedem dieser angeblichen gespräche im zwangsgebührenfinanzierten fern-sähen. Seit jahren. Aber da war es für euch wohl nicht so wichtig…

Talkshow des tages

Eine Talkshow ist eine Talkshow ist eine Talkshow. Schon morgen wird es gehen um die Frage: „Populismus – Ende der Demokratie?“ oder „Silikon – Tragödie meines Lebens“, oder: „Wolfgang Schäuble: Fressen uns die Griechen die Haare vom Kopf?“. Das bedeutet: Man tut irgendwie aktuell. Aber letztlich ist es gänzlich gleichgültig, worüber man quatscht. Am 1. Februar ging es um die „Prügelknaben der Nation?“ – ein, wie erwähnt, unsinniger oder unverständlicher Titel. Mir schien: Redaktion und Moderatorin verfügten weder über ein Konzept, noch hatten sie einen Plan oder Grundkenntnisse des Themas Polizei und öffentliche Sicherheit. Der Regie-Einfall bestand darin, irgendwelche Leute zusammenzusetzen in der Hoffnung, dass die sich gegenseitig missverstehen, anschreien und beleidigen

[…] Sie halten Konzept und Ablauf der Sendung für planlos und chaotisch? Dazu nur so viel: Von Planlosigkeit kann keine Rede sein. Die sogenannten „Talk-Shows“ haben, wie eine Vielzahl anderer TV-Events auch, mit dem „öffentlich-rechtlichen“ Rundfunkprogramm seit Langem nichts mehr zu tun. Es handelt sich um Produktionen „freier“ Produktions-GmbHs (in diesem Fall: Vincent TV GmbH, Geschäftsführerin Sandra Maischberger), die nach ausschließlich (!) marktwirtschaftlichen Kriterien irgendeinen beliebigen „Content“ produzieren und sodann an eine Fernsehanstalt verkaufen

Thomas Fischer

Ach ja, ich wünsche allen wohnungsbewohnern in der BRD auch weiterhin viel spaß beim bezahlen der rundfunkgebühren zur finanzierung dieser ganzen scheiße…

Brüller des tages

Junge, ist das peinlich. Megasuperpeinlich: Dieses laute, kräftige Einzelklatschen, sobald Justizminister Heiko Maas einen Satz zu Ende formuliert hat. Das ist von einer Penetranz, die sogar Anne Will stört. Und so decouvriert sie den Claqueur und begrüßt den Pressesprecher des Ministers einzeln. Der Klatscher verstummt daraufhin und Heiko Maas bekommt von da an – keinen Applaus mehr. Es rührt sich nicht eine Hand

Bwahahahahaha! Sogar die tagesschau ätzt, dass es nur so zum brüllen ist:

Heiko Maas hat gemeinsam mit seinem dauerklatschenden Pressesprecher gezeigt, wie Polit-Schülertheater geht: seichte Texte, vorgetragen von einem mäßig begabten Buben, das Moralingerechte funkelt durch das Designerbrillchen. Der Bub ist aufgeregt – und er verliert die Fassung, vergisst seinen Text, als der Klatscher als beamteter Claqueur enttarnt wird

[Dauerhaft archivierte versjon der tagesschau-meldung gegen die von scheißpresseverlegern in den dunkelkammern des reichstags durchgesetzte erzwungene „depublizierung“ von mit zwangsgebühren bezahlten inhalten in der BRD. Stirb, scheißpresse, stirb!]

Auch weiterhin viel spaß mit der BRD-kwalitätsregierung unter Angela Merkel!

Das publikum fürs objektiv der kamera anordnen…

Mir ist aber noch etwas anderes – wieder einmal – aufgefallen: In die ersten zwei Sitzreihen, und das sind die, die man im Hintergrund sieht, wenn die Studiogäste gezeigt werden, setzen sie nur gutaussehende, fast nur junge und vor allem überwiegend weibliche Zuschauer hin. Mich haben sie in die letzte Reihe zu den Alten, Hässlichen und Dicken gesetzt. Von wegen „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe…“

Innenminister des tages

Der herr innimini verwendet das wort ja sonst gar nicht mehr, aber Roberto Blanco war immer ein wunderbarer neger, der den meisten deutschen wunderbar gefallen hat… 😀

Weia, gibts in der CSU eigentlich auch ein paar leute, die so viel hirns haben, dass sie sich nicht bei jeder gelegenheit um kopf und kragen reden?

Gender des tages

Langsam kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beim WDR Satire nicht Bestandteil des Programms, sondern Maxime allen Handelns ist

Und dank kräftiger mitarbeit von frau Streisand dürfte der vorgang auch zu einer ordentlichen aufmerksamkeit für diese sommerlochpanne mit realsatirischer überwürzung geführt haben. Tja, ist schon scheiße, wenn man vor lobbygruppen einknickt und dabei der eindruck entsteht, man knicke vor lobbygruppen ein. :mrgreen:

Und nach so viel „ernster“ BRdeutscher talkshow, die zur komik wurde, nun der link [Achtung, juhtjuhbb!] auf einen norwegischen komiker, der verblüffend ernst wird. Wenn genug bullschitt im spiele ist, dann ist alles möglich. 😉

BRD-staatsfernsehen des tages

Damit der Zuschauer die politisch unerwünschte Sendung schnell vergisst, wird sie einfach noch einmal neu gedreht. Mit den gleichen Gästen. In der Hoffnung, dass sie beim zweiten Mal das Korrekte sagen

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß beim zahlen der goebbelssteuer… ähm… demokratieabgabe, mit der unter anderem solche stalinistisch anmutenden zensurvorhaben finanziert werden.

Die NZZ über Günther Jauch und Janis Varoufakis

Sein Beitrag ist […] übelster Kampagnenjournalismus, der das verkorkste Verhältnis zwischen Berlin und Athen zusätzlich belastet. Die ARD sollte darum Jauch vor die Tür setzen, weil er gegen fundamentale journalistische Standards verstossen hat

Neue zürcher zeitung, ich kann die kwelle diesmal leider nur mit einem bildschirmfoto belegen. („Paid content“ ist eben in jeder hinsicht ein „erfolgsmodell“! Selbst noch bei einem blatt wie der NZZ, wo ich im gegensatz zur gesamten BRD-jornallje eine ernsthafte schangse sehe, dass es ein bisschen funkzjonieren kann.)

Nun, dem schließe ich mich an. Mit dem eingesparten geld für diesen ehemaligen wer-wird-milljonär-fragenableser ohne eigene mentale leistungsfähigkeit, der zurzeit für die propagandistisch wertvolle BRD-p’littalkshow-pyschokochplatte bezahlt wird, könnte die ARD zum beispiel mal etwas für ihren bildungsauftrag machen. (Es reicht ja schon, wenn sie jedesmal klar macht, dass das geld für „griechenlandhilfen“ ziemlich direkt zu den banken geht, ohne in griechenland anzukommen.) Ach, geht nicht, weil die vom BRD-parteiapparat besetzten vorstände der landesrundfunkanstalten andere schwerpunkte haben, zum beispiel volxverdummung, manipulazjon, rein emozjonales aufheizen der leute und tägliche hirnfick-propaganda? Schade, ich habe das nach genuss einer schweizer zeitung kurz vergessen… 😦

Der kommentarbereich des tages

Der kommentarbereich des tages liegt im blog von Stefan Niggemeier

Ich wünsche euch allen übrigens weiterhin viel spaß mit einem journalismus, der allenthalben aus presse und glotze fließt und sich darin betätigt, mit dem gestus eines CSU-dorfp’litikers beim reden zum bockbieranstich irgendwelche juhtjuhbb-videos so weit aufzublasen, bis sie staatstragend aussehen und mit dem ergebnis dieser enthirnten bemühung dann irgendwelche künstlichen emozjonen aufzuheizen. Joseph Goebbels hätte seine helle freude daran gehabt, alle sind sie ihm zu dank verpflichtet! Ach ja, und auch weiterhin viel spaß beim bezahlen der rundfunkgebühren!

BRD-staatsfernsehpropaganda des tages

Günther Jauche, weitgehend kompetenzfreies laberschlippsie beim BRD-staatsfernsehen ARD, erzeugt mal eben mit ein paar kleinen… ähm… anpassungen der wirklichkeit jene emozjonale stimmung gegen die derzeitige griechische regierung, die auch von der bildzeitung befeuert wird. Aber wer würde denn ernsthaft vom BRD-staatsfernsehen ARD erwarten, dass es anderen herren dient und andere metoden einsetzt als die kloakenpresse bildzeitung.

Welche herren das sind? Na, wo geht das geld aus irgendwelchen „griechenlandhilfen“ hin, von dem immer die rede ist? Zu den griechen? Nein, die bezahlen damit schulden, davon hat in griechenland kein mensch etwas. Und bei wem bezahlen sie schulden? (Vor allem) bei den banken.

Ach, das hat der onkel jornalist aus presse und glotze noch niemals so gesagt? Na, sowas aber auch! „Griechenlandhilfe“ klingt ja auch viel netter als ein die wirklichkeit besser wiedergebendes „risiken von privatwirtschaftlichen kreditinstituten mit steuergeldern abfangen, während das land verarmt und vor die hunde geht“. Wäre ja schlimm, wenn zu viele menschen bemerken, was kapitalismus in letzter konsekwenz bedeutet.

Die beste massenmediale p’litsche „bildung“, die man für geld kaufen kann!

Jeder der sich nun ohne Ansehen des ursprünglichen Kontextes und der wahren Sprechabsichten durch Varoufakis „beleidigt“ fühlt, ist auf dem Weg zum Salon-Salafisten