Tagesschau-propaganda des tages

Vorab gesagt, damit mich keiner zu leicht falsch versteht: ich bin auch ein befürworter eines tempolimits auf BRD-autobahnen. Und zwar aus umweltschutzgründen. Motoren sind nun einmal besser, wenn sie in ihrem optimalen leistungsbereich gefahren werden, so dass es zu weniger kraftstoffverbrauch pro gefahrenem kilometer kommt — und außerdem gibt es wegen des gebotenen abstandes der autos voneinander eine geschwindigkeit, bei der die straße die optimale „durchlässigkeit“ für autos hat, so dass es zu weniger staus kommt. Letztere geschwindigkeit habe ich mal in einer sehr schlechten und naiven modellierung auf rd. 110 km/h abgeschätzt. Wer wirkliche fachkenntnisse hat, kann mit leichtigkeit ein realistischeres modell bilden und einen realistischeren wert ermitteln. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich „freiheit für das gaspedal“ nicht für den kern der freiheiten halte, sondern für einen gefährlichen schein von freiheit.

Es gibt viele also viele möglichkeiten, vernünftig für ein tempolimit auf BRD-autobahnen zu argumentieren, ja, man kann das sogar richtig wissenschaftlich untermauern. Und es gibt die tagesschau des BRD-parteienstaatsfernsehens ARD [archivversjon]:

In Deutschland sterben immer seltener Menschen bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrstoten sank im vergangenen Jahr erneut. Doch die Zahlen zeigen auch: Wer zu schnell fährt, riskiert Leben

So weit, so wahr. Wer mit 126 km/h durch ein wohngebiet einer stadt fährt, ist ein henker und gehört aus dem verkehr gezogen.

Die Diskussionen rund um das Thema Geschwindigkeit im Straßenverkehr waren zuletzt wieder aufgeflammt. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hatte ein generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen gefordert und dieses als eine der ersten Maßnahmen einer neuen Bundesregierung mit Grünen-Beteiligung angekündigt

So weit, so matematikmissbräuchlich. Denn die autobahnen sind in der BRD die sichersten straßen mit der geringsten unfallwahrscheinlichkeit, und zwar trotz des fehlens eines tempolimits. Das ist bauartbedingt und alles andere als ein wunder. Es gibt nun einmal keinen gegenverkehr, keine fußgänger und radfahrer, keine komplexen verkehrssituazjonen, die es leicht machen, fehler zu machen. Tatsächlich dürfte der idjotische mitmensch mittelspurschleicher, der irgendwie in der fahrschule kurz ein schlummerchen gemacht hat, als vom rechtsfahrgebot gesprochen wurde und der mit seinem asozjalen verhalten unnötig riskante überholmanöver anderer fahrer provoziert, eine der größten gefahren auf der autobahn sein, dicht gefolgt vom idjoten, der die bedeutung des wortes „beschleunigungsstreifen“ nicht versteht und mit 50 km/h irgendwie und ohne richtig zu gucken auf die autobahn auffährt, gern auch mal so, dass man gar nicht richtig damit rechnen kann. Dass ausgerechnet die scheißgrünen in gestalt ihres großen vorsitzpfostens Robert Habeck das nicht verstehen und in ihrer argumentazjon absurde zusammenhänge konstruieren, passt natürlich zu den scheißgrünen und ihrer fundamentalen vernunft- und wissenschaftsverneinung. Und dass die scheißtagesschau so etwas trotz des inhärenten schwachsinns ohne relativierung in eine solche meldung aufnimmt, passt natürlich prächtig zur tagesschau — die im zweifelsfall jede lüge transportiert, wenn es zur gewünschten p’litischen propaganda passt.

Von den gefahren durch den stark zugenommenen LKW-verkehr will ich da gar nicht erst anfangen. Eigentlich gibt es in der BRD ja elektrische eisenbahnen und güterstrecken, aber BRD-verkehrtp’litiker lassen lieber oberleitungen über die autobahnen spannen, damit auch jeder sieht, dass sie von unternehmen gekauft wurden, die LKWs herstellen.

Kötzerchen des tages

Jubilieret und freuet euch sehr, der bundesrat hat eure freiheit gerettet:

Foto, das heute von der springerpresse 'welt' in S/M-webseits wie fratzenbuch und zwitscherchen verwendet wird -- Das foto zeigt einen übermotorisierten porsche-sportwagen -- Dazu der text: 'Tempolimit: Bundesrat bleibt stabil -- Der Bundesrat hat sich für die Freiheit entschieden. Danke einfach! -- Welt'.

Ich gratuliere die kwalitätsjornalisten zu ihrem guten geschmack beim autokauf und zu ihrer guten freundschaft zum tankwart. Allerdings hätte ich niemals geglaubt, dass man für die tintenklexerei in der springerpresse so viel geld kriegt. Vielleicht hätte ich ja doch jornalist werden sollen… :mrgreen: