Die undemokratische contentindustrie

Huj, da schimmert aber mehr als nur ein bisschen zorn zwischen den zeilen durch:

Als jüngst „FAZ“-Geschäftsführer Thomas Lindner gegenüber „Horizont“ wieder einmal von „überfinanzierten öffentlich-rechtlichen Gratiswebsites“ schwurbelte, reichte es: Wer Journalismus in diesen Tagen weghaben will, ist kein Anhänger der Demokratie. Und müssten wir mit dem leben, was die „FAS“ noch an Journalismus bietet – wir hätten ein echtes Gesellschaftsproblem

Thomas Knüwer

Thomas Knüwer so:

Seit Monaten meide ich deutsche Medien, weil ihre Fehler so offensichtlich sind und ich das Gefühl habe, dass ein zu breiter Teil der Redaktionen nicht mehr an einer neutralen Information interessiert ist, sondern als oberstes Ziel in einer emotionalen Aufwühlung des Publikums sieht

Ach, erst seit monaten? Und der glaubt wirklich, dass der scheißjornalismus — der betrieben wird, um werbeplätze zu vermarkten — irgendwas gutes hätte, obwohl er sich, seit es ihn gibt, in den dienst jeder schlechten, niederträchtigen und mörderischen sache gestellt hat. Immer auch mit offenen lügen neben den eher subtilen hirnficktechniken. Bis auf den heutigen tag.

Für die, die leben wollen, sind scheißjornalisten einfach nur feinde. Stirb, scheißjornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Scheißjornalismus des tages

Nehmen wir nur den aktuellen Titel des „Spiegel“. Die Frage, wie ein Weihnachtsfest unter Corona-Bekämpfungsbedingungen aussieht, ließe sich auf viele Arten bebildern. Doch der „Spiegel“ wählte eine Optik, die an die Widerlichkeit rechtsradikaler Verschwörungsschwurbler erinnert. Wer so etwas veröffentlicht, will keinen Journalismus betreiben. Er will Menschen aufregen, auf die Barrikaden bringen, er will polarisieren.

Dies ist optisches Brüllaffentun.

Thomas Knüwer in indiskrezjon ehrensache

Schade, dass dieses pressesterben so langsam geht…

Jornalismus des tages

[…] eine Stilform, die sich derzeit immer weiter im deutschen Journalismus verbreitet: dem Behauptungsjournalismus

Man soll zwar nicht „lügenpresse“ sagen, weil das pfui und nazi ist, aber eine wahrheitspresse ist der am fließband abgesonderte clickbait-scheißdreck aus der contentindustrie eben auch nicht.

Fragen, die sich jornalisten nicht stellen

Thomas Knüwer wirft die interessante frage auf, ob menschen überhaupt jemals für jornalismus gezahlt haben und ob das jetzt durch das pöse pöse internetz erwürgt wurde — nebst einiger für jornalisten sicherlich höchst desillusjonierender fakten. Gefällt mir. 😉

Blauschopf des tages

Kennt ihr diesen Rezo noch? Diesen juhtjuhbb-blauschopf mit seinem video „zerstörung der CDU“, der mutmaßlich eine generazjon von erstwählern p’litisiert hat? Der hat jetzt auch mal ein paar schöne und passende wörter über die scheißjornallje gesagt:

Eure Print-Szene ist wie die Youtube-Szene. Es gibt ganz viele Sachen, es gibt ganz viel Unterhaltung, es gibt auch gute Sachen. Das ist bei Print so, das ist bei Youtube so – verstehe ich.

Bei Youtube haben wir auch ein paar Leute die Sachen machen, wo man sagen kann: Es ist eigentlich nicht gut, dass es das gibt… Was machen wir? Wir zeigen mit dem Finger drauf und distanzieren uns klar davon und wir analysieren das und sagen: Das ist nicht cool. Aber machen das die Zeitungen eigentlich? Übermedien macht das. Bildblog macht das. Aber warum machen das nicht alle Zeitungen?…

Wenn ihr das nicht tut, dann fangt mal damit an. Denn sonst ist eure Szene nen bisschen beschissener als unsere

Bei „print-szene“ bekam ich einen lachanfall. So klingt die sprache der scheißjornalisten mal auf sie selbst angewendet. 🤣

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Contentindustrie des tages

Ein anderer großer Fälscher des Journalismus heißt Tom Kummer. Er erfand über Jahre hinweg Interviews, 2000 flog er auf. Und danach? Neue Chance, auf neue Chance, immer wieder gefälschte Geschichten, mal für die „Berliner Zeitung“, mal für die Schweizer „Weltwoche“, immer wieder fliegt er auf, das letzte Mal vor zwei Jahren. Jeder weiß um die Geschichte von Kummer, es interessiert Chefredaktionen höchst renommierter Blätter aber einen Scheißdreck, ob jemand ein Serienfälscher ist

Natürlich. Es ist dem contentindustriellen scheißpresseverleger doch egal, ob die stories stimmen. Sein geschäft ist nicht wahrheit, nicht bildung und nicht politik; das geschäft ist die vermarktung von reklameplätzen. Also plätze, an denen die ebenfalls industriell erstellte lüge der scheißreklame verbreitet wird. Deshalb ist dem ganzen scheißbetrieb das wort von der „lügenpresse“ ja auch so zuwider: weil es verdammt nahe an der wahrheit ist.

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, verleger, verrecke! Und nehmt euer in den dunkelkammern des reichstages und den korrupten betonbunkern brüssels herbeilobbyiertes, nach scheiße stinkendes scheiß-leistungsschutzrecht mit in euer würmerloch!